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Unterschied zwischen Hagia Sophia und Blaue Moschee


die blaue moschee in istanbul

Die Blaue Moschee erbaut von Sultan Ahmed I.


Die Hagia Sophia und die Blaue Moschee sind bedeutende religiöse Zentren und Sehenswürdigkeiten in Istanbul. Beide Gebäude liegen nur etwa 500 Meter voneinander entfernt im Stadtzentrum. Als die Sultan-Ahmed-Moschee, wie die Blaue Moschee eigentlich heißt, zu Beginn des 17. Jahrhundert erbaut wurde, stand die Hagia Sophia bereits mehr als tausend Jahre.

Der Unterschied zwischen der Hagia Sophia und der Blauen Moschee

Beide Gebäude waren beziehungsweise sind bis heute eine Moschee. Die Hagia Sophia (Eröffnung: 537) ist jedoch viel älter als die Blaue Moschee (Eröffnung: 1616). Zudem wurde die Hagia Sophia als christliches Bauwerk beziehungsweise Kirche erbaut. Sie war ein bedeutender Teil der römischen Stadt Konstantinopel (auch Byzanz).

Erst nach der Eroberung der Stadt durch die Osmanen war die Hagia Sophia etwa dreihundert Jahre eine Moschee. Zwischen den Jahren 1934 und 2020 war die Hagia Sophia offiziell kein Gotteshaus mehr, sondern ein Museum. Heute wird sie wieder als Moschee genutzt. Die Blaue Moschee wurde von einem osmanischen Sultan errichtet. Sie war von Anfang an eine Moschee und ist es bis heute.

Die Hagia Sophia

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Die Hagia Sophia wurde als Römische Reichskirche während der Antike erbaut.


Die Ursprünge dieses bedeutenden Bauwerkes gehen auf den Kaiser Konstantin den Großen zurück. Er soll im Jahr 326 n. Chr. an der Stelle der heutigen Hagia Sophia eine christliche Kirche auf den Resten eines heidnischen Tempels errichtet haben.

Konstantin der Große residierte lange Zeit in der damaligen Stadt Byzanz, die zu seinen Ehren später in Konstantinopel umbenannt wurde. Konstantin galt als ein großer Förderer des Christentums.

Die Weihe zur Kirche erfolgte allerdings erst durch seinen Sohn Konstantius II (360 n. Chr.). Der ursprüngliche Bau brannte 404 fast vollständig nieder. Erst im 6. Jahrhundert wurden die Fundamente und wesentlichen Bestandteile des heutigen Gebäudes errichtet.

Bis heute gilt die Hagia Sophia als eine architektonische Meisterleistung und ein Großwerk der byzantinischen Architektur. Der Kuppelbau ist bezeichnend für die Epoche und wurde später von den Osmanen zur Errichtung diverser Moscheen übernommen.

Der Name Hagia Sophia bedeutet so viel wie heilige Weisheit. Manchmal wird sie auch die Kirche der Göttlichen Weisheit genannt. Bis zur Errichtung der Kathedrale von Sevilla war sie die größte Kathedrale der Welt.

Der Prachtbau Hagia Sophia

Heute ist der fast quadratische Grundriss des Gebäudes eher ungewöhnlich. Spätere Baumeister erstellten Kirchen und Kathedralen fast immer auf rechteckigen Grundrissen.

Allerdings hat auch die Hagia Sophia eine längs ausgerichtete Haupt-Basilika. Das zentrale Gebäude ist mit einer riesigen 32 Meter großen, hängenden Hauptkuppel verbunden. Seitlich befinden sich zwei weitere Halbkuppeln. Im Inneren gibt es drei durch Säulen verbundene Gängen, die mit darüber liegenden Galerien und Marmorpfeilern die große Kuppel tragen.

Die Wände über den Galerien sind so von Fenstern durchbrochen, dass die Säulen bei Tageslicht optisch überdeckt werden. Dadurch ergibt sich eine Ansicht, als schwebe das Vordach der Kirche in der Luft.

Von der Kirche zur Moschee zum Museum

Im Jahr 1453 eroberten die Osmanen unter Sultan Mehmed II. die Stadt. Mehmed soll in der Hagia Sophia ein Gebet gesprochen haben. Er dankte Allah für die Eroberung der Stadt, versprach sie nach all den Verwüstungen des Krieges wieder aufzubauen. Er benannte Konstantinopel beziehungsweise Byzanz in Istanbul um, verlegte seine Residenz in die Stadt und aus der Hagia Sophia wurde eine Moschee.

In den ersten Jahren der osmanischen Regentschaft ließ Mehmed das Bauwerk um erste Minarette und eine Mihrab (eine Nische, die Richtung Mekka zeigt) erweitern.

1934 wurde die Moschee vom türkischen Präsident Kemal Atatürk in ein Museum verwandelt. Heute gilt die Hagia Sophia als eines der bedeutendsten Bauwerke der christlichen Kultur und als ein Wahrzeichen der Stadt. Sie ist Teil des UNESCO-Weltkulturerbes und zieht mit ihren hübschen Grünanlagen jedes Jahr Millionen Besucher aus aller Welt an.

Die Blaue Moschee

Das zweite bedeutende religiöse Bauwerk der Stadt wurde viel später errichtet. Sultan Ahmet I., der das Osmanische Reich zwischen 1603 und 1617 regierte, befahl die Errichtung des Bauwerkes.

Vollendet wurde die Moschee im Jahr 1616. Und beim Bau kamen nur die feinsten Baumaterialien und wertvolle Innendekorationen zum Einsatz.
Der Prunk umfasste hunderte Meter wertvoller Seidenteppiche, tausende kristallene Öllampen und natürlich die Millionen blauen Mosaik-Fliesen, die dem Bauwerk seinen späteren Beinamen gaben.

Offiziell heißt die Blaue Moschee bis heute Sultan-Ahmet-Moschee. Ähnlich wie die Hagia Sophia ist die Blaue Moschee ein architektonisches Meisterwerk aus Kuppeln, Halbkuppeln, Säulen und Minaretten. Auch die Blaue Moschee ist in ihren Grundzügen quadratisch.

Insgesamt 260 prächtige Fenster mit bunten Mosaiken aus feinstem venezianischen Glas erhellen den Innenraum. Die 43 Meter hohe Hauptkuppel ruht auf vier Spitzbögen und vier sphärischen Dreiecken und vier knapp 5 Meter dicken Säulen. Als spirituelles Zentrum des Baus gilt ein schwarzer Stein aus der Kaaba in Mekka, der in die Gebetsnische eingelassen wurde.

Mekka musste beschwichtigt werden

Beim Bau der Blauen Moschee kam es zu einem interessanten Zwischenfall. Sultan Ahmed bestellte bei seinem Baumeister Minarette aus Gold. Der Architekt Mehmet Ağa soll das Wort türkische Wort „altın“ für Gold aus Versehen als „altı“ für die Zahl 6 missverstanden haben.

Als die fertige Moschee mit sechs Minaretten dastand, zog sie mit der al-Haram Moschee in Mekka gleich. Auch diese hatte – als einzige in der islamischen Welt – sechs Minarette. Um einen Eklat mit den religiösen Führern in Mekka zu verhindern, stiftete Sultan Ahmed der al-Haram Moschee ein siebtes Minarett. So war das religiöse Zentrum des Islam hinsichtlich der Größe wieder führend.

Trotzdem galten der Prunk und die Pracht der Blauen Moschee lange als unübertroffen im ganzen islamischen Reich.

Viel mehr als nur eine Moschee

Das gesamte Areal der Blauen Moschee umfasst eine islamwissenschaftliche Schule (Medrese), eine Armenküche, Herbergen für Handelsreisende (Karawanserei), Brunnen- und Bewässerungsanlagen, Gärten, ein Krankenhaus, Verkaufshallen und Mausoleen.

Früher beherbergte die Moschee neben den eigenen Sängern, Gärtnern und weiteren Angestellten auch zahlreiche Gäste. Die einen kamen als Pilger, andere lieferten Waren oder Studenten aus dem ganzen Reich ließen sich in der Blauen Moschee unterrichten und ausbilden.

Die Moschee ist bis heute ein religiöses Zentrum, kann aber jederzeit auch von Ausländern und Menschen, die nicht dem Islam angehören, besucht werden.


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