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Wer hat die Hagia Sophia erbaut: Entstehung und Verlauf des Baus


grundriss der hagia sophia

Grundriss der Hagia Sophia


Der heute noch erhaltene Bau der Hagia Sophia geht auf den byzantinischen Kaiser Justinian zurück. Die eigentliche Gründung einer Kirche an diesem Standort lässt sich noch weiter zurückverfolgen. Gebaut wurde die Kirche, welche im damaligen Konstantinopel und heutigen Istanbul steht, zwischen den Jahren 532 und 537. Die Grundsteinlegung erfolgte am 23. Februar 532. Und die Eröffnung als Römische Reichskirche folgte nur fünf Jahre später am 27. Dezember 537.

Wer hat die Hagia Sophia erbaut

Die heute noch bestehende Hagia Sophia wurde vom byzantinischen Kaiser Justinian in der Zeit von 532 bis 537 n. Chr. erbaut. Davor gab es bereits zwei Vorgängergebäude an derselben Stelle. Die Ur-Gründung einer Kirche an diesem Ort soll auf den römischen Kaiser Konstantin II zurückgehen. Er galt als ein früher Förderer des Christentums, einer damals im römischen Reich noch neuen (und ehemals bekämpften) Religion.

Kaiser Konstantin II verlegte im Jahr 330 n. Chr. seine Hauptresidenz von Rom nach Byzanz. Aus Byzanz wurde später Konstantinopel und schließlich Istanbul. Der Kaiser soll als erster einen ehemals heidnischen Tempel mit einer Kirche überbaut haben. Welche Gottheit an dieser Stelle vor dem christlichen Bau verehrt wurde, ist leider nicht überliefert.

Ein Vorläufergebäude brannte nieder, das andere fiel einem Erdbeben zum Opfer. Erst Justinian ließ während seiner Regentschaft im 5. Jhd. n. Chr. den bis heute bestehenden Prachtbau erstellen.

Die Hagia Sophia als größte und bedeutendste Kirche der Welt

Religionswissenschaftlern zufolge ist die Hagia Sophia bis heute die am besten erhaltene frühchristliche Kirche. Selbst die ältesten Bauten in Rom sollen jünger sein als die byzantinische Prachtkirche und ehemalige Kathedrale von Konstantinopel.

Bis zum Bau der Kathedrale von Sevilla in den Jahren 1401–1519 war die Sophienkirche beziehungsweise Hagia Sophia („göttliche Weisheit“) für Jahrhunderte die größte Kirche der Welt.

Neben der ungewöhnlichen Größe war die Kirche, die erste der Welt, die eine vollständige Kuppel (32 Meter groß) besaß. Der Bau ist im Inneren so raffiniert, dass Teile der Kirche bei bestimmten Einfallswinkeln des Lichtes „schweben“.

Ungewöhnlich ist neben der Konstruktion der Säulen, Halbkuppeln, Kuppeln und Galerien auch die fast quadratische Grundform. Erst durch den Vorhof und Garten wurde die Hagia Sophia rechteckig.

Der Traum eines Kaisers

Die gesamte Bauweise und Erscheinung der Hagia Sophia soll dem byzantinischen Kaiser Justinian im Traum erschienen sein. Aus der plastischen Vision eines Kaisers wurde ein Bauwerk, das bis heute als eine der kühnsten und bedeutendsten Konstruktionen der Menschheitsgeschichte gilt.

Mit der Umsetzung des für damalige Verhältnisse gigantischen Projektes beauftrage der Kaiser die besten Architekten seiner Zeit. Die geniale Umsetzung des Himmelreichs auf Erden und der göttlichen Weisheit wurde von den Baumeistern Isidor von Milet und Anthemios von Tralleis umgesetzt.

Übernahme durch die Osmanen und Umwandlung zur Moschee

Schon seit Jahrhunderten hatten arabische Stämme, die Hunnen aus dem Osten und schließlich die Osmanen die Prachtstadt am Bosporus erobern wollen. Schließlich gelang es Sultan Mehmed II. im Jahr 1453 Konstantinopel einzunehmen. Die Stadt wurde bei der Übernahme großflächig zerstört, doch die Hagia Sophia überlebte den Sturm fast unbeschädigt.

Nach seinem Einzug in die Stadt steuerte der siegreiche Sultan der Osmanen zuerst den Prachtbau an. Zu Pferde soll er bis zum Altar geritten sein. Dort verrichtete er ein Dankesgebet an Allah.

Mehmed verlegte seine Residenz in die Stadt, die er Istanbul nannte. Die Hagia Sophia wurde zur Moschee.
Kreuze wurden durch Halbmonde ersetzt, christliche Mosaiken verschwanden unter Putz und die Kirche bekam ein erstes Minarett aus Holz. Später kamen weitere Minarette dazu und der Grundbau wurde um die typisch islamischen Anbauten erweitert.

Trotz ihrer bewegten Geschichte ist die Hagia Sophia ein Meisterwerk byzantinischer Bau- und Mosaikkunst geblieben.

Die Hagia Sophia in der Neuzeit

Heute ist die Hagia Sophia ein kultureller und geschichtlicher Höhepunkt der türkischen Metropole Istanbul. Jahrhunderte war sie eine Moschee, bis der erste Präsident des neuen Staates Türkei sie verstaatlichte und ein Museum einrichtete.

Im Jahr 2020 wurde die Hagia Sophia auf Drängen islamischer Verbände wieder zu einer Moschee. Das Gebäude ist Teil des UNESCO-Weltkulturerbes und zieht jedes Jahr Millionen Besucher aus aller Welt an. Trotz der Rückkehr zur Moschee kann das Gebäude unter Einhaltung bestimmter Regeln von Ausländern und Nicht-Moslems besucht werden.


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