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Vergebung

Vergebung ist das Aufgeben einer Schuldzuweisung oder Anklage, der Verzicht auf Rache oder Vergeltung und die Loslösung von Zorn, Wut oder Ärger wegen eines begangenen Unrechts. In fast allen Religionen ist die Vergebung durch den Menschen oder durch Gott ein zentraler Bestandteil. Im Christentum beruht die Vergebung auf die Gnade Gottes.

Im Alten Testament der Bibel wird für die Vergebung ein Sühneopfer von Gott verlangt. Das Neue Testament, welches das Leben und die Lehren des historischen Jesus von Nazareth beschreibt, wird dieses Opfer nicht verlangt. Denn durch die Kreuzigung von Jesu wurde das Sühneopfer bereits erbracht. Jesus praktizierte eine höhere Form der Vergebung, indem er von Feindesliebe und Sündenvergebung sprach. Durch die Anerkennung von Jesus Christus nimmt jeder Christ die Vergebung als zentrales Motiv seiner Religionsausübung auf. Die Vergebung der Sünden ist, im Christentum, eine Vorrausetzung für die Versöhnung mit Gott.

In der katholischen Kirche ist Vergebung an das Sakrileg der Buße geknüpft und erfolgt nach Beichte und Absolution. Christen der evangelischen Kirche, welche der Auffassung sind, dass nur Gott zur Gnade fähig ist – benötigen keinen Priester, keine Beichte und keine Absolution – um Vergebung zu erfahren. Stattdessen richten sie das Gebet und die Bitte an Gott, Vergebung walten zu lassen.