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Warum gibt es an Weihnachten Geschenke: Bescherungsursprung


Zum Weihnachtsfest werden traditionell Geschenke verteilt. Der Brauch soll an die Gaben der Könige erinnern, welche Jesus Christus in Bethlehem aufsuchten. Doch der eigentliche Ursprung der Tradition, ist im vorchristlichen Heidentum zu suchen.

Ursprünge des Schenkens zu Weihnachten

Der Brauch, mitten im Winter Geschenke zu machen, geht auf eine Zeit lange vor Jesu Geburt zurück. Viele frühe Kulturen, wie z. B. die Römer und die Wikinger, feierten rauschende Feste zur Wintersonnenwende, bei denen Geschenke gemacht wurden.

So zum Beispiel zum Fest: Saturnalia.
Der römisch-heidnische Gott der Landwirtschaft Saturn wurde während der Wintersonnenwende gefeiert. Genauer gesagt, fand Saturnalia am 17. Dezember statt. In der Alten Römischen Republik (133-31 v. Chr.) entwickelten sich Saturnalia Feiertage jedoch zu einem größeren Fest und die römischen Bürger feierten die ganze Woche über. Bereits damals wurden Geschenke und Opfergaben an Saturn erbracht.

Diese Tradition des Feierns und Schenkens war einer der vielen Bräuche, die das Christentum beim Verschmelzen der beiden Kulturen angenommen hat. Neben dem Brauch des Schenkens zu Weihnachten wurden auch andere jahreszeitliche Bräuche, wie z. B. das feierliche Anzünden von Kerzen und Festgesänge übernommen.

Weihnachtsgeschenke sind ein Kultursieg des Christentums

Die Wikinger und Germanen brachten zur Wintersonnenwende Opfergaben, welche sie an Bäume hingen. Insgesamt sollten 9 Opfergaben an die 9 Reiche ihrer spirituellen Welt erinnern.

Der Historiker Adam von Bremen (1050 bis 1085), welcher als Missionar im damaligen Skandinavien zugegen war – berichtete von Opfergaben in Uppsala (Schweden). Von ihm existieren Beschreibungen, wonach die Wikinger sogar Menschen opferten und an Bäume hingen. Diesen Brauch vollzogen die Heiden, da auch ihr Gottvater Odin am Weltenbaum Yggrdasil hing. Allerdings sind die Angaben des Adam von Bremen historisch nicht belegbar und somit auch nicht haltbar.

Allerdings beschreiben mehrere verschiedene Quellen, dass Wikinger und Germanen zur Wintersonnenwende Tiere opferten und an die Bäume ihres Hains hängten. Dies gilt unter Historikern als belegt.

Die Christen, welche ihren Gott verbreiten und dadurch über das Heidentum siegen wollten, griffen den Opferkult auf. Im Zuge der Christianisierung veränderten sie nicht den Brauch, sondern lediglich den Grund. Aus der Huldigung Odins wurde der Geburtstag Jesus Christus, welcher nachweislich erst im Sommer geboren wurde. Dennoch konnte so der Kultursieg über das Heidentum erreicht werden.

Fortan verehrte man den Christengott zur Wintersonnenwende. Die Opfergaben wurden zu Geschenken und der Weltenbaum, an welchen einst die Opfer hingen – wurde zum christlichen Weihnachtsbaum, welchen man heute wieder aufstellt.

Verschiedene Weihnachtsgeschenktraditionen

Nicht jeder schenkt auf die gleiche Weise. Verschiedene europäische kulturelle Bräuche wurden in die Weihnachtsfeierlichkeiten im jeweiligen Land integriert. Das Einzige, was diese Feste gemeinsam haben, sind ihre unterschiedlichen Geschichten über denjenigen, der das Geschenk macht.

Der heilige Nikolaus ist die prominenteste Figur in vielen europäischen Geschenkpraktiken. Der Nikolaus verwandelte sich in den Weihnachtsmann und später in Amerika in die ikonische Figur „Santa Clause“.

Nach Angaben der deutschen Kultur schreiben Kinder in Deutschland, Ungarn, der Schweiz, der Tschechischen Republik und Liechtenstein Briefe an das Christkind, auch Christkindl, ein junges Mädchen. Ähnlich wie amerikanische Kinder Briefe an den Weihnachtsmann schreiben und um Geschenke bitten. Die meisten Kinder glauben jedoch, dass die Geschenke am Heiligabend vom Weihnachtsmann überbracht werden und er überwacht, ob sie brave Kinder waren oder nicht. Zumeist wird der Weihnachtsmann noch durch eine strafende Figur in Form seines Helfers Knecht Rupprecht ergänzt.

Weihnachten in Italien dreht sich um La Befana, einen alten weiblichen Weihnachtsmann-Typus. Einige Geschichten besagen, dass sie eine Hexe mit Putzfimmel ist, die auf einem Besen reitet und am Dreikönigstag mit Geschenken für die Kinder durch die Schornsteine kommt. Es wird ihr auch nachgesagt, dass sie die Böden putzt, bevor sie weiterfliegt.

Die Sage lautet weiter, dass La Befana die Heiligen Drei Könige nach Bethlehem begleiten sollte, doch sie behauptete, sie sei zu beschäftigt für ein solches Unterfangen. Sie versprach, sich ihnen wieder anzuschließen, wenn sie zurückkehrten. Doch die Heiligen Drei Könige reisten über eine andere Route nach Hause. La Befana verbrachte den Rest ihres Lebens mit der Suche nach ihnen.

Andere Versionen dieser Geschichte besagen, dass sie ihre Meinung änderte und versuchte, die Karawane einzuholen. Sie fing an, allen Kindern Geschenke zu machen, da sie es verpasst hatte, dem Christkind eines zu überreichen.

In Spanisch sprachigen Ländern schreiben Kinder Briefe an die Heiligen Drei Könige, ähnlich wie amerikanische Kinder Santa Clause schreiben. Am 5. Januar treffen die Heiligen Drei Könige ein und schenken den Kindern Süßigkeiten. In dieser Nacht lassen die Kinder ihre Schuhe in der Nähe eines Fensters stehen (ähnlich wie bei der Weihnachtsstrumpf-Tradition). Dabei besteht immer das Risiko, einen Klumpen Kohle zu erhalten, wenn die Kinder über das Jahr hinweg ungezogen werden. Einige Familien haben jedoch auch die Weihnachtstradition mit einem Weihnachtsbaum und Geschenken vom Weihnachtsmann übernommen.

Warum werden Weihnachtsgeschenke unter den Baum gelegt?

Der ursprüngliche Weihnachtsschmuck bestand aus Süßigkeiten, Gebäck, Keksen, Äpfeln und anderen kleinen Geschenken. Die Strümpfe waren mit Geschenken gefüllt. Im Laufe der Zeit ersetzten Ornamente aus festen Materialien den essbaren Baumschmuck. Mit der wachsenden Tradition wuchsen auch die Arten und Größen der Geschenke, so dass diese nicht mehr in die Strümpfe passen und unter den Baum gelegt wurden.

Die Weihnachtszeit ist wie oben bereits näher beschrieben eine traditionelle Zeit des Schenkens. Aber es gibt persönliche Gründe dafür, warum und wem Menschen zu Weihnachten Geschenke machen.

Das historische Schenken zu Weihnachten steht für Gold, Weihrauch und Myrrhe

Denn die Heiligen Drei Könige stehen im biblischen Kontext als Symbol für das Schenken von Präsenten während der Weihnachtszeit. Diese Drei Könige brachten dem Jesuskind in der Krippe Geschenke aus Gold, Weihrauch und Myrrhe. Diese Kostbarkeiten zeigten den Respekt und die Ehrfurcht, die die Weisen vor dem Sohn Gottes hatten.

Ebenso beschenken Christen Familienmitglieder, Freunde und Bedürftige, um an die Heiligen Drei Könige zu erinnern, die das Christkind verehrten. Eine moderne Interpretation des Brauchs ist die Erkenntnis, dass Weihnachten der Geburtstag Jesu ist. Da es nicht möglich ist, ihm materielle Geburtstagsgeschenke zu machen, beschenken sich die Menschen stattdessen gegenseitig zur Feier des Tages.

Geschenke zu Weihnachten heutzutage

Menschen genießen es, das perfekte Geschenk für ihre Lieben auszusuchen. Einmal eingepackt und zugestellt, beobachtet der Schenkende das glückliche Gesicht des Beschenkten, während er oder sie es auspackt.

Auch die Vorfreude und Hoffnung der Kinder in dieser Jahreszeit hat etwas Besonderes. Kleine Hände können sich kaum von den eingepackten Geschenken unter dem Baum fernhalten. Erwachsene denken mit Nostalgie und einem warmen Gefühl an die Weihnachten ihrer eigenen Kindheit zurück

Unternehmen nutzen diese Zeit des Jahres für Promotion und Werbung: Viele Firmen schicken Geschenke an geschätzte Kunden, um ihnen für ihre Geschäfte zu danken. Das Schenken von Geschenken ist auch eine Möglichkeit, für das Unternehmen zu werben und eine positive Öffentlichkeitsarbeit zu fördern.

Viele Menschen nutzen die Weihnachtszeit als eine Möglichkeit, sich bei einzelnen Personen für ihre Dienste und Bemühungen während des ganzen Jahres zu bedanken. Lehrerinnen und Lehrer, Postboten, Pförtner, Zeitungszusteller und Hausangestellte werden beschenkt.

Auch manche Unternehmen schenken den Mitarbeitern kleine Präsente, um ihre Anerkennung für die Arbeit im vergangenen Jahr auszudrücken. Manchmal finden diese Geschenke in Form von Geld, wie z.B. Weihnachtsgeld statt, andere Unternehmen gestalten die Geschenke in Form von Geschenkgutscheinen.

Eine weitere verbreitete Tradition ist das Spenden an Wohltätigkeitsorganisationen. Im Einklang mit der christlichen Ethik, Bedürftigen zu helfen, spenden viele Menschen an Weihnachten Geld oder Lebensmittel und Kleidung. Weihnachtsspenden sind ein bedeutender Teil des jährlichen Fundraising-Budgets vieler gemeinnütziger Organisationen.

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Über den Autor:

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