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Wieso sind Bakterien Lebewesen: 7 Gründe und ihre Bedeutung


Bakterien sind Lebewesen. Doch wieso?
Um das zu beantworten, muss man erst einmal erklären, was Lebewesen überhaupt sind. Diese Frage scheint recht banal und einfach zu sein. Doch schnell bemerkt man, dass sie gar nicht so leicht zu beantworten ist. Denn die Aussage, dass „alle Lebewesen leben“ – ist zwar eine richtige, aber natürlich keine gute und zufriedenstellende Antwort. Darum wollen wir uns hier etwas näher damit beschäftigen.

Zu Beginn ganz kurz zu den Bakterien selbst: Sie sind winzig und mit freiem Auge nicht erkennbar. Oft sind sie negativ behaftet, da manche von ihnen Erkrankungen hervorrufen können. Die meisten sind aber harmlos oder sogar sehr wichtig. Und ohne ihnen wäre kein Leben möglich!

Die ersten Bakterien hat man im 17. Jahrhundert durch ein selbstgebasteltes Mikroskop sehen können. Dabei handelte es sich um Bakterien aus Gewässern und dem menschlichen Speichel. Mittlerweile weiß man zwar schon ganz viel über diese kleinen Dinger, jedoch sind uns schätzungsweise noch immer über 90% von ihnen nicht näher bekannt. Nun aber zurück zur Frage:

Wieso sind Bakterien Lebewesen?

Lebewesen haben im Wesentlichen sieben Eigenschaften, die sie von Nicht-Lebewesen unterscheiden. Diese sind: Stoffwechsel, Fortpflanzung, Reizbarkeit, Wachstum, Entwicklung, Bewegung und Evolution. Das klingt für den Anfang vielleicht etwas wissenschaftlich, doch wir werden sie der Reihe nach durchgehen. So wird schnell alles klar sein.

Wichtig ist…
Sobald eine Materie aus Zellen besteht, wächst, sich entwickelt, sich selbstständig bewegt, auf Umweltreize reagiert, über einen Stoffwechsel verfügt und sich fortpflanzt – ist es ein Lebewesen. Falls eines dieser Merkmale nicht zutreffen sollte, handelt es sich nicht mehr um ein Lebewesen, sondern um unbelebte Materie.

1. Bakterien haben einen Stoffwechsel

Der Stoffwechsel ist ein sehr kompliziertes Netzwerk aus vielen verschiedenen Schritten. Ganz vereinfacht dient er zum Aufbau und Erhalt von Körpermasse und zur Energiegewinnung. Wir Menschen haben eindeutig einen Stoffwechsel. Wir essen um Energie zu gewinnen und nehmen leider auch zu, wenn wir zu viel essen. Doch wie sieht es mit den Bakterien aus?

Auch Bakterien müssen fressen um zu überleben. Je nach Art, haben sie verschiedene Lieblingsspeisen. Beispielsweise leben auf unserer Haut etwa eine Billion Bakterien – hier fressen sie Fette, Hautschuppen, oder verstoffwechseln unseren Schweiß.

2. Fortpflanzung der Bakterien

Menschen und Tiere pflanzen sich offensichtlich fort. Zum Glück, sonst würde es keine süßen Tierbabys und auch keine Menschen geben. Bakterien pflanzen sich ähnlich fort, wie unsere Körperzellen. Sie werden ganz einfach größer und größer, und teilen sich dann einmal in der Mitte. So entstehen aus einem Bakterium zwei Bakterien.

Im nächsten Schritt würden dann aus den zwei Bakterien vier entstehen, danach acht, und so weiter. Man kann sich gut vorstellen, wieso Bakterienpopulationen ziemlich schnell größer werden. Diesen Vorgang nennt man auch bakterielles Wachstum.

3. Reizbarkeit und 4. Bewegung von Bakterien

Dies bedeutet, dass ein Lebewesen Reize aus der Umwelt wahrnehmen, und auf sie reagieren kann. Genauso wie wir Menschen, können auch Bakterien spüren, wenn es ihnen irgendwo zu heiß oder zu kalt ist. Oft reagieren sie durch Bewegung auf äußere Reize. Die meisten Bakterien haben an ihrer Oberfläche sogenannte Flagellen oder Geißeln, also eine Art Fäden, die sie wie Propeller drehen können.

So können sie in Flüssigkeiten schwimmen und die Richtung steuern. Die kleinen Dinger reagieren außerdem auf chemische Veränderungen. So können sie schnell feststellen, ob beispielsweise genug Sauerstoff oder Nahrung in ihrer Umgebung vorhanden ist. Ist dies nicht der Fall, schwimmen sie einfach in eine Umgebung, die ihnen besser gefällt.

5. Wachstum und 6. Entwicklung von Bakterien

Wir wissen, dass Tiere und Menschen wachsen können. Wie bereits erwähnt, können aber auch Bakterien wachsen. Dies machen sie eben besonders stark und auffällig, bevor sie sich teilen. Nicht-Lebewesen können teilweise zwar auch wachsen, jedoch geschieht dies nicht durch Zellteilung.

Man kann sich zum Beispiel einen Salzkristall vorstellen, der über die Jahre immer größer wird. Dieser wächst aber nur, weil sich immer mehr und mehr Salz auf seiner Oberfläche anlagert. Diese Ablagerung ist kein Wachstum, sondern Anhäufung von unbelebter Materie.

Bakterien wachsen allerdings und entwickeln sich weiter. Sie bauen innerhalb ihrer Zellen einen Stoffwechsel auf, um sich z versorgen. Durch dieses Merkmal zählen sie ebenso zu den Lebewesen.

7. Evolution

Alle Lebewesen verändern sich mit der Zeit, um sich besser an ihren Lebensraum anzupassen. So sind zum Beispiel Schneehasen weiß, um sich in ihrer Umgebung gut tarnen zu können. Auch Bakterien sind im Stande, sich an äußere Umstände anzupassen und dies zu ihrem Vorteil zu nutzen.

Gerade natürliche Mutationen und Vererbungen spielen hier eine große Rolle. Bei Bakterien führen diese beispielsweise dazu, dass sie resistent gegen verschiedene Antibiotika werden. Somit erfüllen sie auch den letzten der aufgezählten Punkte.

Weitere Merkmale von Bakterien

Es gibt noch einige weitere Merkmale von Lebewesen. Zwei davon sind, dass sie aus Biomolekülen (zum Beispiel Eiweiß und Fett) aufgebaut sind, und dass sie früher oder später sterben werden. Beides trifft ebenfalls auf Bakterien zu.

Abschließend kann man also sagen, dass es ganz viele Merkmale von Lebewesen gibt. Stoffwechsel, Fortpflanzung, Reizbarkeit, Wachstum und Evolution sind die wichtigsten Kriterien. Bakterien erfüllen ausnahmslos alle Punkte und sind daher ganz klar den Lebewesen zuzuordnen.


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