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Warum kam Jesus aus Nazareth und nicht aus Bethlehem


Jesus Mutter und ihr Verlobter stammten aus Nazareth. Das Paar befand sich zur Zeit von Jesus Geburt für eine Volkszählung in Bethlehem. Nach einer Zeit in Ägypten kehrte Jesus’ mit seiner Familie nach Nazareth zurück und wirkte rund um den See Genezareth.

Die Weihnachtsgeschichte: Jesus’ Geburt

Die großen Evangelien, die Eingang in die Bibel gefunden haben, erzählen die Geschichte von Jesus’ Geburt folgendermaßen:

Zur Zeit von Jesus’ Geburt war das heutige Israel von den Römern besetzt. Es herrschte zwar auch noch ein regionaler, jüdischer König, doch das eigentliche Sagen hatten der römische Kaiser Augustus und sein Statthalter vor Ort.

Kaiser Augustus hatte eine Volkszählung angeordnet. Die Bürger der Gegend mussten sich in den größeren Städten einfinden und sich registrieren lassen.

Dieser Aufforderung folgten auch Josef, ein Zimmermann aus Nazareth in Galiläa und seine Verlobte Maria. Maria war schwanger. Ein Engel hatte ihr gesagt, dass sie jungfräulich einen Knaben gebären würde.

Ihr Verlobter Josef hatte das akzeptiert und stand zu ihr, auch wenn er der Legende nach nicht der leibliche Vater des Kindes gewesen ist (sondern Gott).

Nazareth liegt im Norden des heutigen Isreal. Josef und Maria mussten die für damalige Verhältnisse weite Reise bis nach Bethlehem etwas südlich von Jerusalem in Judäa antreten.

Als sie dort ankamen, stand die Zeit der Geburt des Kindes an. Bethlehem war voll von Menschen, die sich zur Volkszählung eingefunden hatten.
Josef und Maria fanden keinen Platz in einer Herberge und mussten in einem Stall übernachten. Dort kam das Jesuskind zur Welt.

Maria gebar den Jungen, wickelte ihn in Tücher und legte ihn umringt von den Tieren des Stalles in eine Krippe.

Engel hatten den Hirten in der Umgebung von der Geburt des Kindes beziehungsweise eines „Heilands“ (Heilsbringer) erzählt. Die eilten schnell herbei, um ein Wunder zu begutachten und fanden das selige Jesuskind in seiner Krippe.

Schnell verbreitete sich die Nachricht von der Geburt des Kindes.

Dieses Ereignis feiern Milliarden Christen auf der ganzen Welt bis heute als das Weihnachtsfest.

Die drei Weisen aus dem Morgenland

Am Dreikönigstag feiern Christen den Besuch der sogenannten „Drei Weisen aus dem Morgenland“. Im Laufe der Geschichte bekamen diese die Namen Caspar, Melchior und Balthasar. Manchmal werden sie auch als die Heiligen Drei Könige bezeichnet.
In der Bibel sind tatsächlich keine Namen genannt. Die entstanden erst viel später.

Spätere Übersetzungen der Originalbibel kamen zu dem Schluss, dass der Begriff „Weise“ (kluge und gebildete Menschen) oder „Könige“ falsch sei. Im Original war von „Astronomen“ oder „Sterndeutern“ die Rede. Das waren zu Zeiten Jesu gebildete Menschen, die Zeitqualitäten aus dem Lauf der Sterne ablasen, wichtige Ereignisse deuteten oder den Lebensweg frisch geborener Kinder oder frisch gebackener Ehepaare segneten.

Manche Übersetzungen sprechen gar von „Magieren“. Diese Art der Deutung verschwand zunächst im Mittelalter, als Magie und Zauberei für Teufelszeug gehalten wurden.

Die drei frohen Boten kamen von einem Stern geführt aus dem Morgenland (traditionell der Osten) nach Bethlehem und huldigten dort als Erste nach den Hirten dem Jesuskind.

Um das Kind zu ehren, brachten sie die damals sehr teuren und angesehenen Kräuter Weihrauch und Myrrhe sowie Gold.

In der syrischen christlichen Tradition heißen die drei Weisen Larvandad, Hormisdas und Gushnasaph, bei den Armeniern sind es nur zwei Weise mit den Namen Kagba und Badadilma.

Dieser Besuch hatte einer anderen Geschichte der Bibel gemäß schwerwiegende Folgen.

König Herodes Eifersucht: Die Kindermorde von Bethlehem

Das zweite Kapitel des Matthäusevangeliums berichtet davon, wie die Heiligen Drei Könige in Judäa Einzug hielten und vor Ort nach dem neugeborenen König der Juden fragten.

Als König Herodes von der Ankunft der edlen Männer hörte und davon, dass diese nicht zu ihm, sondern zu einem Neugeborenen unbedeutender Abstammung wollten, soll der rasend vor Wut und Eifersucht gewesen sein.

Herodes bekam aufgrund der Aufregung um das Jesuskind Angst, dieser König könne ihm den Rang streitig machen.

Als Herodes erfuhr, dass dieses Kind in Bethlehem geboren worden sein soll, bekam er Angst. Bethlehem galt den Juden als die Stadt Davids, dem Gott verheißen hatte, sein Nachkomme werde auf ewig den Thron erben.

Matthäus deutet an, dass Jesus über seinen „Vater“ Josef auf den großen König David zurückgeführt werden kann.
Für Herodes war Jesus damit ein konkurrierender Thronanwärter. Die Drei Weisen erhielten von Herodes den Auftrag, das Kind zu finden und ihm dann den Aufenthaltsort zu nennen.
Die drei Sterndeuter wurden aber durch einen Traum davor gewarnt, wieder zu Herodes zu gehen und das Kind zu verraten.

„Als Herodes merkte, dass ihn die Sterndeuter getäuscht hatten, wurde er sehr zornig und er ließ in Bethlehem und der ganzen Umgebung alle Knaben bis zum Alter von zwei Jahren töten, genau der Zeit entsprechend, die er von den Sterndeutern erfahren hatte.“

Ob die Kindermorde von Bethlehem wirklich stattgefunden haben, ist heute ebenso wenig sicher nachvollziehbar, wie alle anderen Geschichten der Bibel.

In späteren Jahrhunderten wurde insbesondere diese Geschichte gerne aufgebauscht und übertrieben. Griechische Schriften erzählten von 14.000 ermordeten Knaben, mittelalterliche Autoren machten daraus bis zu 144.000 tote Kinder und zeitgenössische Historiker gehen davon aus, dass es bei der Größe des Ortes Bethlehem zu biblischen Zeiten nur sechs bis zwanzig erschlagene Kinder gewesen sein können.

Die Kindermorde sind nur in Matthäus’ und keinem anderen Evangelium erwähnt.

Die Flucht nach Ägypten

Dem Matthäusevangelium gemäß warnten die Drei Weisen Josef und auch der hatte im Traum bereits von der Gefahr mitbekommen.

Ein Engel hatte ihm in diesem Traum befohlen, mit Maria und Jesus nach Ägypten zu fliehen, da Herodes das Kind töten wolle.

Dem sollen die beiden Folge geleistet haben. Jesus verbrachte die erste Zeit seines Lebens demnach vermutlich in Ägypten. Nach dem Tod des Herodes erschien Josef wieder ein Engel und sagte der Familie, sie könne zurückkehren.

Josef entschied sich aber nicht nach Bethlehem zurückzukehren, sondern steuerte seine alte Heimat Nazareth an.

Wo lebte und wirkte Jesus?

Jesus ist zunächst bei seinen Eltern in Nazareth geblieben. Er hatte mindestens sechs weitere Stiefgeschwister.

Später wohnte er zur Miete in Kafarnaum und begann von dort aus in der Region um den See Genezareth zu predigen.

Man nennt Jesus aufgrund der Verbindung zu Nazareth auch den „Nazarener“ oder „Jesus von Nazareth“.

Bis heute gehört die Stadt Nazareth zu den wichtigsten Pilgerstätten des Christentums und ist Teil des „Heiligen Landes“.

Zusammenfassung

  • Jesus Mutter und sein Stiefvater (als Jesus’ echter Vater gilt Gott) Josef kamen aus Nazareth.
  • Geboren wurde Jesus und Betlehem, weil seine Familie sich dort zu einer Volkszählung eingefunden hatte.
  • Nach der Geburt des Jesuskindes kamen die Drei Weisen aus dem Morgenland mit wertvollen Gaben.
  • Als die Drei Weisen nach einem neugeborenen Königskind fragten, erregte dies die Eifersucht und Angst von König Herodes. Der soll daraufhin die Ermordung aller männlicher Kinder bis zum Alter von zwei Jahren in der Stadt angeordnet haben.
  • Maria, Josef und Jesus lebten daraufhin für einige Zeit in Ägypten und kehrten später nach Nazareth zurück.
  • Jesus wirkte zeit seines Lebens in Nazareth, Galiläa und rund um den See Genezareth. Man nennt ihn auch den „Nazarener“.

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