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Südafrika: 12 Fragen und Antworten zur Republik Südafrika


Flagge Südafrikas

Flagge Südafrikas


Südafrika ist einerseits die gängige Bezeichnung für die Republik Südafrika und für die Region des südlichen Afrikas, welche die Länder Botswana, Lesotho, Namibia und das Königreich Eswatini mit einbezieht.

Karten, Steckbrief, Daten und Fakten zu Südafrika

Geografie

Karte von Südafrika

Karte von Südafrika mit den wichtigsten Städten und Hauptstädten

  • Amtliche Bezeichnung: Republik Südafrika
  • Lage: Von 22°08 bis 46°58 südliche Breite, von 16°28 bis 37°58 östliche Länge
  • Nachbarstaaten: Im Nordwesten: Namibia | Im Norden: Botswana und Simbabwe | Im Nordosten: Mosambik und Eswatini (Swasiland) | Im Inneren: Lesotho
  • angrenze Meere: Im Süden und Südosten: Indischer Ozean | Im Westen: Atlantischer Ozean
  • Landesfläche in km2: 1.221.037 (Rang 24)
  • Hauptstadt: Pretoria (Exekutive), Kapstadt (Legislative), Bloemfontein (Judikative)
  • Welt-Risiko-Index: 6,46 (Rang 93)
  • Zeitzone: MEZ +1h

Wichtigsten und größten Städte

Gebietskarte Südafrikas mit sämtlichen Städten

Gebietskarte Südafrikas mit sämtlichen Städten

  • Wichtige Städte: Johannesburg (4,94 Mio. Einwohner), Pretoria (741.000 EW), Durban (595.000 EW), Kapstadt (433.000 EW), Gqeberha bzw. Port Elizabeth (313.000 EW), Bloemfontein (256.000 EW)

Flüsse

Flüsse und Gewässer in Südafrika

Flüsse und Gewässer in Südafrika

  • Flüsse: Oranje (2160 km), Limpopo (Grenzfluss zu Botswana, Simbabwe und Mosambik) mit 1750 km Länge, der Vaal (Nebenfluss des Oranje) mit 1251 km Länge

Inseln

  • Inseln: Prinz-Edward-Inseln im südlichen Indischen Ozean mit 335 km² und 50 Einwohnern

Küsten

  • etwa 2.500 km Küstenlinie am Indik im Osten und Atlantik im Westen, Das Kap der Guten Hoffnung liegt an der Südspitze Südafrikas, westlich vom Kap Agulhas dem südlichsten Punkt Afrikas.

Gebirge und Erhebungen

Gebirge Südafrika

Gebirgskarte Südafrikas

  • Die Drakensberge sind die höchsten Erhebungen im südlichen Afrika, durchziehen Südafrika bis Lesotho. Dort sind die höchsten Erhebungen.
  • Der höchste Berg in Südafrika ist der Mafadi mit 3450 m Höhe.

Klima und Wetter

  • Klima: Im Norden warmes und wintertrockenes Wetter mit Kontinentalklima | Im Osten feuchtgemäßigtes Küstenklima | Im Inneren Steppenklima mit Übergang zum ariden Wüstenklima | Im Süden und Südwesten warmes sommertrockenes Klima

Regierung und Staatsaufbau

Matamela Cyril Ramaphosa

Matamela Cyril Ramaphosa hält am 25. Januar 2019 in Neu-Delhi die erste IBSA Gandhi-Mandela Memorial Freedom Lecture, Bildnachweis: Quelle: YashSD / Shutterstock.com

  • Staatsform: Parlamentarische Republik
  • Staatsoberhaupt: Matamela Cyril Ramaphosa (seit 15.02. 2018)
  • Regierungschef: ebenfalls Matamela Cyril Ramaphosa (seit 15.02. 2018)
  • Regierungspartei: ANC (African National Congress)
  • Gliederung: 9 Provinzen

Provinzen Südafrikas

Politische Gliederung Südafrikas

Bevölkerung

  • Einwohnerzahl: 60,41 Mio. (Stand 2022)
  • Bevölkerungsdichte (Einwohnerzahl pro km²): 49 (Stand 2022)
  • Bevölkerungswachstum: 0,8 % (Stand 2022)
  • Co2 Ausstoß pro Kopf: 7,3 Tonnen (Stand 2022)
  • Verteilung der Bevölkerung: Stadtbevölkerung: 68,3 % | Landbevölkerung: 31,7 %
  • Altersstruktur: unter 15 Jahre: 28,6 % | zwischen 15 und 64 Jahre: 65,6 % | über 64 Jahre: 5,8 %
  • Lebenserwartung: Frauen 64 Jahre | Männer 59 Jahre
  • Bevölkerungsgruppen: Zulu, Xhosa, Basotho, Venda, Tswana, Tsonga, Swazi, Nidebele, Nachfahren von Indern und Europäern

Sprachen

  • Amtssprache(n): Afrikaans, Englisch, Südafrikanische Gebärdensprache, Süd-Ndebele, isiXhosa, isiZulu, Nord-Sotho, Sesotho, Setswana, Siswati, Tshivenda, Xitsonga
  • Sonstige Sprachen: siehe Amtssprachen

Religionen

Wirtschaft

Straßenkarte Südafrika

Straßenkarte Südafrika

  • Autokennzeichen: ZA
  • Länderkürzel/ ISO-Code: ZAF
  • Internetkürzel / Internet-TLD: .za
  • Telefonvorwahl: +27
  • Währung: 1 Rand = 100 Cent
  • Inflation: 6,9 % (Stand 2022)
  • Bruttoinlandsprodukt: 405,7 Mrd. US-Dollar (Stand 2022)
  • Wirtschaftswachstum: 2 % (Stand 2022)
  • BIP pro Kopf: 6694 US-Dollar
  • Außenhandel: Import 136,21 Mrd. US-Dollar | Export: 122,9 Mrd. US-Dollar (Stand 2022)
  • Arbeitslosenquote: 29,8 % (Stand 2022)
  • Wirtschaftssektoren: Landwirtschaft 2,7 % | Industrie 28,3 % | Dienstleistung 69 %

Geschichte

  • Nationalfeiertag: 27. April (Erste freie Wahlen 1994)
  • Nationalhymne: National Anthem of South Africa
  • Vorgängerstaat: Südafrikanische Union im britischen Commonwealth bis 1961

Warum hat Südafrika 3 Hauptstädte?

Anders als die meisten Länder der Erde besitzt Südafrika nicht nur eine Hauptstadt. Das hängt mit der Gründung der Südafrikanischen Union im Jahr 1910 zusammen. Zuvor bestand die Region aus vier Kolonien: Natal, Transvaal, Kapkolonie und Oranjefluss-Kolonie. Diese kämpften in den Burenkriegen gegen die Briten, da letztere die Kontrolle über die Bodenschätze erlangen wollten.

Acht Jahre nach dem Ende des Zweiten Burenkriegs wurde aus diesen vier Kolonien die Südafrikanische Union gegründet. Der Name wurde 1961 in Republik Südafrika geändert.

Um an die Zeit zu erinnern, aber vor allem, um die Mächte zu trennen, wurden drei verschiedene Städte zu den Hauptstädten ernannt.
Südafrika ist eine föderale Republik. Während der vier Jahre andauernden Verhandlungen wollte man eine gleichmäßige Machtverteilung im Land erreichen.

Die Verhandlungen endeten 1910 mit der Gründung der Südafrikanischen Union. Keine Stadt und auch keine Region Südafrikas sollte eine dominierende Rolle erhalten. Alle Regionen sollten sich repräsentiert und gleichberechtigt fühlen.

Deswegen entschied man sich dafür, Exekutive, Legislative und Judikative in drei Städte zu verteilen. Man wählte Pretoria, Kapstadt und Bloemfontein.

Pretoria

In Pretoria befindet sich das Regierungszentrum und der Amtssitz des Präsidenten. Die Stadt gehört zur Provinz Gauteng und liegt im Norden. Etwa 741.000 Menschen leben dort. Laut einer Volkszählung von 2011 sind 52,5 % davon Weiß und 42 % Schwarz. Die übrigen Prozentpunke verteilen sich auf Coloureds, Inder und Asiaten im Allgemeinen. Coloureds nennt man in Südafrika Personen, die ethnisch sehr divers sind und sich daher keiner anderen Gruppe zuordnen lassen.

Kapstadt

Kapstadt ist die Hauptstadt der Provinz Westkap und liegt an der südwestlichen Küste Südafrikas. Sie ist gleichzeitig der Sitz des Parlaments. Entsprechend repräsentiert sie den legislativen Zweig. Mit etwa 433.000 Einwohnern ist Kapstadt deutlich kleiner als Pretoria, gehört aber dennoch mit zu den größten Städten Südafrikas.

Kapstadts Bevölkerung setzt sich folgendermaßen zusammen: 44,6 % Coloureds, 32,3 % Weiße, 15,8 % Schwarze, 3,4 % Asiaten (Inder mitgezählt) sowie 3,9 % sonstige.

Bloemfontein

In Bloemfontein befinden sich der Sitz des Obersten Gerichtshofs Südafrikas, das höchste Berufungsgericht sowie der Appellationsgerichtshof. Die Stadt bildet damit die juristische, bzw. Hauptstadt der Judikative. Hier leben etwa 256.000 Menschen, die sich aus folgenden ethnischen Gruppen zusammensetzen: 56,1 % Schwarze, 29,8 % Weiße, 12,8 % Coloureds, 0,8 % Asiaten und Inder, 0,5 % andere.

Bloemfontein liegt in der Provinz Freistaat und ist gleichzeitig seine Hauptstadt. Die Stadt liegt etwa mittig in Südafrika. Sie ist für ihre Blumen, speziell ihre Rosen bekannt.

Welche Sprachen spricht man in Südafrika?

Südafrika hat ganze elf Landessprachen. Erst vor Kurzem (am 19. Juli 2023) wurde eine zwölfte aufgenommen: die Südafrikanische Gebärdensprache.

  • Afrikaans ist eine junge Sprache, die sich im 17. Jahrhundert aus dem Neuniederländischen entwickelte.
  • Fast 60 % der Weißen und die überwiegende Mehrheit der Coloureds lernen sie als Muttersprache.
  • Englisch ist die Muttersprache von fast 40 % der Weißen.
  • Die schwarze Bevölkerung spaltet sich in deutlich mehr Muttersprachen auf. Diese heißen isiZulu (30,1 %), isiXhosa (22,3 %), Sepedi (11,9 %), Setswana (10,3 %), Sesotho (10 %), Xitsonga (5,6 %), SiSwati (3,4 %), Tshivenda (2,9 %) und Süd-Ndebele (2 %).

Darüber hinaus gibt es weitere Sprachen, die zwar keine Landessprachen sind, aber regional sehr wichtig werden. Beispielsweise spricht man an den Landesgrenzen zu Namibia und Botswana San und Khoikhoi. Das bietet sich für die Bevölkerung an, da diese Sprachen auch in den Nachbarländern verstanden werden.

Ungeachtet der Anzahl der Muttersprachler sind alle Amtssprachen in Südafrika gleichberechtigt. Als Verkehrssprache bildete sich allerdings Englisch heraus. Vermutlich hatte das mehrere Gründe. Einerseits wird Englisch von den meisten Menschen in Südafrika verstanden, sodass man sich häufiger auf dieser Sprache verständigen muss. Außerdem ist Englisch nicht so negativ belastet wie das Afrikaans, das an die Zeit der Apartheid, der Rassentrennungspolitik, erinnert. Entsprechend sinkt der Anteil der Menschen, die Afrikaans als Muttersprache lernen, seit einigen Jahren.

Wie, wann und warum wurde Südafrika kolonialisiert?

Die Kolonialisierung Südafrikas begann 1488 durch Bartolomeu Dias, einen portugiesischen Entdecker. Er entdeckte das Kap der Guten Hoffnung am 6. Juni 1488. Damit hatte er den Weg um Afrika, der nach Indien führen würde, gefunden.

Anschließend dauerte es mehr als 150 Jahre, bis Europa sich verstärkt für die Region, die später Südafrika heißen sollte, interessierte.

Beginn durch die Niederlande

Am 6. April 1652 errichtete der Niederländer Jan van Riebeeck eine Versorgungsstation am Kap der Guten Hoffnung. Den Auftrag dafür hatte er von der niederländischen Ostindien-Kompanie erhalten. Aufgrund seiner Lage eignete sich das Kap als Raststation für Handelsschiffe zwischen Europa und Südostasien.

In den nächsten guten 100 Jahren vergrößerten sich die niederländischen Siedlungen langsam. Die „Kapholländer“ werden auch „Buren“ genannt. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts kamen in Frankreich verfolgte Hugenotten ans Kap. Sie legten den Grundstein für die sich später entwickelnde Weinkultur in Südafrika.

Weil die Niederländer dabei Gebiete der einheimischen Bevölkerung besetzten, kam es immer wieder zu Reibereien. Erst 1770 entbrannte der erste von vielen Kriegen, die als Grenzkriege in die Geschichte eingingen. Die Niederländer kämpften dabei gegen das Volk der Xhosa.

Übernahme durch die Briten

Am Ende des 18. Jahrhunderts ging es der niederländischen Ostindien-Kompanie finanziell sehr schlecht. Das nutzten die Briten und besetzten 1797 das Kap der Guten Hoffnung. Es gab ein Hin und Her, bei dem das Gebiet mal niederländisch und mal britisch besetzt war, ehe es 1806 dauerhaft den Briten in die Hände fiel. Währenddessen hielten die Grenzkriege mit den Xhosa an.

1833 wurde die Sklaverei in Großbritannien abgeschafft. Weil das viele Buren die Existenzgrundlage kostete, zogen sie sich weiter ins Hinterland zurück. Dort gründeten sie eigene Republiken und beuteten die indigene Bevölkerung weiter aus.

1867 und 1886 wurden Diamanten und Gold in Südafrika entdeckt. Das verstärkte die Einwanderung aus Europa ans Kap erneut. Außerdem führte es zu den Burenkriegen, bei denen sich die Buren gegen die britische Expansion wehrten. Dabei waren sie, obwohl sie zahlenmäßig unterlegen waren, erstaunlich erfolgreich. Sie hatten sich besser an die Gegebenheiten des Landes angepasst. So trugen sie beispielsweise khakifarbene Uniformen, die man im Busch kaum sah. Die Briten kleideten ihre Soldaten traditionell in Rot, sodass diese viel häufiger burischen Scharfschützen zum Opfer wurden.

Beginn der Apartheid

Den Zweiten Burenkrieg (1899–1902) konnten die Briten für sich entscheiden. Sie sprachen den Buren aber weitreichende Bedingungen zu. Dadurch wurde unter anderem Niederländisch zur Amtssprache und die Bürgerrechte der nicht-weißen Einwohner Südafrikas wurden stark eingeschränkt.

Ende der Kolonialzeit

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurden die Einschränkungen für die nicht-weiße Bevölkerung weiter verstärkt. Daraus ergab sich ein eindeutiges Zweiklassenrecht in der damaligen Südafrikanischen Union.

1961 erklärte sich der Staat unabhängig von Großbritannien und nannte sich gleichzeitig um. Die Zeit der Apartheid dauerte jedoch darüber hinaus an.

Warum wird Südafrika auch Regenbogennation genannt?

Der Begriff „Regenbogennation“ geht auf den anglikanischen Erzbischof, Friedensaktivist und Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu zurück. Er wurde am 7. Oktober 1931 in Klerksdorp in Südafrika geboren und starb am 26. Dezember 2021 in Kapstadt. Sein Einsatz gegen die Apartheid, also die Rassentrennung in Südafrika, mündete in dem Begriff, der weltweit bekannt wurde.

Ab den 1970er Jahren versuchte Tutu auf die angespannte Situation in Südafrika aufmerksam zu machen. Im eigenen Land interessierte sich kaum jemand dafür. Erst als er 1984 den Friedensnobelpreis für seinen Einsatz gegen die Apartheid erhielt, war die eigene Regierung gezwungen, sich mit ihm auseinanderzusetzen. Zuvor hatte Tutu außerhalb Südafrikas längst Gehör gefunden.

Sein Weg führte ihn bis in die Wahrheits- und Versöhnungskommission von Südafrika. Diese war speziell dafür gegründet worden, die Apartheid zu beenden und Verbrechen aus dieser Zeit aufzuklären. Den Begriff der Regenbogennation nutzt Tutu 1994. Er wollte damit die Vielfältigkeit und damit Schönheit von Südafrika beschreiben. Das Wort ging schnell um die Welt. Südafrika wurde von da an synonym auch als Regenbogennation oder „Rainbow nation“ genannt.

Ist Südafrika ein Urlaubsland?

Südafrika verfügt über eine vielfältige Landschaft und ein mittlerweile sehr reiches Angebot für Touristen. Seit dem Ende des 20. Jahrhunderts wurde der Tourismus für das Land immer wichtiger, sodass entsprechend Geld in die Entwicklung von Hotelanlagen und Freizeitaktivitäten geflossen ist.

Südafrika eignet sich als Urlaubsziel für Strandurlaube, Golfurlaube, Aktivurlaube und für Reisende, die die Kultur erleben wollen. Außerdem bietet das Land seinen Besuchern Kontrastreichtum in der Natur. Weinberge, Savanne, Gebirge und Küste liegen alle dicht beieinander.

Dennoch hat Südafrika natürlich nicht nur positive Seiten für Urlauber. Die Unterschiede zwischen Arm und Reich sind ebenfalls extrem, sodass es durchaus passieren kann, dass Touristen Townships sehen oder Opfer von Verbrechen werden.

Speziell Autos werden oft angegriffen. Touristen wird daher empfohlen, bei der Autovermietung nach sicheren Strecken zu fragen und nicht ausschließlich dem Navigationssystem zu folgen. Hauptstraßen sind Abkürzungen, die oft durch Townships führen, vorzuziehen. Niemals sollten Touristen als Anhalter mitfahren oder bei Nacht ihre Fenster im Auto öffnen.

Bei diesen Überfällen kommt es auch immer öfter zu heftiger Gewalt. Selbst die Sehenswürdigkeiten sind davor nicht vollständig geschützt. So sollen Touristen laut dem Auswärtigen Amt das Numbi-Gate, das zum Kruger-Nationalpark führt, nicht nutzen. Dort und im direkten Umfeld kam es vermehrt zu Überfällen auf Autos mit vereinzelt tödlicher Gewaltanwendung.

Warum sind Südafrikaner weiß?

Insgesamt ist der Anteil weißer Menschen in Südafrika sehr gering. Lediglich 7,8 % der Bevölkerung gehören zu dieser ethnischen Gruppe. Diese Personen sind hauptsächlich die Nachfahren der europäischen Einwanderer. Diese kamen ab dem Ende des 17. Jahrhunderts nach Südafrika. Vor allem Niederländer, Franzosen, Briten und Deutsche sind darunter.

Was essen Südafrikaner?

Die südafrikanische Küche ist nicht einheitlich, da sie durch viele unterschiedliche Kulturen geprägt wird. Beispielsweise leben in der Provinz KwaZulu-Natal überdurchschnittlich viele Inder. Entsprechend veränderte sich dort die Küche in diese Richtung, sodass Curry zu vielen Gerichten dazu gehört.

Allgemein lässt sich nur sagen, dass in Südafrika großer Wert auf Fleisch gelegt wird. Fisch, obwohl die Landesgrenze etwa zur Hälfte am Meer entlang verläuft, spielt eine eher untergeordnete Rolle

Braai

„Braai“ meint eine besondere Form des Grillens. Ursprünglich stammt der Braai aus Namibia, wird aber auch in Südafrika häufig zum Zubereiten von Speisen verwendet.

Braai Speisen

Traditionelles Braai-Essen mit Fleisch und Beilagen mit traditionellem Shwe-Shwe Tuch

Das besondere dabei ist die Befeuerung. Traditionell erfolgt diese durch Holz des Kameldornbaumes, weil dieses Holz besonders lange brennt. Beim Braai geht es nicht nur ums Essen. Vor allem soll man das gemeinsame Sitzen in geselliger Runde um das Feuer genießen können.

Typische Fleischsorten sind Lamm, Rind und Schwein. An der Küste wird auch Fisch gegrillt. Boerewors, eine grobe, scharf gewürzte Bratwurst, grillt vor allem die reichere Bevölkerung.

Biltong

Biltong ist ein Trockenfleisch, das in der südafrikanischen und namibischen Küche vorkommt. Das Fleisch wird zunächst mit Essig beträufelt und etwa acht Stunden kaltgestellt. Anschließend wird es gewürzt und so lange luftgetrocknet, bis es ungefähr die Hälfte seines Gewichts verloren hat. Die Würzmischung setzt sich aus Zucker, Salpeter, Koriander und Pfeffer zusammen. Die Lufttrocknung dauert ein bis zwei Wochen. Danach wird das Biltong in Wachspapier gewickelt und gekühlt gelagert.

Südafrikanische Biltong

Südafrikanische Biltong

Traditionell erfolgte die Trocknung nur durch Salz und Sonne. Heute wird diese Form hauptsächlich bei Wildfleisch angewendet. Das Fleisch wird dafür mit Salz eingerieben und bleibt so lange in der Sonne liegen, bis es steinhart ist.

Typische Fleischsorten für Biltong sind Rind und Fleisch diverser Wildtiere. Vor allem Strauß, Kudu, Zebra und Springbock wird dafür verwendet.

Mielie pap

Mielie pap ist der südafrikanische Name für Ugali. Beides bezeichnet einen Getreidebrei aus Maismehl. Dieser wird eingekocht, bis er eine recht feste Konsistenz erreicht hat und sich zu Kugeln formen lässt.

Südafrikanisches Mielie pap

Südafrikanisches Mielie pap

Verzehrt wird Mielie pap mit verschiedenen Beilagen. Gemüse ist besonders verbreitet. Ragouts, Saucen, Eintöpfe und Fleisch sind aber ebenfalls möglich.

Gegessen wird mit den Händen. Dafür formt man eine kleine Kugel und drückt eine Vertiefung hinein. In die Vertiefung füllt man die Beilage.

Mielie pap ist besonders bei der ärmeren Bevölkerung verbreitet, wird aber auch in Restaurants gereicht. Mittlerweile gibt es den Maisbrei auch als Fertiggericht in Supermärkten.

Welche Sehenswürdigkeiten gibt es in Südafrika?

Südafrika bietet eine Vielzahl an Sehenswürdigkeiten. Die wichtigsten werden in den folgenden Unterpunkten näher beleuchtet.

Tafelberg

Der Tafelberg befindet sich auf der Kap-Halbinsel in Kapstadt. Er ist 1.087 m hoch und besteht vor allem aus Tafelbergsandstein.
Touristen werden über eine Seil- und eine Pendelbahn auf den Berg gebracht. Zusätzlich führen diverse Wanderwege an die Spitze, die unterschiedliche Schwierigkeitsgrad aufweisen.

Tafelberg bei Kapstadt (Südafrika)

Tafelberg bei Kapstadt (Südafrika)

Als Sehenswürdigkeit macht den Tafelberg so beliebt, dass er eine besonders vielfältige Pflanzenwelt bietet. Viele der Pflanzen kommen nirgendwo sonst auf der Welt vor. Zudem leben Klippschliefer auf dem Berg, die von den Touristenmassen gefüttert werden. Die Tiere sind dadurch so zahm geworden, dass viele sogar aus der Hand fressen. Ebenso ist es bei den dort lebenden Krähen.

Kruger-Nationalpark

Der Kruger-Nationalpark liegt am nordöstlichen Rand Südafrikas. Er ist das größte Wildschutzgebiet des Landes. Hier leben 147 Säugetierarten, mehr als 500 Vogelarten und über 100 verschiedene Reptilien. Zusätzlich kommen dort 49 Fischarten und 34 Amphibienarten vor.

Am bekanntesten ist der Kruger-Nationalpark für die „Big Five“. Damit werden die fünf Säugetiere bezeichnet, auf die es Großwildjäger in Afrika besonders abgesehen haben. Dies sind der Afrikanische Elefant, Nashorn, Kaffernbüffel, Leopard und Löwe. Das „Big“ in dem Namen bezieht sich nicht unbedingt auf die Körpergröße der Tiere, sondern soll eher auf die Schwierigkeit der Jagd hinweisen.

Afrikanischen Big Five

Die Afrikanischen Big Five: Afrikanische Elefant, Kaffernbüffel, Breitmaulnashorn, Afrikanische Löwe und Leopard


Im Kruger-Nationalpark wird weiterhin mit dieser Bezeichnung geworben, obwohl es selbstverständlich nicht mehr um Jagd geht. Besucher können auf den Touren die Tiere beobachten und zwischen den Ausflügen in den Main Camps übernachten.
Von den Big Five ist der Kaffernbüffel der häufigste Vertreter im Kruger-Nationalpark. Dort leben etwa 25.000 einzelne Tiere. Von Elefanten wurden etwa 11.700 gezählt. Die Löwen kommen auf etwa 2000 Vertreter. Darauf folgen die Leoparden mit ungefähr 1.500 einzelnen Tieren.

Von den Nashörnern (Spitzmaulnashorn) leben mit Abstand am wenigsten Vertreter im Park. Man geht momentan von etwa 200 Tieren aus. Grund dafür ist die starke Wilderei.

Wiege der Menschheit

Als Wiege der Menschheit bezeichnet man Fundstätten in Südafrika, in denen fossile Knochen von menschlichen Vorfahren ausgegraben werden. In Südafrika fand man bereits Knochen drei verschiedener Arten der Gattung Homo, darunter auch Homo erectus. Dieser ist mit größter Wahrscheinlichkeit ein direkter Vorfahre des modernen Menschen.

Kind von taung

Australopithecus africanus Schädel . ( Taung Kind ) . Datiert auf ein Alter von 2,5 Millionen Jahren. Entdeckt 1924 in einem Kalksteinbruch in der Nähe des Dorfes Taung, Südafrika.


In der Provinz Gauteng, etwa 50 km nordwestlich von Johannesburg befindet sich ein Schutzgebiet mit 15 Ausgrabungsstätten. Darüber hinaus befinden sich auch in der Nordwestprovinz sowie in der Provinz Limpopo Ausgrabungsstätten.
Im Besucherzentrum werden Nachbildungen der Fossilien ausgestellt.

Cape Winelands

In der Provinz Westkap befindet sich der Distrikt Cape Winelands. Das Gebiet ist als Weinregion bekannt, aber bietet auch außerhalb davon eine malerische Landschaft. Touristisch gilt Cape Winelands als besonders gut erschlossen.

Drakensberge

Die Drakensberge sind ein Gebirge in Südafrika. Der höchste Gipfel heißt Thabana Ntlenyana (Lesotho) und ragt 3.482 m über den Meeresspiegel. Damit sind die Drakensberge das höchste Gebirge im südlichen Afrika (damit sind alle Länder südlich der Demokratischen Republik Kongo und Tansania gemeint; ausgenommen Ruanda und Burundi).

Drakensberge in Südafrika

Die Landschaften der nördlichen Drakensberge werden aufgrund ihrer Erscheinung auch als Amphitheater bezeichnet


Die Drakensberge zeichnen sich durch Schluchten, Wasserfälle und Höhlen aus. In diesen werden auch immer wieder Höhlenmalereien entdeckt. Ungefähr 600 Fundstätten und über 35.000 einzelne Malereien sind bereits bekannt. Ungewöhnlich ist dabei, neben ihrer Masse, dass sie alle den San zugeordnet werden können. Als San werden noch heute indigene Völker des südlichen Afrikas genannt, die hauptsächlich als Jäger und Sammler leben. Ihr Name bedeutet übersetzt etwa „jene, die etwas vom Boden auflesen“. Ihr Wurzeln reichen bis zu 25.000 Jahre in die Vergangenheit.

Warum ist es in Südafrika gefährlich?

In Südafrika leben Menschen unterschiedlichster Kulturen und Religionen zusammen. Das Land hat eine hohe Arbeitslosenquote und bieten seiner armen Bevölkerung kaum Möglichkeiten, um wirtschaftlich aufzusteigen. Entsprechend sehen sich viele Menschen gezwungen, ihren Lebensunterhalt über Raub zu finanzieren.

Die Verzweiflung über die aussichtslose Lage erklärt sicherlich auch zum Teil die auffällig hohe Rate an weiteren Gewaltverbrechen. Südafrika hat eine der höchsten Mord- und Vergewaltigungsraten der Welt. Sehr wahrscheinlich ist ein Faktor dabei auch die einfache Beschaffung von Schusswaffen.

Besonders wichtig ist außerdem, dass es in Südafrika bis vor wenigen Jahren eine Rassentrennungspolitik (Apartheid) gab. Diese hat zu starken Spannungen in der Bevölkerung geführt. Mittlerweile versuchen sich die reichen Bewohner Südafrikas zu schützen, in dem sie in sogenannte Compounds ziehen. Das sind umzäunte Gebiete, die durch Sicherheitsdienste bewacht werden. Durch Schulen, Supermärkte und viele andere Einrichtungen innerhalb dieser Compounds müssen die Bewohner sie kaum noch verlassen.

Die Polizei ist seit langer Zeit mit der Masse an Gewaltdelikten überfordert. Daher, sowie vor allem bei Vergewaltigungen durch Mangel an Beweisen, werden besonders wenig Verbrecher gefasst und/oder bestraft.

Warum ist Südafrika reicher als andere Staaten Afrikas?

Südafrika hat eine breit gefächerte Wirtschaft und ist reich an Bodenschätzen. Beispielsweise werden hier mehr Autos hergestellt als in jedem anderen Land Afrikas. Im Boden finden sich wertvolle Mineralien wie Gold, Diamanten und andere Edelsteine. Auch die Landwirtschaft ist vielfältig, sodass sie ebenfalls zum Wachstum des Landes beiträgt.

Möglich wird das durch mehrere Faktoren: So ist die Lage Südafrikas günstig. Gleichzeitig verfügt Südafrika über eine länger zurückreichende Geschichte der Industrialisierung. Das Land ist seinen Nachbarn dadurch voraus. Zusätzlich hat Südafrika den Tourismus für sich entdeckt. Seit einigen Jahren setzt man vermehrt auf diesen Sektor, der mittlerweile etwa sieben Prozent des Bruttoinlandsproduktes ausmacht.

Warum hat Südafrika die gleiche Uhrzeit wie Deutschland?

Südafrika und Deutschland haben zur Sommerzeit die gleiche Uhrzeit. Stellt man in Deutschland auf Winterzeit um, ist es in Südafrika eine Stunde später.

Die beiden Länder liegen eine Zeitzone auseinander. Südafrika liegt in Zone UTC+2, Deutschland in UTC+1.
Das liegt daran, dass Deutschland und Südafrika fast auf einer Linie liegen. Südafrika befindet sich nur ganz leicht östlich von Deutschland. Nach Süden hin trennen die Länder hingegen mehr als 9.000 km Luftlinie.

Welche Tiere leben in Südafrika?

In Südafrika leben mehr als 300 Säugetierarten, über 500 Vogelarten und über 100 verschiedene Reptilienarten. Die bekanntesten Säugetiere sind die „Big five“ sowie Giraffen, Flusspferde, Geparde und Hyänen.

Brillenpinguin (Spheniscus demersus)

Kolonie von Brillenpinguin (Spheniscus demersus) bei Kapstadt (Südafrika)


Einige Vögel Südafrikas sind Strauße, Flamingos und viele verschiedene Greifvogelarten, darunter Adler und Geier. Besonders hervorzuheben sind hierbei jedoch die Brillenpinguine, die sich an den Küsten sowie auf den Inseln tummeln. Ihre Zahl wird auf etwa 170.000 geschätzt. Sie sind streng geschützt.
Kap-Krobra (Naja nivea)

Kap-Krobra (Naja nivea)


Zu den bekannteren Reptilien gehören Krokodile, Schlangen (Südlicher Felsenpython und Kapkobra), Schildkröten sowie Chamäleons (Südafrikanisches Zwergchamäleon).
Südliche Felsenpython (Python natalensis)

Südliche Felsenpython (Python natalensis)


Im Meer ist es möglich, Wale und Delfine sowie Haie und andere Meereslebewesen wie Meeresschildkröten oder Fischschwärme zu beobachten.

Typische Wirbellose sind der Heilige Pillendreher, Wandelnde Blätter und Stabschrecken. Außerdem kommen hier Mantis-Arten und besondere Termiten vor. Diese zeichnen sich durch Biolumineszenz aus, wodurch sie bei Nacht leuchten.

Parabuthus villosus

Parabuthus villosus


Ein in Südafrika vorkommender Skorpion ist der Parabuthus villosus. Weibchen können bis zu 18 cm lang werden. Die Tiere können die Zusammensetzung ihres Giftes aktiv steuern. Dadurch ergeben sich zwei verschiedene Gifte. Das Prevenom nutzen sie zur Jagd. Es paralysiert das Beutetier und kann zu einer Herzmuskellähmung führen. Das Postvenom dient der Verteidigung. Es enthält hauptsächlich Neurotoxine und endogene Katecholamine, die starke Schmerzen verursachen. Weitere Symptome sind Ataxie, Krämpfe und Muskelschwäche. Nur sehr selten kommt es durch einen Stich zu einer beatmungspflichtigen Atemdepression.

Literatur

  • Patrick Pohlmann (Herausgeber), Christian Selz (Autor): Südafrika: Alles, was Sie über Südafrika wissen müssen (Länderporträt: Reiseführer, Bildband und Handbuch in einem), ISBN: 3955032213*
  • Ulrich Rosenbaum (Autor): Western Cape – Südafrika: 50 Tipps abseits der ausgetretenen Pfade, ISBN: 3968553098*
  • Bettina Romanjuk (Autor), Janine Lewerenz (Autor): Südafrika – Krügerpark & Kap-Regionen: Kapstadt, Garden Route, Weinland, Walküste, West Coast, ISBN: 3981084748*
  • Elke Naters (Autor), Sven Lager (Autor): Gebrauchsanweisung für Kapstadt und Südafrika, ISBN: 3492276458*
  • Travel Forever (Autor): Südafrika Reiseführer – Der praktische Guide für Individualreisende mit Mietwagen: inkl. Routen, Reisetipps (mit Hotels) & Impressionen für deinen Südafrika Roadtrip mit Safari + 140 Reisebilder, ISBN: 979- 8373372602*

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