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Östliche und westliche Medizin im Vergleich: Unterschiede & Gemeinsamkeiten


Es gibt viele Formen und unterschiedliche Auffassung von Medizin, die sich je nach Land und Region mal mehr, mal weniger unterscheiden. Das Einzige, was alle verbindet, ist das Bestreben, den menschlichen Körper zu heilen oder gesund zu halten. Die Begriffe „östliche“ und „westliche“ Medizin sind Überbegriffe für die beiden Sichtweisen, die sich wohl am meisten voneinander abgrenzen.

Merkmale der Westlichen Medizin

Hauptsächlich praktiziert in der westlichen Welt, sprich Europa, Nordamerika und Australien. Sie basiert ausschließlich auf Fakten, wissenschaftlichen Erkenntnissen und messbaren Ergebnissen. Hierzulande ist sie die vorherrschende Herangehensweise, obwohl es auch bei uns Naturheilverfahren und unkonventionelle Methoden gibt.

Verschiedene Gesundheitsmodelle dienen hier als Orientierung, wie beispielsweise das „Salutogenese-Modell“. Dieses stellt die Frage: „was hält gesund?“. Dem Gegenüber steht das Modell der Pathogenese: „was macht krank?“.

Über die Jahrhunderte wurden immer wieder neue medizinische Herangehensweisen entwickelt, angewandt und verbessert, um immer genauere Ergebnisse und demnach Behandlungsverfahren zu erschließen. Viele dieser Modelle stehen in der Kritik, den Menschen nicht als Ganzes zu betrachten, sondern nur die Krankheit zu sehen.

Bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts wurden psychische Krankheiten so gut wie gar nicht erfasst, bzw. mentale Leiden überhaupt nicht als Krankheit gesehen, sondern als „Wahnsinn“ und endeten für die Betroffenen meist in lebenslanger Gefangenschaft.

Ein anderes Modell ist das „Risikofaktorenmodell“, was zurzeit am fortschrittlichsten ist. Dabei werden alle möglichen Gegebenheiten berücksichtigt, wie Umwelteinflüsse, soziales Umfeld, Vorerkrankungen, genetische Veranlagung usw. Dadurch lässt sich der Gesundheitszustand eines Menschen genauer bestimmen und die Behandlung, sowie die Nachsorge besser auf die Person zuschneiden.

Ein weiteres Merkmal der westlichen Medizin ist, dass sie sehr invasiv (eingreifend) ist. Chemische Medikamente, elektrische Untersuchungen und Operationen dominieren. Jährlich werden neue Meilensteine gesetzt und Leben gerettet. Doch steht diese Herangehensweise nicht selten in der Kritik. Denn unnötige Operationen oder Medikamente werden angeordnet, ohne andere Optionen in Betracht zu ziehen und die Patienten als Ganzes zu sehen.

Bei Fällen von sogenannter „Wunderheilung“, also eine vollständige Genesung ohne Erklärung, beispielsweise bei Krebs, sind die Mediziner ratlos.

Merkmale der Östlichen Medizin

Unter „östlich“ versteht man im Grunde die traditionelle chinesische Medizin, kurz TCM. Diese unterscheidet sich drastisch von den westlichen Methoden, angefangen bei ihrem Menschen- und Weltbild. Seit über 2000 Jahren ist ihre Anwendung bereits belegt und ist nicht vergleichbar mit anderen Systemen, weswegen die westliche Medizin sie auch nicht erklären kann und sie deswegen selten anerkennt.

In der TCM sind Körper und Geist untrennbar miteinander verbunden, was als „Chi“ bezeichnet wird und alles Leben durchfließt und verbindet. Aus dieser Sicht werden Krankheiten durch ein Ungleichgewicht des Chi im Körper verursacht. Außerdem werden sie nicht mit lateinischen Fachbegriffen erklärt, sondern mit Hilfe der Elemente.

Klassische Behandlungsverfahren sind Akupunktur, Massagen, Bewegungslehre (Qigong) und Diätik (Ernährungslehre), welche auch in der westlichen Welt als Alternativmedizin vermehrt Einzug erhalten. Gerade die Rolle der richtigen Ernährung hat die Grenzen Chinas längst überschritten. Und besonders Heilkräuter kommen mittlerweile auch in Westeuropa häufiger zum Einsatz. Sei es in Form von Tees, Aufgüssen oder Bädern. Auch wenn die TCM keine Bakterien-oder Viren kennt, so kann sie doch die von ihnen ausgelösten Krankheiten behandeln und oftmals heilen.

Unterschiede zwischen östlicher und westlicher Medizin

Die westliche Medizin ist rein wissenschaftlich und evidenzbasiert (belegbar). Sie fokussiert sich auf das Sichtbare, Messbare und setzt auf invasive Methoden und Medikamente. Die TCM, mit ihrem völlig anderen Weltbild, stützt sich auf alt bewährtes Wissen, das über die Jahrtausende von Generation zu Generation weitergegeben wurde.

Obwohl sich die beiden grundsätzlich voneinander unterscheiden, können sie sich in manchen Bereichen ergänzen und unterstützen. Nur die Skepsis der westlichen Mediziner, welche die traditionelle chinesische Medizin als Unfug abtun, selbst wenn sichtbare Ergebnisse vorliegen, blockiert bisher die Alternativmedizin.

Dies liegt allerdings auch daran, dass erfolgreiche Behandlungen ebenfalls einer wissenschaftlichen Methodik unterzogen werden müssen. Der Erfolg muss überprüfbar und durch empirische Daten nachvollziehbar sein. Nur weil eine Behandlung erfolgreich war, bedeutet dies nicht, dass diese immer erfolgsversprechend sein wird. So funktioniert westliche Wissenschaft nicht.

Wissenschaftlichkeit gilt als Maßstab. Und bevor eine Heilmethode als wirksam bezeichnet werden kann, muss deren Wirksamkeit anhand von Empirie bzw. Statistik untersucht werden. Dazu müssten zwei Gruppen mit Probanden gebildet werden. Eine Gruppe müsste nach der traditionellen Methode des Ostens behandelt werden und die andere Gruppe auf die westliche Weise. Bei beiden Gruppen würde man den Erfolg anhand eines Kriteriums (z.B. Rückgang eines Symptomes) messen, wodurch sich Daten sammeln lassen. Liegen genügend Daten vor, kann eine Analyse stattfinden.

Solange zu den Behandlungsmethoden des Ostens nicht ausreichend Datenmaterial vorhanden ist, gelten diese weiterhin als unwissenschaftlich, da deren empirische Aufbereitung nicht gegeben ist.