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Was ist Effekthascherei: Definition, Bedeutung und Beispiele


Effekthascherei bedeutet, zu prahlen, um bei dem Gegenüber die gewünschte Reaktion zu erzielen. Das Wort ist im Deutschen negativ zu verstehen.

Was bedeutet Effekthascherei

Unter „Effekthascherei“ versteht man so etwas wie Angeberei oder auch Großkotzigkeit. Betreibt jemand Effekthascherei, versucht er auf billige oder plumpe Art und Weise, etwas als deutlich wichtiger darzustellen, als es eigentlich ist. Der Effekthaschende zielt dabei auf einen kurzfristigen Effekt ab und hofft, dass seine Übertreibung seinen Gegenüber für einen Moment überwältigt. Dadurch erkennt dieser nicht, dass es sich eigentlich um etwas Wertloses oder Unwichtiges handelt.

Beispiele von Effekthascherei

Ein Ziel von Effekthascherei kann der Verkauf von etwas sein. Der Verkäufer tut so, als wäre das angebotene Produkt eine Sensation und übertreibt mit den Vorteilen maßlos. Stellt er sich dabei geschickt an, ist der potenzielle Käufer überwältigt von den angepriesenen Funktionen. Er hinterfragt nichts und schlägt lieber schnell zu.

Ein anderes Beispiel findet sich in der Filmindustrie. Bei Horrorfilmen setzen manche Produzenten auf Schockmomente wie sogenannte Jumpscares. Dabei ändert sich eine zuvor ruhige und ereignislose Szene plötzlich durch laute Musik oder Soundeffekte wie Schreie. Oftmals springt auch etwas Gruseliges wie das Monster des Films oder ein wildes Tier unerwartet in den Vordergrund der Szene.

Ziel des Jumpscares ist es, dass der Zuschauer sich erschreckt. Einen Jumpscare in einen Film einzubauen, ist aber keine Kunst. Der Schrecken entsteht nicht durch die gruselige Atmosphäre des Films. Er flammt schnell auf und baut sich ebenso schnell wieder ab. Ähnlich dem Schreckmoment, wenn man plötzlich von jemandem angesprochen wird.

Das macht den Jumpscare zu Effekthascherei, denn nur weil sich der Zuschauer erschreckt, macht das den Film insgesamt nicht gruselig.

„Effekthascherei“ im Englischen

Im Englischen spricht man vom „showmanship“. Das Wort besteht aus dem Begriff „Showman“, was übersetzt „Schausteller“ oder „Meister“ bedeutet. „Ship“ ist eine Nachsilbe, die mit „-schaft“ wie in „Meisterschaft“ oder „Freundschaft“ übersetzt werden kann. „Showmanship“ bezeichnet die Fähigkeiten eines „Showmans“. Auch dabei kann es sich um Verkaufen oder das Faszinieren und Fesseln eines Publikums handeln. Im Englischen ist das Wort nicht so negativ behaftet wie die deutsche „Effekthascherei“.

Ursprung der Wörter Effekt und haschen

Wie und wann genau die Wörter „Effekt“ und „haschen“ zur „Effekthascherei“ zusammengefunden haben, ist nicht bekannt. Die Herkunft der einzelnen Wörter kennt man jedoch.

Effekt

Ein Effekt ist eine einfach herbeizuführende Wirkung. Sie kann absichtlich ausgelöst werden oder ohne Fremdeinwirkung entstehen. Der Effekt ist dabei häufig beeindruckend.

Das Wort stammt aus dem Lateinischen. „Effectus“ gilt als Ursprung und bedeutet „Wirkung“ oder „Erfolg“. Das dazu gehörende Verb bedeutet „bewirken“ oder „hervorbringen“. Seit dem 15. Jahrhundert ist das Wort „Effekt“ belegt.
Heute kennen wir den Effekt noch unter einer anderen Bedeutung, als Spezialeffekt in Filmen. Auch dabei soll das Publikum beeindruckt werden.

Haschen

Etwas haschen oder erhaschen bedeutet, etwas zu fangen oder zu packen. Das Wort stammt aus dem Mittelhochdeutschen und hatte damals dieselbe Bedeutung.

Anders als „fangen“ verstehen wir unter „haschen“ eine hektischere Bewegung, nach der das Erhaschte bald wieder freigelassen wird. Synonym könnte man daher „schnappen“ verwenden.

Umgangssprachlich wird das Wort auch im Zusammenhang mit der Droge Haschisch verwendet, wobei die beiden Wörter keine gemeinsame Herkunft haben. „Ich hasche“ bedeutet dann „Ich konsumiere Haschisch“.


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