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Wie läuft eine Tätowierung ab


Wie eine Tätowierung gestochen wird, können sich die meisten Menschen grob vorstellen. Doch der gesamte Werdegang wird häufig erst bei der ersten Sitzung wahrgenommen. In unserem Artikel klären wir auf, wie ein Tattoo Schritt für Schritt entsteht und was es zu beachten gilt.

Die ersten Schritte

Das passende Motiv und die geeignete Körperstelle wurden bereits bei der Terminvereinbarung geklärt, sodass es in der Regel gleich losgehen kann. Die gezeichnete oder auch ausgedruckte Motivvorlage wird vom Tätowierer mit einer Blaupause durchgezeichnet. So hat dieser die Möglichkeit, die Konturen auf die Haut zu übertragen. Alternativ kann er die Vorlage auch mit einem Hautmarker aufmalen.

Desinfektion und Rasur

Bevor die Konturen des Motivs übertragen werden, wird die betreffende Hautstelle desinfiziert und im Anschluss von Haaren befreit. Diese könnten ansonsten durch die Rotation der Nadeln ausgerissen und im Anschluss in die Wunde gedrückt werden. Das Tattoo würde sich entzünden und auch die Qualität des Kunstwerks würde zu wünschen übriglassen. Aus diesem Grund wird die Stelle zunächst rasiert.

Das Stencil

Wenn die Stelle sauber und frei von Haaren ist, geht es an die Vorlage (Stencil). Diese kann mit etwas Flüssigkeit übertragen, oder wie bereits erwähnt, aufgemalt werden. Dies liegt ganz am Motiv und am Ermessen des Tätowierers. Nun hat der Kunde die Möglichkeit, die Stelle und die Größe des Motivs im Spiegel zu prüfen. Eventuelle Korrekturen sind möglich. Ist der Kunde zufrieden, kann es mit dem eigentlichen Tätowieren losgehen.

Der Tattooprozess

In der Regel bereitet der Tätowierer seinen Platz vor, bevor er das Stencil auf die Haut aufbringt. Alle notwendigen Farben werden zurechtgestellt, Farbkappen sowie destilliertes Wasser zum Verdünnen für Farbverläufe und Schattierungen platziert. Auch die Tattoomaschine, Desinfektionsmittel, Vaseline und viele weitere Dinge finden auf dem Tisch des Tätowierers ihren Platz. Nun kann es ans eigentliche Tätowieren gehen!

Die Outlines

Egal ob es sich um Lettering, Aquarell oder um plastische Motive handelt, insofern Konturen vorhanden sind, wird mit diesen begonnen. Hierfür nutzt der Tätowierer sogenannte Liner-Nadeln. Bei feinen Motiven können dies drei bis sieben Nadeln sein, bei Old School Motiven und ähnlichem können mitunter sogar neun bis dreizehn Nadeln zum Einsatz kommen. Die Haut wird beim Tätowieren gestrafft. So lässt sich die Farbe besser einarbeiten.

Sollte die Tätowierung über mehrere Sitzungen gehen, dann ist es wichtig, dass die Konturen in der ersten Sitzung vollständig auf die Haut kommen. Hier kann der Tätowierer im Anschluss am besten weitermachen.

Colorierung und Schattierung

Wenn die Linien stehen, wird das Motiv weiter aufgebaut. Nun folgen Colorierungen sowie Schattierungen. Hier kommen Nadelsätze mit deutlich mehr Nadeln zum Einsatz, um rasch große Flächen zu füllen. Dies können Magnum-, Flat- oder auch Shader-Nadeln sein. Diese unterscheiden sich in der Anordnung der einzelnen Nadeln. Während Shader-Nadeln rund angeordnet sind, befinden sich die Nadeln bei Magnum- und Flat-Nadeln nebeneinander. Der Tätowierer weiß genau, welche Nadel für welchen Verwendungszweck und für die eigene Handhabung am besten geeignet ist.

Der Tätowierer nimmt die Farbe über die entsprechende Farbkappe auf und bringt sie im Anschluss mit gleichmäßigen Bewegungen in die zweite Hautschicht. Mit Vaseline hält er die Haut geschmeidig und pflegt die bereits tätowierten Stellen.

Unterschiedliche Techniken sorgen für verschiedene Stile. Mit unterschiedlichen Farbabstufungen oder verschiedenen Tätowiertechniken können so beispielsweise Schattierungen gesetzt werden. Jeder Tätowierer hat seinen eigenen Stil, dementsprechend ist es von Vorteil, im Vorfeld bereits gestochene und gezeichnete Werke anzuschauen.

Highlights

Besonders aufwändige Motive erhalten am Ende sogenannte Highlights. Dies können bei plastischen Motiven Weißtöne sein, um das gesamte Motiv noch realistischer wirken zu lassen.

Die Nachbereitung

Sobald das gesamte Tattoo gestochen oder eine Sitzung beendet wurde, geht es an die Nachbereitung. Zunächst reinigt der Tätowierer das Motiv gründlich mit einer speziellen Seife. Im Anschluss kommt wieder Vaseline auf die Haut und eventuell eine Klarsichtfolie oder eine spezielle Tattoofolie zum Schutz. Die Nachbereitung kann von Tätowierer zu Tätowierer unterschiedlich ausfallen. Einige schwören auf den Schutz mit Folien, andere schützen die Hautstelle lediglich kurz und empfehlen dann frische Luft zur Heilung.

Die Pflege der Tätowierung

Ein entscheidender Prozess ist die Pflege nach dem Tätowieren. Wichtig ist, dass das Tattoo mit einer Wund- und Heilsalbe eingecremt und sauber gehalten wird. In den ersten Stunden wird vom Duschen abgeraten, auf direkte Sonneneinstrahlung, Sport und Schwimmen sollte für mindestens zwei Wochen verzichtet werden. Vor allem nach dem Duschen ist es wichtig, das Tattoo einzucremen. Dabei sollte die Cremeschicht nicht zu dick ausfallen, damit das Tattoo nicht aufweicht und dadurch an Qualität verliert. Es sollte aber auch nicht zu trocken werden. Ein guter Mittelwert ist perfekt.

Die Heilung dauert circa fünf bis sechs Wochen. Nach circa zwei Wochen bildet sich eine feine, glänzende Hautschicht über dem Tattoo, die sogenannte Silberhaut. Folgt eine zweite Sitzung, so wird diese meist nach sechs bis acht Wochen angesetzt. Hier wiederholt sich der gesamte Vorgang, bis das Motiv fertig ist und die gewählte Hautstelle ziert.

Die einzelnen Schritte im Überblick

  • Desinfektion und Rasur der zu tätowierenden Hautstelle
  • Aufbringung des Stencils
  • Lining – Tätowieren der Konturen
  • Colorierung und Schattur
  • Highlights setzen
  • Reinigung des Tattoos mit einer milden Seife
  • Verwendung von Vaseline und Abdeckung der Tätowierung

Fazit

Eine Tätowierung läuft immer gleich ab. Wichtig ist, im Vorfeld einen Tätowierer des Vertrauens zu finden, sodass auch das Ergebnis gefällt. Eine saubere Arbeitsweise ist Voraussetzung, damit sich das Tattoo nicht entzündet und die gewünschte Qualität in die Haut gebracht wird. In einem ersten Vorgespräch sowie mit Blick auf die bereits kreierten Werke bekommen Kunden einen ersten Eindruck. Jedes Tattoo sollte gut überlegt sein, denn es bleibt ein Leben. Sichtbare Stellen wie Handrücken, Hals und Gesicht sehen zwar cool aus, können allerdings Einschränkungen im Arbeits– sowie im sozialen Leben mit sich bringen. Nicht nur das Tätowieren ist ein Prozess, sondern auch die Motivwahl. An einem gut gewählten Tattoo erfreuen sich Menschen hingegen ein Leben lang.