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Was bedeutet Achsenmächte: Definition und Bedeutung


Über die Achsenmächte wird in der Geschichte immer über eine bestimmte militärische Koalition referiert, welche im Zweiten Weltkrieg aus den Nationen Japan, Italien und Deutschland bestand. In diesem Krieg existierte also ein Systemwettbewerb zwischen den Achsenmächten und Alliierten Streitkräften, welcher sich neben der militärischen Auseinandersetzung auch in der Kultur, dem gesellschaftlichen Abbild und der Staatsform widerspiegelte.

Was bedeutet Achsenmächten: Definition und Bedeutung

Die Alliierten bestehend aus dem Königreich Großbritannien, der Republik Frankreich sowie den Vereinigten Staaten von Amerika und der Sowjetunion sowie weiteren Unterstützerländern, waren und sind bis heute (außer die UdSSR) geprägt von einem demokratischen Staatsprinzip sowie einer freiheitlichen Grundordnung mit Gewaltenteilung.

Die Achsenmächte, welche dieser Koalition als Gegner gegenüber standen, waren autokratisch regierte Nationen mit einem faschistischen Staatsprinzip. Die Achsenmächte hatten das Ziel durch dieses Dreimächte Bündnis ihre Konkurrenten durch eine militärische Kriegsführung zu besiegen und für diese Kriegsvorbereitung traf das Deutsche Reich, angeführt vom Diktator Adolf Hitler, bereits 1936 mit Italien und seinem Diktator Benito Mussolini eine Vereinbarung zur gegenseitigen Unterstützung, welche ab 1940 mit dem Kaiserreich Japan zu diesem Bündnis offiziell ausgeweitet wurde.

Hier lag das Ziel der Bildung einer politischen und militärischen Achse gegen die westlichen Demokratien im Vordergrund. Zu den Achsenmächten zählten auch Länder wie z.B. die Slowakische Republik und Ungarn sowie Bulgarien, weil sie die drei Hauptakteure unterstützten. Die wörtliche Bezeichnung Achsenmächte wurde durch eine Rede von Benito Mussolini am 01.November 1936 geprägt, als er die ,,Achse Berlin-Rom´´ propagierte, welche später um das Kaiserreich Japan erweitert wurde. Mussolini wollte, dass Italien und Deutschland eine Achse bilden, um den Rest Europas zu unterwerfen.

Benito Mussolini wollte dieses Achsenbündnis, um Deutschland von einer eventuellen Zusammenarbeit mit Großbritannien abzuhalten und um einen Verbündeten zu gewinnen, welcher ihm bei der Wahrnehmung seiner Interessen auf dem afrikanischen Kontinent helfen könne.

Warum heißt es Achsenmächte

Die Achse Berlin-Rom bzw. Deutschland-Italien bestand seit 1936. Während des Zweiten Weltkrieges wuchs die Bezeichnung Achsenmächte dann zum Sammelbegriff für alle Staaten, welche mit dem Deutschen Reich verbündet waren. Beim italienischen Eingreifen im Spanischen Bürgerkrieg zur Unterstützung von Francisco Franco, sprach sich Benito Mussolini für die Intensivierung der Zusammenarbeit in der ,,Achse-Berlin-Rom´´ aus, welche für Deutschland unter der Führung Adolf Hitlers besonders lukrativ war um seine außenpolitische Isolation zu überwinden.

Diese Achse bestand bis 1939 de facto aus diesen beiden Ländern und der gegenseitigen Annäherung hinsichtlich einer anti-kommunistischen Politik sowie den Expansionsinteressen und final fand im ,,Stahlpakt´´ zwischen den beiden Ländern die Vereinbarung statt, welche ein militärisches und wirtschaftliches Bündnis beinhaltete und stärkeren Ausdruck verlieh.

In der NS-Kunst wird dieses Bündnis zwischen dem faschistischen Italien und dem nationalsozialistischen Deutschland (Achsenmacht) immer wieder dargestellt und glorifiziert so zum Beispiel in einigen Wandbehagen, welche an wichtigen Gebäuden hingen. Auf diesen Behangen ist das Brandenburger Tor als deutsches Nationalwahrzeichen sowie Italien durch das Monumente Nazionale Vittorio Emanuele.

In diesen Darstellungen sind die Wahrziechen zueinander zugewandt und man sieht eine symmetrische Achse zwischen Rom und Berlin. Es werden die Elemente des Nationalsozialismus und des italienischen Faschismus abgebildet, sodass beide Mächte sich verbunden fühlen.

Ziel der Achsenmächte

Für die zeitliche Einsortierung der Geschehnisse im historischen Kontext muss man ausführen, dass das Ziel der Achse Berlin-Rom war den europäischen Kontinent zu dominieren, bzw. dass Deutschland den europäischen Kernkontinent und Italien die Gebiete über die Mediterrane See dominieren sollte. Als Japan in dieser Achse ebenfalls eine Rolle spielte, einigte man sich darauf, dass das Kaiserreich den asiatischen und pazifischen Raum dominieren sollte. Die zwei Hauptziele dieses Bündnisses waren zusammengefasst: die territoriale Expansion und die Niederschlagung der internationalen Ordnung sowie die Zerstörung des Sowjet-Kommunismus.

Nachdem am 01. November 1936 die Berlin-Rom Achse geschmiedet wurde unterzeichnete das Deutsche Reich mit dem Kaiserreich Japan den sogenannten Anti-Komintern Pakt, welcher auf dieses Ziel die Sowjetunion zu zerschlagen ausgerichtet war. Italien trat am 06. November 1937 diesem Pakt bei und zusätzlich unterzeichneten Deutschland und Italien am 22. Mai 1939 den ,,Stahlpakt´´ und zum Schluss unterzeichneten alle drei Mächte am 27.September 1940 nachdem der Zweite Weltkrieg schon seit einem Jahr im Gange war den ,,Tripartite Pact´´ also den Dreimächte Pakt und seitdem war formell von den Achsenmächten die Rede.

Dazu muss man ausführen, dass wie vorhin beschrieben nicht nur diese drei Mächte Bestandteil der Achsenmächte gewesen sind. Adolf Hitler hatte nachdem er im Juli 1940 den Entschluss fasste Frankreich zu überfallen Druck auf die ihm sympathisierenden Länder ausgeübt, damit diese sich an einer Invasion der Achsenmächte beteiligen. Das Deutsche Reich bat der Slowakei zum Beispiel ökonomische Hilfe im Gegenzug zur Beteiligung an der Invasion an sowie militärischen Schutz gegenüber Rumänien.

Wer gehörte noch zu den Achsenmächten

Auch Ungarn unterstütze das Bündnis in diesem Verlauf ab dem 20. November 1940. Im Verlauf dieser Entwicklungen versuchte Italien ab Herbst 1940 bis Winter 1941 in Griechenland einzumarschieren, weil sich die Griechen dem Bündnis verweigerten und lieber mit Großbritannien verbündet blieben. Die italienische Invasion endete in einem Desaster für die Angreifer, sodass sie zurückgeschlagen wurden und Großbritannien hatte nun die Möglichkeit gegen die Achsenmächte eine Balkanfront zu eröffnen und von Griechenland aus eine Invasion auf dem europäischen Kontinent vorzunehmen.

Die Expansionspläne Deutschlands wären gescheitert, da man auch den Verlust der Ölfelder in Rumänien erwartete und somit versuchte man weitere Bündnispartner wie Jugoslawien zu finden als diese sich jedoch weigerten sich den Achsenmächten anzuschließen überfiel Deutschland Jugoslawien und Griechenland, um eine Einrücken der Briten zu verhindern.

Bulgarien wurde am 01. März 1941 als Verbündeter der Achsenmächte angeworben mit dem Versprechen die griechische Provinz Thrakien an sie zu übergeben. Nach der Eroberung von Jugoslawien und der Ausrufung eines unabhängigen Staates Kroatien, welcher die Achsenmächte ebenfalls unterstütze gewann ebenfalls Finnland als Kooperationspartner.

Finnland hatte das große Interesse seine an die UdSSR verlorenen Gebiete vom letzten Winterkrieg von 1939 bis 1940 wieder zurückzuerobern, aber dennoch war Finnland formell betrachtet nie Teil der Achsenmächte sondern nur ein Unterstützer, da man lediglich an die Ausgleichung alter Gebietsverluste interessiert war und keine Großmachtbestrebungen hegte.

Nach dem Angriff Japans auf Pearl Harbor am 07. Dezember 1941 und der darauffolgenden deutschen Kriegserklärung an die USA sowie der damit verbundenen Ausweitung des Konfliktes auch auf die pazifische Region sprach man von einem Weltkrieg und die Begriffe ,,Alliierte´´ und ,,Achsenmächte´´ wurden bekannt. Die Achsenmächte waren kein starres Bündnis, dass bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges standhielt es gab immer wieder von einigen Ländern einen Seitenwechsel zu den Alliierten.

So hatte sich Italien nach der Kapitulation gegenüber den Alliierten am 08. September 1943 sechs Wochen später den Alliierten angeschlossen sowie ab 1944 weitere Staaten aus dem Balkangebiet. Nachdem die Achse Berlin-Rom also formell nicht mehr existierte kämpfte Deutschland bis zur bedingungslosen Kapitulation am 07. Mai 1945 und das Kaiserreich Japan als letzter verbliebener Bestandteil der Achsenmächte bis September 1945 weiter. Mit der japanischen Kapitulation endete die Existenz der Achsenmächte.

Achsenmächte heute

Heute wird der Achsen-Begriff ebenfalls gebraucht, allerdings vorwiegend im Film und Fernsehen. In der Politik und im Journalismus taucht immer mal wieder „die Achse des Bösen“ auf, um Bündnisse von Schurkenstaaten zu beschreiben. Allerdings sind dies lediglich populistisch gebrauchte Bezeichnungen.


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