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Ökologie


Ökologie (altgriechisch: ökois = Haushalt, logos =Lehre) ist die Lehre vom Haushalten. Sie ist Teilgebiet der Biologie, welche die Lebewesen und deren Zusammenleben untersucht. Weiterhin werden Umweltbedingungen und Modelle für Lebensräume aufgezeigt.

Die Ökologie stellt fest, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, um ökologische Gleichgewichte herzustellen und zu erhalten. Sie findet Ursachen für das natürliche Aussterben einzelner Arten und bildet somit eine interdisziplinäre Wissenschaft zur Evolution und Genetik. Weiterhin bildet sie die Lebensweise und Wanderungen der Tiere ab und findet Ursachen und Erklärungsmodelle dafür.

Im Laufe des 20. Jahrhunderts gab es einen Begriffswandel wodurch der Begriff als Synonym für Klimawandel, Umweltschutz oder Artenschutz entfremdet wurde. Begriffe wie Ökobilanz, ökologischer Fußabdruck und Ökoterrorismus sind dadurch entstanden.

Was ist die Ökologie: Definition und Bedeutung

Die Ökologie als Teilgebiet der Biologie untersucht die Beziehungen, die Lebewesen einmal untereinander und zum anderen zu ihrer unbelebten Umwelt haben. Ökologie kann als „die Lehre vom Haushalt“ übersetzt werden, während die Biologie die Wissenschaft von der belebten Materie ist und als „die Lehre vom Leben“ gilt.

Die wichtigsten ökologischen Grundbegriffe

Wesentlich für das Verständnis von Zusammenhängen in der Ökologie sind die Begriffe „Art“ und „Population“. Art bezieht sich auf eine Gruppe von lebenden Wesen, die sich in äußerer Erscheinung und Verhalten gleichen und untereinander fortpflanzungsfähig sind. Eine größere Gruppe von Lebewesen der gleichen Art bildet eine Population. Die einzelnen Individuen einer Population haben einen gemeinsamen Entstehungsprozess, bilden eine Fortpflanzungsgemeinschaft und leben in einem einheitlichen Gebiet.

Alle Lebewesen sind bestimmten Umweltfaktoren ausgesetzt. Mit Umweltfaktoren sind die Einflüsse gemeint, die auf die Lebensbedingungen von Lebewesen einwirken. Dabei wird zwischen biotischen und abiotischen Faktoren unterschieden. Biotische Faktoren sind die Einwirkungen auf Lebewesen, die sowohl von Lebewesen ihrer eigenen Art –intraspezifisch- als auch von denen einer anderen Art – interspezifisch- ausgehen. Diese Beziehungen können sich als Räuber-Beute-Beziehung, als Parasitismus oder als Symbiose ausdrücken. Parasitismus meint das rücksichtslose Ausnutzen des Lebewesens, das dem Parasiten als Wirt dient. Die Symbiose ist eine Beziehung, in der beide Teile profitieren.

Mit abiotischen Faktoren sind die Einflüsse aus der nicht-belebten Natur gemeint, wie Licht, Temperatur, Wasser oder chemische Stoffe. So können sich auf den Menschen zum Beispiel Sonnenlicht, Sauerstoff, Niederschläge, Kohlenstoffdioxid und Schadstoffe als abiotische Faktoren auswirken. Für Menschen bedeutende biotische Faktoren sind Gesellschaft, Familie und Geschlechtspartner und andere Menschen als Konkurrenten sowie Nahrung, Haustiere, Krankheitserreger und Parasiten.

Die ökologische Nische meint beide Arten von Umweltfaktoren, innerhalb derer eine Art überleben kann. Das Ökosystem fasst Tiere und Pflanzen zusammen, die einen unbelebten Lebensraum, das Biotop, besiedeln. Es besteht also aus biotischen und abiotischen Anteilen. Wald, Wiese, Hecke oder Wasser können Ökosysteme sein. Zum Ökosystem Erde gehören die Gesteinsschicht, die Bodenschicht, die umgebende Gasschicht, die Wasserschicht und die belebte Umwelt, die Biosphäre.

Biosphäre bezeichnet die Gesamtheit der Erdschichten, in denen Leben möglich ist. Sie meint die oberste Schicht der Erdkruste – die Lithosphäre-, die Wasserschicht -die Hydrosphäre- und die sogenannte planetare Grenzschicht, die an die Erdoberfläche grenzt.

Die Einteilung der Ökologie in verschiedene Fachrichtungen

Die Ökologie gliedert sich in drei Fachbereiche: in die Synökologie, die Autökologie und die Populationsökologie. Die Synökologie untersucht das Zusammenleben verschiedener Lebewesen innerhalb in einem bestimmten Lebensraum. Sie fragt nach Gesetzmäßigkeiten, die entstehen, wenn verschiedene Arten zusammen in einem bestimmten Gebiet leben. Dabei wird dieser Lebensraum in seiner Gesamtheit betrachtet.

In der Autökologie geht es um die Beziehung einzelner Arten von Lebewesen zu ihrer Umwelt mit jeweils verschiedenen Umweltfaktoren. Sie ist die älteste Fachrichtung in der Ökologie; sie stellt Fragen nach Leistungsfähigkeit, Verhalten und Lebensfunktionen und untersucht sie im Hinblick auf äußere Einflüsse. Sie fragt auch danach, wie sich Arten im Laufe ihrer Geschichte verbreitet haben und welche Ursachen es dafür gab. Die ersten Ansätze dieser Forschung gründeten sich auf reine Freilandbeobachtungen. Später kamen Experimente hinzu, die vor allem in einer kontrollierten Laborsituation durchgeführt wurden.

Die Demökologie, auch Populationsökologie, hat die Wechselwirkungen von Populationen einer Art sowohl untereinander als auch mit denen einer anderen Art zum Thema und untersucht zudem auch deren Wechselwirkung mit der Umgebung.

Entstehung und Geschichte der Ökologie

Der deutsche Biologe Ernst Haeckel hat den Begriff Ökologie erstmals 1866 verwendet und erklärt. Er verstand darunter die Lehre von den „Bedingungen der Lebewesen beim Kampf ums Dasein“. Dabei bezog er das Verständnis von der Ökologie als Lehre vom Haushalt der Natur ein.
Auch der Chemiker Justus von Liebig, der Naturforscher Charles Darwin und Alexander von Humbold, ebenfalls Naturforscher, haben sich bereits im 19. Jahrhundert mit Erscheinungen befasst, die in der Pflanzen- oder Tierwelt in Zusammenwirkung mit der Umgebung auftraten.

Allerdings hat es bestimmte Forschungen bereits im Altertum, also lange vor Christi Geburt, gegeben. Schon damals hat der Mensch die Natur beobachtet, sich Fragen gestellt und versucht, Zusammenhänge herauszufinden. So gibt es zum Beispiel Beschreibungen von Massenvermehrungen der Heuschrecken und ihre Auswirkung auf die Landwirtschaft. Der Schwerpunkt lag auf der Pflanzen- und Tierwelt.

Da im 19. Jahrhundert die Bereiche der Pflanzen- und Tierwelt streng getrennt wurden, entwickelten sich Pflanzenökologie und Tierökologie als jeweils eigenständige Bereiche. Dazu entstand die sogenannte Hydroökologie, die sich mit im Wasser lebenden Organismen und ihren Lebensumständen befasste.

In den Anfängen stand in allen Bereichen der Forschung die beschreibende Darstellung einzelner Arten im Vordergrund. Erst später kam die Erforschung und Veröffentlichung von Zusammenhängen und Wechselwirkungen dazu.

Zwischen den 1920er und den 1950er Jahren entstanden Ökosystemkonzepte, die das Zusammenleben aller Organismen in einer bestimmten Umgebung zum Inhalt hatten. Es wurde erkannt, dass die einzelnen Ökosysteme untereinander in Kontakt treten und ein globales, also ein weltumspannendes Ökosystem bilden. Das führte die Forschungen aus Pflanzen-, Tier- und Wasserwelt zusammen.

Etwa ab 1960 wurden Untersuchungen über Lebensräume an Land, in Binnengewässern und Meeren von Forscherteams durchgeführt, die sich aus verschiedenen Fachgebieten zusammensetzten. Tier- und Pflanzenökologen, Klimaforscher und Bodenkundler, Physiker und Chemiker fanden sich zusammen, um gemeinsam weitere Zusammenhänge zu erkunden.

Die Humanökologie, die sich mit den Wechselwirkungen der Menschen untereinander und der umgebenden Welt befasst, ist im Vergleich zu den früheren Naturforschungen und –beobachtungen ein Forschungsgebiet der neueren Zeit.

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