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Was ist eine Rapspflanze: Merkmale, Aufbau, Blüte und Sorten


Was ist eine Rapspflanze: Merkmale, Aufbau, Blüte

Ein Rapsfeld ist schon von Weitem zu erkennen, denn die Blüten der Pflanzen zeigen einen intensiven Gelbton und verströmen einen charakteristischen Duft. Darüber hinaus weisen sie jedoch noch andere typische Merkmale auf.

Was ist eine Rapspflanze

Raps besitzt eine fleischige Pfahlwurzel, aus der die Pflanze bis zu 150 Zentimeter in die Höhe wächst. Ihr gerade emporragender Stängel ist im oberen Bereich verzweigt und trägt eiförmige Laubblätter, deren Größe zur Pflanzenspitze hin sukzessive abnimmt.

Während das unten stehende Grün bis zu 25 Zentimeter lang und rund 7 Zentimeter breit werden kann, erreichen die oberen Blätter Maximalwerte von 8 x 3,5 Zentimetern. Auch die Ränder des Laubs sind unterschiedlich gestaltet. Die unteren, größeren Blätter sind stark eingebuchtet und gezahnt; die oberen kompakt und glatt. In seltenen Fällen ist das Raps-Laub mit wimpernähnlichen Härchen besetzt; in der Regel ist es jedoch kahl.

Der Blütenstand der Rapspflanze

Weit interessanter als die Rapspflanze selbst ist ihr Blütenstand. Er besteht aus über 20, gelegentlich sogar bis zu 60 Einzelblüten mit jeweils vier Kron- und vier Kelchblättern. Im Vergleich zu den Laubblättern sind sie winzig; erzielen durch ihre Menge jedoch beachtliche Wirkung. Dazu kommt ihre auffällige Farbe, die zwischen blass- und leuchtendgelb liegen kann. Diese Pracht hält zwischen drei und fünf Wochen an; wobei sich die einzelnen Blüten nacheinander öffnen und jeweils nur ein bis zwei Tage stehen. Ihren Gesamtverbund bezeichnen Botaniker als Traube – wie die Ansammlung einzelner Weinbeeren.

Die Früchte und Samen von Rapspflanzen

Als zwittrige Pflanze befruchtet sich der Raps selbst. Die prächtigen, stark duftenden Blüten werden aber auch von Insekten besucht, die für zusätzliche Fremdbestäubung sorgen. Handelt es sich um Bienen, produzieren sie aus dem Raps-Pollen einen sehr hellen, cremigen Honig von milder Süße. Dieses äußerst beliebteste Imkerei-Erzeugnis ist jedoch nur ein Nebeneffekt des Raps-Anbaus.

Sein Fokus liegt auf den Früchten der Pflanze – den für Kreuzblütler typischen Schoten, die sich in Folge der Bestäubung entwickeln. Sie sind zunächst grün; verfärben sich im Laufe ihrer Reife bzw. durch Vertrocknen jedoch zusehends braun. Spätestens dann springen sie auf und lassen ihre Einzelteile erkennen: zwei Klappen, an deren Scheidewand bis zu zwanzig Samen sitzen. Ihre Größe beläuft sich auf wenige Millimeter; die Form ist rund und die Farbe schwarz, sodass sie wie winzige Pfefferkörner wirken.

Die Nutzung der Rapspflanze

Diese Minis finden eine vielfältige Verwendung. Zum einen dienen sie als Nahrungsmittel oder Vogelfutter; zum anderen sind Raps-Samen ein hervorragender Wärmespeicher und können wie Kirschkerne in Kompressen gefüllt werden. Durch ihre feine Struktur eignen sie sich auch für Greifübungen im Reha-Sport und der Ergotherapie. Vor allem aber bilden sie die Basis für ein verhältnismäßig zähes, kräftig-gelbes Speiseöl mit annähernd neutralem Geschmack. Es weist ein vorbildliches Verhältnis von Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren aus und ist ernährungsphysiologisch besonders wertvoll.

Verschiedene Sorten von Rapspflanzen

Bevor es diesen Status erreichte, kam Rapsöl vorwiegend im technischen Bereich zum Einsatz. Es war ein beliebter Brenn- und Schmierstoff; zum Verzehr jedoch kaum geeignet. Auch als Tierfutter ließ es sich nur bedingt verwenden. Schuld daran war ein überdurchschnittlich hoher Gehalt an Erucasäure und Glucosinolaten. Sie verliehen Rapsöl ein unangenehm strenges Aroma und galten als Hauptursache zahlreicher Organ-Beschwerden.

Seit Anfang der 1970er-Jahre wurden zunehmend mehr Genotypen entwickelt, die diese typischen Probleme verringern sollten. Die neu entstehenden Rapsöle enthielten deutlich weniger Glucosinolate und praktisch kaum noch Erucasäure. Weitere Zuchtformen machten die Pflanze faserarm und verliehen ihren Samen einen höheren Ölsäure-Anteil. Zudem war das daraus gewonnene Öl fortan hitzestabiler; d.h. es behielt auch beim Kochen, Braten oder Backen seine positiven Eigenschaften bei.

Heute werden etwa 40 Prozent der Raps-Anbaufläche mit Hybrid-Sorten bepflanzt, von denen einige ganz besonderes Öl liefern. Dazu gehören High-lauric-Raps mit Lorbeer-Genen und erhöhtem Laurinsäure-Anteil sowie High-myristic- und High-stearic-Raps mit deutlich mehr Myristin- bzw. Stearinsäure. Ihnen gegenüber steht der Typ „Low linolenic“, bei dem der Linolensäureanteil reduziert wurde.


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