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Warum halten Tätowierungen ein Leben lang


Tattoos sind dauerhaft, weil sie in die Lederhaut eingestochen und dort eingekapselt werden. Wer das nicht mag, kann auf vorübergehende Alternativen zurückgreifen.

Warum halten Tätowierungen ein Leben lang

Bei einer Tätowierung denken Menschen sofort an ein Bild, das den Körper für den Rest des Lebens zieren wird. Aus diesem Grunde überlegen sich manche Menschen sehr lange, ob sie wirklich ein Tattoo haben möchten – und wenn ja, welches Motiv es denn sein soll.

Geschmäcker sind verschieden, Trends ändern sich und ebenso persönliche Motivationen und Vorlieben. Steht der Name einer geliebten Person auf dem Arm oder der Brust, kann sich das Blatt nach zehn oder weniger Jahren auch geändert haben. Der einstige Liebesschmuck wird zum Ärgernis und ist dann gar nicht mehr so leicht loszuwerden (möglich sind teure chirurgische Entfernungen oder das Übertätowieren mit einem anderen Motiv).

Beim klassischen Tätowieren werden Farben in die mittlere Hautschicht gestochen:

  • Oberhaut (Epidermis)
  • Lederhaut (Dermis)
  • Unterhaut (Subcutis oder Hypodermis).

Die Dicke der Hautschichten ist am ganzen Körper unterschiedlich. Es gehört zur Ausbildung und zum Können eines Tätowierers, die Farbe gezielt und sicher in die Lederhaut zu platzieren.

In dieser Hautschicht reagiert das Immunsystem auf das Eindringen der Farbe, die als Fremdkörper gewertet wird. Die Fresszellen der weißen Blutkörperchen (Makrophagen) rücken an, umschließen die Farbe und kapseln sie zur Sicherheit des restlichen Gewebes ab. Ein gewisser Teil der Farbe wird abgebaut bzw. dünstet direkt nach dem Stechen und in den Wochen danach aus der Wunde heraus. Tattoos verblassen zudem unter dem Einfluss von UV-Licht und der natürlichen Hautalterung. Dennoch sind sie ein Leben lang zu sehen.

Sind Tattoofarben gefährlich

Tattoofarben standen immer wieder im Verdacht, Krebs zu fördern. In den Farben wurden bedenkliche Stoffe gefunden, die teilweise aber auch nicht schlimmer sind, als das, was in manchen Kosmetika oder Putzmitteln steckt. Besorgniserregend waren zudem Tests, die zeigten, dass Lymphdrüsen die Tätowierfarbe annehmen, wenn sie sich in unmittelbarer Nachbarschaft zu einer Tätowierung befinden.´

In Deutschland wird derzeit ein Verbot bestimmter Tätowierfarben und bunter Tattoos überlegt. In grünen und roten Farbstoffen fanden sich bei Tests besonders viele unverträgliche Substanzen. Bei Tests von ökologisch ausgerichteten Verbraucherschutzeinrichtungen fielen sämtliche Tattoofarben durch. Kein Wunder also, dass der Markt mit den Alternativen blüht.

Nicht lebenslang: temporäre Tätowierungen

Menschen entscheiden sich nicht nur der Gesundheitsrisiken wegen gegen ein permanentes Tattoo. Das Bewusstsein über die Vergänglichkeit von Trends und der Liebe hat ebenso zugenommen wie das Körperbewusstsein. Heute legen sich auch junge Leute nicht mehr so gerne langfristig fest. Abwechslung ist wichtig und genau das bietet die temporäre Körperkunst.

Bio Tattoo

Der Name Bio Tattoo täuscht etwas. Hier kommen keine wirklich biologischen Farben zum Einsatz. Bio Tattoo steht viel mehr für das „Tattoo light“.  Im Klartext bedeutet dies, dass die Farbe nur in die obere Hautschicht gestochen wird. Das Bild kann einige Monate voll zu sehen sein. Da die Farben nicht einheitlich verblassen, bleiben Teile der Motive oft noch länger zurück und sehen dann nicht ganz so schön aus.

Die Methode wird auch beim sogenannten Permanent Make-up genutzt, bei dem Lidstrich, Lippenfarbe und Co. in die obere Hautschicht tätowiert werden.

Ein gemaltes Tattoo

Für einen professionellen Tätowierer oder voll-tätowierten Seemann mag diese Variante lächerlich klingen. Dennoch findet diese Kunst immer mehr Anhänger und Künstler.

Ein richtig gut gemaltes Tattoo sieht „echt“ aus, verblasst aber in der Regel nach wenigen Tagen bis Wochen. Wer nur einen Sommertrend tragen oder bei einer Party einen Hingucker landen will, liegt damit exakt richtig.

Verwendet werden spezielle Stifte und hautverträgliche Farben. Die künstlerische Leistung der Profis ist jederzeit mit der klassischen Tätowierkunst vergleichbar. Denkbar ist diese Lösung auch als ein Probetragen vor dem Stechen eines permanenten Tattoos.

Airbrush Tattoo

Das Airbrush Tattoo ist eine weitere Variante der schnell vergänglichen Tätowierkunst. Statt mit Stiften und Freihand wird mit Schablonen und Airbrush gearbeitet.

Wer sich die Ausrüstung zulegt (Schablone und eine Sprühflasche mit Hautfarbe) kann sich das Tattoo immer wieder selbst und an verschiedenen Körperstellen aufsprühen.

Temptu

Als Temptus werden die kleinen Klebebildchen bezeichnet, wie sie früher in Cornflakes-Packungen oder in Kinder-Heftchen zu finden waren. Der Trend, der von dem US-amerikanischen Chemiker Dr. Samuel Zuckerman erfunden wurde, hat sich weiterentwickelt.

Temptus gibt es in allen Größen und Preisklassen. Die Motive können raffiniert sein und echten Tätowierungen täuschend gleichen. Selbst Hollywood stattet seine Top-Schauspieler mit Temptus aus.

Henna Tattoos

Berühmt wurden sie durch arabische Frauen und das Video „Frozen“ von Popstar Madonna. Henna Tattoos stammen aus dem Orient und werden dort Mehndi bzw. Mehendi bezeichnet. Henna wird aus den Blättern des Hennastrauches gewonnen.

Die Farbtöne reichen von Ocker bis zu dunkles Mahagoni. Henna aus zuverlässigen Quellen (ökologisch gewonnen und hergestellt) gilt als unbedenklich. Natürliches Henna muss für mehrere Stunden auf der Haut bleiben, um ein für zwei oder drei Wochen sichtbares Motiv auf die Haut zu bringen. Vorsicht ist bei Produkten geboten, die schneller wirken, denn hier können chemische Beschleuniger enthalten sein.


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