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Wie ist Aachen entstanden: Entstehung und Gründung


Aachen gilt als die Stadt am Dreiländereck zwischen Deutschland, den Niederlanden und Belgien und besticht durch eine schöne Altstadt mit dem Dom und dem Elisenbrunnen. Heute bilden Familien, Studenten, Jung und Alt das Stadtbild. Vielseitig sind auch die interessante Geschichte und die Sehenswürdigkeiten.

Entstehung Aachens

Die Geschichte Aachens beginnt in der Jungsteinzeit, genauer gesagt um etwa 3.000 bis 2.500 vor Christus. Auf dem Lousberg von Aachen wurde Feuerstein abgebaut, der ein begehrtes Material für den Handel war. Bis etwa um 1.600 vor Christus blieb Aachen sehr dünn besiegt. In der Eisenzeit kamen die Kelten hinzu, die als Folge des Gallischen Krieges von Julius Caesar (ca. 100 – 44 v. Chr.) unterworfen wurden.

Die Römer kamen jedoch erst ab dem zweiten Jahrzehnt nach Christus auf das Gebiet des heutigen Aachen. Sie blieben bis in das vierte Jahrhundert dort und errichteten sogar ein Militärbad, das mit Thermalbädern ausgestattet war. Nach dem Abzug der Römer wurde die Stadt Aachen erstmals im Jahr 765 urkundlich erwähnt.

Die Karolinger in Aachen

Die urkundliche Ersterwähnung erfolgte als die „Aquis Villa“, das „Haus der Gewässer“, einer Siedlung des Frankenkönigs Pippin III. Dessen Sohn, Karl I. der als Karl der Große in die Geschichte einging, ist wie keiner anderer mit der Stadt Aachen verbunden. Karl der Große lebte von 748 – 814. Im Jahr 768 wurde er König der Franken und im Jahr 800 zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches gekrönt. Sein Grab befindet sich noch heute im Aachener Dom.

Karl der Große errichtete in Aachen ab 789 eine große Pfalz mit einer Pfalzkapelle, von der sich noch heute Teile im Rathaus beziehungsweise im Dom zu sehen sind. Da Karl seine beiden letzten Lebensjahrzehnte in Aachen verbrachte, kann Aachen als seine Residenzstadt bezeichnet werden. Auch der Sohn Karls, Ludwig der Fromme, lebte lange Zeit in Aachen und gilt als Gründer des Klosters Inda. Ludwigs Sohn Lothar I. war der letzte der Karolinger, der in Aachen seinen Wohnsitz hatte. Zu dieser Zeit teilte sich das Reich von Karl dem Großen in drei Teile auf. 881 fielen die Normannen in Aachen ein und zerstörten die Kaiserpfalz und das Kloster Inda.

Aachen im Hoch- und Spätmittelalter

Von Friedrich I., „Barbarossa“ erhielt Aachen 1166 das Markt-und Münzrecht. Gleichzeitig wurde es zur freien Reichsstadt. Zwischen 1171 und 11 75 erfolgte der Bau einer Stadtmauer, die 2,5 Kilometer umfasste. Da Aachen eine große Bedeutung als Krönungsstadt hatte, erfolgte innerhalb der nächsten einhundert Jahre eine weitere Ausdehnung, die über die Stadtmauer hinaus reichte. Es musste ein neuer Befestigungsring von etwa 5,5 Kilometern Länge geschaffen werden, die immerhin bis in das neunzehnte Jahrhundert Bestand hatte.

1248 erfolgte die Krönung des Gegenkönigs Wilhelm von Holland. 1278 kam es zur Einforderung der Stadtrechte von Graf Wilhelm IV. von Jülich, was den Widerstand der Aachener Bürger zur Folge hatte. 1336 wurden unter Ludwig dem Bayern die zu Aachen gehörenden Ländereien bestätigt. Daraus entstand das Aachener Reich, das mit einem Landgraben und Wachtürmen gesichert wurde. 1349 begann die Tradition der Heiligtumsfahrt nach Aachen.

Aachen während der Renaissance und Protestantismus

1531 wurde als letzter König Ferdinand I gekrönt, wodurch die Bedeutung Aachens als Krönungsstätte deutscher Könige endete. Neuer Krönungsort wurde Frankfurt am Main.

Während des Protestantismus kamen viele protestantische Flüchtlinge aus dem Westen des Reiches nach Aachen. Sie sorgen für eine Belebung der Wirtschaft, besetzten jedoch 1581 den Rat der Stadt. Als Folge wurden alle katholischen Bürger vertrieben. Unter Kaiser Rudolf II wurde dies jedoch gesetzlich verboten. Durch den Jesuitenorden wurde in Aachen die Gegenreformation ausgelöst.

1611 kam es dort erneut zu protestantischen Initiativen, die Stadtregierung einzunehmen. Glaubenskämpfe setzten sich bis 1614 fort. Der spanische Heerführer Spinola ging gewaltsam gegen die Protestanten vor, wodurch Aachen wieder katholisch wurde. Alle protestantischen Handwerker mussten die Stadt verlassen, was der Wirtschaft drastisch schadete.

Anfänge der Aufklärung

1656 wütete in Aachen ein großer Stadtbrand, bei dem die gesamte mittelalterliche Altstadt abbrannte und etwa 4.660 von 5.300 Häusern vernichtet wurden. Anschließend erfolgte unter Franciscus Blondel der Ausbau Aachens zu einem europäischen Badeort. Die zahlreichen entstandenen Kureinrichtungen lockten viele Prominente in die Stadt. 1668 wurde der Erste Aachener Frieden geschlossen, mit dem die französisch-spanischen Devolutionskriege beendet wurden. 1748 wurde durch den Zweiten Aachener Frieden auch der österreichische Erbfolgekrieg beendet.

Beginn der Neuzeit

1792 kamen die Franzosen nach Aachen. Sie mussten jedoch die Stadt 1793 wieder verlassen, kehrten jedoch im gleichen Jahr wieder zurück und blieben bis 1814. 1797 kam Aachen nach Frankreich und wurde Verwaltungsstandort des Departements Roer. Napoleon Bonaparte förderte zu Beginn des achtzehnten Jahrhunderts die Wirtschaft Aachens. Die Zünfte und Gewerbeeinschränkungen wurden abgeschafft. Mit dem Wiener Kongress endete 1814 die Besetzung Aachens durch die Franzosen.

1815 erfolgte die Eingliederung in das Königreich Preußen, wodurch Aachen kreisfrei wurde und ab 1824 zur Rheinprovinz gehörte. Nachdem die Industrialisierung in Aachen Einzug hielt, kam es 1830 zu einem Aufruhr der Aachener Arbeiter gegen Kinderarbeit, Niedriglöhne und die immer größer werdende Mechanisierung. Der Aufstand wurde jedoch von den Bürgern niedergeschlagen. Die ersten Eisenbahnen führten von 1841 nach Köln und ab 1843 nach Belgien. Durch Eingemeindungen wuchs die Einwohnerzahl der Stadt Aachens zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts auf mehr als 150.000 Einwohner.

Kaiserreich, Weimarer Republik, Nationalsozialismus und Befreiung

Nach Ende des Ersten Weltkrieges wurde Aachen 1918 von den Franzosen und Belgiern Besetzt. Im Jahr 1930 wurde das 1825 abgeschaffte Bistum Aachen wieder neu eingerichtet. Während des Nationalsozialismus wurde in der Nacht vom neunten auf den zehnten November 1938 die Aachener Synagoge zerstört. Im Zweiten Weltkrieg wurde stark bombardiert, wobei der größte Teil der Wohnungen zerstört wurde. Nach der „Schlacht um Aachen“ wurde die Stadt 1944 als erste Stadt von den Alliierten erobert.

Aachen in der Bundesrepublik Deutschland

1949 wurde Aachen in das Bundesland Nordrhein-Westfalen und die Bundesrepublik Deutschland eingegliedert. Seit 1950 wird dort der Internationale Karlspreis verliehen, durch den Menschen geehrt werden, die sich um Frieden in Europa und Einigung verdient gemacht haben. Seit den achtziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts wird in Aachen der Friedenspreis verliehen, den Menschen erhalten, die zu einer Völkerverständigung beigetragen haben.


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