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Sonnenblumen: 4 Zwecke, Wofür sie angebaut und geerntet werden


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Sonnenblumen bezaubern nicht nur durch ihr attraktives Aussehen, sondern auch durch ihre vielfältige Nutzbarmachung. Die wichtigste Verwendung finden sie als ÖlLieferanten. Dabei gilt es jedoch zwischen Produkten für die Ernährung und für technischen Bedarf zu unterscheiden.

Geschichte und Nutzung von Sonnenblumen

Schon die Ureinwohner Amerikas bauten Sonnenblumen an, um deren ölreiche Samen als Nahrungsmittel zu nutzen. Mit der (Wieder-)Entdeckung des Kontinents fanden die Pflanzen den Weg in die Alte Welt, wo sie zunächst als Ziergewächse dienten. Ab dem 17. Jahrhundert kamen auch die Kerne der Blumen zum Einsatz. Dabei wurden sie anfangs als Ersatz-Produkt für Kaffee- und Kakaobohnen gehandelt.

Erst gute zwei Jahrhunderte später etablierte sich die Sonnenblume in Europa als Ölfrucht. Seither wird sie großflächig angebaut und in verschiedenen Formen gezüchtet – denn die fettigen Samen sind nicht nur ein begehrtes Nahrungsmittel, sondern liefern auch Öl für die chemische Industrie und Blattwerk für die Versorgung von Nutztieren.

Um den unterschiedlichen Bedarf der einzelnen Anwender zu decken, werden vier verschiedene Sonnenblumen-Sorten angebaut:

Der Öltyp

bildet Samen mit einem sehr geringen Schalen-Anteil aus. Um einen Liter Öl zu gewinnen, müssen etwa 60 Sonnenblumen entkernt werden.

Der Futtertyp

trägt besonders viele Blätter, die als Futtermittel und Gründünger verwendet werden.

Der Ziertyp

besitzt oft mehrere Blüten pro Pflanze, um Gärten oder Parkanlagen attraktiv zu machen.

Der Speisetyp

besitzt auffallend große und sehr locker sitzende Kerne, die als Zutat für Müsli oder Salat bzw. als Knabberei in den Handel kommen.

Anbau und Eigenheiten von Sonnenblumen

In klimatisch günstig gelegenen Gebieten kann die Aussaat bereits im März erfolgen; anderenfalls erst ab April, wenn keine Nacht- oder Spätfröste mehr drohen. Auf einer Fläche von einem Hektar finden 60.000-70.000 Pflanzen Platz.

Sie benötigen nährstoffreichen Boden und bevorzugen warme, sonnige Standorte. Zudem muss eine ausreichende Wasserversorgung gewährleistet sein, denn Sonnenblumen „trinken“ sehr viel und benötigen vor allem in der Wachstums-Phase große Mengen Flüssigkeit. Ihre endgültige Größe variiert stark; einzelne Exemplare erreichen Höhen von bis zu fünf Metern.

So lange die Knospen der Sonnenblume noch geschlossen sind, folgt ihre „Blickrichtung“ der Sonne; d.h. die Pflanze dreht ihren Stängel im Tagesverlauf von Osten nach Westen. Bei einbrechender Dunkelheit kehrt er an seine Ausgangs-Position zurück – um das Spiel am nächsten Morgen neu zu beginnen. Diese Eigenschaft bezeichnen Experten als Heliotropismus. Er hilft der Sonnenblume, mehr Sonnenlicht aufzunehmen und steigert ihre FotosyntheseLeistung um etwa 10 Prozent.

Reife und Ernte der Sonnenblumen

Die sich öffnende Blüte ähnelt einem Körbchen und setzt sich aus 1.000-2.000 Einzelblüten zusammen. Am Rand befinden sich die intensiv gefärbten Zungenblüten, die der Sonnenblume ihr charakteristisches Aussehen geben. In der Mitte wachsen die blassgelben Röhrenblüten, aus denen sich die Samen entwickeln. Dafür braucht die Pflanze Fremdbestäuber in Form von Insekten wie Bienen, Fliegen usw.

Die fertig ausgebildeten Kerne sind Achänen, eine besondere Form von Nüssen. Ihre Vollreife erreichen sie Anfang bis Mitte September – dem optimalen Ernte-Zeitpunkt. Als einjährige Pflanzen werden Sonnenblumen mit Hilfe eines speziell ausgestatteten Mähdreschers „gepflückt“ und „geköpft“.

Abhängig von der Sorte enthalten die Samen ganz unterschiedlich zusammengesetztes Öl. Ist die Pflanze für die menschliche Ernährung bestimmt, achten Bauern auf Saatgut mit hohem Linolsäure-Anteil. Bei Sonnenblumen, die Öl für technische Zwecke liefern sollen, ist der Ölsäure-Gehalt wichtiger. Hier können Werte von bis zu 90 Prozent erreicht werden, die den Samen jedoch ungenießbar machen.


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