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Unterschied zwischen Eiland und Insel


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Eiland und Insel bezeichnen beide eine Landmasse, die von Wasser umschlossen und nicht Teil eines Kontinentes ist. Eiland ist die veraltete Bezeichnung für Insel und wird heute nur noch für kleine Inseln oder in einem poetischen Zusammenhang genutzt.

Was bedeutet Eiland: Herkunft, Bedeutung und Verwendung

Der Begriff Eiland kam aus dem Niederländischen und Altfriesischen in den allgemeinen deutschen Sprachgebrauch.

Ab dem 13. Jahrhundert tauchten die Begriffe „eilant“, „elant“ und „eyglant“ in norddeutschen Schriften auf.
Die Schreibweisen „eyland“ und „eiland“ entstanden im 16. Jahrhundert.

Lange war „eiland“ der allgemeine und gängige Begriff für alle Inseln. Auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands wurden Inseln wie Sylt, Fehmarn, Amrum und viele weitere als Eiland bezeichnet.

Ab dem 17. Jahrhundert wurden Substantive grundsätzlich großgeschrieben: Eiland/Eyland (Mehrzahl Eilande).

Im Altfriesischen existierten zusätzlich diese Wörter und Schreibweisen:

  • eyland
  • heylant
  • alond.

Vermutlich stammen alle diese Wörter von Silben für „ein“, „einzeln“ oder „allein“ und „Land“ für eine Landmasse oder Fläche ab: „Ei-land“ (Ein-Land), allein liegendes Land.

Ein weiterer Zusammenhang besteht zum germanischen Wort „agwijō“ für „zum Wasser gehörig“.

Ab dem 19. Jahrhundert setzte sich langsam das Wort „Insel“ durch. Aus dem Eiland wurde in der Folge eine „kleine Insel“ oder ein „Inselchen“.

Man verwendet den Begriff bis heute auch in einem poetischen oder romantisch umschreibenden Zusammenhang:

  • Ach sieh, welch schönes Eiland entfaltet sich vor meinem Auge!
  • Ein Eiland mitten im Meer (für ein kleines, isoliertes Inselchen).

Wo hört das Eiland auf und wo fängt die Insel an?

Obwohl beide Wörter heute durch einen gewissen Bezug zur Größe und Lage des Landes im Wasser genutzt werden, gibt es keine strikte Grenze, was nun ein Eiland ist und was eine Insel.

Die Verwendung der beiden Begriffe liegt im Sprachgefühl und in der Ausdrucksweise des Sprechers.

Eiland ist heute eine sprachliche Besonderheit. Wer sich in der Verwendung nicht sicher ist oder den Unterschied nicht erfühlen kann, benutzt besser die Wörter „Insel“ oder „Inselchen“.

Insel: Herkunft, Bedeutung und Verwendung

Das Wort Insel kommt aus dem Lateinischen. Es ist von „insula“ (Insel) abgeleitet und wurde ab dem 9. Jahrhundert im Mittelhochdeutschen und Althochdeutschen verwendet.

Seinen Ursprung hat das Wort in der Welt der Schriftgelehrten und der lateinischsprachigen Einrichtungen, wie beispielsweise der Kirche.

Im 13. Jahrhundert waren diese Schreibweisen geläufig:

  • isule
  • insule‎
  • isila‎.

Eine Insel ist eine im Meer, in einem See oder Fluss liegende Landmasse. Sie ist komplett von Wasser umschlossen und hat eine feste Verbindung zum Untergrund (wandert also nicht oder nur im Rahmen der normalen Bewegungen der Kontinentalplatten).

In von Gezeiten geprägten Gewässern bleibt bei einer Insel selbst bei Hochwasser immer noch eine ausreichend große und trockene Landmasse, die deutlich über den Wasserspiegel hinausragt.

Inseln sind unter der Wasseroberfläche mit Kontinentalplatten oder dem Festland verbunden. Selbst kleinste, dem Festland vorgelagerte Landmassen, die ständig oder überwiegend durch Wasser vom Festland getrennt sind, gelten als Inseln.

Eine weitere Kurzdefinition der Insel ist: eine Landmasse, die vollständig von Wasser umgeben und kein Kontinent ist.

Das Wort Insel trifft, wie bereits erwähnt, fast für alle im Wasser gelegenen Landmassen zu.

Zwei Ausnahmen sind die Halbinsel und das Atoll.

Inseln: Zahlen, Daten, Fakten

Weltweit gibt es circa 18.000 Inseln, die größenmäßig von ein paar Quadratmetern bis zu mehreren tausend Quadratkilometern reichen.

Die kleinste bewohnte Insel ist Hub Island im St. Lorenz-Strom vor Kanada. Auf dem 300 Quadratmeter großen Inselchen oder Eiland steht nur ein einziges bewohnbares Haus.

Als kleinste bebaute Insel gilt Bishop Rock in der Keltischen See vor Großbritannien. Auf der 600 Quadratmeter großen Insel steht nur ein 49 Meter hoher Leuchtturm.

Als größte Inseln der Welt gelten Grönland (2.130.800 Quadratkilometer), Neuguinea (785.753 Quadratkilometer) und Borneo (743.330 Quadratkilometer). Aufgrund der Größe wäre bei diesen Inseln die Bezeichnung „Eiland“ wirklich nur in einem äußerst malerischen und poetischen Zusammenhang möglich.

Weitere Abgrenzungen zur Insel

Halbinseln sind durch eine natürliche feste Landmasse mit dem Festland verbunden. Diese kann breit oder ganz schmal sein.

Inseln, die über künstliche Stege, Brücken und Straßen mit dem Festland verbunden wurden, gelten offiziell nicht als Halbinseln.

Atolle sind Sonderformen der Inseln, die oft nur aus einem Riff, einer Lagune und einem Sandstreifen, der aus dem Wasser ragt, bestehen. Die Landmasse verfügt in der Regel über keine oder nur sehr einfache Vegetation (Moose, Flechten).

Manchmal schließt eine Sandbank eine Lagune und ein Riff sichelförmig oder komplett ein. Bei gehobenen Atollen wurde durch Veränderungen im Wasserspiegel die eingeschlossene Lagune dauerhaft über die Wasseroberfläche gehoben. Dann gleichen Atolle kleinen Inseln (oder Eilanden) und können auch über Vegetation verfügen.

Atolle kommen ausschließlich in tropischen Gewässern vor.

Weitere Begriffe für Inseln

Im Niederländischen existiert das Wort „Eiland“ bis heute für eine „Insel“ oder „kleine Insel“. Ein anderes niederländisches Wort für Insel ist „Island“.

Im mittelniederdeutschen-niederländischen Dialekt werden Inseln auch so bezeichnet:

  • Och
  • Oie (auch in Pommern geläufig)
  • Oge.

Im Englischen bildete sich das Wort „island“ für „Insel“ aus dem Altenglischen „igland“ und „iegland“. Kleine Inseln werden im Englischen auch als „islet“ bezeichnet.

Im Norddeutschen sowie in Schweden kennt man zusätzlich die Begriffe „Holm“ und „Schäre“ für kleine beziehungsweise felsige Inseln.


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