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Was bedeutet Pi mal Daumen: Herkunft, Bedeutung und Ursprung


Pi mal Daumen sagt man, wenn man etwas nicht genau weiß oder nur grob schätzen kann. Die Redewendung bedient sich der Kreiszahl und der Längenschätzung durch den „Daumensprung“.

Pi mal Daumen bedeutet „ungefähr“

Mit der Redewendung „Pi mal Daumen“ geben Menschen grobe Schätzungen ab. „Ein paar mehr oder weniger können es sein“, ist ein Statement, das ergänzend und erläuternd passt.

Alternativ kann man auch diese Wörter benutzen:

  • circa
  • in etwa
  • grob geschätzt
  • ungefähr
  • schätzungsweise

Beispiele für „Pi mal Daumen“ im Alltag

Ein Handwerker könnte bei einem ersten Preisangebot zum Beispiel sagen, „Der neue Carport wird Sie Pi mal Daumen 5.000 Euro kosten.“

Tatsächlich läge ein Preis dann leicht unter oder auch etwas über 5.000 Euro.

Zwei Damen unterhalten sich beim Kaffeekränzchen über das Alter der Katze und die eine sagt, „Minouche ist jetzt Pi mal Daumen acht Jahre alt.“ Das bedeutet, dass das genaue Alter der Katze nicht bekannt ist.

Die Ehefrau sagt zu ihrem Mann, „Günther, wann war das noch gleich, als im Winter der Strom für drei Tage ausgefallen ist. 1985?“, und der Mann antwortet gelangweilt, „Ja, so Pi mal Daumen“. Was bedeutet, dass es auch ein bis zwei Jahre später oder früher gewesen sein kann.

Der Ursprung von „Pi mal Daumen“

Wann die deutsche Redewendung Pi mal Daumen entstanden ist, ist heute unbekannt.

Sehr wahrscheinlich hat sie ihren Ursprung in der Welt der Mathematik oder der Vermessungen.

Wenn Pi auf den Daumen triff

Pi, die circa-Kreiszahl

Pi ist nicht nur der 16. Buchstabe im griechischen Alphabet, sondern auch die sogenannte Kreiszahl. Sie gibt das Verhältnis zwischen dem Kreis-Durchmesser und dem Gesamtumfang des Kreises an. Der Umfang ist immer Pi mal so lang wie der Kreis-Durchmesser.

Dennoch ist Pi in unseren bekannten mathematischen Systemen nie eine genaue Zahl. Normalerweise wird sie mit 3,14159 angegeben. Tatsächlich hat Pi unendlich viele Stellen hinter dem Komma. Damit weist die Kreiszahl auf den Wert des „Ungefähren“ oder „circa“ hin. Dass Kreise nicht mit geraden Zahlen berechenbar sind, gilt als ein großes Mysterium der Mathematik. Kreise sind überall. Sie sind sehr harmonisch, geometrisch und echt. Aber dennoch entziehen sie sich auf gewisser Weise der exakten Berechenbarkeit.

Der Daumen als Rechenhilfe

Der menschliche Daumen liefert einen heute nicht mehr ganz so bekannten praktischen Nutzen. Man schätzte mit dem Daumen nämlich traditionell unbekannte Streckenlängen. Mit dem sogenannten Daumensprung, der auf dem Strahlensatz aus der Elementargeometrie basiert, kann das Verhältnis von Geraden und Parallelen einer bestimmten Strecke grob bestimmt werden.

In der Praxis funktioniert die auch Daumenpeilung genannte Technik so:

  1. Ein Auge schließen.
  2. Bei geballter Faust den Daumen nach oben strecken und den Zielort mit dem Daumen anpeilen.
  3. Jetzt das andere Auge schließen und das zuerst geschlossene öffnen. Dabei „springt“ der Daumen zur Seite und ein Punkt neben dem zuerst anvisierten Ziel wird angezeigt.
  4. Die Entfernung zwischen dem Zielort und dem Punkt, der mit dem zweiten Auge angepeilt wird, muss geschätzt werden.
  5. Die Schätzung wird mit dem Faktor 10 multipliziert und schon erhält man circa die eigene Entfernung zum zuerst angepeilten Zielort.

Die Daumenpeilung funktioniert, weil das Verhältnis der Armlänge zum Augenabstand im menschlichen Körper immer in etwa 10 Einheiten beträgt. Heute wenden nur noch Pfadfinder, Abenteurer, Wanderer oder Soldaten diese Messtechnik an. Natürlich stand diese Art der Abstandmessung Namenspate für eine andere bekannte deutsche Redensart: „Über den Daumen peilen“.

Pi mal Daumen in Österreich und der Schweiz

Auch in den anderen deutschsprachigen Ländern kennt man die Redewendung. Allerdings sagen die Österreicher „Daumen mal Pi“ und die Schweizer „Handgelenk mal Pi“. Die Bedeutung ist mit „in etwa“ oder „grob geschätzt“ aber dieselbe.


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