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Heu vs. Stroh: 7 Unterschiede, Fragen und Antworten


Unterschied Heu Stroh

Heu und Stroh sind getrocknete Gräser, bzw. Getreidehalme. Während Heu hauptsächlich als Futter für Stalltiere dient, wird Stroh viel diverser eingesetzt. Es ist Bodenbelag, Dämmmittel, Dünger und Ausgangsstoff für Biogasanlagen.

Was sind Heu und Stroh?

Heu und Stroh sind wichtige Materialien für im Stall gehaltenes Vieh. Aber auch als Heimtiere gehaltene Nager sind auf Heu und Stroh angewiesen. Es dient ihnen als Futter und Polsterung für ihren Käfig.

Heu und Stroh wird mindestens seit dem Hochmittelalter verwendet. Traditionell wurde es auf Wägen von Pferden oder Ochsen zum Hof gezogen, wo es mit Heugabeln abgeladen wurde. Die Scheune, bzw. der Heuboden der Scheune, diente als Lagerraum. Auf vielen Höfen ist das noch heute so. Insgesamt verlaufen Ernte und Lagerung aber deutlich automatisierter ab.

Wird Heu zu Stroh oder umgekehrt?

Heu und Stroh bestehen aus völlig unterschiedlichen Materialien. Es ist daher unmöglich, dass Heu zu Stroh wird oder umgekehrt.

Kann man Pferde nur mit Stroh füttern?

Stroh kann man in Maßen als Futter einsetzen. Der Anteil an unverdaulichen Rohfasern ist sehr hoch, sodass das Pferd weniger Energie aus Stroh als aus Heu zieht.

Allerdings ist Stroh reich an Mineralien. Gerade bei einigen Krankheiten kann es daher sinnvoll sein, das Pferd teilweise mit Stroh zu füttern.

Was wärmt besser: Stroh oder Heu?

Stroh besteht aus vielen hohlen Fasern, in denen sich die Wärme staut und zum Tier zurückgegeben werden kann. Zudem schimmelt es nicht so schnell wie Heu und lässt Feuchtigkeit besser durch. Urin kann dadurch nach unten sickern, sodass keine nassen Flecken auf dem oberflächlichen Stroh zurückbleiben.

Unterschiede zwischen Heu und Stroh

Heu und Stroh unterscheiden sich in sieben Punkten. Alle gehen dabei auf einen Unterschied zurück: die Materialien, aus denen Heu und Stroh hergestellt werden.

Ausgangsmaterial

Der wichtigste Unterschied zwischen Stroh und Heu, der sich auf alle weiteren Unterschiede auswirkt, ist das Ausgangsmaterial. Heu wird aus abgemähtem Gras hergestellt. Es besteht aus verschiedenen, grünen Gräsern, samt ihrer Samen und Blüten. Auch Hülsenfrüchtler, etwa Luzerne, lassen sich zu Heu verarbeiten.

Stroh besteht hingegen aus Getreide-, Öl- und Faserpflanzen. Genauer werden diese vorher von Samen und Schoten befreit. Übrig bleiben meist dicke Halme, die nach weiterer Verarbeitung zu Stroh werden.

Farbe

Laien können an der Farbe erkennen, ob es sich um Heu oder Stroh handelt. Heu ist blassgelb und mit vielen grünen Halmen durchzogen. Befinden sich Blüten im Heu, können diese weitere Farben ins Heu einbringen.
Stroh ist hingegen kräftig gelb und weist keine weiteren Farben auf.

Erntezeitraum

Heu und Stroh werden zu unterschiedlichen Zeitpunkten geerntet. Bei Heu kommt es auf die Verwendung des Heus an. Soll es als Hauptfutter dienen, sollte der Schnitt am Ende der Blüte erfolgen. Wird das Gras früher gemäht, enthält es weniger Nährstoffe. Es sind pro Jahr aber mehrere Schnitte möglich, die sich in Qualität und Zusammensetzung unterscheiden. Die Ernte des Strohs ist von der Getreidereife abhängig. Stroh ist hierbei nicht das Haupternteprodukt, sondern entsteht nur zufällig nebenbei.

Der erste Schnitt des Heus sollte Anfang Juni bis Anfang Juli erfolgen. Bei Getreide kann es deutlich später sein. Hafer ist es beispielsweise frühestens Mitte August erntereif.

Trocknungszeit

Um sowohl Heu als auch Stroh herzustellen, müssen die Ausgangsmaterialien getrocknet werden. Gras lässt man dafür nach dem Mähen drei bis vier Tage auf dem Feld liegen. In dieser Zeit wird es mehrmals gewendet, um von allen Seiten trocknen zu können.

Die Biomasse, die zu Stroh wird, braucht weniger Zeit auf dem Feld. Nach ein bis zwei Tagen, in denen die Halme ebenfalls gewendet werden, sind sie trocken genug und werden abtransportiert.

Regnet es zwischendurch, erhöht sich die Trocknungszeit. Für Heu ist Regen in der Regel gefährlicher, da es anfälliger für Schimmel ist.
Bei der Ernte ist das Stroh zudem bereits deutlich trockener. Es sollte nicht mehr als 14 % Wasser enthalten, während frisches Gras zu über 80 % aus Wasser besteht. Nach der Trocknung unterscheiden sich beide Materialien kaum in ihrer Restfeuchte. Heu bleibt aber etwas feuchter als Stroh.

Saugfähigkeit

Heu und Stroh können ein Vielfaches ihres eigenen Gewichts an Wasser aufnehmen. Heu ist dabei jedoch deutlich saugfähiger als Stroh. Ganz besonders Langstroh kann vergleichsweise wenig Wasser aufnehmen.
Je kleiner man das Stroh schreddert, desto saugfähiger wird es. Strohmehl kann daher am meisten Wasser aufnehmen.

Lagerung

Sind Stroh und Heu auf dem Feld getrocknet, werden sie eingeholt und zu Ballen gepresst. Beide Materialien werden dabei nicht luftdicht verpackt. Um Staunässe zu vermeiden, kommen nur grobe Netze oder einzelne Seile zum Einsatz, damit die Fasern nicht schimmeln.
Nun muss das Heu mindestens sechs bis acht Wochen ablagern. In dieser Zeit sterben Keime ab oder verkapseln sich. Würde man das Heu früher nutzen, ginge davon eine Gefahr für die Tiere aus.

Auch Stroh sollte vor der Nutzung ablagern, allerdings nur vier bis sechs Wochen. Eine frühere Nutzung ist hier möglich und nicht so bedenklich wie bei Heu. Empfehlenswert ist dennoch die Wartezeit von mindestens vier Wochen.

Verwendung

Heu und Stroh unterscheiden sich enorm in ihrer Verwendung. Heu ist hauptsächlich ein Futtermittel. Es besteht aus den Gräsern, die Nutzvieh und Nagetiere in Freiheit ohnehin fressen würden. In getrocknetem Zustand sind die Gräser haltbarer, sodass das Heu bei Nutzvieh besonders für die Wintermonate wichtig ist. Kaninchen und Meerschweinchen fressen bei Wohnungshaltung oft das ganze Jahr über Heu.

Stroh wird vielfältiger und anders eingesetzt. In Ställen dient es als Bodenbelag. Das Stroh saugt Exkremente auf, isoliert und bietet weichere Liegeplätze. Nach dem Ausmisten ist das Stroh mit Mist durchsetzt und kann direkt als Düngemittel auf Felder ausgefahren werden. Dies ist auch ohne zusätzlichen Dung möglich. Die Halme können nach der Ernte auch direkt auf dem Feld zurückbleiben und dort zersetzt werden.

Außerdem wird Stroh vom Menschen in Kleidung, beispielsweise für Strohhüte, genutzt. Es eignet sich als Baustoff, Dämmmittel, Biokraftstoff und zur Herstellung von Biomethan in Biogasanlagen.

Zusätzlich sind in Stroh Nährstoffe enthalten, sodass Tiere, die auf Stroh stehen, dieses in Maßen auch fressen können. Das Stroh sollte jedoch nicht die Hauptnahrungsquelle sein.

Was ist Silage?

Silage ist kein Heu. Bei der Herstellung von Silage wird das Gras nach der Ernte direkt luftdicht verpackt, damit es gären kann. Dabei vermehren sich Milchsäurebakterien, die das Gras sauer, haltbar und proteinreich machen.

Zusätzlich gibt es noch Heulage. Die Herstellung verläuft ähnlich. Allerdings wird das Gras vorher zumindest angetrocknet, sodass die Heulage am Ende weniger Wasser als die Silage enthält. Ansonsten unterscheiden sich Heulage und Silage nicht in ihrer Herstellung.
Heulage und Silage dienen ebenfalls als Raufutter. Sie eignen sich vor allem für allergische Tiere, da sie durch den hohen Feuchtigkeitsanteil nicht stauben.

Zusammenfassung

  • Heu und Stroh sind für Stalltiere wichtig.
  • Heu und Stroh unterscheiden sich in sieben Punkten.
  • Heu wird aus Gräsern und Hülsenfrüchtlern samt Samen und Blüten gewonnen, während Stroh aus den Halmen von Getreide-, Öl- und Faserpflanzen besteht.
  • Heu ist blassgelb und mit grünen Halmen durchzogen, während Stroh ein kräftiges Geld hat.
  • Heu wird, je nach Verwendungszweck, zu unterschiedlichen Zeitpunkten geerntet, wobei der erste Schnitt von Anfang Juni bis Anfang Juli erfolgen sollte; die Ernte von Stroh ist von der Reife der Pflanze abhängig, da Stroh nur ein Nebenprodukt ist.
  • Heu braucht drei bis vier Tage auf dem Feld, um zu trocknen, während Stroh bereits nach ein bis zwei Tagen trocken genug für den Weitertransport ist.
  • Heu und Stroh sind sehr saugfähig, wobei Heu saugfähiger ist als gewöhnliches Stroh und Strohmehl am meisten Wasser aufnehmen kann.
  • Heu muss vor der Nutzung sechs bis acht Wochen ablagern, während Stroh bereits nach vier bis sechs Wochen verwendet werden kann.
  • Heu ist hauptsächlich ein Futtermittel, während Stroh als Bodenbelag, Dünger, Dämmmittel, Biokraftstoff und in Biogasanlagen verwendet wird.
  • Silage und Heulage wird aus Gras oder frischem Heu hergestellt, gärt während der Lagerung und enthält mehr Feuchtigkeit.

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