Skip to main content

Die 3 Stadien der Tuberkulose: Symptome und Krankheitsverlauf



Tuberkulose bezeichnet eine bakterielle Infektionskrankheit, die jahrelang inaktiv im Körper verbleiben und unbehandelt tödlich verlaufen kann. Die Krankheit lässt sich in zwei bis drei Stadien unterteilen, je nachdem welche Merkmale man betrachtet.

Was ist Tuberkulose?

Die Tuberkulose ist eine Infektionskrankheit, die durch Mykobakterien ausgelöst wird. Ein anderer, veralteter Name ist Schwindsucht. Eine Infektion mit den Mykobakterien bedeutet noch nicht, dass man auch an Tuberkulose erkranken wird. Tatsächlich entwickelt der Großteil der Infizierten niemals Symptome. Übertragen werden die Bakterien via Tröpfcheninfektion.

Die Tuberkulose verursacht hauptsächlich Symptome, die die Lunge betreffen. Diese Form wird auch als Lungentuberkulose bezeichnet. Ist der Patient immungeschwächt, befallen die Bakterien auch andere Organe, die Knochen oder die Haut.

Tuberkulose ist eine Zoonose. Das bedeutet, dass sie von Tieren auf Menschen und umgekehrt übertragen wird. Bis heute stecken sich in Teilen der Erde Menschen über Milch erkrankter Kühe an. Andersherum sind infizierte Menschen eine Gefahr für vom Aussterben bedrohte Tierarten, etwa Primaten.

Die Diagnostik erfolgt durch Bluttests, Gewebsuntersuchungen, Röntgenbilder und Bakterienkulturen. Letztere sind nötig, um eine gesicherte Diagnose zu stellen. Tuberkulose gehört zu den meldepflichtigen Krankheiten in Deutschland. Die jährlichen Infektionszahlen schwanken zwischen etwa 4.000 und bis zu 6.000 seit 2015 (Stand 2021). Im selben Zeitraum starben jedes Jahr zwischen 100 und 150 Personen an der Krankheit.

Behandelt wird Tuberkulose mit Antibiotika. Diese muss der Patient mindestens ein halbes Jahr lang einnehmen. Normalerweise tritt schon nach kurzer Zeit eine deutliche Besserung seiner Symptome ein oder er zeigt sogar gar keinemehr. Allerdings sind die Bakterien enorm persistent, sodass die Infektion zurückkommen würde, würde der Patient die Medikamente nun absetzen. Auch nach einem halben Jahr ununterbrochener Antibiotikagabe ist nicht gesichert, dass die Krankheit damit besiegt ist. Wenn nötig, kann die Behandlung auf ein Jahr verlängert werden. Selbst dann verbleiben möglicherweise infektiöse Bakterien im Körper.

Die 3 Stadien der Tuberkulose nach Symptomen

Tuberkulose lässt sich in drei Stadien einteilen, bei denen hauptsächlich die entstehenden Symptome betrachtet werden.

1. Stadium: latente Infektion

Nach der Infektion kommt es zu einer Immunantwort des Körpers. Verläuft diese gut, dämmt das Immunsystem den Erreger ein. Die Tuberkulosebakterien sind jedoch sehr resistent und überleben möglicherweise jahrelang im menschlichen Körper. Zu diesem Zeitpunkt zeigt der Infizierte aber noch keine Symptome.

Die Tuberkulose muss nach einer Infektion nicht ausbrechen. Häufig schlummert sie, ohne jemals zu Symptomen zu führen. Bei bis zu 95 % aller mit Tuberkulose infizierten Personen ist das der Fall. Kommt der Infizierte erneut mit Tuberkulosebakterien in Kontakt, bricht die Krankheit allerdings möglicherweise doch aus.

2. Stadium: Primärtuberkulose

Wurden die Erreger nicht erfolgreich eingedämmt, beginnt die Tuberkulose normalerweise in der Lunge. Innerhalb der nächsten drei bis sechs Wochen entwickeln sich mehrere Entzündungsherde. Die Immunabwehr kapselt diese ab, sodass sich Knötchen in der Lunge bilden. Diese Knötchen nennt man auch Tuberkel.

Der Infizierte hat bisher keine Symptome und ist auch nicht ansteckend. Allerdings überleben die abgekapselten Bakterien mehrere Jahre im Körper. Ist der Infizierte irgendwann immungeschwächt, durch Medikamente oder eine andere schwere Erkrankung, kann die Krankheit daher erneut ausbrechen.

Scheitert die Abkapselung hingegen direkt, kommt es zu Symptomen wie Müdigkeit, leichtem Fieber, Husten ohne Auswurf, Appetitverlust und geschwollenen Lymphknoten. Handelt es sich um einen schweren Verlauf, kann starker Husten mit blutigem Auswurf hinzukommen.

Ist der Infizierte immungeschwächt, breitet sich die Tuberkulose häufig auf weitere Organe aus. Diese Form nennt man auch Miliartuberkulose. Die Symptome sind ähnlich denen der leichteren Verläufe, treten aber stärker auf. Atemnot kann hier bereits lebensgefährlich werden. Ebenso ist eine Sepsis als Folge der bakteriellen Infektionen im ganzen Körper möglich und bedeutet Lebensgefahr. Greift die Tuberkulose auf die Hirnhaut über, kommt es möglicherweise zu einer Meningitis. Diese verläuft unbehandelt tödlich.

3. Stadium: sekundäre Tuberkulose oder postprimäre Tuberkulose

Mindestens zehn Prozent der Infizierten überspringen das zweite Stadium der Tuberkulose. Bei ihnen bricht die Krankheit später, möglicherweise Jahre nach der Infektion, in Stadium 3 aus. Infizierte bemerken zunächst anhaltende Müdigkeit, wochenlangen Husten mit Auswurf, Fieber (vor allem ab dem Nachmittag) und Nachtschweiß. Der Husten kann zu Schmerzen in der Brust führen und von blutigem Auswurf begleitet sein. Blutiger Auswurf bedeutet erhöhte Ansteckungsgefahr und sollte daher immer ärztlich abgeklärt werden.

Blutiger Auswurf führt gleichzeitig dazu, dass die Bakterien in die Blutbahn gelangen. Von da aus verbreiten sie sich im ganzen Körper und infizieren möglicherweise weitere Organe oder Körperteile. Häufig sind nun Gelenke oder Knochen betroffen. Sehr selten zeigt sich die Tuberkulose in diesem Stadium auch als Hauttuberkulose. Typische Symptome dieser Form sind kleine Wunden, die nicht heilen, Eiterherde und Geschwüre.

Die 2 Stadien der Tuberkulose nach Keimnachweis

Bei dieser Einteilung der Tuberkulose betrachtet man die Infektiösität des Infizierten.

1. Stadium: geschlossene Tuberkulose

Bei der geschlossenen Tuberkulose handelt es sich grob um die symptomlose Primärtuberkulose. Die Erreger bleiben (noch) in der Lunge und wurden erfolgreich vom Immunsystem abgekapselt. Die Entzündungsherde schränken den Menschen nicht ein, bleiben aber über Jahre infektiös. Aus einer geschlossenen Tuberkulose kann daher jederzeit eine offene Tuberkulose werden.

2. Stadium: offene Tuberkulose

Die offene Tuberkulose bezeichnet den Zustand der Krankheit, bei dem Erreger in Körperflüssigkeiten nachweisbar sind. Dabei ist es unerheblich, in welchen Körperflüssigkeiten Erreger gefunden werden. Meistens handelt es sich um Schleim aus der Lunge, auch Sputum genannt. Die Bakterien können aber auch in Magensaft, Speichel oder Hirnwasser, dem Liquor cerebrospinalis, zu finden sein. Es kommt dabei darauf an, wo sich die Tuberkulose manifestiert.

Ein Nachweis in einer Körperflüssigkeit bedeutet, dass der Infizierte ansteckend ist. Dass sich eine offene Tuberkulose spontan wieder zu einer geschlossenen Tuberkulose entwickelt, ist unwahrscheinlich. Eher ist es möglich, dass ein Infizierter die geschlossene Tuberkulose überspringt und von Anfang an Symptome zeigt und damit auch ansteckend ist.

Die 2 Stadien der Tuberkulose nach Organbefall

Die Lungentuberkulose ist die weit verbreitetste Form der Krankheit. Sie kann sich aber auch in anderen Organen oder Körperteilen manifestieren. Daher unterscheidet man die Tuberkulose auch nach den mit ihr befallenen Organen.

1. Stadium: Lungentuberkulose

Die Tuberkulose beginnt in den meisten Fällen in der Lunge. Sind zu keinem Zeitpunkt der Infektion andere Organe betroffen, bleibt der Infizierte dauerhaft in Stadium 1 nach dieser Einteilung. Das ist sowohl spontan als auch durch Medikamentengabe gut möglich. Etwa 80 % der Tuberkulosefälle sind reine Lungentuberkulosen.

2. Stadium: Organtuberkulose oder extrapulmonale Tuberkulose

In den übrigen 20 % der Infizierten greift die Tuberkulose auf Organe oder Körperteile außerhalb der Lunge. Am häufigsten betrifft diese Ausbreitung die Lymphknoten in Lungennähe. Daneben kann sie aber auch in Haut, Knochen (häufig Wirbelsäule), Darm sowie weiteren inneren Organen, Kehlkopf, Mundschleimhaut oder dem Gehirn für Symptome sorgen.

Die Organtuberkulose ist potenziell gefährlicher als die reine Lungenform, weil es leichter zu Komplikationen oder Organversagen kommen kann. Allgemein ist Tuberkulose eine gefährliche Krankheit, da keine wirksame Impfung existiert. In der Vergangenheit wurde bereits gegen Tuberkulose geimpft. Aber noch vor Jahrtausendwende stoppte man die Verwendung der Impfung, weil ihre Wirksamkeit zu gering war. Stand 2023 gibt es daher keine sichere Prävention gegen eine Tuberkuloseinfektion.

Diese ist allerdings in Deutschland auch nicht dringend nötig, betrachtet man die niedrigen jährlichen Fallzahlen und die noch viel geringere Sterblichkeit. Zudem bleibt der Großteil der Infizierten ohnehin dauerhaft symptomfrei und weiß möglicherweise gar nichts von der Ansteckung.

Lediglich immungeschwächte Personen und solche, die ein erhöhten Ansteckungsrisiko tragen, werden präventiv behandelt. Sie erhalten keine Antibiotika, sondern andere, antituberkulös wirkende Medikamente, um eine mögliche Ansteckung zu verhindern.

Zusammenfassung

  • Tuberkulose wird durch Mykobakterien ausgelöst, wobei ein Großteil der Infizierten symptomfrei bleibt.
  • Typische Symptome der Tuberkulose betreffen die Lunge.
  • Als Zoonose ist Tuberkulose von Menschen auf Tiere und von Tieren auf Menschen übertragbar; auch über Produkte aus infizierten Nutztieren.
  • Zur gesicherten Diagnose ist eine Bakterienkultur erforderlich.
  • Jedes Jahr infizieren sich etwa 5000 Menschen in Deutschland mit Tuberkulose, wobei gleichzeitig nur etwa 100 bis 150 Infizierte versterben.
  • Um Tuberkulose erfolgreich zu heilen, muss der Infizierte mindestens ein halbes Jahr Antibiotika einnehmen.
  • Tuberkulose lässt sich in Stadien einteilen, je nachdem welche Merkmale der Krankheit man betrachtet.
  • Bei der Einteilung nach Symptomen spricht man von drei Stadien der Tuberkulose.
  • Das erste Stadium ist die latente Infektion, während der das Immunsystem den Erreger erfolgreich eindämmt und es nicht zu Symptomen kommt.
  • Bis zu 95 % der mit Tuberkulose Infizierten zeigen niemals Symptome.
  • Das zweite Stadium ist die Primärtuberkulose, bei der die Erreger Entzündungsherde in der Lunge bilden, welche häufig durch das Immunsystem abgekapselt werden.
  • Während dem zweiten Stadium zeigt der Infizierte manchmal weiterhin keine Symptome.
  • Scheitert die Abkapselung, kommt es zu Symptomen wie leichtem Fieber, Husten, Müdigkeit, Appetitverlust und geschwollenen Lymphknoten.
  • Bei immungeschwächten Patienten greift die Tuberkulose möglicherweise auf andere Organe über und führt so zu schweren Symptomen, die unbehandelt tödlich verlaufen können.
  • Das dritte Stadium ist die sekundäre Tuberkulose, bei der das zweite Stadium übersprungen wird und die Krankheit häufig erst Jahre später in Stadium drei ausbricht.
  • Die ersten Symptome in Stadium drei sind lang anhaltender Husten mit Auswurf (eventuell blutig), Fieber und Nachtschweiß.
  • Der blutige Auswurf ermöglicht den Erregern ein Übergreifen auf andere Organe und Körperteile.
  • Tuberkulose kann in zwei Stadien eingeteilt werden, je nach Nachweisbarkeit von Keimen.
  • Das erste Stadium ist die geschlossene Tuberkulose, bei der der Infizierte nicht ansteckend ist und entsprechend keine Erreger in Körperflüssigkeiten nachzuweisen sind.
  • Das zweite Stadium ist die offene Tuberkulose, bei der der Infizierte durch nachgewiesene Keime in Körperflüssigkeiten ansteckend sind.
  • Eine offene Tuberkulose bleibt unbehandelt offen, während sich eine geschlossene Tuberkulose unbehandelt spontan zu einer offenen Tuberkulose entwickeln kann.
  • Bei der Einteilung nach Organbefall teilt man die Tuberkulose in zwei Stadien.
  • In Stadium eins ist nur die Lunge befallen, weswegen es auch Lungentuberkulose heißt.
  • Mit 80 % gehören die meisten Tuberkulosefälle zu diesem Stadium.
  • Das zweite Stadium ist die Organtuberkulose, bei der neben der Lunge innere Organe, Gehirn und Körperteile wie Knochen, Wirbelsäule, Haut, Kehlkopf, Schleimhaut und Gehirn erkranken können.
  • Die Organtuberkulose ist durch drohendes Organversagen und stärkere Symptome gefährlicher.
  • Es existiert keine Impfung gegen Tuberkulose, weswegen immungeschwächte Menschen mit antituberkulös wirkenden Mitteln vor einer Ansteckung geschützt werden.

Ähnliche Beiträge