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11. SSW: Was passiert in der 11. Schwangerschaftswoche


Das erste Trimester ist nun fast geschafft. Die 11. Schwangerschaftswoche bzw. die 11. SSW, also die Zeit von Woche 10+0 bis 10+6, ist die dritte Woche des dritten Schwangerschaftsmonats.

Dein Kind wächst weiter, die Morgenübelkeit lässt hoffentlich nach. Was ansonsten in dieser Woche auf dich zukommt, wie sich dein Kind entwickelt und welche Untersuchungen nun sinnvoll sind, erfährst du im Folgenden.

Entwicklung des Kindes in der 11. Schwangerschaftswoche

Dein Kind misst nun ungefähr 4–5 cm vom Scheitel bis zum Steiß und ist damit so groß wie ein Rosenkohlröschen. Es wiegt ca. 9 g.

In der 11. SSW hat dein Kind bereits am ganzen Körper Haut und auch Finger- und Zehennägel beginnen, sich zu bilden. Und auch die Haare fangen an, den ganzen kleinen Körper zu bedecken. Die meisten Härchen werden bis zur Geburt wieder ausgefallen sein. Vor allem Frühchen, aber auch reif geborene Kinder, können diesem Flaum zum Teil jedoch noch haben.

Die Position der Arme verändert sich. Sie rücken langsam an die richtige Stelle. Ebenso wandern die Ohren an ihren endgültigen Platz. Die Milchzähne werden angelegt, das Skelett verknöchert weiter und der Brustkorb schließt sich. Die Entwicklung der Augen schreitet voran. Die Regenbogenhäute (auch Iris genannt) bilden sich.
Auch die geschlechtsspezifische Entwicklung geht weiter.

Was sieht man auf dem Ultraschall in der 11. Schwangerschaftswoche?

Das Herz deines Kindes schlägt weiterhin etwa doppelt so häufig in der Minute, wie deines. Zwischen 120 und 160 Schläge sind in dieser Zeit völlig normal.

Auf dem Ultraschall sind möglicherweise schon die Fingernägel erkennbar. Wenn dein Kind aktiv ist, kannst du auch sehen, wie es die Hände zu Fäusten ballt oder den eigenen Körper betastet. Ansonsten wird es weiterhin Purzelbäume schlagen und viel treten, um die Muskeln zu trainieren und die Motorik zu verbessern.
Das Geschlecht ist auf dem Ultraschall auch noch nicht erkennbar.

Wie verändern sich die Symptome der werdenden Mutter in der 11. SSW?

Die üblichen Symptome (Müdigkeit, Übelkeit, Stimmungsschwankungen) während des ersten Trimesters werden sehr wahrscheinlich weniger in dieser Woche. Mehr zu ihnen findest du im Artikel zu den Schwangerschaftssymptomen.

An die Stelle der Morgenübelkeit tritt nun womöglich langsam das Sodbrennen. Nahezu alle Schwangeren haben, vor allem nach der Zeit der Frühschwangerschaft, gelegentlich damit zu kämpfen. Die Gründe dafür sind zum einen die wachsende Gebärmutter, die den Magen verschiebt und ihm Platz nimmt. Die Schwangerschaftshormone führen außerdem dazu, dass deine Muskulatur schlaffer wird. So stellt dein Körper sicher, dass er der Gebärmutter nachgeben kann und der Geburtskanal sich unter der Geburt ausreichend dehnen wird.

Diese Hormone sorgen aber dafür, dass die gesamte Körpermuskulatur nachgiebiger wird. So ist auch der vermehrte Harndrang zu erklären. Im Magen sorgen sie dafür, dass der Magenpförtner, der normalerweise dafür sorgt, dass Nahrung und Magensäure im Magen bleibt, sich nicht mehr perfekt schließt. Dadurch kommt es häufiger zu einem Rückfluss, dem Sodbrennen.

Dagegen helfen viele kleine Mahlzeiten. Milch lindert das Symptom nur kurzzeitig und sorgt später dafür, dass es schlimmer wird. Wenn du viel Milch trinkst, um das Sodbrennen zu bekämpfen, muss dein Körper auch wieder mehr Magensäure bilden. So entsteht ein Teufelskreis. Besser eignen sich Mandeln. Kaue sie vor dem Schlucken gut durch, sodass sich eine breiige Masse in deinem Mund bildet. Die Mandeln neutralisieren die Magensäure und wirken wie ein zusätzlicher Schutz, der gegen das Aufsteigen hilft. Wenn du sehr unter Sodbrennen leidest, sprich mit deinem Arzt, ob es zugelassene Medikamente gibt.

Dein Geruchssinn kann weiterhin geschärft sein, sodass du eigentlich normale Gerüche als unangenehm empfindest. Auch merkwürdige Gelüste, die mit deiner besseren Nase zusammenhängen, sind in der 11. Schwangerschaftswoche möglich.

Langsam solltest du über Umstandskleidung nachdenken. Hosen für Schwangere gibt es auch als Jeans. Diese sitzen auf der Vorderseite sehr tief, sodass sie nicht auf deinen Bauch drücken. Ein dehnbarer Stoff, den du über den Bauch bis unter die Brust ziehen kannst, hält die Hose dennoch oben. Ob du dir auch Umstandsoberteile kaufst oder alte Teile, die du ohnehin nicht mehr trägst, ausleierst und nach der Geburt wegwirfst, bleibt dir überlassen.

Vor allem ab der 11. SSW kann es zu vermehrtem Ausfluss kommen. Dieser hängt mit dem erhöhten Östrogenspiegel zusammen. Zu Tampons solltest du während deiner Schwangerschaft nicht greifen. Binden sind für diese Zeit eine bessere Wahl. Achte außerdem darauf, dass der Ausfluss nicht übel riecht, grün oder gelblich ist. Das kann auf eine Infektion hindeuten. Er sollte klar oder milchig und geruchslos sein.

Wenn du bereits ein Kind hast, ist es möglich, dass du nun langsam die ersten Bewegungen spürst. Viele Frauen beschreiben die ersten Tritte ihres Kindes als Flattern von Schmetterlingsflügeln. Erstgebärende müssen sich noch eine Weile gedulden, ehe sie das normale Gluckern im eigenen Bauch von den ersten zaghaften Tritten ihres Kindes unterscheiden können.

Blutungen können in der 11. SSW auftreten und sind nicht zwingend ein Zeichen für eine Fehlgeburt. Das Risiko einer Fehlgeburt in der 11. Schwangerschaftswoche ist gering, aber lässt sich nicht genau berechnen. Mit einer gesunden Lebensweise mit ausgewogener Ernährung und leichter Bewegung machst du nichts falsch (sofern dein Arzt dir Sport nicht untersagt hat).

Nackenfaltenmessung als wichtige Untersuchung in der 11. Schwangerschaftswoche

Ab der 11., manchmal auch schon der 10. SSW, findet die Nackenfaltenmessung statt. Sie ermöglicht eine Einschätzung auf das Risiko einer genetischen Fehlbildung. Trisomie 13, 18, 21, das Turnersyndrom sowie Herzfehler, eine Bauchwandhernie und Skelett- oder Nierenfehlbildungen können so erkannt werden.

Die Nackenfaltenmessung wird von den meisten Krankenkassen nicht übernommen. Sie kostet je nach Bundesland etwa 100 Euro. Du musst sie nicht durchführen lassen. Diese Untersuchung lässt Schätzungen zu, wie hoch die Wahrscheinlichkeit einer der oben genannten Defekte ist. Um wirklich mit Sicherheit eine der Krankheiten feststellen zu können, sind aber weitere Untersuchungen nötig. Diese sind immer mit Risiken für das ungeborene Kind verbunden und können somit zu einer Fehlgeburt führen.

Daher, und um nicht vor der Frage zu stehen, ob sie ein behindertes Kind abtreiben möchten, entscheiden sich viele Frauen gegen eine Nackenfaltenmessung. Auf der anderen Seite hilft das Wissen dabei, sich auf die besonderen Bedürfnisse, die das Kind nach der Geburt haben wird, vorzubereiten.

Bei der Nackenfaltenmessung wird die Dicke der Nackenfalte, die sich zwischen der 11. und 14. Woche beim Fötus entwickelt, gemessen. Diese Nackenfalte bildet sich, weil zu diesem Zeitpunkt der Schwangerschaft Nieren und Lymphsystem des Kindes noch nicht zu 100 % arbeiten. Daher sammelt sich im Nackenbereich Wasser, was später wieder abgebaut wird.

Bei Kindern mit einer der genannten Fehlbildungen ist die Nackenfalte zu dieser Zeit deutlich dicker als bei gesunden Kindern. So kann der Gynäkologe die Wahrscheinlichkeit eines Defekts einschätzen. Dennoch können auch Kinder mit unauffälliger Nackenfalte eine Trisomie haben und andersrum Kinder mit deutlich mehr Wasseransammlung im Nackenbereich völlig gesund sein.

11. SSW: Die Checkliste

  1. Das Kind ist 4–5 cm lang (SSL) und wiegt 9 g.
  2. Nägel werden nun gebildet und das Milchzahngebiss wird angelegt. Das Skelett verknöchert und auf der Haut wachsen weiche Haare, die fast alle bis zur Geburt wieder ausgefallen sein werden.
  3. Extremitäten und Ohren verändern ihren Platz. Die Regenbogenhäute der Augen werden gebildet.
  4. Fingernägel können auf dem Ultraschall schon sichtbar sein. Ansonsten ist hauptsächlich die hohe Aktivität der Kinder in dieser Zeit spannend. Ihre Bewegungen werden gezielter. Sie können Fäuste machen und sich berühren.
    Eine sichere Nennung des Geschlechts ist noch nicht möglich.
  5. Sodbrennen kann bei der werdenden Mutter langsam auftreten. Es wird ausgelöst durch die veränderte Position des Magens und die weichere Muskulatur, die einen Rückfluss begünstigt. Mandeln und viele kleine Mahlzeiten am Tag können dagegen helfen.
  6. Geruchs- und Geschmackssinn können weiterhin verändert sein in dieser Zeit.
  7. Umstandskleidung wird langsam nötig.
  8. Östrogenbedingter Ausfluss kann auftreten. Er sollte geruchslos und klar oder milchig sein. Bei übelriechendem Ausfluss, der gelblich oder grünlich ist, solltest du einen Arzt aufsuchen.
  9. Erstgebärende werden wahrscheinlich noch keine Bewegungen ihres Kindes spüren. Bei Frauen, die bereits Kinder haben, kann das anders sein. Womöglich nehmen sie jetzt schon die ersten Tritte wahr.
  10. Bei Blutungen solltest du deinen Gynäkologen befragen. Das Risiko einer Fehlgeburt besteht in der 11. Schwangerschaftswoche zwar noch, ist jedoch gering.
  11. Ab der 11. SSW kann die Nackenfaltenmessung durchgeführt werden. Dadurch kann das Risiko einer Trisomie, des Turnersyndroms, Herzfehler, einer Bauchwandhernie und Skelett- oder Nierenfehlbildungen eingeschätzt werden. Sie wird häufig nicht von der Krankenkasse übernommen und lässt nur eine Schätzung zu. Sicherheit bieten nur daran anschließende Untersuchungen, die gefährlich für das Kind sein können.

Weitere Wochen und Monate der Schwangerschaft


Dieser Fachartikel ist in Zusammenarbeit mit Ärzten, Hebammen und Apothekern entstanden.
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