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Was passiert im 8. Schwangerschaftsmonat


Der Geburtstermin rückt immer näher. Dein Kind und Dein Körper bereiten sich immer mehr auf den großen Tag vor. Kaum zu glauben, aber Dein Kind macht im achten Monat noch einen enormen Entwicklungsschub. Es legt kräftig an Gewicht zu, manche Kinder nehmen bereits die endgültige Lage für die Geburt ein. Der Countdown läuft.

Entwicklung des Kindes im 8. Schwangerschaftsmonat

Dem achten Schwangerschaftsmonat, der die 29. bis. 32. SSW umfasst, fiebern viele bald werdende Eltern entgegen. Denn in dieser Zeit steht die dritte Ultraschalluntersuchung an – ein langersehntes Wiedersehen.

Im Ultraschall wird die zeitgerechte Entwicklung des Kindes kontrolliert. Der Arzt überprüft die Lage, Herzaktivität sowie die Bewegungen des Kindes. Zudem können die Fruchtwassermenge, die Funktion und Lage der Plazenta, die das ungeborene Kind in der Schwangerschaft mit wichtigen Nährstoffen versorgt, bestimmt werden.

Auch eine weitere Vorsorgeuntersuchung steht im 8. Schwangerschaftsmonat auf dem Plan. Dabei werden der Blutdruck, das Gewicht und der Urin der werdenden Mutter überprüft. Des Weiteren kontrolliert der Arzt die Hämoglobinwerte. Hämoglobin ist ein sauerstoffbindendes Protein, das sich in den roten Blutkörperchen befindet und dazu beiträgt, dass das ungeborene Kind über die Nabelschnur ausreichend mit dem Sauerstoff versorgt wird. Sind die Hämoglobinwerte zu niedrig, kann es ein Anzeichen für einen Eisenmangel sein.

Im letzten Trimester ist die organische Entwicklung des Kindes so gut wie abgeschlossen. Auch die Lungenfunktion ist gegen Ende des 8. Schwangerschaftsmonats fast ausgereift und bereitet sich auf den ersten Atemzug vor. In den letzten Wochen geht es vor allem ums Kräftigwerden. So lautet die Devise: Gewicht zulegen und wachsen. Du und Dein Baby können in der 32. SSW auf etwa 43 cm und ein Gewicht von 1800 Gramm richtig stolz sein.

Dein Kind bereitet sich immer mehr auf das Leben außerhalb des Bauches vor. Durch das regelmäßige Schlucken des Fruchtwassers fördert es sein Verdauungssystem. Auch seine Sinnesorgane werden von Woche zu Woche besser. Es nimmt seine Umwelt hervorragend wahr und reagiert auf Geräusche und Berührungen.

Symptome und Beschwerden im 8. Schwangerschaftsmonat

Der Körper der Frau verändert sich in jedem Monat der Schwangerschaft. So stellt der achte Monat auch keine Ausnahme dar.

Dein Baby wird nun bis zur Geburt etwa 500 Gramm pro Woche an Gewicht zulegen. Das kindliche Verlangen nach Nährstoffen merkst Du auch sicherlich an Deinem großen Appetit. Der immer mehr wachsende Bauch erlaubt Dir jedoch keine großen Portionen zu essen. Versuche daher über den Tag verteilt viele kleine Portionen zu sich zu nehmen. Leichte sowie eiweiß- und vitaminreiche Kost ist besonders empfehlenswert.

Jeder Frau und jede Schwangerschaft sind einzigartig und individuell. Manche Frauen fühlen sich noch absolut fit, andere leiden an Wassereinlagerungen, Müdigkeit und Kurzatmigkeit. Regelmäßige Spaziergänge an der frischen Luft und schonende Sportarten wie Schwangerschaftsyoga oder Schwimmen können die Beschwerden lindern.

Der große Bauch und die nächtlichen Aktivitäten des Babys machen zudem einen ruhigen Schlaf fast unmöglich. Für die Geburt und die Zeit danach brauchst Du jedoch viel Kraft. Nutze daher unbedingt die täglichen Ruhepausen und versuche Dich in jeder freien Minute zu entspannen. So kannst Du den Schlafmangel etwas kompensieren.

Ein weiteres Thema, das viele Frauen in der Schwangerschaft beschäftigt, ist die Gewichtszunahme. Vielleicht merkst Du, dass Dein Appetit nun größer wird und Du eine Angst für eine starke Gewichtszunahme entwickelst. Die optimale Gewichtszunahme richtet sich nach dem Body-Mass-Index (BMI) vor der Schwangerschaft. Diese kannst Du wie folgt berechnen:

  • Dein Gewicht vor der Schwangerschaft geteilt durch Deine Körpergröße im Quadrat.
  • Beispiel: Vor der Schwangerschaft hast Du 65 kg bei einer Größe von 1,70 m gewogen. Zunächst rechnest Du das Quadrat Deiner Körpergröße aus, also 1,70 x 1,70 = 2,89 qm
  • Dein Body-Mass-Index ergibt nun 65 : 2,89 = 22,5
  • Die BMI-Skala:
    • Unter 18,5: Untergewicht
    • 18,5 bis 25: Normalgewicht
    • 25 bis 30: Übergewicht
    • Ab 30: Fettleibigkeit
    • Der Wert 22,5 liegt somit im Normalgewicht.

Die optimale Gewichtszunahme in der Schwangerschaft bei normalgewichtigen Frauen liegt zwischen 10 und 16 Kilogramm. Bei Untergewicht empfehlen die Ärzte eine Zunahme zwischen 12 und 18 Kilogramm. Frauen mit Übergewicht sollten nicht mehr als 11 kg und mit Fettleibigkeit nicht mehr als 6 Kilogramm zunehmen.

Wichtig ist, dass Du langsam zunimmst. Große Gewichtssprünge können Dehnungsstreifen verursachen. Versuche Dich gesund zu ernähren. Für zwei essen, musst Du nicht. Erst jetzt, im dritten Trimester, erhöht sich Dein Bedarf um 500 Kalorien pro Tag.

Lagert Dein Körper in der Schwangerschaft viel Wasser ein, kann es sich deutlich an der Waage zeigen. Viel trinken und das Hochlegen der Beine hilft bei Wassereinlagerungen. Auch ein Saunabesuch kann dabei unterstützend wirken. Durch das Schwitzen verlierst Du viel Wasser. Achte unbedingt darauf, nicht mehr als 10 Minuten bei maximal 60 Grad zu saunieren.

Ziehen im Bauch und Probleme bei der Verdauung im 8. Schwangerschaftsmonat

Die typischen Beschwerden im achten Schwangerschaftsmonat beziehen sich vor allem auf das Verdauungssystem. Mit diesen Tipps kannst Du die Beschwerden lindern:

Verstopfung

Etwa 50 % aller Schwangeren leiden unter Verstopfung. Stress, Bewegungsmangel, Druck der Gebärmutter und Eisenpräparate können die Ursache sein. Ballaststoffreiche Ernährung wie Haferflocken, Leinsamen, Vollkornbrot, Nüsse sowie Trockenfrüchte und ausreichend Bewegung wirken bei Verstopfung unterstützend.

Blähungen

In der Schwangerschaft produziert der Körper Hormone, die für die Entspannung der Muskel sorgen. Dies ist notwendig für die Dehnung der Haut bei wachsendem Bauch. Diese Hormone wirken auf den Darm und machen ihn träge. Dadurch entstehen vermehrt Gase und verursachen Blähungen. Verzichte auf Hülsenfrüchte wie Bohnen oder Erbsen und Lauchgemüse. Kleine Portionen sowie Anis- und Fencheltee helfen bei einem Blähbauch.

Sodbrennen

Die wachsende Gebärmutter übt einen großen Druck auf den Magen. Folglich kann die Magensäure einfacher in die Speiseröhre fließen und verursacht Sodbrennen. Kleine Mahlzeiten und ein zusätzliches Kissen beim Schlafen können Abhilfe schaffen. Milch, Haferflocken und Mandeln neutralisieren die Säure und reduzieren das brennende Gefühl.

Keine Panik vor Übungswehen

Übungswehen gehören zu der Schwangerschaft genauso wie der wachsende Bauch. Dabei handelt es sich, wie der Name schon sagt, um eine Übung des Körpers für die bevorstehende Geburt. Die Muskulatur der Gebärmutter zieht sich zusammen und entspannt sich wieder.

Dieser Vorgang wird vom Körper mehrmals wiederholt, acht- bis zehnmal pro Tag ist normal. Genau das Gleiche passiert bei der Geburt, nur in einer viel stärkeren Form und öfters. Keine Angst – die Übungswehen können keine Geburt auslösen. Bei Übungswehen wird der Bauch hart – es kann sich unangenehm anfühlen, weh tut es aber nicht.

Manchen Frauen wird dabei ganz warm, der Herzschlag und die Atmung beschleunigen sich. Treten die Übungswehen öfters als zehnmal pro Tag und mehr als dreimal pro Stunde, solltest Du vorsichtshalber Deinen Frauenarzt kontaktieren.

Übungswehen werden in etwa 36. Woche durch Senkwehen abgelöst. Der Übergang kann dabei sehr fließend sein. Bei Senkwehen senkt sich die Gebärmutter mit dem Baby in das Becken. Manche Frauen empfinden die Senkwehen als unangenehmes Ziehen, bei den anderen kann ein schmerzhaftes Spannungsgefühl entstehen, das in die Beine und in den Rücken ausstrahlt. Eine sanfte Wärme kann die Schmerzen lindern. Wie wäre es mit einem angenehm warmen Entspannungsbad?

Der Geburtsvorbereitungskurs

Wahrscheinlich besuchst Du bereits jetzt den Geburtsvorbereitungskurs, wenn nicht, dann solltest Du unbedingt damit anfangen, denn der Kurs umfasst 14 Stunden und dauert in der Regel zwischen 8 und 14 Wochen.

Das Ziel des Kurses ist es, Dich sowohl mental als auch körperlich auf die Geburt vorzubereiten. Der Austausch mit der Hebamme und anderen Frauen nimmt Dir Angst vor dem Unbekannten. Wie merke ich, dass die Geburt losgeht? Was geht in meinem Körper vor? Wie läuft die Geburt ab? Diese Fragen und viele mehr schwirren im Kopf der meisten schwangeren Frauen.

In dem Kurs bekommst Du viele Informationen und Tipps, die Dir in der nächsten Zeit helfen werden. Du lernst Atemtechniken und Körperpositionen, die bei Geburtsschmerzen unterstützend wirken. Du hast die Möglichkeit Fragen zu stellen und Dich mit anderen Schwangeren auszutauschen.

To-Do für den 8. Schwangerschaftsmonat

Auch im achten Monat, bevor die Schwangerschaft in die Zielgerade geht, hast Du noch einiges zu erledigen. Mit diesen Tipps bist Du auf der sicheren Seite:

Erstausstattung

Langsam, aber sicher solltest Du Dich um die Erstausstattung für Dein Kind kümmern. Denn mit fortschreitender Schwangerschaft wird das Shoppen immer schwieriger. Zudem lassen die süßen Söckchen und Strampler das Mutterherz schneller schlagen.

Kaufe nicht zu viele Kleidungsstücke, vor allem nicht in der Neugeborenen-Größe 56, Dein Kind wird innerhalb der ersten Woche rauswachsen. Selbstverständlich benötigt Dein Baby nicht nur Kleidung. Der Kinderwagen, das Bettchen, der Wickeltisch, die Babyschale fürs Auto sowie Pflegeprodukte gehören zur Babys Erstausstattung. Lass Dich in einem Fachgeschäft und von Deiner Hebamme beraten.

Mutterschutz

Bald wirst Du von Deinem Arbeitgeber in den Mutterschutz, der sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin beginnt, entlassen. Die Schutzdauer ist gesetzlich festgelegt und endet mit Ablauf der achten Woche nach der Entbindung.

Jetzt wird höchste Zeit im Job alle Aufgaben abzuschließen und sich Gedanken über die Elternzeit zu machen. Jedes Elternteil hat Anspruch auf eine dreijährige Elternzeit und Elterngeld. Das Elterngeld errechnet sich aus dem durchschnittlichen Nettogehalt der letzten zwölf Monate und beläuft sich auf mind. 300 Euro und höchstens 1800 Euro.

Vereinbare bereits jetzt einen Termin in der Geburtsklinik. Die Überweisung dafür bekommst Du von Deinem Frauenarzt. Überlege Dir im Vorfeld Fragen, die Dich interessieren. Schreibe sie am besten auf einem Zettel auf, so kannst Du während der Vorstellung in der Klinik nichts vergessen. Damit die klinische Umgebung auch für Deinen Partner nicht ganz fremd ist, ist es empfehlenswert, dass er mit Dir zusammen zum Termin geht.

Die Kliniktasche schon gepackt?

Der Geburtstermin nähert sich – bereits im achten Schwangerschaftsmonat solltest Du für den Fall der Fälle die Tasche für die Klinik packen. Denke dabei an bequeme Kleidung, Still-BHs, Bademantel, warme Socken, Hausschuhe sowie ein altes, großes T-Shirt für die Geburt.

Pflegeprodukte für Dich sowie Kleidung für Dein Neugeborenes gehören ebenso in die Kliniktasche. Zudem sind wichtige Dokumente wie Mutterpass, Krankenversicherungskarte, Krankenhaus-Einweisung und Personalausweis unbedingt mitzunehmen.

Verheiratete Paare benötigen zudem die Heiratsurkunde oder das Familienstammdatenbuch. Bei Ledigen sind die Geburtsurkunde und die eventuelle Vaterschaftsanerkennung notwendig.

Der passende Kinderarzt

Es ist wichtig, dass Du für Dein neugeborenes Kind einen guten Kinderarzt findest, der sich möglichst nicht zu weit von Deinem Zuhause befindet. Der Kinderarzt führt in regelmäßigen Abständen die sogenannten Früherkennungsuntersuchungen (U1 – U9) durch. Die Untersuchungen ermöglichen, dass eventuelle Gesundheitsprobleme und Auffälligkeiten frühzeitig erkannt werden und schwerwiegende Folgen vermieden bzw. reduziert werden. Der Kinderarzt unterstützt Dich und Dein Kind in allen Gesundheitsfragen und berät zu den Impfungen.

Die erste Untersuchung (U1) wird gleich nach der Geburt durchgeführt und fokussiert sich auf die lebenswichtigen Funktionen beim neuen Erdenbürger. Die zweite Untersuchung (U2) findet in der Regel zwischen dem 3. und 10. Lebenstag statt und erfolgt entweder noch in der Klinik oder bereits in der Kinderarztpraxis.

Betreuung nach der Geburt:

Spreche mit Deiner Hebamme über die Betreuung nach der Geburt. Die Nachsorge übernimmt sie gern. Am Anfang besucht Dich die Hebamme fast täglich, um nach Dir und Deinem Baby zu schauen. Sie kontrolliert die Entwicklung des Babys und steht Dir mit Rat und Tat zur Seite. Sie nimmt Dir die anfänglichen Ängste, unterstützt Dich bei Fragen zur Babypflege und Stillen. Zudem überprüft sie die Rückbildung Deiner Gebärmutter.

Wenn Du Dir über Etwas Sorgen machst, wenn Du Dich unwohl fühlst, dann sprich mit Deinem Arzt und mit Deiner Hebamme. Höre auf Deinen Körper, auf Deine Wünsche und Bedürfnisse. Die Schwangerschaft ist eine ganz besondere und einzigartige Zeit im Leben einer Frau. Genieß diese Zeit ohne Sorgen.


Alle Wochen und Monate der Schwangerschaft


Dieser Fachartikel ist in Zusammenarbeit mit Ärzten, Hebammen und Apothekern entstanden.
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