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20. SSW: Was passiert in der 20. Schwangerschaftswoche


Mit der 20. Schwangerschaftswoche bzw. als 20. SSW. abgekürzt, geht auch der fünfte Schwangerschaftsmonat zu Ende. Sie reicht von Woche 19+0 bis 19+6. Gleichzeitig endet mit ihr die erste Hälfte deiner Schwangerschaft. Die erste Zeit ist für dich rückblickend vermutlich wie im Fluge vergangen und so langsam kannst du deinem Bauch beim Wachsen nahezu zusehen.

Wie sich dein Kind in dieser Woche entwickelt, was sich für dich verändert, sowie was jetzt und nach der Geburt wichtig ist, ist in diesem Artikel Thema.

Entwicklung des Kindes in der 20. Schwangerschaftswoche

Zwischen 18 und 25 cm misst dein Kind in der 20. SSW. Das entspricht ungefähr der Größe einer Papaya. Etwa 300 g Körpergewicht kann es nun schon auf die Waage bringen.

Damit würde es bereits mehr wiegen als die leichtesten Frühchen, die bisher verzeichnet wurden. 2015 kam ein Baby in der 26. Schwangerschaftswoche zur Welt, das nur 229 g wog. Dies zeigt nicht nur, wie weit die Medizin mittlerweile fortgeschritten ist, sondern auch, dass es durchaus zu stärkeren Abweichungen bei Größe und Gewicht des Ungeborenen kommen kann. Mach dir also keine Sorgen, wenn die Werte, die dir dein Gynäkologe mitteilt, nicht mit denen übereinstimmen, die du hier findest.

In der 20. Schwangerschaftswoche geht es vor allem um die weitere Verknöcherung des Skeletts. Dieser Prozess ist auch weit nach der Geburt noch nicht abgeschlossen. Dein Baby muss für die Geburt noch weich und flexibel bleiben, um dem engen Geburtskanal nachgeben zu können. Wundere dich daher nicht, wenn dein Baby nach der Geburt deutliche O-Beine hat. Das mag ungesund aussehen, ist aber ganz natürlich und wird sich in den nächsten Lebensjahren verwachsen.

Auch das Gehirn wächst weiter. Minütlich entstehen etwa 200.000 Gehirnzellen. Bei seiner Geburt wird dein Kind um die 100 Milliarden davon besitzen.

Die Augen haben ihren endgültigen Platz erreicht. Das Gesicht deines Kindes wird sich ab jetzt kaum noch verändern, sondern hauptsächlich wachsen.

Die Sinneswahrnehmungen, die immer stärker ausgeprägt werden, beeinflussen das Trinkverhalten deines Kindes. Das Fruchtwasser schmeckt anders je nachdem, was du gegessen hast. Isst du viel Obst oder andere süße Sachen, wird auch dein Fruchtwasser süß. Bei Gemüse wird es eher bitter. Dein Baby kann diese Geschmäcker unterscheiden und merkt sie sich. Es wird also von nun an mehr Fruchtwasser trinken, wenn dieses besser schmeckt. Auch Geräusche und Lieder kann dein Baby schon als Erinnerung speichern. Vielleicht spielst du deinem Baby von nun an jeden Abend die Spieluhr vor, die es nach seiner Geburt bekommen soll?

Übrigens ist auch die Muttermilch leicht süß. Der Mensch mag von Natur aus süße und salzige Nahrungsmittel besonders gern. Er kann durch den Geschmack ableiten, dass die Nahrung energie- oder mineralienreich sein muss. Es ist daher ganz natürlich, dass dein Baby schon jetzt lieber vom süßen Fruchtwasser naschen wird als vom bitteren.

Weiterhin sprießen am Kopf feine Haare und dein Baby ist noch immer ein wahrer Turner. Sein unermüdliches Training bereitet es auf die veränderten Bedingungen nach der Geburt vor. Es kommt von einem warmen Ort in der Schwerelosigkeit und benötigt daher eine gute Muskulatur, um sich fortzubewegen.

Ja, richtig gehört, auch ein Neugeborenes kann sich in den allermeisten Fällen bereits vorwärts schieben. Auf diese Weise versucht es meist nur kurze Zeit nach der Geburt, deine Brust zu finden. Bestimmte Reflexe helfen ihm dabei. Spürt es einen Widerstand an der Fußsohle, versucht es, diesen wegzuschieben, und robbt dadurch langsam vorwärts.

Was sieht man in der 20 SSW. auf dem Ultraschall?

Solltest du dein Kind bisher noch nicht gespürt haben, kannst du zumindest weiterhin auf dem Ultraschall seine wilden Bewegungen beobachten. Verschiedene Organe sind schallbar, die Nase hat ihre charakteristische Form angenommen und sollte im Untersuchungszimmer laute Musik spielen, könntest du vielleicht sogar sehen, wie dein Kind sich die Ohren zuhält.

Auch wenn ein gewisses Restrisiko bleibt, ist um die 20. SSW in der Regel das Geschlecht sehr gut bestimmbar. Möchtest du dich überraschen lassen, erinnere deinen Gynäkologen am besten vor jeder Untersuchung daran.

Symptome der Mutter in der 20. Schwangerschaftswoche

Mit etwa sechs bis sieben Kilogramm mehr, die du tragen musst, tun dir womöglich schnell die Füße weh. Auch das Atmen kann dir langsam schwerfallen und du merkst deutlich schneller eine Ermüdung, wenn du spazieren gehst oder Treppen steigst.

Deine Gebärmutter hat ihre Größe mittlerweile verdreifacht. Sie endet etwa auf Höhe deines Bauchnabels und wird von nun an, wöchentlich einen Zentimeter dazugewinnen. Dadurch drückt sie Woche für Woche stärker auf deine inneren Organe, was auch deine Lunge beeinträchtigt. Schone dich daher, wenn du merkst, dass du nicht mehr so leistungsfähig bist. Im Beruf stehen dir weiterhin Sitzpausen zu. Nutze diese, auch wenn dies für deine Kollegen mehr Stress bedeutet. Du musst in deinem Zustand vor allem an dich denken. Deine Kollegen werden auch ohne dich klarkommen. Das müssen sie in ein paar Wochen sowieso.

Auch Rückenschmerzen können auftreten. Das erhöhte Gewicht und die hormonelle Weichstellung der Knochen führen dazu. Wenn du viel sitzt, stehe ruhig zwischendurch mal auf und gehe ein paar Schritte. Strecken und leichte Übungen, die den Rücken stärken, kann ebenfalls bei Rückenschmerzen helfen. Außerdem solltest du darauf achten, kein Hohlkreuz zu machen, wenn du stehst. Erinnere dich immer wieder bewusst daran, dich gerade hinzustellen. Wenn du dabei ganz leicht in die Knie gehst, hilft das, ein Hohlkreuz zu vermeiden.

Ab der 20. Schwangerschaftswoche ist es sehr wahrscheinlich, dass die allermeisten werdenden Mütter die ersten Bewegungen spüren. Erstgebärende sind sich vielleicht noch nicht sicher, ob das, was sie da bemerken, wirklich Kindesbewegungen sind. Doch schon bald werden diese Tritte und Purzelbäume stärker werden und keinen Zweifel mehr zulassen.

Von außen sind die Bewegungen vermutlich noch nicht spürbar. Dein Partner kann aber trotzdem schon Kontakt zu eurem Kind aufnehmen. Wenn er deinen Bauch streichelt, spürst du vielleicht eine Reaktion und kannst sie ihm mitteilen. Dein Partner kann außerdem sein Ohr an deinen Bauch legen und die Bewegungen als Gluckern hören.
Weitere Symptome, die in deiner bisherigen Schwangerschaft auftreten können, kannst du in einem früheren Artikel nachlesen.

Der Geburtsvorbereitungskurs

Du hast dich bestimmt schon um eine Hebamme gekümmert, die die Nachsorge oder sogar die Geburt begleiten wird. Wenn diese Hebamme keinen Geburtsvorbereitungs- oder Rückbildungskurs anbietet, wird es nun höchste Zeit, dass du dich darum kümmerst.

Der beste Zeitpunkt, um mit dem Geburtsvorbereitungskurs zu beginnen, ist um die 24. Schwangerschaftswoche, also zu Beginn des dritten Trimesters. So hast du noch genug Zeit und wirst nicht nur die Hälfte der Termine wahrnehmen können, weil die Geburt bereits einsetzt, und bist in deine Bewegungsfreiheit noch nicht allzu sehr eingeschränkt.

Bei dem Vorbereitungskurs lernst du andere Schwangere kennen, wirst leichte Sportübungen machen, die vor allem die Muskelgruppen ansprechen, die in der nächsten Zeit besonders gefordert sind, und wirst über den Ablauf einer Geburt informiert. Atemtechniken, Geburtsstellungen und wie dein Partner, bzw. die Person, die du bei der Geburt dabei haben möchtest, dir helfen kann – werden ebenfalls Thema sein.

Vergiss dabei nicht, dass jede Geburt individuell ist. Wenn du bereits Kinder hast, wirst du vielleicht wissen, dass keine Geburt wie die andere ist. Auch Frauen mit vielen Kindern können bei der nächsten Geburt wieder überrascht werden.
Du wirst von dem Angebot eines Geburtsvorbereitungskurses profitieren, auch wenn du schon eine Geburt erlebt hast.

Das Kinderzimmer – was muss vor der Geburt vorbereitet werden?

Viele werdenden Eltern machen sich in dieser Zeit verrückt. Der wachsende Bauch und die ersten Geschenke von Verwandten und Freunden zum Thema Baby lassen in ihnen den Eindruck keimen, dass bis zur Geburt alles perfekt sein muss. Zusätzlich bekommen manche Frauen einen richtigen Nestbautrieb. Sie fangen dann nicht nur an, wie wild alles zu putzen, sondern wollen vielleicht doch noch eine andere Tapete im Kinderzimmer an die Wand bringen oder beziehen schon mal das Babybett, drapieren Kuscheltiere drumherum und legen auf dem Wickeltisch alles bereit.

In den ersten Wochen und Monaten braucht dein Baby vor allem seine Eltern. Du wirst staunen, wie wenig du dich, mit Ausnahme vom Wickeln, in seinem Kinderzimmer aufhalten wirst. Natürlich ist es beruhigend, wenn schon vor der Geburt alles an seinem Platz ist. Aber deinem Baby ist es egal, wenn der Kleiderschrank noch fehlt oder Kartons auf dem Boden stehen.

Worum du dich dennoch schon kümmern kannst, ist das Babybett, sofern dein Baby in seinem eigenen Bettchen schlafen soll. Die Variante des Beistellbetts kombiniert das Familienbett, in dem Eltern und Kind in einem Bett schlafen, mit dem eigenen Bettchen. Wofür du dich letztendlich entscheidest, bleibt dir überlassen. Ein paar Kleidungsstücke kannst du ebenfalls schon vorbereiten. Bei all den Geschenken, mit denen werdende Eltern überhäuft werden, brauchst du dir vermutlich keine Gedanken um ein Paket Windeln, Feuchttücher, Cremes und Babyöl machen.

Versuche, der zweiten Hälfte deiner Schwangerschaft gelassen entgegenzusehen, auch wenn beispielsweise noch ein Umzug ansteht und das Kinderzimmer noch weit entfernt davon ist, benutzbar zu sein. In erster Linie braucht dein Baby Liebe und Geborgenheit. Die kannst du ihm ganz unabhängig von einem fertig eingerichteten, eigenen Zimmer geben.

Zusammenfassung

  1. Das Baby wiegt um die 300 g und ist zwischen 18 und 25 cm lang.
  2. Sein Skelett verknöchert und im Gehirn bilden sich 200.000 Gehirnzellen pro Minute.
  3. Seine immer besser werdenden Sinne ermöglichen deinem Kind, sich an Eindrücke zu erinnern. Musik und der Geschmack des Fruchtwassers werden neben den Stimmen seiner Eltern bereits gespeichert.
  4. Die unermüdlichen Muskelübungen ermöglichen deinem Kind, sich nach der Geburt von deinem Bauch bis zu deiner Brust vorzuarbeiten.
  5. in der 20. Schwangerschaftswoche sind seine Bewegungen, sein Gesicht, Geschlecht und Organe per Ultraschall darstellbar.
  6. Deine Gebärmutter endet etwa auf Bauchnabelhöhe. Sie hat ihre Größe seit Beginn deiner Schwangerschaft verdreifacht.
  7. Der Druck auf die Lunge und deine anderen Organe lassen dich möglicherweise schneller müde werden. Dir stehen laut Gesetz Sitzpausen im Beruf zu, die du unbedingt nutzen solltest.
  8. Gegen Rückenschmerzen kann es helfen, ein Hohlkreuz zu vermeiden und leichte Übungen, die die Muskulatur stärken, durchzuführen. Allgemein sind leichte sportliche Aktivitäten zu empfehlen, sofern dein Arzt dir kein Verbot ausgesprochen hat.
  9. Sehr wahrscheinlich spüren die meisten werdenden Mütter ab der 20. SSW Bewegungen ihres Kindes. Der werdende Vater kann diese von außen noch nicht wahrnehmen, aber sie eventuell als gluckerndes Geräusch hören, wenn er sein Ohr auf deinen Bauch legt.
  10. Beim Geburtsvorbereitungskurs lernst du andere Schwangere kennen und wirst mit Übungen und Wissen auf die Geburt vorbereitet. Die Hebamme, die den Kurs leitet, hat auch Tipps für die Person, die die Geburt begleiten soll.
  11. Der Nestbautrieb kann bei manchen werdenden Eltern dazu führen, dass sie bereits jetzt ein fertiges, perfekt eingerichtetes Kinderzimmer vorweisen möchten. Wichtig ist in der ersten Zeit nach der Geburt für dein Kind vor allem, dass seine Eltern da sind und ihm Liebe und Geborgenheit vermitteln. Das Kinderzimmer kann erstmal an zweiter Stelle stehen. Du musst dir keinen Stress machen, wenn es, aus welchen Gründen auch immer, noch nicht fertig eingerichtet ist.

Falls du weitere Informationen zu anderen Schwangerschaftswochen suchst, findest du diese auf unserer Übersichtsseite.


Dieser Fachartikel ist in Zusammenarbeit mit Ärzten, Hebammen und Apothekern entstanden.
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