Skip to main content

Konkurrenz


Die Konkurrenz ist die Gesamtheit aller Wettbewerber, Nebenbuhler, Rivalen – welche das gleiche Ziel verfolgen oder einen Anspruch auf die gleichen Ressourcen erheben. Der Begriff wird in der Wirtschaft, Biologie, Psychologie, im Sport, in der Gesellschaft und der Politik verwendet, um die Grenzen des Wettbewerbs zu definieren.

Wirtschaft

Bei betriebswirtschaftlicher Konkurrenz existieren auf einem Markt, in einem Segment oder Ähnlichem immer zwei Akteure, welche das gleiche Ziel verfolgen oder die gleichen Ressourcen nutzen. Diese Ressourcen unterliegen einer Knappheit, wodurch ein Kampf (Konkurrenzkampf) um diese Ressourcen entsteht. Betriebswirtschaftliche Ressourcen am Markt kann die Anzahl der Kunden sein oder die Anzahl qualifizierter Mitarbeiter. Beide Akteure, in den meisten Fällen sind das Unternehmen, ringen um diese Ressourcen und versuchen diese, für sich zu beanspruchen.

Begründet ist dieser Ressourcenwettbewerb durch die Zielsetzungen der beteiligten Unternehmen. Das Ziel kann beispielsweise Umsatzsteigerung sein, wofür man mehr zahlungsfähige Kunden benötigt. Für die Qualitätssteigerung oder Produktentwicklung als Ziel benötigt man qualifiziertes Personal. In beiden Fällen muss um knappe Ressourcen mit dem Wettbewerber gerungen werden.

Der Ausdruck „Konkurrenz belebt das Geschäft“ zeigt auf, dass dieser Ressourcenkampf dazu führt, dass sich die Unternehmen immer weiterentwickeln. Denn durch den Konkurrenzkampf werden mittelfristig bessere Arbeitsbedingungen entstehen, Kunden erhalten bessere Angebote oder bestehende Produkte werden weiterentwickelt.

Die Konkurrenz gibt die Grenzen am Markt vor, verschiebt diese allerdings regelmäßig – wodurch ein Druck auf alle Teilnehmer zum Nachziehen entsteht, was wiederum dauerhaft den Markt verändern wird.

Biologie

Konkurrenz in der Biologie, speziell in der Ökologie und Evolution, ist ein Wettbewerb um Territorien, Nahrung und Sexualpartner. Da diese drei Ressourcen ebenfalls begrenzt sind, führt dies zu verschiedenen Verhaltensweisen der Lebewesen.

Ökologie

In Ökosystemen konkurrieren artfremde Lebewesen um Lebensraum und Nahrungsquellen. Dieser Konkurrenzkampf findet auf Ebene der Nahrungsketten und deren Stufen statt. Konsumenten der ersten Ordnung, also Pflanzenfresser, konkurrieren mit anderen Konsumenten der gleichen Stufe um Pflanzennahrung.

Da Nahrung eine knappe Ressource darstellt, weitet sich der Konkurrenzkampf auf Territorien aus, welche Nahrung bieten bzw. versprechen. Die Besetzung dieser Lebensräume ist somit Teil des Konkurrenzkampfes um Nahrung innerhalb einer bestimmten Stufe auf der Nahrungskette.

Konsumenten höherer Ordnung, wie Fleischfresser, konkurrieren ebenfalls um Nahrungsressourcen und sekundär um Territorien, welche Nahrung versprechen. Die Nahrungskette der Fleischfresser beläuft sich allerdings auf mehrere Stufen, da größere Tiere zu Prädatoren für kleinere Raubtiere werden.

Haie als Meeresraubtiere fressen beispielsweise Robben, welche ebenfalls Raubtiere sind. Allerdings stehen Robben auf einer anderen Stufe der Nahrungskette und stellen nur bedingt eine Konkurrenz dar. Dennoch fressen auch Haie andere Fische, welche zur Mahlzeit der Robben gehören.

Es gilt zu sagen, je höher die Stufe, desto mehr Konkurrenz liegt vor. In diesem Zusammenhang wird der Begriff „Fressfeind“ verwendet, welcher die Teilnehmer der Nahrungskonkurrenz umfasst. Fressfeinde sind zum Beispiel: Löwen, Leoparden und Hyänen – welche alle in Afrika leben, auf einer Rangstufe stehen und somit auf beschränkte Territorien und Nahrung zugreifen müssen.

Die letzte Stufe der Nahrungskette belegt der Mensch. Da die Konkurrenz auf den Nahrungskettenstufen immer weiter zunimmt, konkurrieren Menschen mit allen Lebewesen um Nahrung und Lebensraum. Deshalb werden größere Raubtiere, wie Wölfe und Bären bejagt, da diese eine Bedrohung des Viehs darstellen und somit zu Fressfeinden werden.

Evolution

Der weitaus größte Konkurrenzkampf findet nicht zwischen verschiedenen Arten, sondern innerhalb der Art statt. Denn neben Nahrung und Territorien, welche es zu erobern gilt – muss innerhalb einer Art, auch ein Sexualpartner gefunden werden.

Individuen streben nach Fortpflanzung, also nach Weitergabe ihrer Gene. Und jedes Lebewesen einer Art kann sich nur mit einem Artgenossen fortpflanzen. Zwar kann es eine Fortpflanzung zwischen verschiedenen Arten geben, welche einen hohen Verwandtschaftsgrad aufweisen, aber die Nachkommen sind unfruchtbar und können selbst keinen Nachwuchs zeugen.

Der Sexualtrieb ist angeboren und genetisch festgesetzt, da ansonsten die Arten und auch das Leben irgendwann aussterben würde. Dieser Sexualakt, auch Begattung genannt, setzt voraus – dass zwei unterschiedliche Geschlechter aus einer biologisch gemeinsamen Art zusammenkommen und die Paarung vollziehen. Diese Voraussetzung, welche an die geschlechtliche Fortpflanzung gestellt wird, eröffnet den Konkurrenzkampf der Evolution.

Weibchen im Tierreich sind keineswegs über das ganze Jahr fruchtbar. Stattdessen beschränken sich die fruchtbaren Tage auf einige Wochen. Dadurch kann der Sexualakt nicht verschoben werden, was zu einem Fortpflanzungsdruck während dieser Zeit führt. Um diesen Druck entstehen zu lassen, ist der Sexualtrieb im Organismus verankert. Nur Menschen können ihren Sexualtrieb zügeln, da die Fortpflanzungsfähigkeit der Frauen sich auf das ganze Jahr erstreckt.

Da ein Weibchen im Tierreich, während ihrer fruchtbaren Tage, auch nur von einem Männchen befruchtet werden kann, wählt dieses sorgsam zwischen den Konkurrenten aus. Es herrscht für die Männchen eine Knappheit an der weiblichen Ressource, um ihre Gene weitergeben zu können. Dies wiederum sorgt dafür, dass Weibchen anhand bestimmter Merkmale ihre Sexualpartner auswählen dürfen.

Tiere handeln instinktiv. Männchen mit Zugang zu Nahrung und Territorien gelten als gute Versorger für den Nachwuchs, weshalb die Weibchen diese Männchen bevorzugt für die Paarung auswählen. Dadurch entsteht im Vorfeld der Paarung für Männchen ein Druck, um die besten Weibchen zu kämpfen, die besten Nahrungsquellen sowie Territorien zu behaupten und dem weiblichen Sexualpartner zu imponieren.

Männchen mit diesen Eigenschaften haben sich am besten an ihre Umweltbedingungen angepasst und dadurch wächst die Wahrscheinlichkeit zur Fortpflanzung. Die Gene, als Träger dieser Eigenschaft, werden durch die Fortpflanzung weitergegeben, wodurch die nächste Generation – die Eigenschaften der Eltern zu einer bestimmten Wahrscheinlichkeit ebenfalls besitzt. Dadurch schafft es auch die nächste Generation sich gegenüber Artgenossen durchzusetzen und eigene Gene an die übernächste Generation zu vererben.

Im Laufe der Jahrtausende sorgte dieses Konkurrenzverhalten für Anpassungsstrategien und Weiterentwicklungen innerhalb der Arten. Denn die Weiterreichung der Gene sorgt dafür, dass sich das Genmaterial – über eine lange Zeitdauer – von der Ursprungsart derart entkoppelt – dass der Verwandtschaftsgrad geringer wird. Sobald die Eigenschaften (Gene) zweier Individuen derart auseinanderdriften, entstehen zwei unterschiedliche Arten und die Ursprungsart wird aussterben.

Die Evolution bzw. die Entstehungsgeschichte der Arten beruht somit auf der Tatsache, dass es innerhalb der Art einen starken Konkurrenzkampf um die drei Ressourcen: Territorium, Nahrung und Sexualpartner – gibt. Dies führt dazu, dass sich bestimmte Eigenschaften durchsetzen, welche in die Folgegenerationen weitergegeben werden – wodurch langfristig immer neue Arten entstehen, dafür andere aussterben – da die Ressourcen für beide Arten nicht ausreichen.

Psychologie

Die Psychologie ist die Wissenschaft, welche menschliches Verhalten, Erleben und Handeln in den Mittelpunkt der Forschung stellt. Durch die Ressourcenknappheit entwickeln Individuen verschiedene Strategien, um den Zugang zu den Ressourcen zu erhöhen. Die zwei grundlegenden Strategien sind Flucht oder Kampf. Aus beiden Grundstrategien entstanden abgewandelte Verhaltensweisen, wie z.B. Dominanz oder Unterwerfung.

Dominanz im Tierreich erhöht den Zugang zu Sexualpartner, zu Nahrung und zur Erschließung eines neuen Reviers. Gleichzeitig erhöht es die Wahrscheinlichkeit auf eine Auseinandersetzung mit einem anderen Artgenossen oder mit Fressfeinden. Unterwürfigkeit kann in sozialen Gemeinschaften mitunter dazu führen, dass das Individuum mitversorgt wird. Allerdings verringert sich die Wahrscheinlichkeit auf den Zugang zu Sexualpartnern.

Nun sind Menschen bereits kultiviert worden, leben in Zivilisationen zusammen, Werte und Moral bestimmen das menschliche Zusammenleben. Dennoch existieren Konkurrenzsituationen zu Mitmenschen, welche Einfluss auf das menschliche Verhalten, Erleben und Handeln ausüben. Erste größere Konkurrenten sind Geschwister. Alfred Adler, der Begründer der Individualpsychologie beschrieb den Konkurrenzkampf durch die Geschwisterkonstellation innerhalb der Familie.

Die nächsten Konkurrenten sind in Schule, Arbeitsplatz oder Freundeskreis zu finden. Menschen konkurrieren um Anerkennung, Geld, die bessere Wohnung oder bei der Partnerwahl.