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Oströmische Reich


Das Oströmische Reich oder Ostrom genannt, war ein Kaiserreich im östlichen Mittelmeerraum, welches die heutige Länder Griechenland, Bulgarien, Mazedonien, Serbien und die Türkei umfasst. Es bildet das Gegenstück zum Weströmischen Reich. Beide Reiche entstanden aus der Teilung des Römischen Reiches im Jahr 395 n.Chr.

Die Hauptstadt des Oströmischen Reiches wurde Konstantinopel, das heutige Istanbul. Da Konstantinopel ursprünglich aus der Provinz Byzantion hervorging, wurde das Reich später als Byzantinisches Reich oder Byzanz bezeichnet, um sich als legitim eigenständiges Reich auch begrifflich von Rom abzugrenzen.

Ostrom entwickelte sich nach der Reichsteilung 395 n. Chr. langsam zum Byzantinischen Reich. Grund dafür waren die wirtschaftliche Trennung, die kulturelle und soziale Weiterentwicklung des Ostreiches sowie der Untergang Westroms.

So entstand Ostrom

Seit das Römische Reich ein Weltreich mit Provinzen in Europa, Arabien und Nordafrika war, wurde es oft als West- und Ostteil verwaltet. Die römische Monarchie war im Laufe der Jahrhunderte unterschiedlich organisiert. Bald zeigte sich jedoch, dass sich ein Reich dieser Größe am besten durch Herrschaftsteilungen regieren ließ.

Der Beginn des selbstständigen Ostroms ist offiziell die Reichsteilung, die 395 n. Chr. erfolgte. Schon vorher hatte Ostrom an Bedeutung gewonnen. Grund dafür war unter anderem die Entscheidung von Konstantin dem Großen, den Regierungssitz von Rom nach Byzanz (später Konstantinopel) zu verlegen.

Ab der Reichsteilung waren beide Teile wirtschaftlich unabhängig. Kulturell und sozial blieben sie aber weiter noch so lange eng verbunden, bis Westrom 476 n. Chr. durch die feindliche Übernahme germanischer Stämme unterging.

Die Bezeichnung Ostrom beziehungsweise Rom blieb zwar noch lange erhalten, trotzdem entwickelten sich im Reich langsam eine eigene Kultur, Religion und Sprache.

Der langsame Übergang von Ostrom ins Byzantinische Reich

Mit dem Wegfall des (alten) weströmischen Reiches ging die Identifikation mit dem antiken Rom im Osten unter.

Die Stadt Rom hatte schon lange an Bedeutung verloren. Der weströmische Kaiserhof residierte vorzugsweise in Mailand und später in Ravenna.

Durch die Lage an Griechenland waren beide Sprachen, Latein und Griechisch, im Oströmischen Reich vertreten. Mit Justinian I, der von 527 bis 565 n. Chr. regierte, setze sich Griechisch schließlich durch. Justinian war der letzte Kaiser Ostroms, der Latein sprach. Viele Historiker sehen hier bereits den Übergang von Ostrom ins Byzantinische Reich.

Unter seinem Nachfolger Justin II (regierte 565 – 578 n. Chr.) verlor Ostrom etliche der Gebiete in Italien. Damit ging ein weiterer Bezug zum alten Rom verloren.

In den folgenden Jahren wurde Ostrom beziehungsweise das Byzantinische Reich in schwere Kämpfe mit slawischen und anderen östlichen Stämmen verstrickt. Dadurch orientierte sich das Reich weiter Richtung Osten und Kleinasien.

Der Tyrann Phokas, der von 602 bis 610 n. Chr. regierte, war einer der letzten Kaiser, die überhaupt Einfluss in ehemals weströmischen Provinzen hatten. Er wurde 610. n. Chr. von einem Vizekönig aus Karthago gestürzt. Dessen Sohn Herakleios begründete schließlich ein ganz neues Adelsgeschlecht mit einer nicht-römischen Identifikation. Die Herakleische Dynastie Dynastie regierte bis ins Jahr 711 n. Chr.

In dieser Zeit vollzog sich der Wandel zum Byzantinischen Reich vollkommen. Wobei die Bezeichnung Ostrom oder die oströmischen Wurzeln dennoch nie ganz vergessen wurden.

Kaiser Michael I erkannte als Mitkaiser in Ostrom im Jahr 800 Karl den Großen als Kaiser im Westen an. Das Sagen hatten im ehemaligen Westrom zu dieser Zeit die Päpste. Als Mehmed II. im Jahr 1453 Konstantinopel und die Reste des Byzantinischen Reiches einnahm, soll er sich scherzhaft „Kaiser von Rom“ genannt haben.

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