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Schatten


Der Schatten ist eine dunkle Fläche, welche von einem beleuchteten Körper oder Gegenstand erzeugt wird. Da eine Lichtquelle den Körper bestrahlt, werden Lichtstrahlen reflektiert und verbreiten sich im Raum bzw. in der Umgebung des Körpers aus. Doch die dem Licht nicht zugewandte Seite, auch Schattenseite genannt, erhält kein Licht und kann somit keine Reflektion durchführen, weshalb diese Projektionsfläche dunkel bleibt und sich von der sonst erhellten Umgebung abhebt.

Schatten in der Mythologie

In vielen Mythologien werden Schatten bzw. Schattenwesen als ein Doppelgänger gesehen, welcher als dunkles Spiegelbild auftritt und ein Eigenleben verfolgt. Die Schattenwelt wird mit Tod und Verderben assoziiert. Der Schatten einer Person verfolgt diesen, haftet dem Menschen an und weiß alles, was dieser Mensch getan hat. Demnach ist der Schatten ein Mitwisser und tritt als das Schlechte Gewissen eines Menschen auf.

Ein Langer Schatten ist eine Verzerrung des eigenen Spiegelbildes. Diese wirkt beängstigend und in der Mythologie existieren verschiedene Assoziationen dazu. Geisterwesen und Monster, wie Vampire und Werwölfe, welche die dunkle Seite eines Menschen darstellen und mit langen Krallen bestückt sind, könnten ihren Ursprung in der Reflektion eines langen Schattens gehabt haben.

Ein langer Schatten entsteht zu einem Zeitpunkt, wenn die Sonne tiefsteht. In der Umgangssprache formuliert man Redewendungen, wie „das Sonnenlicht wirft lange Schatten voraus“, welche als bedrohlich oder beängstigend wirken. Der lange Schatten sollte ursprünglich die kalten und langanhaltenden Wintermonate ankündigen. Im heutigen Sprachgebrauch wird der Lange Schatten dazu verwandt, um dem eigenen Handeln weitreichende Folgen zu prophezeien.

Schatten in der Psychologie

Innerhalb der Tiefenpsychologie, insbesondere der Analytischen Psychologie nach Carl Gustav Jung, griff man viele Elemente des mythologischen Volksglaubens auf und transformierte diese auf ein Konzept, um die menschliche Psyche und deren Strukturen erklären und analysieren zu können.

Der Schatten stellt in diesen Konzepten ein Archetyp dar, dessen Wesensinhalte für das Individuum nicht sichtbar sind. Das bedeutet, dass jeder Mensch eine Schattenseite in seiner Psyche bzw. Seele besitzt, welche sein Handeln, Verhalten und Erleben beeinflussen, aber vom Individuum unentdeckt bleibt. Der Schatten ist demnach ein Element des Unbewusstseins. Sprachliche Ausdrücke wie: über den eigenen Schatten springen oder , Schattendasein führen – entstammen aus diesem Konzept und sollen begreiflich machen, dass man sein Ego überwinden muss, um geistige Reife zu erfahren oder Probleme der Gegenwart zu bewältigen.

Schatten in den Sozialwissenschaften

In den Sozialwissenschaften wird die gegenseitige Einflussnahme von Individuum auf Gesellschaft, soziale Gruppe oder Staat untersucht. Hier werden verschiedene Begrifflichkeiten genutzt, in denen der Schatten als Synonym für eine Parallelgesellschaft dient. Begriffe, wie Schattengesellschaft, Schattenwirtschaft (Schwarzarbeit) und Ähnliches sollen verborgene Elemente einer Gemeinschaft herausstellen.

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