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Wie hängen Ökologie und Ökonomie zusammen: Unterschiede & Gemeinsamkeiten


Das Zusammenspiel von Ökologie und Ökonomie ist ein allgegenwärtiges Thema, welches seit den Anfängen der Menschheit existiert und zunehmend seit dem Zeitalter der Industrialisierung immer häufiger diskutiert wird. Heutzutage prägt das Verhältnis der Ökonomie und Ökologie nicht nur die Energiewirtschaft, sondern in weiten Teilen auch die Politik und Gesellschaft.

Wie hängen Ökonomie und Ökologie zusammen

Ökonomie und Ökologie verbindet die Vorsilbe Öko, welche aus dem Altgriechischen stammt und Haus bedeutet. Innerhalb der Ökologie, einem Teilgebiet der Biologie, wird Haus als Haushalt betrachtet und findet sich in Begriffen, wie Wasserhaushalt oder Energiehaushalt wieder. Diese sind Teil eines Kreislaufs, welcher in der Natur stattfindet und darauf abzielt, dass bestimmte Ressourcen (z.B. Wasser) einer Umwandlung unterliegen.

So tritt Wasser, je nach Temperatur und anderen Umweltfaktoren, als Flüssigkeit, als Wassereis oder als Wasserdampf auf. Doch diese Aggregatzustände bleiben nicht dauerhaft erhalten und so schmilzt Eis bei einer bestimmten Temperatur oder verdunstet in Wasserdampf. Dann tritt Wasser als Regen, Schnee, Nebel oder einem anderen Niederschlag in Erscheinung und bereichert die Erdatmosphäre.

In der Ökonomie gibt es ähnliche Umwandlungsprozesse. So werden Rohstoffe irgendwo abgebaut, in Folge eines Produktionsprozesses zu einer Ware transformiert, welche anschließend verkauft wird. Durch den Verkauf findet ein Umtausch der Ware gegen Geldeinheiten statt. Dieses Geld wird dann in neue Rohstoffe investiert, um weitere Waren herstellen zu können.

Ökologie und Ökonomie betrachten demnach Prozesse der Transformation, bei der Energie gewonnen oder transformiert wird. In der Ökologie findet der Energiegewinnungsprozess durch Nahrungsaufnahme, Atmung und Stoffwechsel statt. Und in der Ökonomie betrachtet man Energiegewinn als Wertschöpfung, bei dem Güter durch Transformation in höherwertige Ware gewandelt und anschließend verteilt wird.

Beide Wandlungsprozesse werden anhand von Verkettungen dargestellt. So nutzt man in der Ökologie eine Nahrungskette, um Räuber-Beute-Beziehungen und die Transformation von Biomasse abzubilden. In der Ökonomie nutzt man Wertschöpfungsketten, Produktionsketten und Lieferketten – um ähnliche Prozesse abzubilden.

Das wichtige Prinzip in der Wirtschaft, in der Sozialwissenschaft und in der Biologie ist ein Konkurrenzkampf um diese Energie. Und dieser Kampf findet in der Natur genauso statt, wie zwischen Staaten, Unternehmen oder zwischen zwei Menschen, welche um einen Job, um Geld, Anerkennung oder Liebe konkurrieren. Denn dieses Konkurrenzkonzept ist fest in der Biologie verankert und lebensnotwendig, wie du gleich erfahren wirst.

Unterschied zwischen Ökonomie und Ökologie

Ökologie (logie= Lehre) ist die Lehre von natürlichen Haushalten (z.B. Wärmehaushalt), deren Einflüssen auf den Lebensraum und dem daraus resultierenden Konkurrenzkampf zwischen den Organismen.

Die Ökonomie (nomie = Gesetz) beschreibt die Gesetzmäßigkeiten, wonach der Mensch knappe Ressourcen verteilt. Das Prinzip der Verteilung wird als Wirtschaft bezeichnet, welche durch den Tausch von Gütern organisiert wird. Die Teilnehmer in dieser Ressourcenverteilung stehen ebenfalls in Konkurrenz, welche in der Wirtschaft allerdings als Wettbewerb bezeichnet wird. Als universell einsetzbares Tauschmittel wird Geld benutzt, da es sich sowohl gegen Nahrung, Rohstoffe, Dienstleistungen oder Waren eintauschen lässt.

Der bedeutende Unterschied zwischen Ökonomie und Ökologie besteht darin, dass Ökologie ausschließlich von der Natur gesteuert wird und Ökonomie ausschließlich vom Menschen. Dennoch basiert die Ökonomie auf der Ökologie, da alle Primär-Ressourcen (Nahrung, Sonnenlicht, Windenergie) aus der Natur stammen und erst durch ökonomische Prozesse transformiert werden.

Warum galten Ökonomie und Ökologie lange Zeit als Gegensätze

Ökonomie und Ökologie basieren beide auf der Grundlage, dass Ressourcen der Erde nicht unendlich zur Verfügung stehen. Stattdessen unterliegen, Wasser, Nahrung, Fortpflanzungspartner – welche die typischen Ressourcen der Ökologie darstellen, einer Knappheit. Die gleiche Knappheit besteht auch innerhalb der Ökonomie, werden dort allerdings mit den Produktionsfaktoren, wie Arbeit, Boden und Kapital, ausgedrückt. Da der Mensch ebenfalls der Natur entstammt und lediglich eine Tierart unter vielen anderen darstellt, sind Boden, Arbeit und Kapital lediglich abgeleitete Faktoren, welche die Zivilisation hervorbrachte.

Denn der Mensch benötigt zum Leben ebenfalls Sauerstoff, Nahrung, Wasser und Fortpflanzungspartner, um seine Gene weitergeben zu können. Im Zuge der Neolithischen Revolution fand der Übergang zu Ackerbau und Viehzucht statt, was eine Vorratshaltung ermöglichte. Erstmals konnte der Mensch mehr produzieren, als er selbst benötigte. Dieses Anlegen von Vorräten machte möglich, dass nicht jeder Mensch seine benötigte Nahrung selbst beschaffen musste. Stattdessen konnte der Mensch eine Tätigkeit erbringen, welche der Gesellschaft nütze und dafür Nahrung erhalten. Arbeitsteilung und Handel entstanden, wodurch Geld als universelles Tauschmittel eingeführt wurde.

Dadurch entwickelte sich ein Gegensatz zwischen Ökologie und Ökonomie, welcher allerdings biologisch erklärbar ist. Denn

  • Ökonomie basiert auf den angeborenen Konkurrenzkampf der Lebewesen
  • Profitgier ist lebensnotwendig
  • Ökologische und ökonomische Prinzipien sind notwendig
  • Egoismus ist Grundlage der Ökonomie und Ökologie und wohlmöglich angeboren

Ökonomie basiert auf den angeborenen Konkurrenzkampf der Ökologie

Alle Konzepte, welche wir heutzutage mit Ökonomie verbinden, sei es: Geld, Reichtum, Wohlstand, Macht oder Status – sind demnach lediglich Faktoren, welche darauf abzielen mehr Nahrung, mehr Energie, mehr Wasser oder mehr Fortpflanzungspartner zu beanspruchen. All diese Ressourcen unterliegen allerdings einem Konkurrenzkampf mit anderen Arten.

Wölfe beanspruchen ein Territorium bzw. Revier, welches als Grundlage für Nahrung und für die Sicherheit des Rudels gilt. Dass ein Wolf oder ein anderes Tier, dieses Gebiet beansprucht ist überaus natürlich. Selbst Pflanzen konkurrieren um Sonnenlicht und größere Bäume unterdrücken kleinere Pflanzen, um ihnen Sonnenlicht zu verwehren, da diese Ressource knapp ist. Und auch im Erdreich kämpfen Bäume durch ihr Wurzelwerk mit anderen Bäumen um Nährstoffe und Mineralien. All dieser Konkurrenzkampf dient einem Zweck, nämlich mehr Energie zu beanspruchen bzw. die Grundlagen für den eigenen Stoffwechsel aufrecht zu halten, um damit Entwicklung, Wachstum oder Fortpflanzung betreiben zu können.

Diesen Energiewunsch verfolgt der Mensch auch, denn dieser ist nun einmal angeboren, im Genom jedes Lebewesens verankert und sichert das Überleben des Organismus und der eigenen Art. Jedoch betreibt der Mensch den ökologischen Konkurrenzkampf mit ökonomischen Mitteln.

Der Mensch konkurriert mit den Lebensräumen von Tieren und Pflanzen, weshalb Wälder gerodet werden, um dort Wohnraum zu schaffen. Und er konkurriert um Nahrungsmittel, weshalb Ackerflächen angebaut werden, Naturlandschaften verschwinden und Viehzucht stattfinden muss, um alle Menschen mit Fleisch oder anderen Lebensmitteln zu versorgen.

Aber auch diese Ressourcen sind endlich. Ohne Ackerbau und Viehzucht müssten Mensch ein Jagd- oder Sammelgebiet beanspruchen, welches sehr groß wäre. Forscher sind sich einig, dann wäre Platz für 10 Millionen Menschen auf der Erde. Aber durch Massentierhaltung auf kleinem Platz (Ställen) und genetisch veränderten Pflanzenbau wurde es möglich, dass der Platz auf der Erde für 10 Milliarden ausreichen könnte. Dabei steht der Mensch in starker Konkurrenz mit jeder anderen Art auf diesem Planeten und zugleich mit der eigenen Art.

Ökonomische und Ökologische Prinzipien sind lebenserhaltend

Halten wir fest: Ökologie und Ökonomie basieren auf der Grundlage, dass ein Konkurrenzkampf um knappe Ressourcen, wie Wasser, Nahrung oder Lichtenergie stattfindet – damit der Organismus seine Stoffwechselaktivitäten aufrecht halten kann, um Energie zu gewinnen.

Dieser Konkurrenzkampf findet zwischen den Arten statt. So konkurrieren Löwen und Hyänen um den gleichen Lebensraum, weshalb junge Löwen von Hyänen gezielt gejagt und getötet werden. Durch dieses Jagdschema schaffen Hyänen ihre späteren Konkurrenten aus dem Weg, bevor diese körperliche Fähigkeiten entwickeln können, welche die ihrigen übersteigen würden. Löwen jagen ausgewachsene Hyänen und deren Jungtiere aus dem gleichen Grund. Dieser kriegerische Konkurrenzkampf, ohne Fressabsichten, ist in der Natur allgegenwertig und kommt nicht nur beim Menschen vor.

Der weitaus größere Konkurrenzkampf findet allerdings innerhalb der eigenen Art statt. Denn jedes Lebewesen konkurriert zwar um Nahrung, Lebensraum und Wasser mit jeder anderen Spezies, jedoch findet der Konkurrenzkampf um Sexualpartner nur innerhalb der eigenen Art statt. Und der Sexualtrieb eines Tieres ist angeboren, denn dieser sichert das Überleben der eigenen Art. Fortpflanzung ist demnach Grundlage der Evolution und die Weitergabe des eigenen Genmaterials ist Motivation eines jeden Lebewesens.

Doch der Konkurrenzkampf bei der Partnerwahl ist im Tierreich stark abhängig von der Fortpflanzungsfähigkeit der Weibchen. Und diese Fortpflanzungsfähigkeit wird ausschließlich von der Natur geregelt und ist jahreszeitabhängig.
Während der fruchtbaren Tage finden Revierkämpfe zwischen den Männchen statt, um eigene Dominanz und Stärke unter Beweis zu stellen. Diese Eigenschaften wirken attraktiv auf die Weibchen, wodurch die Fortpflanzungswahrscheinlichkeit eines dominanten Männchens ansteigt.

Bei weiblichen Tieren verändern sich während der Fruchtbarkeit die Geschlechtsorgane, wodurch eine höhere Anziehungskraft auf Männchen entsteht. Die Partnerwahl wird somit über Attraktivität bei Tieren gesteuert, welche sich in Dominanz, Stärke, Fruchtbarkeit oder anderen Eigenschaften ausdrückt. Und da Sexualpartner ebenfalls eine knappe Ressource sind, muss der Konkurrenzkampf zwingend stattfinden, um sicherzustellen, dass die eigenen Gene weitergegeben werden können.

Menschen sind die einzigen Tiere, deren Fortpflanzungsfähigkeit nicht jahreszeitlich gesteuert wird. Demnach können Menschen sich das ganze Jahr über fortpflanzen. Dies ermöglicht eine Bevölkerungsexplosion, aber auch – eine Regulierung des angeborenen Sexualtriebs. Dominanzverhalten und Machtdemonstration, um weibliche Sexualpartner zu beeindrucken, können demnach aufgeschoben und anders kanalisiert werden als bei Tieren. Es wird nicht zwingend notwendig einen potentiellen Sexualpartner während des Frühjahrs zu finden, wodurch Attraktivität und Ausstrahlung zum Dauerzustand werden.

Die Aufrechthaltung von Dominanz gegenüber Artgenossen drückt sich beim Menschen dadurch aus, dass Gewinnmaximierung, Ehrgeiz, Status- und Machtstreben stattfinden. Denn Geld oder Statussymbole versprechen höhere Akzeptanz innerhalb der Gesellschaft, schaffen ein Signal für Sicherheit, wodurch sich Attraktivität ergibt – was wiederum die Fortpflanzungswahrscheinlichkeit erhöht. Die Erhöhung der eigenen Attraktivität findet durch die Einreichung von knappen Ressourcen statt, was durch Ökonomie möglich wird.

Profitgier als Konzept zum Lebenserhalt

Wenn ein Wolf, ein Reh oder eine andere Tierart eine Möglichkeit finden würde, ihre Nahrung haltbar zu machen, würden sie es tun. Aber diese Möglichkeit haben sie nicht. Deshalb macht es für Tiere keinen oder wenig Sinn, mehr Nahrung zu jagen oder zu sammeln, als sie benötigen.

Nach ökologischen und ökonomischen Gesichtspunkten wäre dieser Mehraufwand sinnlos und würde nur Energiereserven beanspruchen. Diese Investition wäre ein Energiefresser und jedes Lebewesen, welches sich so verhalten würde, wäre in Gefahr.

Der Mensch baut allerdings mehr an, als er momentan benötigt und er verlangt mehr Geld, welches er nicht zwingend braucht. Dies kann der Mensch, da er seine Nahrung haltbar machen kann. Durch die Beherrschung des Feuers wurde es ihm möglich, Fleisch und andere Nahrung so zu erhitzen, dass Bakterien und andere Krankheitserreger während des Garens absterben. Würde ein Wolf diese Möglichkeit haben, würde er dies ebenfalls tun.

Da der Mensch aufgrund des Feuers aber Essensvorräte haltbar machen und anlegen konnte, ergaben sich neue Möglichkeiten. So konnte Essen gegen Werkzeug oder Waffen getauscht werden. Und in sozialen Gemeinschaften wurden Menschen mit Vorrat zu einem wichtigen Faktor. Die Wichtigkeit innerhalb der Gemeinschaft wurde zum Status, wodurch Macht und Dominanz entsteht.

Menschen, welche Dinge haben, die andere Menschen verlangen – besitzen Einfluss, da andere Personen somit abhängig von ihnen sind. Abhängigkeit und Dominanz als ihr Gegenstück sind somit zwei Formen des menschlichen Miteinanders, welche unmittelbar mit der Möglichkeit einen Vorrat anlegen zu können, verbunden sind. Die daraus entstanden Begleiterscheinungen, welche wir als Profitgier, Machtstreben und Ehrgeiz bezeichnen – wären ohne diese Vorratshaltung nicht entstanden. Und Dominanz und Ausstrahlung erhöhen die eigene Attraktivität und somit die Fortpflanzungswahrscheinlichkeit.

Egoismus gegenüber der Natur

In der Evolution und Genetik existiert eine Hypothese, wonach Egoismus in jedem Lebewesen verankert ist. Anders als lange Zeit angenommen, besteht Sexualität nicht nur dazu, die eigene Art zu erhalten, sondern vielmehr dem Erhalt des eigenen Genmaterials. Demnach werden näher verwandte Gene vom Lebewesen mehr geschützt als verwandtschaftsfernes Genmaterial.

Laut der Theorie der egoistischen Gene steht sich das Individuum selbst am nächsten. Nahe Verwandte, wie Kinder und andere Familienmitglieder, besitzen eine hohe Übereinstimmung mit dem eigenen Genmaterial, weshalb eine hohe Zuneigung entsteht, um die Verwandtschaftsgene vor Gefahren zu schützen. Deshalb beschützt eine Mutter ihr Kind, empfindet Mutterliebe und Zuneigung wird als genetisch veranlagtes Programm interpretiert.

Das eigene Volk bzw. der eigene Kulturkreis besitzt ebenfalls hohe Verwandtschaft, wodurch dieses Genmaterial ebenfalls geschützt wird, allerdings nicht mit der gleichen Konsequenz und Hingabe, wie bei einem Familienmitglied. Hier konkurriert der Genschutz bereits mit der ökologischen Konkurrenz um knappe Ressourcen.

Innerhalb der eigenen Art existiert ebenfalls eine hohe Übereinstimmung des Genmaterials, wodurch Empathie und Liebe zu einem anderen Menschen möglich sind. Außerhalb der Art existiert weniger Übereinstimmung mit dem eigenen Genmaterial. Innerhalb der Säugetiere ist Veranlagung zum Genschutz noch vorhanden, weshalb Menschen auch Zuneigung zu Haustieren, wie Hund und Katze empfinden können. Doch diese Veranlagung zum Schutz der Lebewesen bzw. der gemeinsamen Gene nimmt ab, je niedriger das Verwandtschaftsverhältnis zwischen dem Menschen und der Tierart ist.

So existiert Empathie und Zuneigung zu Vögeln weniger als zu Säugetieren und zu Amphibien, Reptilien und Fischen kaum noch. Insekten und Spinnentiere werden lediglich als Ungeziefer betrachtet. Pflanzen gelten kaum noch als Lebewesen.

Dieser Egoismus koppelt den Menschen von der eigenen Natur ab, weshalb das Verständnis und die Empathie zur Umwelt verloren geht.

Das Zusammenspiel von Ökologie und Ökonomie ist ein allgegenwärtiges Thema, welches seit den Anfängen der Menschheit existiert und zunehmend seit dem Zeitalter der Industrialisierung immer häufiger diskutiert wird. Heutzutage prägt das Verhältnis der Ökonomie und Ökologie nicht nur die Energiewirtschaft, sondern in weiten Teilen auch die Politik und Gesellschaft.

Das Verhältnis der Ökologie zur Ökonomie in der Geschichte

Heutzutage wird das Zusammenspiel von Ökologie und Ökonomie deutlich anders betrachtet, als früher. Die Ökonomie, also die Wirtschaft, war immer mit der Ökologie, also der Lehre über die Umwelt verknüpft. Ganz gleich, ob die Ökologie heute oder vor 1000 Jahren untersucht wurde, der Kern der Forschung blieb gleich. Es sollte stets gewährleistet sein, die Mechanismen in der Natur und ihren Biotopen verstehen zu können.

Wissenschaftler und Historiker wissen, dass der Menschheit einst nicht bewusst war, dass es Symptome der ungesunden menschlichen Einflüsse auf die Umwelt, wie Treibhauseffekte oder Überfischung gab. Nichtsdestotrotz haben sich kirchliche Wissenschaftler, arabische Gelehrte und chinesische Forscher schon im Mittelalter einige Gedanken über den Einfluss des Menschen und seines wirtschaftlichen Handelns auf die Umwelt gemacht.

Heutzutage haben sich die Forschungsschwerpunkte deutlich verschoben. Zum einen veränderte sich die Menschheit grundlegend in der Art zum Wirtschaften, zum anderen hat sich die Forschung in einem deutlich fortschrittlicheren Tempo entwickeln können. Während im Zeitalter der Antike untersucht wurde, wie sich die Viehzucht auf umliegende stehende Gewässer auswirkt oder wie viele Fische aus einem See gefischt werden konnten, ohne das Ökosystem zu stören, hat sich heutzutage deutlich viel verändert, sodass zahlreiche neue Probleme sowie Lösungen ausgearbeitet werden.

So wird heute untersucht, wie sich zahlreiche Zweige der Wirtschaft auf die Umwelt auswirken. Beispielsweise wird untersucht, wie die Gas– und Ölwirtschaft auf die Luftqualität, das Fördergebiet und auf das Konsumverhalten der Bevölkerung einwirkt. Besonders letzteres ist ein vermehrt auftretender Diskussionspunkt, da laut Studien davon zugegangen wird, dass ein Rohstoff mit zunehmender Verfügbarkeit deutlich verschwenderischer verbraucht wird.

So ist es in den Riegen der führenden Wissenschaftler nicht verwunderlich, dass die inflationäre, also übermäßige, Verwendung von Kunststoffen in Verpackungsmaterialien die Umwelt deutlich verschmutzt. Die hohen Produktionszahlen dieser Einwegprodukte aus Plastik sind auf die Konsumwirtschaft sowie auf das Verhalten der Bevölkerung zurückzuführen. Dies verdeutlicht zunehmen, dass die Lehre über die Umwelt mit der Ökonomie nahezu untrennbar verbunden ist und selbst gesellschaftliche und soziale Probleme aufdecken kann.

Mit der Feststellung von erhöhten CO2Werten haben sich zahlreiche Industriestaaten sowie Schwellenländer dazu entschlossen, der Erderwärmung entgegenzuwirken. Die vielen Modelle zur Erzeugung von grüner Energie, wie die Atomkraft, Solarkraft, wasserstoffbetriebene Anlagen oder Wasserkraft sind in ihrem Kern darauf ausgerichtet, die Treibhausgase langfristig niedrig zu halten. Zudem wird hier wieder deutlich, dass die Ökonomie mit der Ökologie untrennbar verbunden ist. Auch mit Hinblick darauf, dass die Industriewirtschaft den Großteil an Treibhauseffekten erzeugt, wird der Gesellschaft bewusst, dass die Verfeinerung und Optimierung von grünen Technologien auf dem Vormarsch ist und zügig weiterentwickelt wird.

Nachhaltige Ökonomie erfordert Verständnis für Ökologie

Wie in dem vorangegangenen Beispiel schon aufgezeigt wurde, ist der Zusammenhang von Ökologie und Ökonomie auch im Hinblick auf soziale und gesellschaftliche Strukturen nicht zu übersehen. Dies wird maßgeblich an dem Konsumverhalten der einzelnen Haushalte sowie dem Bewusstsein über die Nachhaltigkeit gemessen. Diese Strukturen unterscheiden sich nicht nur drastisch zwischen einzelnen Ländern, teilweise sogar unter Regionen.

Während der kommerzielle Walfang in weiten Teilen der Welt verpönt und kulturell unterstützt ist, praktizieren ihn Länder wie Japan oder die Inseln der Färöer bis heute im industriellen Stil. Der einfache Grund: Die Tiere gehören in diesen Staaten zur nationalen Küche und sind ein Teil ihrer kulturellen Identität. Dabei wird nicht beachtet, ob die Tiere, wie so oft der Fall, bedroht sind.

Als anderes Beispiel und starker Kritikpunkt in Deutschland wird der träge Ausbau der Verkehrsinfrastruktur im Rahmen der sogenannten Verkehrswende genannt. Dörfer und Kleinstädte werden oftmals vom öffentlichen Nahverkehr abgehängt, sodass die Bevölkerung auf das Auto umsteigen muss, welches bekanntlich CO2-Gase ausstößt. Die Infrastruktur der Eisenbahn wird zunehmend abgebaut, dass sich das Geschäft auf wenig befahrenen Strecken für die gewinnorientierte Deutsche Bahn wenig lohnt. Die Haushalte, die den öffentlichen Nahverkehr nicht nutzen können, werden zusätzlich mit Kosten, wie der CO2-Steuer des Bundes belegt. Die Folge: Die Kraftstoffpreise steigen auf vorinflationäre Preise, gleichzeitig werden den Haushalten keine Alternativen gegeben. Der Bevölkerung drohen somit unvermeidbare finanzielle Abstriche.

In der Not wird schließlich das teure Auto genommen, die Umweltverschmutzung und Nachhaltigkeit werden zum zweitrangigen Punkt. Auch die Preisstrukturen innerhalb der Eisenbahn- sowie Flugverkehrsbranche sorgen für starke Diskussionen. In einer wissenschaftlichen Untersuchung wurden Preise von Flügen und Fahrten mit der Bahn verglichen. Die jeweiligen Verkehrsmittel verließen dabei jeweils denselben Startstandort und erreichten dasselbe Ziel.

Das Ticket der Bahn kostete von Berlin nach München bis zu viermal mehr als ein Flug. Obwohl man sich in der Politik und Wirtschaft darüber im Klaren ist, wird wenig dagegen gemacht. Die Folgen sind eine erhöhte Umweltbelastung durch die deutlich schmutzigeren Flugzeuge, hervorgerufen wird dies durch die drastischen Preisunterschiede innerhalb der Verkehrsunternehmen.

Auch hier wird deutlich, dass im Zusammenspiel der Ökonomie mit der Ökologie unvermeidbar ist, dass Zusammenhänge zur Haushaltspolitik und Kultur des nachhaltigen Lebens untersucht und im Rahmen der wissenschaftlichen Forschung berücksichtigt werden. Im Vertrag zum Kohleausstieg vieler Länder der Welt, dem Pariser Abkommen, werden den Ländern unterschiedliche Laufzeiten zur Erfüllung der nachhaltigen Ziele gegeben. Ob diese Ziele eingehalten werden können, wird selbst in Kreisen der Politik und Wissenschaft stark diskutiert und zum Teil sogar stark bezweifelt.

Ökologische Ressourcenknappheit und ökonomische Einbußen

Häufig werden als Vorzeigebeispiele führende Industrienationen, wie Deutschland, die USA oder Frankreich genannt. Doch selbst hier werden viele wirtschaftliche Standards über die des Umweltschutzes gelegt, für Wissenschaftler eine beängstigende Bilanz. Es wird davon ausgegangen, dass der Trend, die Ökonomie immer über die Ökologie zu stellen, nach wie vor existiert und Länder, die nicht als Vorreiter der Energiewende zählen, einen deutlich längeren Weg zurückzulegen haben.

Während in vielen Schwellenländern in ferner Zukunft eine Verbesserung der CO2-Bilanzen feststellbar ist, hängen die Länder der Dritten Welt, also die armen Länder, deutlich hinterher. Hier dominiert die Armut die Gesellschaft und soziale Strukturen, sodass Nachhaltigkeit ein Luxus ist, den man sich nicht erlauben kann.

Wenn kein Krieg oder keine Hungersnot herrscht, entwickeln sich viele Länder wirtschaftlich dennoch, auch wenn dies in kleinen Prozentpunkten vermessen werden kann. Dieses wirtschaftliche Wachstum könnte in den Ländern der Dritten Welt in manchen Fällen deutlich stärker ausfallen, wenn Konzerne aus Industriestaaten ihre Wirtschaft nicht dorthin verlagern würden. Oftmals sind günstige Baukosten, günstige Lohntarife und ressourcenreiche Regionen – zum Beispiel auf dem afrikanischen Kontinent – sehr attraktiv für Konsumgiganten aus dem Westen.

Letztendlich wird in vielen Fällen allein schon wegen der schwachen Gesetze zum Umweltschutz eine wirtschaftliche Politik betrieben, die Umweltfaktoren nicht berücksichtigt, rücksichtslos mit der dortigen Gesellschaft umgeht und eine hohe Verschmutzung hervorruft. Die Attraktivität dieser Standorte ist nicht nur aufgrund ihrer niedrigen Preise zurückzuführen, da diese nicht nur allein betrachtet werden dürfen.

Maßgeblich verantwortlich für die Ausbreitung von großen Unternehmen aus den Industrieländern ist die Konkurrenz zwischen den einzelnen Konzernen. Das Konsumverhalten der Bevölkerung erfordert, dass ein Unternehmen in zwei Grundsätzen handeln muss. Möglichst viele Produkte sollen für einen möglichst geringen Preis erzeugt werden. Dabei muss berücksichtigt werden, dass der Konkurrent seine Wirtschaft nach denselben Grundsätzen ausrichtet. Ein Wettkampf beginnt, den nur das Unternehmen gewinnen kann, welches den optimalen, günstigsten und an Ressourcen reichsten Standort findet.

Die örtliche Natur leidet unter der oft als Ausbeutung bezeichneten Politik der Konzerne und die Ressourcen werden knapp. Die Wissenschaft, die die Zusammenhänge der Ökologie und Ökonomie untersucht, ist fast einstimmig überzeugt, dass der durch das Konsumverhalten der Völker hervorgerufene Konkurrenzkampf zwischen den Großkonzernen maßgeblich an der Hemmung des wirtschaftlichen Aufschwunges und der gesellschaftlichen Entwicklung in der Dritten Welt schuld ist.

Zu beachten ist, dass die Problematik der Ressourcenknappheit im Rahmen der Verteilungsmechanismen nicht nur auf die Dritte Welt beschränkt ist. Allmählich entwickelt sich ein weltweiter Mangel an manchen Ressourcen, so entstand im Jahr 2021 die globale Krise um die Produktion und Lieferung von Halbleitern. Es fehlen seltene Rohstoffe, die in den Halbleitern verbaut werden. Ohne diese Halbleiter können viele moderne elektrische Geräte nicht funktionieren, sodass eine Unterversorgung an jenen Geräten entstanden ist.

Es wurden Fälle gemeldet, in denen Unternehmen neue Waschmaschinen kauften, um die Halbleiter auszubauen und in die eigene Produktion einzugliedern. Diese Ressourcenknappheit ist auch in vielen anderen wirtschaftlichen Zweigen und Ländern anzutreffen und betrifft nicht nur die Halbleiterkrise. Auch der Energiesektor ist von der Abhängigkeit mancher Staaten an die Energiequellen geprägt.

Aufgrund der regionalen Lage eines Staates ist nicht immer gewährleistet, dass sich in den dortigen Erden Rohstoffe zur Energieerzeugung befinden, sodass dieses aus dem Ausland importiert werden muss. Dass dieser Verteilungsmechanismus nicht immer optimiert ist, zeigen die Konflikte, die zum Beispiel auf dem europäischen Kontinent entstehen. So möchte sich die polnische Regierung aus politischen Gründen langfristig von Gasimporten aus Russland lösen und importiert aus diesem Grund das deutlich teurere Fracking-Gas aus den USA. Das Gas wird mit schweren Tankschiffen transportiert, die wiederum die Umwelt mit ihrem CO2-Ausstoß belasten.

In der Forschung der Zusammenhänge zwischen der Ökonomie und Ökologie gehören einige Tatsachen zum allgemeinen Konsens. So kann der Verteilungsmechanismus niemals vollständig optimiert werden, wenn politische, gesellschaftliche, soziale und wirtschaftliche Faktoren nicht miteinander übereinstimmen und für Reibungsfelder sorgen. Dass eine Politik der Ausbreitung durch riesige Konzerne überhaupt stattfindet, sei eine direkte Folge von politischen Makeln in den Heimatländern dieser Konzerne, so die Wissenschaft.

Koexistenz zwischen Ökonomie und Ökologie

Um den Einklang zwischen der Ökonomie und Ökologie in Einklang zu bringen, wird vorausgesetzt, dass sich das Konsumverhalten der breiten Bevölkerung verändert. Die Ökonomie ist häufig ein Produkt des gesellschaftlichen Wandels und der Denkweise, sodass viele Problemherde dort beginnen. Umweltaktivisten und Umweltschützer bezichtigen die Menschheit, Teil einer Wegwerfgesellschaft zu sein.

Statt ein Produkt zu schonen oder zu reparieren, wird dieses entsorgt, obwohl es sich in einem guten Zustand befindet. Dass so eine Einstellung nicht ewig praktiziert werden kann, zeigt die Halbleiterkrise. Benutzte und zurückgegebene Geräte werden nicht mehr unwiderruflich vernichtet und entsorgt, sondern entsprechend aufgearbeitet. Dass dies eine Entwicklung für einen besseren Umweltschutz ist, zeigt die verminderte Abbaurate in den Ländern und damit die Schonung der örtlichen Natur.

Nicht nur die Faktoren der Ressourcenbeschaffung wirken auf das Zusammenspiel der Ökologie und Ökonomie ein, auch die Politik des Verkehrs und Transportes ist maßgeblich an der Verbesserung so eines Missstandes mitverantwortlich. Studien sowie Umfragen haben nachgewiesen, dass viele Berufspendler und Urlauber auf die Bahn umsteigen würden, wenn die Ticketpreise im Vergleich zu anderen Transportmitteln nicht deutlich höher liegen würden. Dass die Bahn hinsichtlich des CO2-Ausstoßes deutlich unter dem Auto oder dem Flugzeug liegt, ist ein Fakt. Wenn breite Teile der Bevölkerung auf die Bahn oder auf den Busverkehr umsteigen würden, würde dies die Umweltbilanz deutlich verbessern.

Ob und wie viel politischer Willen in Entscheidungen zu Umweltfragen einfließt, bleibt oftmals der persönlichen Bewertung überlassen. Nichtsdestotrotz ist man sich in wissenschaftlichen Kreisen darüber einig, dass ein langfristiger Kurs der Verschwendung sowie ineffizienter Verkehrs- und Energiegewinnungsmodelle nicht praktikabel ist.

Harmonisierung zwischen Ökologie und Ökonomie der Zukunft

Mit den Zielen im Rahmen des Pariser Abkommens und dem Wiedereinstieg der USA in den Vertrag wird erst in den nächsten Dekaden deutlich, ob sich die Menschheit grundlegend verändert hat oder im Kern weiterhin an einem umweltschädlichen Kurs festhält. Dass die Erderwärmung und Verschmutzung der Natur existieren, ist ein fundierter wissenschaftlicher Fakt, der selbst von den Verursachern in der Industrie nicht geleugnet wird. Damit zeigen die beteiligten Produzenten der Ökonomie wenigstens nach außen, dass sie an einer nachhaltigen Koexistenz mit der ökologischen Lehre interessiert sind. Ob und inwiefern sich diese Einsicht an dem Strukturwandel sowie der veränderten Politik dieser Konzerne zeigen wird, kann erst nach Jahrzehnten bewertet werden.

Selbstverständlich kann die Verantwortung des Umweltschutzes nicht in die Hände einer einzelnen Instanz gelegt werden, sodass alle Verursacher und Abnehmer der ökonomischen Dienste eine Veränderung ihres Produktions- beziehungsweise Konsumverhaltens in Betracht ziehen müssen. Zu den Trägern des Konsumverhaltens zählt die Bevölkerung in großen Teilen mit dazu, sodass die Wissenschaft schon lange in Erwägung zieht, den Respekt zur Ökologie in jungen Lebensjahren zu lehren. Psychologisch betrachtet dient die Erziehungsphase zur Bildung von elementarem Wissen, welches im Kontext zum Umweltschutz in Schulen und Bildungseinrichtung gelehrt werden könnte.

Ob dies befürwortet wird oder abgelehnt werden sollte, bleibt auch hier der persönlichen Bewertung der Sachverhalte überlassen. Nichtsdestotrotz kristallisiert sich in vielen Teilen der Welt ein Bewusstsein der Nachhaltigkeit heraus, welches besonders in den jungen Schichten der Bevölkerung zu beobachten ist. Ob und inwiefern sich diese politische Bewegung durchsetzen wird, ist eine Frage der Zeit und wird sich erst mit den Folgen dieses Sinneswandels rückwirkend zeigen.


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