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Wald und Regenwald im Vergleich: Gemeinsamkeiten und Unterscheidsmerkmale


Wie viele Laubwälder gibt es in Deutschland

Der Thüringer Wald ist ein typisches Waldgebiet in Europa, bestehend aus Laubbäumen und vereinzelten Nadelbäumen


Europäische und tropische Wälder bilden zwei unterschiedliche Ökosysteme, die unter verschiedenen äußeren Bedingungen wachsen. Klimatische Einflüsse, die Beschaffenheit des Bodens und Schwankungen der Temperatur beeinflussen die Vegetation.

Was ist ein Wald

waldtypen nach klimazone

Laut den vereinten Nationen lassen sich die globalen Waldvorkommen anhand der Klimazonen verteilen

Auf der ganzen Welt gibt es ausgedehnte Waldgebiete, die komplexe Ökosysteme darstellen. Auf knapp 30 Prozent der Landmasse wachsen Wälder. Charakteristisch für den Wald sind Bäume, die durch ihre unterschiedlichen Wuchsformen einen stockwerkartigen Aufbau bilden. Das erste Stockwerk gestalten die Baumkronen der höchsten Bäume, die nächsten Stockwerke setzen sich aus kleiner gewachsenen Bäumen, der Krautschicht und der Moosschicht zusammen. Der Grundstock besteht aus Pilzen und Bakterien.

Eine Mindestmenge an Niederschlag und eine bestimmte Temperatur sind grundlegende Voraussetzungen, damit ein Wald entstehen kann. Fällt nicht genug Regen, können Bäume nicht wachsen und gedeihen. So entstehen Savannen und Steppen.

Pflanzen produzieren Sauerstoff und Glukose. Damit sie die so genannte Photosynthese betreiben können, muss eine Mindesttemperatur von 5 Grad Celsius herrschen. Der Zeitraum sollte lang genug sein, damit sich die Bäume entwickeln können. Dann spricht man von der Vegetationsperiode. Damit sich das typische Waldinnenklima entwickeln kann, müssen die Bäume dicht beieinander stehen. Die Temperatur im Wald ist gleichmäßig, der Wind und das Sonnenlicht vermindert und die Luftfeuchtigkeit etwas erhöht.

Der Wald als Ökosystem

Ein Ökosystem definiert sich als Lebensraum, auch Biotop genannt, für verschiedene Tier-, Pflanzen und Pilzarten. Die hohe Anzahl der Bäume im Wald macht allein noch kein Ökosystem aus. Ergänzt werden diese durch zahlreiche Tierarten. Diese große Artenvielfalt schafft ein das vielfältige Ökosystem Wald, das neben den Weltmeeren den größten Einfluss auf das Klima hat. In seiner Funktion senkt der Wald den Kohlenstoffdioxidgehalt und produziert Sauerstoff.

Die im Wald lebenden Tiere, Pflanzen und Pilze stehen in vielschichtigen Beziehungen zueinander. Auch leblose Bestandteile des Waldes wirken auf die Lebewesen. Dazu gehört beispielsweise die Temperatur, das Wasser, der Wind und der Lichteinfall. Die im Wald vorkommenden Lebewesen sind auf eine bestimmte Ausprägung der einzelnen Faktoren angewiesen, um zu überleben. Die spezifische Beschaffenheit von Wasser, Nährstoffen und Licht sowie die Konkurrenz zu weiteren Arten sind entscheidend dafür, welche Tiere, Pflanzen und Pilze sich im Wald ansiedeln.

Das natürliche Ökosystem ist beständig und reguliert sich selbstständig. Denn es werden fortlaufend neue organische Bestandteile produziert. Der Anteil der Biomasse ist besonders hoch. Durch die Nahrungskette entsteht ein immerwährender natürlicher Kreislauf im Wald.

Merkmale des europäischen Waldes

Der europäische Wald der gemäßigten Breiten unterscheidet sich zwischen dem reinen Laubwald und einem Mischwald, welcher sich aus Laub- und Nadelbäumen zusammensetzt. Der Mischwald ist widerstandsfähig und robust gegen Trockenheit, Stürme und Schädlinge. Optisch erscheint der Wald ungleichmäßiger im Vergleich zum tropischen Regenwald. In den Laub- und Mischwäldern Europas fließt etwa ein Drittel der Niederschläge ab. Dabei ist die Niederschlagsmenge das Jahr über annähernd gleichbleibend.

Vegetation des europäischen Waldes

Die Vegetation ist den Jahreszeiten angepasst. Im Winter sind die Bäume kahl, da sie ihre Blätter im Herbst abwerfen. Im Sommer sind die Baumkronen belaubt. Dies hat Einfluss auf die Menge des Sonnenlichts, welches auf den Waldboden trifft. Auf diese Weise können im Frühling Frühblüher wachsen, bevor an den Bäumen Blätter wachsen.

Von den weltweit über tausend Baumarten kommen in den Laub- und Mischwäldern der gemäßigten Breiten, einschließlich der eingebrachten ausländischen Baumarten, knapp 50 Laub- und 35 Nadelbaumarten vor. Zu den bekanntesten Arten gehören:

Laubbäume:

Nadelbäume:

Obwohl die Lebensgemeinschaft Wald von Bäumen bestimmt wird, haben Sträucher in den gemäßigten Breiten eine wichtige ökologische Bedeutung. Sie stellen einen Lebensraum für Kleinsäuger, Vögel, Schmetterlinge und Bienen dar. Zu den wichtigsten Straucharten des europäischen Laub- und Mischwaldes gehören:

  • Weiden
  • Haselnuss
  • Schwarzdorn
  • Weißdorn
  • Liguster

Die qualitativ hochwertigen Böden sind für die vielfältige Vegetation im europäischen Wald verantwortlich. Die Zusammensetzung des Waldes, auch Waldbestand genannt, entwickelt sich in der Regel vom Jungwuchs über die Dickung zum Stangen- und schließlich zum Baumholz. Allerdings gibt es hier deutlich weniger Baumarten als beispielsweise in Nordamerika.

Grund dafür ist die Eiszeit, in welcher viele Arten ausgestorben sind. Die Produktion von Biomasse durch Bäume, auch Nettoprimärproduktion genannt, ist im europäischen Wald deutlich geringer als im tropischen Regenwald. Dies lässt sich durch die Ruhezeit im Winter erklären. Die Erträge der Holzernte sind in wirtschaftlich angelegten Wäldern höher. In natürlichen Mischwäldern ist die Artenzahl erhöht.

Der Baum im Jahreszeitenverlauf

Die Vegetationsphase beginnt mit zunehmender Tageslänge und steigenden Temperaturen. Die Bäume im Laub- oder Mischwald nehmen Wasser auf und die Knospen wachsen. Das Triebwachstum beginnt Ende April, spätestens Anfang Mai. Mit dem Höhenwachstum im April setzt bei vielen Bäumen auch das Dickenwachstum ein. Es wird Frühholz gebildet.

Im weiteren Verlauf des Jahres erzeugt das Kambium, die Schicht unter der Rinde, dickwandige Holzzellen (Spätholz), welche für die Festigkeit sorgen. Durch den Farbunterschied zwischen Früh- und Spätholz können bei den europäischen Bäumen aufgrund der winterlichen Wachstumsunterbrechung Jahresringe gezählt werden. Die Breite der Jahresringe hängt vom Standort des Baumes, seinem Standraum, der genetischen Veranlagung und dem Witterungsverlauf ab.

Die Wachstumsphase wird mit der Anlage der Knospen für das nächste Jahr beendet. Durch chemische Prozesse färben sich die Blätter im Herbst bunt, bevor der Baum ein Trenngewebe bildet, an dem das Blatt abfallen kann. Die Ruhezeit der Bäume beginnt meist im Oktober. Nadelbäume, die ihre Nadeln im Winter nicht abwerfen, bilden eine Ausnahme. Bei Temperaturen über dem Gefrierpunkt arbeiten sie weiter.

Verbreitung und Klima des Laub- und Mischwalds

Das größte Gebiet der Laub- und Mischwälder ist auf der Nordhalbkugel angesiedelt. Dabei handelt es sich nicht wie beim Regenwald um einen Gürtel, sondern um mehrere einzelne Flächen, die unabhängig voneinander wachsen. Sie haben eine gesamte Fläche von 14,5 Millionen Quadratkilometern. Die sommergrünen Wälder wachsen an den westlichen Seiten der Kontinente, im Osten befinden sie sich in Richtung des Äquators.

Grundsätzlich wachsen Mischwälder an den Breitengraden von 40 bis 60 Grad. Eine Besonderheit ergibt sich an der Westküste von Norwegen. Denn hier geht die Vegetation durch den Einfluss des Golfstroms weit über den 60. Breitengrad hinaus. Nördlich davon wachsen boreale Nadelwälder. Im Süden entstehen im Inneren der Kontinente winterkalte Steppen.

Die planetarische Frontalzone bestimmt das Klima in den Laub- und Mischwäldern. Diese entsteht durch den großen Unterschied der Temperaturen zwischen subtropischer Hochdruck- und subpolarer Tiefdruckgebiete. Durch den Wechsel von hohen und niedrigen Temperaturen ändert sich auch das Klima zwischen feuchter und trockener Jahreszeit.

Die gemäßigte Zone wird von thermischen Jahreszeiten bestimmt, die eine schwankende Beleuchtung nach sich ziehen. Es gibt einen warmen Sommer und einen Winter mit kalten Temperaturen. Frühling und Herbst bilden den Übergang. Die Temperaturschwankungen am Tag sind nicht so stark im Vergleich zum tropischen Regenwald. Das relativ feuchte Klima hat Einfluss auf den Boden und seine Oberflächenform.

Entstehung des europäischen Laub- oder Mischwalds

In der gemäßigten Klimazone konnten im Gegensatz zum tropischen Regenwald keine tiefgründigen Verwitterungen entstehen. Hier kommen vor allem junge Böden vor, die erst nach der Eiszeit gebildet wurden. Diese Böden sind mit einem hohen Gehalt an Mineralien versehen. Mit dem Rückgang der Eismassen nach Norden und Süden setzte allmählich eine Wiederbewaldung ein. Es kehrten unter anderem Birken, Weiden und Kiefern als anspruchslose Baumarten zurück. Mit zunehmender Erwärmung kamen Laubbäume wie Eiche, Esche und Ahorn hinzu.

Merkmale des tropischen Regenwalds

Die Bezeichnung „Regenwald“ umschreibt einen naturbelassenen Wald in einer feucht-warmen Klimazone mit einer durchschnittlichen Niederschlagsmenge von 2.000 Millimetern. Der tropische Regenwald ist auf einer Karte mit Vegetationsbewuchs deutlich als grünes Band in Äquatornähe erkennbar.

Der tropische Regenwald wächst, wenn hohe Temperaturen mit gleichbleibend hoher Niederschlagsmenge zusammentreffen. Dies kommt vor allem in bestimmten Gebieten in der Nähe des Äquators zwischen den Wendekreisen vor. Die durchschnittliche Temperatur beträgt dort etwa 30 Grad Celsius. Die Trockenzeit darf nicht länger als zwei bis drei Monate dauern.

Wichtigste Merkmale des tropischen Regenwalds sind ein hohes, üppiges und dichtes Blätterdach sowie eine vielfältige Flora (Pflanzen) und Fauna (Tiere). Das einzigartige Ökosystem gehört zu den artenreichsten der Welt und zum ältesten Lebensraum des Festlands. Es besteht seit über 65 Millionen Jahren. Die Bäume im Regenwald sind ganzjährig grün. Denn weil das ganze Jahr über das gleiche Klima herrscht, gibt es keine Vegetationspause.

Im Gegensatz zum europäischen Laub- und Mischwald wachsen sie ohne den Einfluss verschiedener Jahreszeiten. Während die europäischen Laub- und Mischwälder Trockenheits- und Kälteperioden ausgesetzt sind, bleibt das Klima im tropischen Regenwald gleich. Folglich werden die Blätter dort etwa doppelt so groß wie in den gemäßigten Breitengraden.

Der differenzierte, stockwerkartige Aufbau des Regenwalds sorgt für die hohe Artenvielfalt. Baumriesen, die bis zu 70 Meter hoch wachsen, bilden das oberste Stockwerk. Kleinere Bäume werden zwischen 24 und 35 Meter hoch. Darunter liegt die untere Kronenschicht. Der Boden des tropischen Regenwalds ist meist feucht und setzt sich aus verschiedenen Schichten zusammen. Er ist von den Wurzeln, die verflochten sind, bedeckt. Im Vergleich zum europäischen Boden ist dieser nährstoffarm.

Die Pflanzen wachsen dicht beieinander und konkurrieren um das meiste Sonnenlicht. Die Bäume wachsen zu Beginn schnell nach oben, um so viel Licht wie möglich zu erhalten. Dies zeigt sich an ihren schlanken Stämmen ohne Äste. Einige Pflanzen, wie beispielsweise Farne, Orchideen und Lianen, wachsen am Baumstamm und klettern daran nach oben.

Die Verteilung der Baumarten macht einen großen Unterschied zwischen dem europäischen und tropischen Wald aus. Während die Mischwälder in den gemäßigten Breiten aus wenigen verschiedenen Baumarten bestehen, wachsen im Regenwald auf der gleichen Fläche unzählige Baumarten. Allerdings wachsen dort von jeder Art nur wenige Exemplare, die weit auseinander stehen. Dies ist bedeutend für die Artenvielfalt.

Der Nährstoffkreislauf zeigt die Unterschiede zwischen einem Laub- oder Mischwald und dem tropischen Regenwald deutlich. Denn ein europäischer Wald benötigt zwischen einem und vier Jahren, bis der Kreislauf von vorne beginnt. Im Regenwald dauert dieser Vorgang wenige Monate. Das Ökosystem ist vollumfänglich und in sich geschlossen. Der Regen ist ionenarm und entzieht den Blättern der Baumkronen viele Nährstoffe. Unter anderem Phosphor, Kalium, Kalzium und Magnesium.

Wenn er auf die Erde trifft, erreichen die Nährstoffe auch die unteren Stockwerke. Zusätzlich gewinnt die Vegetation Nährstoffe durch das Zersetzen von heruntergefallenen Pflanzenresten. Diese können beinahe sofort wiederverwertet werden. Ein europäischer Laub- oder Mischwald speichert die Nährstoffe im Boden; der Regenwald sammelt sie in der Vegetation.

Verbreitung und Klima des tropischen Regenwalds

Der tropische Regenwald wächst vor allem in der Nähe des Äquators, zwischen dem 10. Grad nördlicher und dem 10. Grad südlicher Breite. Gelegentlich erstreckt sich die Vegetation bis zum 20. Breitengrad nach Norden und Süden. Der Regenwald hat eine Gesamtfläche von knapp 12,5 Millionen Quadratkilometer.

Der Regenwald ist immergrün und wächst in der tropischen Zone. Die starke Sonneneinstrahlung bedingt die Tiefdruckzone am Boden und die Hochdruckzone in der Höhe. Dazwischen wehen die Ausgleichswinde, die sich zu beständigen Westwinden entwickeln. Durch die starke Hitze steigen die Luftmassen auf. Je höher sie steigen, umso kühler werden sie. Bis sie schließlich als Niederschlag zurück auf den Boden fallen.

Das Klima wird durch ganzjährig hohe Temperaturen bestimmt. Sie unterliegen geringen Schwankungen. Die Niederschläge betragen mindestens 1.500 Millimeter, welche zu zwei Dritteln des Jahres in Form von Regen und Gewittern fallen. Die Schwankungen der Temperatur am Tag liegen zwischen neun und zwölf Grad Celsius. Dies nennt sich Tageszeitenklima. Die Luftfeuchtigkeit ist dauerhaft hoch und kann bis zu 100 Prozent betragen. Durch die vielen Niederschläge, unterschiedliche Winde und weitere Einflüsse bilden sich einzigartige Böden und ihre Oberflächenformen.

Vegetation im tropischen Regenwald

Die dichten Baumkronen des immergrünen Regenwalds halten den Niederschlag zurück und führen ihn nach und nach dem Boden zu. Dabei filtern sie Nährstoffe aus dem Regen heraus. Bedeutend für das Ökosystem Regenwald sind die Wurzelpilze, die so genannten Mykorrhizen. Sie wachsen schlingenartig um die Wurzeln herum und speichern Nährstoffe. Diese geben sie etappenweise an die Bäume und mehrjährigen Pflanzen ab. Auf diese Weise können Verluste, die beispielsweise durch Auswaschung entstehen, abgemildert werden.

Der tropische Regenwald verfügt über eine artenreiche Pflanzenvielfalt. Bisher wurden über 1.500 Arten auf 10.000 Kilometern und selten sogar bis zu 5.000 Arten auf 10.000 Kilometern erfasst. Im Gegensatz zum europäischen Laub- und Mischwald gab es keine Unterbrechung oder Ausrottung durch eine Eiszeit. Aus diesem Grund konnten sich immer wieder neue Arten bilden.

Zu den bekanntesten Pflanzen im tropischen Regenwald gehören:

  • Bromelien
  • Elefantenbaum
  • Kakaobaum
  • Orchideen
  • Guapinol
  • Goldnussbaum

Die Bäume der Tieflandregenwälder werden bis zu 60 Meter hoch. Hier gibt es zwischen drei und fünf Stockwerke. Die Bäume wachsen dünn und hoch und haben eine glatte Rinde. Sie wachsen aufgrund des Tageszeitenklimas und der fehlenden Jahreszeiten ohne Jahresringe. Sie werfen ihr Laub je nach Baumart alle sechs bis 32 Monate ab und bilden neue Blätter nach.

Bei allen Pflanzen im Regenwald handelt es sich um Flachwurzler. Die Beschaffenheit des Bodens lässt keine anderen Wurzelformen zu. Nichtsdestotrotz ist der Boden Grundlage allen Lebens im Regenwald. Die Bodenvegetation ist aufgrund fehlender Lichtverhältnisse in Bodennähe nur vereinzelt vorzufinden.

Entstehung des Regenwalds

Bedingt durch die gleichmäßigen klimatischen Bedingungen und das Fehlen von Eiszeiten haben sich die Regenwälder entwickeln können. In der Nähe des Äquators ist es das ganze Jahr über gleichmäßig warm. Aus diesem Grund entwickeln sich die tropischen Pflanzen schnell.

Der tropische Regenwald ist vielseitig. Seine Erscheinung reicht von den Mangrovenwäldern bis hin zu den Tieflandregenwäldern. Der immergrüne tropische Tieflandregenwald zeichnet sich durch eine üppige und artenreiche Vegetation aus. Es gibt so genannte Überständer, die höchsten Bäume im Regenwald, und den klassischen Stockwerkbau mit unterschiedlichen Lebensformen. Den tropischen halbimmergrünen Regenwald macht ein geschlossener hochwüchsiger Wald aus. Bäume, die ihr Laub abwerfen, machen bis zu zwei Drittel der kleineren Baumarten aus. Allerdings verlieren nie alle Bäume gleichzeitig ihre Blätter. In den tropischen Bergnebelwäldern sind die Bäume mit Moos und Kleinfarn bedeckt. Überständer sind selten, da sie in den Hanglagen keinen Halt finden. Typisch für Mangrovenwälder sind auffällige Stelzwurzeln.

Die größten Regenwälder der Welt

Der größte zusammenhängende Regenwald der Welt ist der Amazonasregenwald in Südamerika. Er erstreckt sich auf knapp 526 Millionen Hektar. Ihm folgt der tropische Regenwald im Kongobecken in Afrika mit 168 Millionen Hektar. Indonesien verfügt über das größte Vorkommen tropischen Regenwalds in Südostasien. Es ist 920.000 Quadratkilometer groß. Der Regenwald in Australien und Neuguinea haben insgesamt eine Fläche von 64 Millionen Hektar.

Vergleich von europäischen und tropischen Wäldern

Am meisten unterscheiden sich diese beiden Waldformen anhand ihrer Temperaturen und klimatischen Bedingungen. Auch die Zusammensetzung des Bodens spielt eine wichtige Rolle. Im tropischen Regenwald herrscht Tageszeitenklima, während es in den gemäßigten Breitengraden ausgeprägte Jahreszeiten vorkommen. Dies beeinflusst bei Bäumen die Bildung der Jahresringe.

Die Humusschicht ist im Regenwald vergleichsweise dünn, da sie schnell zersetzt wird. Die Bäume besitzen flache Wurzeln, damit sie an alle Nährstoffe gelangen können. Im Laub- oder Regenwald fallen jedes Jahr zwei bis vier Tonnen Abfall aus Blättern an, die über eine Zeitspanne von bis zu vier Jahren zersetzt werden. Aus diesem Grund ist die Humusschicht deutlich dicker. Die Wurzeln ragen bei einigen Baumarten tief in die Erde hinein.

Unterschiede zwischen heimischen und tropischen Wäldern

Die europäischen Laub- und Mischwälder können nicht mit den ursprünglichen Regenwäldern in Äquatornähe verglichen werden. Viele Waldflächen werden wirtschaftlich genutzt und einige Tier- und Pflanzenarten sind selten geworden. Doch nicht nur in der Vegetation unterscheiden sich heimische und tropische Wälder.

Vor allem die Bodenbeschaffenheit, die unterschiedlichen Temperaturen und das Klima haben Einfluss auf die Entwicklung des Waldes. Während das Wachstum der Bäume in der gemäßigten Zone jahreszeitenabhängig ist, streben die Bäume im tropischen Regenwald schnellstmöglich nach Sonnenlicht.


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