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Was bedeutet: Wie auch immer – Bedeutung und Synonyme


Wie auch immer“ ist kurz für „Wie das/es auch immer gewesen sein mag/ist/sein könnte“. Im deutschen Sprachgebrauch ist diese Redensart als sprachliches Überleitungselement oder als Ausdruck der Resignation sehr häufig anzutreffen.

Der Ursprung der Redensart „Wie auch immer“

Die exakte Herkunft und der Entstehungszeitpunkt der Redensart ist unbekannt. Bei „Wie auch immer“ handelt es sich auch mehr um ein rhetorisches Element und eine Abkürzung, denn um ein Sprichwort. „Wie auch immer“ ist kurz wie „Wie es auch immer genau sein möge/war/ist/gewesen ist“ und bedeutet so viel wie:

  • egal
  • gleichgültig
  • im Moment nicht weiter von Bedeutung
  • das sei dahingestellt
  • die Wahrheit ist im betreffenden Zusammenhang nicht bekannt oder es gibt sie nicht
  • es (bzw. Details) interessiert mich nicht (mehr).

Die Verwendung von „Wie auch immer“

Zwei Menschen diskutieren seit einigen Minuten lebhaft ums Rechthaben in einer bestimmten Frage. Doch entweder rückt einer nicht von seinem Standpunkt ab oder aber das Diskussionsthema kennt keine einvernehmliche oder einheitliche Lösung.

Dann kann einer der Diskussionspartner sagen: Wie auch immer …

  • … ohne weiteren Kommentar: Drückt aus, „Es ist mir eigentlich egal“.
  • … du hast ja recht, aber ich möchte jetzt lieber ein Bier trinken: Der Sprecher drückt damit seine Unlust an der weiteren Diskussion aus. Er möchte lieber aussteigen und etwas anderes (lustvolleres) tun.Die Aussage dient hier der geschickten Unterbrechung des leidvoll gewordenen Streitgespräches und als Überleitung in ein neues Thema.
  • … trotzdem müssen wir diesen einen Punkt noch mal besprechen: In diesen Fall nutzt der Sprecher die Floskel, um seinem Gesprächspartner das Wort zu nehmen und selbst noch einmal mit eigenen Themen zu punkten.
  • … (seufzen und schweigen): in diesem Fall sind dem Sprecher oder der Sprecherin die Luft, die Lust oder die Argumente ausgegangen.

An diesen Beispielen ist gut erkennbar, dass die Aussage „Wie auch immer“ häufig als stilistisches Element in der Sprache gebraucht wird, um eine Unterbrechung, Umleitung oder Neuausrichtung der Situation einzuleiten.

Abwandlungen: Wann/Was/Wer auch immer

Die Aussage gibt es in vielen Varianten zu allen möglichen „W-Wörtern“.

  • Wann auch immer (ein unbekannter Zeitpunkt, egal wann, ich weiß nicht mehr wann usw.)
  • Was auch immer (ein unbekanntes Ding oder ein unbekannter Umstand, nicht von weiterem Interesse usw.)
  • Wer auch immer (eine unbekannte Person, Desinteresse an einer Person usw.)

„Wie auch immer“ in anderen Sprachräumen

Der Ausdruck ist in vielen europäischen Sprachen so oder so ähnlich zu finden und wird in der lebendigen Sprache häufig genutzt. Die Briten und andere englischsprachige Kulturen kennen die Ausdrücke: „However“ (wörtlich wie immer) oder auch „What so ever“ (wörtlich was so immer). Beide bedeuten in etwa „Wie auch immer“ oder „Was auch immer“ und werden wie die deutsche Redensart verwendet.

Unter Jugendlichen oder Menschen mit einem Hang zum Denglisch wird insbesondere „however“ gerne auch im deutschen Sprachgebrauch genutzt, um Desinteresse, Unwissen oder Lustlosigkeit auszudrücken.

Das englische however kann auch mit „aber“, „trotzdem“, „allerdings“ und „dennoch“ übersetzt werden. Die Verwendung von „Wie auch immer“ ähnelt diesen Satzverbindungswörtern, dennoch benutzen wir im Deutschen „Wie auch immer“ mehr als Hinleitung zu einem Satzverbindungswort, denn als Ersatz dafür.

Im Italienischen sagt man „comunque“ für „Wie auch immer“ (auch jedenfalls, letztlich, schließlich, auf alle Fälle). Die genaue Herkunft ist unbekannt. Man kann in diesem Ausdruck aber die Wörter „come“ für „wie“, „un“ für „ein/etwas“ und „que“ als umgangssprachliche Abwandlung für „che“ für „welche/welcher“ erkennen. Das ergäbe die wörtliche Aussage „wie ein welches“, was dem deutschen „Wie auch immer“ sehr nahekommt.

Die französische und sehr ähnlich konstruierte Variante lautet „quelconque“ und die Spanier sagen „comoquiera que“.

Welchem gesellschaftlichen Sprachgebrauch entspricht „Wie auch immer“

Die Redewendung wird in allen sozialen und gesellschaftlichen Schichten gebraucht. Egal ob Politiker, Wirtschaftsboss, genervte Mutter oder ältere Schüler, der Gebrauch ist sehr verbreitet, gesellschaftsfähig und anerkannt.

Auffällig ist, dass kleinere Kinder spontan kaum „Wie auch immer“ sagen oder ausdrücken würden. Die Redewendung gehört damit eindeutig in die komplexe, fortgeschrittene (oder komplizierte) Kommunikationsweise unter Menschen.

Eine sprachlich nicht korrekte, aber in der Umgangssprache durchaus öfter anzutreffende Abwandlung ist „Nichts genaues weiß man nicht“, womit in der Regel Unwissenheit ausgedrückt wird.


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