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Was bedeutet Firlefanz: Definition, Herkunft und Bedeutung


Firlefanz ist ein Ausdruck, um etwas Albernes oder Törichtes zu beschreiben. Oder wenn jemand unnötige Bewegungen macht, welche albern wirken, sagt man: „Mach nicht so ein Firlefanz“. Gleichzeitig wird das Wort auch dazu benutzt, um unnötige Dinge, welche niemand mehr braucht und welche keinen Nutzen darstellen, als Firlefanz abzuwerten.

Woher kommt Firlefanz: Herkunft, Ableitung

Das deutsche Wort Firlefanz hat mehrere Bedeutungen und stammt aus dem mitteldeutschen Sprachgebrauch. Doch auch französische Wurzeln lassen sich eindeutig mit dem Wort Firlefanz assoziieren. Firlefanz ist also neudeutsche Wortschöpfung, sondern bereits etwas älter.

Die direkte Wortherkunft leitet sich ab vom mitteldeutschen Wort Firlifanz. Damit gemeint ist ein rascher, fröhlicher Tanz, eine Art Springtanz mit abrupten und schnellen Bewegungen. Diese Art des Tanzens wurde im Mittelalter vor allem bei schönem Wetter im Freien aufgeführt. Diesbezügliche Traditionen haben sich vielerorts bis heute erhalten.

Ebenso steckt in den mitteldeutschen Wörtern firlei und firlifei das heutige deutsche Firlefanz. Auch diese beiden Worte beschreiben den Springtanz. Ebenso kann durch die französische Sprache die Herkunft und Bedeutung des deutschen Wortes Firlefanz erklärt und hergeleitet werden. Denn das französische Wort Virelai bezeichnet ein sogenanntes Ringellied und besteht aus den Silben virer, sich drehen und lai, was einfach nur Lied bedeutet.

Deshalb kann das deutsche Wort Firlefanz auch direkt in die französische Sprache übersetzt werden, was beispielsweise beim simultanen Dolmetschen für ein besseres Verständnis des Übersetzten sehr wichtig sein kann.

Firlefanz im deutschen Sprachgebrauch und seine Modifikationen

Da eine Übernahme von der französischen Sprache in den deutschen Sprachgebrauch stattgefunden hat, haben sich in ganz verschiedenen Mundarten, also Dialekten aus der Form firl weitere Bedeutungen entwickelt, die jedoch eines gemeinsam haben. Die grundsätzliche Bedeutung bezieht sich immer auf drehende, behände sowie flinke Körper- oder Tanzbewegungen.

Die zweite Silbe in dem Wort Firlefanz, nämlich fanz, stammt ebenfalls aus der mitteldeutschen Sprache und bezeichnete damals einen Schalk oder Schelm als Person. Vanz ist jedoch heutzutage aus dem allgemeinen Sprachgebrauch weitgehend verschwunden. Nur noch ältere Menschen werden heutzutage etwas mit „der Vanz“ anfangen können.

Neben der älteren Bedeutung eines fröhlichen Tanzgeschehens oder eines Springtanzes wird mit dem Wort Firlefanz im engeren Sinne also auch eine alberne oder komische Person bezeichnet, der sogenannte Firlefanz. Doch auch diese urtypische Bedeutung ist im heutigen Sprachgebrauch so gut wie nicht mehr geläufig. Denn heutzutage werden unter dem Begriff Firlefanz ein unnötiges und albernes Gehabe und vor allem auch überflüssige, unnötige Dinge verstanden.

fenzt oder fanzt als Ausdruck für albernes Gehabe

Dinge, welche nicht mehr benötigt werden oder dringend entrümpelt werden müssten, werden also häufig als Firlefanz bezeichnet. Außerdem steht der Begriff darüber hinaus für unsinnige, inkonsistente und nicht nachvollziehbare Angaben zu irgendwelchen Sachverhalten. Menschen äußern dann in diesem Zusammenhang oft den Ausspruch, erzähle mir doch bitte nicht solch einen Firlefanz.

Es kann nicht klar definiert werden, wie die heutige Bedeutung von albernem Gehabe für Firlefanz hergeleitet werden kann. Sprachwissenschaftler gehen aber am ehesten davon aus, dass im Laufe der Zeit eine Kreuzung mit mundartlichen Wörtern stattgefunden haben muss. So entstanden beispielsweise die von Firlefanz direkt abgeleiteten Silben fenzen, alfanzen oder fanzen. Diese Silben umschreiben allesamt, wenn eine Person durch albernes Gehabe oder durch Possen treiben charakterisiert werden soll.


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