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Was passiert in der 28. Schwangerschaftswoche


Die 28. Schwangerschaftswoche bzw. auch 28. SSW genannt – läutet das Ende des siebten Schwangerschaftsmonats ein. Sie reicht von Woche 27+0 bis 27+6. Nun sind es nur noch 12 Wochen bis zur Geburt.

Weiterhin tut sich in deinem Bauch einiges. Was genau, welche Beschwerden auf dich zukommen und wie wichtig das Tragen deines Babys ist, wird im Folgenden erklärt.

Die Entwicklung des Kindes in der 28. Schwangerschaftswoche

In der 28. Schwangerschaftswoche ist dein Kind zwischen 33 und 39 cm lang. Damit entspricht es ungefähr der Größe eines Blumenkohls. Es wiegt dabei etwa 1100 g.

Von jetzt an produziert dein Baby selbstständig Surfactant, die Substanz, die verhindert, dass die Lunge zusammenklebt. Gleichzeitig erfährt seine ganze Lunge einen Wachstumsschub. So werden die Verzweigungen der Bronchien feiner und die Blutversorgung in der Lunge wird verbessert.

Außerhalb deines Körpers reicht seine Lungenentwicklung damit aber noch nicht aus. Erst ab etwa der 35. SSW kann man davon ausgehen, dass Babys selbstständig atmen können. Würde es bei dir jetzt zu Wehen kommen, würden Ärzte also noch immer versuchen, die Geburt medikamentös hinauszuzögern. Außerdem bräuchte dein Baby, wenn es in der 28. Schwangerschaftswoche als Frühchen zur Welt kommt, Lungenreife, um die Produktion von Surfactant anzukurbeln. Seine Überlebenschancen stünden glücklicherweise schon bei 96 bis 98 %.

Darüber hinaus arbeitet von nun an das Immunsystem deines Babys von selbst. Das geschieht, indem die Plazenta Antikörper, die dein Körper produziert hat, an dein Baby weitergibt. Auch die Entwicklung seines Gehirns schreitet mit großen Schritten voran.

Ist dein Baby wach, hat es seit der letzten Woche seine Augen auf. Scharf sehen kann es aber noch lange nicht. Auch nach der Geburt können Babys nur auf etwa 30 cm Entfernung mehr als grobe Umrisse erkennen. Das ist damit zu erklären, dass diese Entfernung ungefähr der zum Gesicht der Mutter entspricht, wenn das Baby gestillt wird. Du wirst feststellen, dass dein Baby dich dabei nahezu anhimmelt. Gesichter und Brüste sehen für Babys außerdem besonders attraktiv aus.

Ab der 28. Schwangerschaftswoche verändert deine Gebärmutter ihre Form. Sie verengt sich oben, um deinem Baby dort weniger Platz zu bieten. Auf diese Weise wird dein Kind ermutigt, von selbst die richtige Position für die Geburt einzunehmen, nämlich mit dem Kopf nach unten. In dieser Woche sind häufige Positionswechsel aber noch völlig normal. Der Platz dafür wird zwar immer enger, aber noch bietet dein Bauch den nötigen Raum für Purzelbäume.

28. SSW: Symptome bei der werdenden Mutter

Deine Gebärmutter endet mittlerweile etwa 3 cm über deinem Bauchnabel. Wenn du magst, kannst du ein Tagebuch anfangen, in welchem du wöchentlich festhältst, um wie viele Zentimeter dein Bauchumfang gewachsen ist. Du wirst staunen. Und dabei sind es noch drei Monate bis zur Geburt.

Mit Glück gehörst du zu den Frauen, die eine Schwangerschaft ganz nebenbei wegstecken, als wäre es nichts. Das geht aber leider bei Weitem nicht allen so. Die meisten leiden zumindest zeitweilig an Übelkeit, Sodbrennen, Rückenschmerzen oder anderen Schwangerschaftssymptomen.

Da die Einnahme von Medikamenten während der Schwangerschaft immer mit einem Arzt abgesprochen werden sollte, sind Ruhe und Entspannungspausen häufig die einzigen Tipps, die ein wenig Linderung verschaffen können. Selbst Hausmittel, wie etwa Brennnesseltee bei Wassereinlagerungen, solltest du jetzt nicht einfach so einnehmen.

Bist du sehr schlank in die Schwangerschaft gestartet, hast du möglicherweise das Glück, dass du Umrisse der Hände und Füße deines Babys erkennen kannst. Wenn es tritt oder boxt, zeichnet sich bei schlanken Frauen manchmal der Fuß oder die kleine Faust auf deinem Bauch ab. Nimm in so einem Fall am besten Kontakt zu deinem Baby auf. Streichle über seine Hand oder kitzle sein Füßchen. Vielleicht entwickelt ihr auf diese Weise euer erstes Spiel?

Gönne dir weiterhin viel Zeit für dich und verbringe gemütliche Abende mit deinem Partner. Wenn du magst, kannst du deinen Bauch mit Massageöl einreiben. Achte aber darauf, beim Massieren nicht zu kräftig zu zupfen. Das kann die Gebärmutter zu Wehen ermutigen. Vor allem im unteren Bereich deines Bauches solltest du nur vorsichtig massieren oder reiben. Wenn du bereits unter vorzeitigen Wehen gelitten hast, verzichte besser auf die Massage und lasse dir stattdessen von deinem Partner Rücken oder Füße massieren.

Wenn du Flecken in deinen Oberteilen entdeckst, kommen diese vermutlich von Muttermilch, die aus deinen Brüsten austritt. Vor allem nachts, wenn du auf der Seite schläfst, wird die Brust zusammengedrückt und kann wenige Tropfen Milch abgeben. Viel mehr wirst du zu diesem Zeitpunkt noch nicht produzieren. Es ist nicht schlimm, wenn davon etwas verloren geht. Dein Körper liefert die Milch nach. Außerdem handelt es sich momentan noch um Kolostrum, eine Vormilch, die sehr energiereich ist. Daher braucht dein Baby davon nur sehr wenig, um seinen Bedarf zu decken.

Passend dazu ist es in den ersten Tagen nach der Geburt auch sehr schnell satt. Sein Magen ist nämlich am Anfang nur so groß wie eine Erbse.

Das Tragetuch

Menschenbabys sind Traglinge. Das ist in der Natur nichts Ungewöhnliches. Auch Kängurus tragen ihren Nachwuchs eine ganze Weile in ihrem Beutel umher. Ebenso gehört der Nachwuchs von Primaten zu den Traglingen. Bei ihnen hält sich das Jungtier allerdings selbstständig fest. Man unterscheidet daher zwischen passiven (Känguru) und aktiven (Primaten) Traglingen.

Der Mensch gehört nicht eindeutig in eine dieser beiden Gruppen. Zwar besitzt ein Baby den Greifreflex, allerdings ist dieser nicht kräftig genug ausgeprägt, um sein eigenes Körpergewicht zu halten. Außerdem haben wir kein Fell mehr, in das unser Nachwuchs sich krallen könnte. Daher trägt der Mensch seine Babys auf dem Arm oder hilft sich mit speziellen Tragetüchern oder anderen Tragehilfen.

Tragetücher gibt es in vielen verschiedenen Varianten. Manche sind bereits fertig gebunden, andere nicht. Der Vorteil der bereits gebundenen Tücher ist, dass du nicht erst herumprobieren musst, bist du herausgefunden hast, wie die Knoten sicher und richtig sitzen. Andererseits kannst du mit einem Tuch, das du selbst binden musst, mehr verschiedene Bindetechniken ausprobieren.

Beim Kauf solltest du darauf achten, dass das Tuch aus hochwertigem Material besteht und etwa 5 Meter lang ist. Damit stellst du sicher, dass genug Tuch vorhanden ist, um die Knoten problemlos binden zu können. Es sollte außerdem dabeistehen, bis wie viel Kilo das Tuch belastbar ist.

Getragen werden ist gerade für Neugeborene wichtig. Auf dem Arm der Eltern fühlen sie sich sicher und geborgen. Sie profitieren von der Körperwärme, dem Geruch und den wiegenden Bewegungen, die entstehen, wenn du gehst.
Für ein Neugeborenes ist die beste Haltung im Tragetuch mit dem Gesicht zur dir und in Anhock-Position, also mit weit gespreizten Beinen. Auf diese Weise kannst du Hüftprobleme verhindern, da die Oberschenkelköpfe so tief im Becken liegen und gut hineinwachsen können.

Die Vorteile eines Tragetuchs hören nicht bei deinem Baby auf. Auch für dich kann es erholsam sein, endlich wieder die Hände freizuhaben. Auch Stillen klappt mit etwas Übung problemlos, sodass du kleine Aufgaben im Haushalt ganz nebenbei erledigen kannst, während du dein Baby stillst. Selbst spazieren gehen, einkaufen oder einfach mal fernsehen klappt auf diese Weise wunderbar und dein Baby ist trotzdem ganz in deiner Nähe.

Größere Kinder werden eher auf dem Rücken getragen. Auch das geht, sofern das Tragetuch lang genug und ausreichend belastbar ist, mit demselben Tuch.

Das Tragen hat sogar weitreichende medizinische Vorteile. Auf Haiti wird dieses „Kängurun“ oder die „Känguru-Methode“, wie das Tragen im Tragetuch auch genannt wird, bei Frühchen eingesetzt, weil es dort häufig keine Brutkästen gibt, die die Kinder wärmen würden. Auch häufige Stromausfälle erschweren dort den Klinikalltag nicht nur auf der Neugeborenen- oder Frühchenstation.

Daher wird Müttern dort beigebracht, wie wichtig es ist, ihre Babys Haut an Haut zu tragen. Dies wird auch bei uns praktiziert, allerdings in geringerem Ausmaß, da wir die technischen Möglichkeiten der Brutkästen jederzeit nutzen können. Eltern von Frühchen bekommen diese dennoch regelmäßig bei Besuchen auf die nackte Brust gelegt, damit die Kinder Kontakt zu ihren Eltern aufnehmen können.

Häufig ist zu beobachten, dass die Atmung der Kinder sich dadurch verbessert und regelmäßiger wird. Auf Haiti konnte dadurch die Sterblichkeit unter Frühgeburten verringert werden, obwohl sich nichts an der Ausrüstung der Krankenhäuser änderte.

Checkliste zur 28. SSW

  1. Dein Kind misst zwischen 33 und 39 cm und wiegt etwa 1100 g.
  2. Die Lunge reift schnell weiter. Surfactant bildet dein Kind nun selbst, die Bronchien verästeln sich weiter und die Lunge wird besser durchblutet.
  3. Sein Immunsystem arbeitet selbst und das Gehirn wächst.
  4. 96 bis 98 % aller Kinder, die in der 28. SSW geboren werden, überleben.
  5. Die Form deiner Gebärmutter verändert sich, um dein Baby zu ermutigen, mit dem Kopf nach unten zu liegen.
  6. Übliche Schwangerschaftssymptome wie Rückenschmerzen und Sodbrennen plagen dich aller Wahrscheinlichkeit nach weiter.
  7. Langsam wird dein Baby so groß, dass nicht nur Beulen auf deinem Bauch sichtbar sein können, wenn es tritt. Bist du sehr schlank, kannst du vielleicht sogar den Umriss eines Fußes oder einer Hand erkennen.
  8. Deine Brüste produzieren weiterhin Muttermilch, die gelegentlich tröpfchenweise austreten kann.
  9. Traglinge sind Tierbabys, die von ihren Eltern aktiv oder passiv getragen werden. Der Mensch gehört dazu.
    Tragen bietet deinem Kind die Vorteile deiner Nähe. Es riecht dich, spürt deine Wärme und fühlt sich durch die Bewegungen sicher. Auch für die Mutter bietet ein Tragetuch Vorteile. Sie hat die Hände frei, kann sich anderen Dingen widmen und hat trotzdem ihr Baby immer bei sich.

Dieser Fachartikel ist in Zusammenarbeit mit Ärzten, Hebammen und Apothekern entstanden.
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