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Was passiert in der 19. Schwangerschaftswoche


Die 19. Schwangerschaftswoche, also Woche 18+0 bis 18+6, ist die dritte Woche des fünften Schwangerschaftsmonats. Bald ist die erste Hälfte der Schwangerschaft rum und dann geht es für dich wenig später auch schon ins dritte Trimester. Alles, was speziell ab oder in der 19. SSW auf dich zukommt, erfährst du in diesem Artikel.

Die Entwicklung des Kindes in der 19. Schwangerschaftswoche

In der 19. SSW misst dein Baby 17 bis 23 cm. Damit entspricht es der Größe einer Mango. Leichte Abweichungen, vor allem wenn du Zwillinge erwartest, sind möglich. Sein Gewicht beträgt etwa 200 bis 240 g.

Die Entwicklung des Gehirns schreitet voran. Die Bereiche, die für die Sinneswahrnehmungen zuständig sind, sind besonders betroffen. Dein Baby spürt, wenn du deinen Bauch streichelst und schmiegt sich möglicherweise an deine Hand an. Es tastet außerdem deine Gebärmutter von innen ab und merkt die Grenzen, die sie ihm gibt.

Gleichzeitig wächst das Lanugohaar weiter. Auch die Käseschmiere, die in einem vorangegangenen Artikel bereits Thema war, bedeckt weiterhin den ganzen Körper deines Kindes. Der Kopf deines Kindes kann in dieser Woche ebenfalls schon vollständig mit Haaren bedeckt sein.

Bei Jungen war die Entwicklung der Geschlechtsorgane schon im dritten Schwangerschaftsmonat abgeschlossen. Jetzt ist dies auch bei den Mädchen der Fall. Etwa sechs Millionen Eizellen besitzt ein Mädchen in der 19. Schwangerschaftswoche. Dabei gehen Fünf Millionen bis zur Geburt verloren. Das ist völlig normal und stellt kein Problem dar. Gebärmutter und Eierstöcke sind in dieser Woche vollständig entwickelt und haben ihren endgültigen Platz im Körper des Babys eingenommen.

Die Zahnleisten bilden sich. Die ersten Zähne lassen bei den allermeisten Babys nach der Geburt zwar noch mehrere Monate auf sich warten, doch es werden auch immer wieder Babys geboren, die bereits ein sichtbares Zähnchen haben. Dieser „Eizahn“, wie er angelehnt an den Eizahn von Küken manchmal genannt wird, schränkt dich nicht in deiner Entscheidung zu stillen ein.

Laut Weltgesundheitsorganisation sollten Babys die ersten sechs Lebensmonate ausschließlich durch Muttermilch ernährt werden. Darüber hinaus empfiehlt sie, bis über den zweiten Geburtstag hinaus zu stillen. Es dürfte kaum ein Kleinkind auf der Welt geben, das noch keinen einzigen Zahn hat, wenn es seinen zweiten Geburtstag feiert. Zähne sind also kein Grund, Abstand vom Stillen zu nehmen, sofern du denn so lange oder überhaupt stillen möchtest.

Das Immunsystem deines Kindes beginnt ab der 19. Schwangerschaftswoche mit seiner Arbeit. Dazu trägt die Entwicklung der Leber bei, in welcher weiße Blutkörperchen gebildet werden.

Der Darm des Babys arbeitet und wird mit geschlucktem Fruchtwasser auch mit Nährstoffen versorgt, welche er herausfiltern kann. Zurück bleiben Ablagerungen, welche in der Regel erst nach der Geburt ausgeschieden werden. Dieses sogenannte Kindspech hat eine auffallend schwarze Farbe. Zusätzlich namensgebend ist seine klebrige Konsistenz, welche gerade frisch gebackene Eltern beanspruchen kann. Die Entwicklung der Plazenta ist in Schwangerschaftswoche 19 abgeschlossen.

19 SSW: Was sieht man in der auf dem Ultraschall?

Besitzt dein Kind einen dichten Haarschopf, ist dieser vielleicht schon auf dem Ultraschall erkennbar. Die Haare werden allerdings nicht am Kopf deines Babys anliegen, sondern wild im Fruchtwasser herumfliegen. Sie können daher eher als Trübung im Bild wahrgenommen werden.

Weiterhin wird dein Baby sich viel bewegen, nach seinen eigenen Händen und Füßen greifen, am Daumen lutschen, an der Nabelschnur ziehen und sich vielleicht vom Schallkopf wegdrehen.
Das Geschlecht ist in dieser Woche sehr gut erkennbar.

Welche Symptome treten bei der Schwangeren in der 19. SSW auf?

Deine alten Hosen passen dir schon lange nicht mehr. Dein Schwangerschaftsbauch ist deutlich erkennbar und wächst mit jeder Woche weiter. Sechs bis sieben Kilo mehr kannst du mittlerweile auf die Waage bringen.

Wenn du eine Linea nigra bekommst, eine durch Pigmenteinlagerungen dunkel hervortretende Linie zwischen Schambein und Bauchnabel, entdeckst du womöglich auch an anderen Körperstellen dunkle Pigmentflecken. Nicht nur die Brustwarzen müssen davon betroffen sein. Auch im Gesicht können sie auftreten. Sie verschwinden nach der Geburt wieder, können aber durch Sonneneinstrahlung dunkler werden und länger bleiben. Nutze daher unbedingt Sonnencreme und halte dich nicht zu lange in der Sonne auf.

Vielleicht bemerkst du stärkeren Durst. Dieser ist auf dein Fruchtwasser zurückzuführen, welches mindestens zweimal täglich komplett von deinem Körper ausgetauscht wird. Deine Nieren arbeiten also härter und benötigen mehr Flüssigkeit, welche du ihnen am besten in Form von stillem Wasser geben solltest.

Sportarten, bei denen du springst, solltest du spätestens jetzt vermeiden. Die Schwangerschaftshormone, welche Gelenke und Sehnen weich werden lassen, erhöhen auch das Verletzungsrisiko. Überdehnte Sehnen oder Verstauchungen können sich häufen. Hohe Schuhe sind vielleicht auch keine gute Idee mehr.

Plötzlich auftretende Blutungen sind auch in dieser Woche möglich. Sie sind nicht zwingend ein Warnsignal, sollten aber immer von deinem Gynäkologen abgeklärt werden. Wenn sie am Wochenende auftreten, solltest du ins Krankenhaus gehen, um eine Gefährdung deines Kindes auszuschließen.

Blutungen können durch kleine Hämatome entstehen, welche sich in der Gebärmutter gebildet haben. Platzen diese, setzt eine hellrote, mitunter auch starke Blutung ein, welche in der Regel keinen Einfluss auf dein Kind hat. Solche Hämatome werden häufig während einer Ultraschalluntersuchung erkannt. Dein Gynäkologe wird dich in einem solchen Fall vorwarnen, dass es zu einer Blutung kommen kann. Nichtsdestotrotz solltest du auch dann unbedingt einen Arzt aufsuchen.

Weitere Symptome (Sodbrennen, Wassereinlagerungen, Schmerzen an den Mutterbändern, Hautunreinheiten, volles Haar,…) sind in vorangegangenen Artikeln bereits behandelt worden.

Die zweite große Ultraschalluntersuchung

Die zweite Vorsorgeuntersuchung wird zwischen der 19. und 22. Schwangerschaftswoche durchgeführt. Es bietet sich für dich an, zu diesem Termin deinen Partner mitzunehmen, da es in dieser Zeit am besten möglich ist, das Baby komplett darzustellen. Außerdem ist der zweite Ultraschalltermin häufig der, bei dem dir das Geschlecht mitgeteilt wird, sofern du es denn wissen möchtest. Am besten besprichst du dies vor der Untersuchung, falls du dich lieber überraschen lassen möchtest, um nicht aus Versehen darüber informiert zu werden. Du kannst zwischen dem Basis-Ultraschall und dem erweiterten Basis-Ultraschall wählen.

Dein Gynäkologe wird bei diesem Termin die altersgerechte Entwicklung deines Kindes prüfen. Dafür misst er den Durchmesser und Umfang des Kopfes und Bauches deines Kindes und ermittelt die Länge des Oberschenkelknochens. Dadurch kann er dir Körpergröße und Gewicht deines Kindes mitteilen.

Außerdem wird er die Fruchtwassermenge prüfen und feststellen, wo die Plazenta liegt.
Danach folgt, sofern du die Erweiterung der Basis-Ultraschall-Untersuchung gewählt hast, die Untersuchung der inneren Organe. Dein Arzt wird sich das Gehirn deines Kindes ansehen, das Größenverhältnis von Brustkorb und Herz ermitteln und nachsehen, ob seine Bauchwand und Wirbelsäule geschlossen sind. Außerdem wirft er einen Blick auf die einzelnen Herzkammern, ihre Lage und Größe, und stellt fest, ob der Magen und die Harnblase per Ultraschall darstellbar sind.

Diese Leistungen werden nur erbracht, wenn du dich für den erweiterten Basis-Ultraschall entscheidest. Beide Varianten werden von der Krankenkasse übernommen.

Harter Bauch in der 19. Schwangerschaftswoche

Braxton-Hicks-Kontraktionen werden Übungswehen auch genannt. Diese Übungswehen können bei dir zu einem harten Bauch führen. Sie sind in der Regel ungefährlich und deuten nicht auf eine beginnende Geburt hin.

Die meisten Schwangeren bemerken gar nicht, dass ihr Körper ab der 19. SSW für die Geburt trainiert. Die Braxton-Hicks-Kontraktionen sind meistens schmerzfrei (sie können jedoch durch ein leichtes Ziehen, das dich möglicherweise an Menstruationsbeschwerden erinnert, begleitet werden) und dein Bauch wird nicht zwingend hart durch sie.

Übungswehen unterscheiden sich von echten Wehen neben ihrer häufigen Schmerzfreiheit durch ihre Unregelmäßigkeit. Echte Wehen würden in ihrer Häufigkeit zunehmen und in immer kürzeren Abständen kommen, während Übungswehen völlig unterschiedlich lange Pausen haben. Sie hören außerdem meistens auf, wenn du deine Körperhaltung änderst, oder spazieren gehst.

Wenn du eine Regelmäßigkeit bemerkst, die Abstände kürzer werden, du Blutungen bekommst oder die Schmerzen so stark werden, dass es dir schwerfällt, dich währenddessen zu unterhalten, solltest du ins Krankenhaus fahren.

Möglicherweise setzt in so einem Fall gerade die Geburt ein. In der 19. Schwangerschaftswoche ist dein Kind außerhalb deines Körpers jedoch noch nicht überlebensfähig. Die Geburt muss daher durch Wehenhemmer gestoppt werden.
Es ist möglich, dass du noch mehrere Wochen von Übungswehen verschont bleibst. Bei Erstgebärenden treten sie häufig erst später auf, während sie bei Frauen, die bereits Kinder haben, früher beginnen.

Zusammenfassung

  1. Dein Kind misst nun 17 bis 23 cm und wiegt etwa 200 bis 240 g.
  2. Seine Sinneswahrnehmungen werden feiner.
  3. Das Lanugohaar und die Käseschmiere bedecken den ganzen Körper deines Kindes. Auch Kopfhaar wächst nun. Dieses kann als Trübung im Ultraschall sichtbar werden.
  4. Die Entwicklung der weiblichen Geschlechtsorgane ist abgeschlossen.
  5. Die Zahnleisten bilden sich. Die ersten Zähne werden voraussichtlich erst einige Monate nach der Geburt durchbrechen.
  6. Die Bildung von weißen Blutkörperchen beginnt.
  7. Die Schwangere hat mittlerweile etwa sechs bis sieben Kilo zugenommen.
  8. Pigmentflecken im Gesicht können auftreten. Sie werden durch Sonneneinstrahlung verstärkt, verschwinden aber nach der Geburt wieder.
  9. Durst wird durch den stetigen Wechsel des Fruchtwassers ausgelöst.
  10. Durch die hormonell bedingt weichen Gelenke und Sehnen steigt das Verletzungsrisiko.
  11. Blutungen in der 19. Schwangerschaftswoche können durch ein Hämatom in der Gebärmutter ausgelöst sein und völlig harmlos verlaufen. Sie sollten dennoch immer ärztlich abgeklärt werden, da sie auch auf eine Gefährdung von Mutter und/oder Kind hindeuten können.
  12. Die zweite Vorsorgeuntersuchung steht an. Sie wird zwischen der 19. und 22. SSW durchgeführt. Dabei werden Kopf- und Bauchumfang, Femurlänge, die inneren Organe sowie die Plazenta geschallt.
  13. Übungswehen (Braxton-Hicks-Kontraktionen) können auftreten. Sie können schmerzfrei sein und sich nur durch einen harten Bauch äußern. Sie sind nicht geburtsfördernd. Unterschieden werden können sie von echten Geburtswehen dadurch, dass sie nicht regelmäßig sind, nicht stärker werden und aufhören, wenn die Schwangere ihre Position ändert.
    Halten die Wehen an, werden stärker, durch Blutungen begleitet oder folgen in kurzen Abständen, sollte die Schwangere ins Krankenhaus gehen.

Falls du weitere Informationen zu anderen Schwangerschaftswochen suchst, findest du diese auf unserer Übersichtsseite.


Dieser Fachartikel ist in Zusammenarbeit mit Ärzten, Hebammen und Apothekern entstanden.
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