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Angantyr und seine 11 Brüder – nordische Heldensage


Angantyr war ein Wikinger Krieger in einer nordischen Heldensage.
Die Sage um Angantyr und seine Brüder ist ein Teilauszug der Hervarar-Saga, welche die Geschichte vom legendären erzählt.

Angantyr und seine Berserkerbrüder

Angantyr war, genauso wie seine 11 Brüder, ein Berserker.
Die Brüder hießen:

  • Hervard
  • Hjörvard
  • Säming
  • Hrani
  • Brami
  • Barri
  • Reifnir
  • Tindr
  • Bui
  • zwei Zwillingsbrüder, welche man die Hadlinge nannte

Die Merkmale der Berserker waren, dass dieser besonders aufbrausend sein konnten und sich wutentbrannt auf ihre Gegner stürzten.

So verfielen Angantyr und seine Brüder in eine Art Rausch vor jeder Schlacht.
Sie schrien laut, bissen vor Wut in ihre Schilde und stürmten, ohne jede Deckung, auf ihre Gegner los.
Dies brachte jedes gegnerische Heer in Verlegenheit und hinterließ einen deutlichen Eindruck, schon vor dem Kampf.

Angantyr war der älteste der Brüder und Besitzer des legendären Tyrfing Schwertes.
Dieses hat er von seinem Vater Arngrim geerbt, welcher es als Kriegsbeute erwarb.

Wenn die 12 Brüder auf einen Wikinger Raubzug ausfuhren, waren sie immer allein an Bord.
Denn niemand wollte mit ihnen segeln.
Ihre Wutausbrüche und ihre Kampfeslust waren auch für Verbündete unberechenbar und gefährlich.

Angantyr und seine Brüder beim Schwedenkönig Yngvi

In Schweden herrschte damals der König Yngvi.
Dieser hatte eine schöne und kluge Tochter, namens Ingibjörg.

Ihr Ruf erreichte auch Bolm, den Sitz der Arngrimsöhne.
Hjörvard schwor seinem Vater Arngrim, dass er Ingibjörg zur Frau nehmen werde.
Diesen Schwur wollten alle 12 Berserker sofort in die Tat umsetzen und segelten nach Schweden über.

Als sie in Uppsala beim König Yngvi ankamen, wurden sie herzlich empfangen.
Und als Hjörvard die Schwedenprinzessin einforderte, erhob sich ein Krieger im Saal.
Es war Hjalmar, ein treuer Vasall des Königs.
Er gestand seine Liebe zur Prinzessin und bat König Yngvi, ebenfalls um deren Hand.

Der König wusste, welche Gefahr von den 12 Arngrimsöhnen ausging und entschloss sich, dass Ingibjörg selbst entscheiden sollte.
Daraufhin wählte die Prinzessin Hjalmar, weil sie glaubte – dass er der bessere Mann wäre.
Die Untaten von Hjörvard und seinen Brüdern waren auch in Schweden bekannt.
Und die Prinzessin von Schweden wollte lieber einen rechtschaffenden Gemahl, als einen wütenden Berserker.

Dies kränkte Hjörvard, welcher daraufhin Hjalmar zum Zweikampf herausforderte.
Ort des Kampfes sollte die Insel Samsey, heute Insel Samso in Kattegat, sein.

Angantyr im Zweikampf gegen Hjalmar

Nachdem Hjörvard eine Absage von der Schwedenprinzessin bekam, fuhren die Brüder zurück in ihre Heimat nach Bolm.
Dort berichteten sie ihrem Vater Arngrim von den Geschehnissen in Schweden und blieben den Winter über dort.

Im Frühjahr rüsteten sie sich für den bevorstehenden Zweikampf und segelten dann Richtung Samsey los.
Auf ihrer Überfahrt machten sie Rast beim Jarl Bjartmar, welcher sie gut bewirtete.
Am Abend verlangte Angantyr, dass der Jarl ihm seine Tochter Tofa zur Frau geben sollte.
Dies geschah und so heirateten der Berserker und die schöne Tochter des Jarls.
In dieser Nacht zeugten Angantyr und Tofa ihr gemeinsames Kind, namens Hervör – welches der Berserker aber niemals sehen sollte.

Einige Tage blieben die Berserker noch beim Jarl Bjartmar, bis sie nun endgültig nach Samsey aufbrachen.
Als sie den Hafen Munarvarg erreichten, lagen dort bereits die Schiffe des Hjalmar und seines Gefährten Örvar-Odd.
Kaum gestrandet, griffen die zwölf Arngrimsöhne alle Schiffe samt ihrer Besatzung an.
Dabei verfielen sie in einen Wutrausch.

Ohne Anflug einer Furcht stürmten sie auf die Schiffe zu, gingen an Bord und metzelten alles nieder.
So töteten sie die ganze Besatzung bis auf Hjalmar und dessen Gefährten.
Denn die Beiden befanden sich außerhalb der Schiffe.

Als Hjalmar und Odd sich ihren Schiffen näherten, sahen sie die Söhne Arngrims und griffen an.
Hjalmar suchte den Kampf mit Angantyr, da dieser das Tyrfingschwert trug und deshalb der Gefährlichste war.
Övar Odd übernahm die anderen Elf.

Hjalmar, welcher ein großer Krieger des Königs Yngvi war, schaffte es Angantyr zu besiegen.
Bei dem Zweikampf wurde er aber auch tödlich verwundet, so starben beide und zogen nach Walhall.
Övar Odd war ebenfalls ein großer Kämpfer und mit sehr viel Mühe schaffte er es, die zwölf Berserker zu besiegen.

Vom Kampfgetümmel blieb nur Odd über, dessen Aufgabe es dann war – alle zu begraben.
Die 12 Arngrimsöhne setzte er in großen Hügelgräbern auf Samsey bei.
Ihre Schwerter und Rüstungen wurden den Gräbern beigegeben.
So landete schließlich das legendäre Tyrfingschwert im Hügelgrab des Angantyr auf der Insel Samsey.

Den Leichnam seines Gefährten Hjalmar nahm er mit nach Uppsala und übergab ihn seiner Frau Ingibjörg.
Als sie ihren toten Geliebten sah, war sie so erschüttert – dass sie auf der Stelle tot umfiel.

Hier endet die Geschichte vom Wikinger Angantyr und seinen Berserkern.
Die nordische Sage vom legendären Tyrfing Schwert geht aber weiter, da eines Tages – Hervör, die Tochter des Angantyr – das Schwert bekommen sollte.


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