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Nachhaltige und alternative Formen der Regenwaldnutzung


Nachhaltige Regenwaldnutzung bedeutet, dass die Regenwälder – insbesondere die tropischen Regenwälder – nicht mehr das Opfer von Raubbau sein dürfen, sondern dass ökologisch vernünftige Methoden gefunden werden, wie die Ressourcen des Regenwaldes genutzt und gleichzeitig erhalten bleiben können.

Warum ist eine nachhaltige Regenwaldnutzung wichtig

Regenwälder der Tropen werden als die grünen Lungen des Planeten bezeichnet. Denn sie sind äußerst wichtig für die natürlichen Kreisläufe auf der Erde, da sie Kohlendioxid speichern und die Pflanzen durch ihre Photosynthese, Sauerstoff herstellen, welchen Menschen und Tiere für ihre Atmung benötigen.

Da Menschen, auch in diesen Regionen der Erde, etwas essen müssen – findet Landwirtschaft statt. Ein Ackerbau und eine Viehzucht mit Weidetieren findet natürlich immer dort statt, wo der Boden besonders fruchtbar ist. Und das Erdreich des Regenwaldes verspricht diese Fruchtbarkeit, weshalb es ein beliebter Boden für die landwirtschaftliche Nutzbarmachung darstellt. Somit verschwinden immer mehr Regenwaldflächen und werden durch Ackerböden, Wiesen oder andere Kulturlandschaften ersetzt.

Alternativen Methoden der Regenwaldnutzung

Die Besorgnis aufgrund der Zerstörung des Regenwalds ist so aktuell wie nie zuvor. Denn mit jedem Quadratkilometer tropischen Walds gehen Artenvielfalt und Klimapuffer unwiederbringlich verloren. Expansive Forstwirtschaft und Raubbau, um Agrarwirtschaft zu betreiben, kosten Jahr für Jahr große Flächen unberührter Natur. Zugleich benötigen Menschen in Ländern mit Beständen tropischen Regenwalds eine wirtschaftliche Lebensgrundlage – oft sind sie auf Verkauf und/oder Urbarmachung von Land angewiesen.

Schutzgebiete und Tourismus

Um gleichzeitig Arbeit und Einkommen für die Bevölkerung zu generieren und die Natur zu schützen, kann die Einrichtung großflächiger Schutzflächen eine Lösung sein. Dabei eignen sich Gebiete mit hohem Schauwert und zugleich großer ökologischer Bedeutung, um sowohl Tourismus als auch Artenschutz gerecht zu werden. Wichtig ist jedoch, die Besucherströme zu kontrollieren. Eine zu große Zahl kann Tier- und Pflanzenwelt durch Lärm, Licht und Trittdruck erheblich schädigen.

Des Weiteren müssen sinnvolle Lösungen für sparsame Wassernutzung, nachhaltige Energiekonzepte und Müllvermeidung beziehungsweise -beseitigung gefunden werden. Auf dieser Basis können beispielsweise Führungen und Übernachtungsgelegenheiten sowie Restaurants und Aktivitäten geschaffen werden. Auch Postkarten sowie Poster und Stockfotografie zur kommerziellen Nutzung ermöglichen den Aufbau von Arbeitsplätzen. Die kommerzielle Verwertung von Bildmaterial kommt auch für Flächen infrage, die zu abgelegen oder aus anderen Gründen schwer für den Tourismus nutzbar sind. Hier dient auch die Organisation von Wildhütern und –beobachtern als ökonomische Stütze für die umliegende Bevölkerung.

Solche Projekte dürfen niemals im Massentourismus enden. Denn auch der Tourismus leistet seinen Beitrag für die Zerstörung der Umwelt. Dennoch können Schutzgebiete eine Einnahmequelle für Menschen sein, welche dadurch nicht mehr den Regenwald abholzen müssten. Geld, welches dadurch bereitgestellt wird, können die Nationen dazu nutzen, um landwirtschaftliche Erzeugnisse zu importieren. Damit würde der Ackerbau zurückgedrängt werden. Fördermaßnahmen und weltweite Subventionen könnten solche Projekte und die Menschen, welche dort arbeiten, unterstützen.

Schonende Agrarwirtschaft

Bisher erlangte Landwirtschaft im Regenwald vor allem durch endlose Plantagen mit Monokulturen – beispielsweise Ölpalmen, Kakao, Soja, Mais, Eukalyptus oder Zuckerrohr – traurige Berühmtheit. Während der natürliche Wald eine extreme Artenvielfalt aufweist, ermöglichen diese Gebiete lediglich einem winzigen Bruchteil heimischer Spezies das Überleben.

Eine alternative Möglichkeit stellt die Agroforstwirtschaft dar. Bei dieser Methode werden größere Bäume nicht gefällt, sondern bleiben als Sonnenschutz und Artenreservoir stehen. Dazwischen werden unterschiedliche Arten in Mischkultur und ohne Pestizideinsatz gepflanzt, um den Boden nicht durch immer gleichen Nährstoffverbrauch auszulaugen. Durch diese Anbauform entstehen weniger klimaschädliche Gase und auch die gefürchtete Bodenerosion wird vermieden.

Regelmäßige Ruhezeiten der Felder sorgen für ausreichend Erholung. Diese Form der Landwirtschaft wird von vielen einheimischen Völkern bereits seit Jahrtausenden praktiziert und muss in diesem Fall vor den marktwirtschaftlichen Interessen großer Unternehmen geschützt werden. In anderen Gebieten ist sie unbekannt, kann jedoch im Konsens mit der Bevölkerung angewendet werden.

Nachhaltige Forstwirtschaft

In kleinerem Maße kann auch nachhaltige Holzwirtschaft, vergleichbar mit europäischen Konzepten, eine Alternative sein. Dabei wird auf die selektive Entnahme von Hölzern gesetzt. Doch auch diese Form benötigt ein geschicktes Management: Um die Natur nicht erheblich zu beeinträchtigen, muss bestimmt werden, welche Bäume wie und wie oft entnommen werden können. Denn manche Arten haben wichtige stabilisierende Funktionen für das gesamte Ökosystem. Auf den Einsatz schwerer Maschinen muss verzichtet werden, um sekundäre Schäden zu vermeiden.

Fazit

Für eine nachhaltige Nutzung des Regenwalds bestehen je nach Ausgangslage verschiedene Alternativen. Dabei ist Expertise einerseits, aber auch das volle Einverständnis und die Information der Bevölkerung entscheidend – letztendlich stellt der Regenwald ihre Lebensgrundlage dar. Nur mit einem guten Konzept lässt sich tropischer Wald daher auch langfristig schützen und nutzen gleichzeitig.


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