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Bach


bach

Der Bach ist ein Fließgewässer, welches entweder ständig oder nur zu bestimmten Jahreszeiten eine kleine Wassermenge führt. Perennierende Bäche führen das ganze Jahr über Wasser. Allerdings steigt und sinkt der Wasserpegel im Jahresverlauf. Periodisch auftretende Bäche treten als Folge von jahreszeitlich bedingten Wetterphänomenen, wie Regen und Schneeschmelze auf und können im Sommer durch Verdunstung austrocknen. Als Bachlauf wird der geografische Verlauf des Baches an der Erdoberfläche bezeichnet.

Von Flüssen unterscheiden sich Bäche durch ihre Wassermenge. Aufgrund der Wassermenge ergeben sich zwangsläufig Wassertiefe und Breite für fließende Wassermengen, welche als Merkmale der Unterscheidung zwischen beiden Gewässern herangezogen werden. So findet der Übergang vom Bach zum Fluss entweder bei einer Breite von 5 Metern oder von 10 Metern statt. Dies ist kontextabhängig. Weiterhin unterscheiden sich Bäche von Flüssen durch ihre Schiffbarkeit, welche beim Bach aufgrund der Wassermenge nicht gegeben ist.

Was ist ein Bach: Definition und Bedeutung

Bäche bezeichnen kleine Fließgewässer. Sie führen je nach Standort dauerhaft oder nur zeitweise Wasser. Je nach Gefälle und aufgrund der Schwerkraft der Wassermassen ändert sich die Fließgeschwindigkeit eines Baches und kann auf einer Ebene auch gänzlich erliegen. Daher zählen nur fließende Bäche in der Hydrologie zu den Fließgewässern. Führt ein Bach jedoch ausreichend Wasser, fließt er auch. Hydrologie ist die Wissenschaft, die sich mit dem Wasserkreislauf und dem Wasserhaushalt in der Biosphäre befasst.

Ein Bach führt meist enge Wechselbeziehungen zum Ufer und seinem Grund. Das liegt zum einen an seiner geringen Fließgeschwindigkeit. Außerdem sind Bäche häufig schmal und flach, was dazu führt, dass sich bestimmte Konzentrationen im Wasser schnell ändern können. Umgekehrt sieht es ähnlich aus: Das Bachwasser beeinflusst Grund und Ufer mehr, als es beispielsweise in einem schnell fließenden Fluss der Fall ist. Die Strömungen reichen so gut wie immer bis zum Grund, sodass ständig das Substrat umgewälzt oder abgetragen wird.

Das Wort „Bach“ stammt aus dem Althochdeutschen. Es entwickelte sich aus dem Begriff „pah“ zum Mittelhochdeutschen „bach“.
Mittlerweile sind etwa 80 % der Bäche in Deutschland durch den Menschen sichtbar verändert.

Unterschiede zwischen Fluss und Bach

Die Begriffe Fluss und Bach sind nicht genau voneinander getrennt. Was genau einen Fluss zu einem Fluss und einen Bach zu einem Bach macht, ist nicht definiert. Es gibt allerdings einige Anhaltspunkte, die die Unterscheidung leichter machen.

Flüsse sind meist tiefer und breiter als Bäche. Sie können daher von Schiffen befahren werden, während Bäche sich dafür kaum eignen. Auch dass Bäche zeitweise trocken liegen, unterscheidet sie von Flüssen, die normalerweise ständig Wasser führen. Zwar gibt es auch bei ihnen Perioden, in denen ihr Pegel steigt oder sinkt, aber diese Veränderungen sind nicht so drastisch wie in Bächen.

Flüsse fließen außerdem schneller als Bäche. Die Strömungen in einem Bach werden mancherorts bereits durch Steine oder Totholz, spürbar beeinflusst. Der Grund hierfür liegt in der geringen Wassertiefe des Bachs. So können sich auch kleine Inseln bilden oder der Bachverlauf ändert sich mit der Zeit.

Künstlicher Bachlauf an Teichen

Ein Bach ist ein natürliches Gewässer. In der Gartenbautechnik werden Bachläufe aber auch künstlich angelegt. Häufig sind sie dabei Teil eines ebenfalls künstlichen Gartenteichs.

Ein künstlicher Bachlauf braucht eine künstliche Strömung. Diese wird mit Teichpumpen* erzeugt. Damit das Wasser nicht versickert, befindet sich der Bachlauf auf Teichfolie*. Substrat kann daher nur begrenzt abgetragen werden. Dennoch lockt auch ein sehr kurzer, künstlicher Bachlauf für diesen Lebensraum typische Tiere an.

Chemischen Prozesse im Bach

Die chemische Zusammensetzung eines Baches hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Ist der Bach tief genug für Fische, finden sich in ihm automatisch andere chemische Stoffe als im Flachwasser. Denn die Ausscheidung der Organismen, deren Zersetzung durch Bakterien führt unweigerlich dazu, dass sich Nährstoffe bilden.

Sehr flache Bäche heizen im Sommer stark auf, was zu chemischen Reaktionen führt, welche Wärmeenergie als Aktivierungsenergie nutzen. Außerdem wird das knappe Bachwasser im Sommer verdunstet und wird dadurch Wasserdampf an die Luft abgegeben. Durch diese Verdunstung sinkt die Wassermenge in den Sommermonaten stark ab, wodurch die Flussgeschwindigkeit – aufgrund der Schwerkraft – ebenfalls abnimmt. Durch die verringerte Strömung sinkt der Gehalt an Sauerstoff im Bachwasser.

Auch die Zusammensetzung des Bodens kommt auf den Standort und die Beschaffenheit des Bachs an. Woher der Bach mit Wasser versorgt wird, ist ebenfalls wichtig. Kommt das Wasser aus ländlichen Gegenden mit viel Landwirtschaft, ist es möglicherweise mit Pestiziden belastet. Auch Quecksilber wird immer wieder in viel zu hohen Konzentrationen in natürlichen Gewässern gemessen.

Wie entstehen Bäche: Entstehung und Verbreitung

Ein Bach entsteht auf unterschiedliche Weisen. Eine Möglichkeit ist die Speisung durch Niederschlag. Dafür folgt das Niederschlagswasser einem Gefälle und sammelt sich in Vertiefungen, die den Bach bilden.

Häufiger sammelt sich dieses Wasser jedoch im Boden und bildet sogenannte Grundwasser-Horizonte. Diese fließen unterirdisch weiter und treten an anderer Stelle wieder als Bach an die Oberfläche.

Auch schmelzende Gletscher können einen Bach entstehen lassen. Ebenso ist es bei Seen und Mooren nach starken Regenfällen der Fall. Sie treten über ihre Ufer und das überschüssige Wasser bildet einen Bach. Dies passiert jedoch deutlich seltener.

Bachtypen, -arten und -formen

Bäche lassen sich anhand ihrer Entstehung, ihrer Geografie, Ökologie und der Dauer ihrer Wasserführung unterscheiden. So gibt es Bäche, welche das ganze Jahr über Wasser führen – welche man als perennierend (lateinisch: perennis = das Jahr hindurch dauernd) bezeichnet. Demgegenüber stehen Bäche, welche nur aufgrund von Regen, Jahreszeit, Schneeschmelze oder anderen Phänomen kurzzeitig Wasser führen. Anhand ihrer geografisch-ökologischen Bedeutung unterscheidet man zwischen: Waldbach, Gebirgsbach oder Flachlandbach.

Waldbach

Ein Waldbach ist ein aus Quellen in Wäldern gespeister Bach. Er wird dauerhaft mit Wasser versorgt und trocknet daher so gut wie nie aus. Man erkennt solche Waldbäche häufig an Rohren, die unter Waldwegen hindurchführen. Diese Durchlässe stören jedoch den natürlichen Fluss des Bachs, sodass sich unterhalb des Rohres ein Kolk bildet. Unter einem Kolk versteht man eine Vertiefung in einem Gewässer, die durch Verstrudelung entsteht. Im Falle des Waldbachs und dem Rohr fällt das Wasser nun steiler ab als ursprünglich. Dadurch kommt der Kolk zustande.

Gebirgsbach

Gebirgsbäche weisen die stärkste Strömung der Bäche auf. Dadurch führen sie auch am meisten Sauerstoff in ihrem Wasser. Gleichzeitig trägt die Strömung das gesamte Sediment ab, wodurch der Grund in Gebirgsbächen steinig und grob ist. Wasserpflanzen finden hier keinen Halt mehr. Die in Gebirgsbächen lebenden Tiere sind auf die stetig gute Sauerstoffversorgung angewiesen und kommen mit Mangel nur sehr schlecht klar.

Mittelgebirgsbach

Mittelgebirgsbäche verfügen ebenfalls über eine stärkere Strömung als Flachlandbäche. Diese bringt immer noch ausreichend Sauerstoff ins Wasser, trägt aber nicht mehr alles an Sediment weg. Stattdessen bilden sich kleinere Inseln, Kies sammelt sich und das Bild des Bachs verändert sich ständig.

Mittelgebirgsbäche sind reich an Tier- und Pflanzenarten. Ihre Zeigerart, also ein typisches Lebewesen, an dessen Gesundheit sich die Gesundheit des Lebensraumes messen lässt, ist die Bachforelle.

Flachlandbach

Flachlandbäche fließen langsam und tragen dadurch am wenigsten Sediment fort. Daher finden Wasserpflanzen hier genug Halt. Sie sind außerdem reich an Nährstoffen, sodass auch Kleinstlebewesen hier genug Nahrung finden.

Stabilität des Lebensraumes und ökologisches Gleichgewicht

Bäche sind von dem Wasser, durch das sie genährt werden, abhängig. Die Konzentration an bestimmten Schadstoffen kann, aufgrund der vergleichsweise geringen Wassermenge, schnell zunehmen. Und ist das Wasser erst einmal belastet, leidet der gesamte Lebensraum darunter. Daher sind Bäche anfällig für Veränderungen und eher instabil.

Hinzu kommt ihre geringe Wassermenge und -tiefe. Bäche sind häufig sehr kleine Lebensräume, welche ebenfalls schon durch leichte Veränderungen deutlich beeinflusst werden können. In größeren Flüssen können sich kleinere Veränderungen besser verteilen und somit ausgleichen. Aber im Bach haben selbst kleine Veränderungen große Auswirkungen. So sind sie im Sommer durch Austrocknung bedroht. Und in den regenreichen Zeiten treten sie leicht über ihre Ufer und schwemmen ihr Sediment und damit ihre Nährstoffe weg.

Obwohl der Bach ein vergleichsweise kleiner Lebensraum ist, ist er die Heimat vieler Tiere und Pflanzen. Fällt er weg, bedeutet das auch das Aus für diese Lebewesen. Bäche stellen in bewohnten Gebieten eine Gefahr durch Überschwemmung dar. Sie werden daher künstlich gestaut oder umgeleitet. Darunter leiden die Tiere und Pflanzen, welche den Bach als Lebensgrundlage benötigen.

Daneben misst der Mensch vor allem kleinen Bächen kaum eine Bedeutung zu. Sie sind wirtschaftlich nicht von Nutzen, sodass man sich auch kaum um sie kümmert. Aus diesem Grund wird auch beim Düngen oder bei Pestizideinsatz keine Rücksicht auf in der Nähe befindliche Bäche genommen. Ihr Wasser weist daher regelmäßig erhöhte Schadstoffwerte auf. Phosphat und Nitrat sind dabei häufig stark erhöht. Als Folge können sich Algen ungehindert vermehren. Wird dem Bach Abwasser zugeleitet, vermehren sich Bakterien massenhaft und stören ebenfalls das Gleichgewicht im Bach.

Das Leben im und am Bach

Wie sich die Lebewesen um einen Bach verteilen, ist sehr unterschiedlich. Fließgeschwindigkeit, Wassertiefe, Sauerstoffgehalt und die den Bach umgebende Vegetation spielen dabei eine große Rolle. So brauchen Bachforellen beispielsweise kühles, sauerstoffreiches Wasser. In niedrigen Bächen, die im Sommer stark aufheizen, wird man sie daher kaum finden. Andersherum fressen Bachforellen die Larven der Feuersalamander. Beide gemeinsam wird man daher selten an einem Bach antreffen.

Pflanzen am und im Bach

Im Wasser gibt es Algen, Brunnenkresse, Zwergrohrkolben und Pfeilkraut. Die Pflanzen benötigen unterschiedliche Fließgeschwindigkeiten und einen Untergrund, an dem sie ausreichend Halt finden. Auf steinigem Boden findet man sie daher kaum.

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Brunnenkresse als typische Bach-Pflanzenart


An den Ufern eines Bachs findet man Sumpfdotterblumen, Schachtelhalm, Bachnelkenwurz und Milzkraut. Die Pflanzen wachsen teilweise auch ein Stück im Wasser. Etwas weiter entfernt steht Wasserdost, Frauenmantel, Mädesüß, Knöterich und die Schwertlilie.

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Sumpfdotterblume am Bach


Typische Bäume sind Silberweiden, Schwarzerlen und Eschen.

Langsam fließende Bäche verfügen über mehr Bepflanzung im Wasser. Die Ufer, sofern sie nicht zu steinig sind und ein nährstoffreiches Sediment bieten, sind bei den meisten Bächen dicht bewachsen.

Kleinstlebewesen, Destruenten am und im Bach

Die größte Gruppe bilden die Kleinstlebewesen, wie Bakterien. Sie ernähren sich von abgestorbenen Pflanzenteilen, Tierkadavern und den Ausscheidungen der Tiere. Dabei zersetzen sie diese Biomasse von einer Stufe zur nächsten, wobei immer wieder neue Stoffe freigegeben werden. Durch diesen Stoffwechsel gewinnen die Mikroorganismen selbst Energie, um zu wachsen oder sich fortzupflanzen. Am Ende bleiben anorganische Stoffe, wie Mineralien übrig, die von den Pflanzen im Wasser und am Ufer für ihren eigenen Stoffwechsel benötigt werden.

Stoffkreislauf und Nahrungsketten der Lebewesen am Bach

Die Pflanzen betreiben Photosynthese, indem sie die anorganischen Stoffe – mit Hilfe von Lichtenergie – in körpereigene organische Substanzen umwandeln. Der daraus gewonnene Zucker dient der Pflanze als Energiequelle und stellt zugleich eine Nahrungsquelle für bestimmte Tiere dar. Da Pflanzen neben dem Pflanzenzucker auch Sauerstoff produzieren, gelten sie als Primärproduzenten in einem Ökosystem, wie dem Bach.

Die Pflanzenfresser am Bach, also Tier – welche Pflanzenteile fressen, sind die nächste Stufe in der Nahrungskette. Durch deren Ernährung wandeln sie die organischen Pflanzenstoffe in energiereichere, körpereigene Stoffe – wie Proteine, Kohlenhydrate oder Fette – um. Diese zweite Stufe der Nahrungskette wird am Bach ausschließlich von Tieren besetzt, da Pilze – welche sich ebenfalls heterotroph (von Pflanzen) ernähren würden – weitestgehend fehlen.

Nun kommen die Fleischfresser als drittes Glied der Nahrungskette, welche als Beutegreifer am Bach leben und sich vom Fleisch der Pflanzenfresser ernähren. Bei der Nahrungsaufnahme und anschließenden Verdauung findet im Körper der Fleischfresser ein weiterer Stoffwechsel statt. Dabei werden die körperfremden Kohlenhydrate, Eiweiße und Fette in körpereigene gewandelt. Die neuen Betriebsstoffe stellen auch für diese Tiere eine Energiequelle dar, um zu wachsen, sich zu vermehren, sich zu bewegen oder sich zu entwickeln.

Am Ende sterben Tiere und Pflanzen ab und dienen wieder als Nahrungsquelle der Destruenten (Zersetzer), welche die organischen Substanzen wieder in ihre anorganischen Bestandteile aufspalten, welche dann als Nährstoffe den Pflanzen dienen.

Tiere im und am Bach

Nach den Kleinstlebewesen, welche mit bloßem Auge nicht zu erkennen sind, kommen Wasserflöhe, Kleinkrebse und Rädertiere. Sie ernähren sich von pflanzlicher und/oder tierischer Kost. Rädertiere sind Pflanzenfresser und vertilgen Algen. Kleinkrebse sind Allesfresser.

wasserläufer wasserfloh bach tierart

Der Wasserläufer, oft als Wasserfloh, bezeichnet – zählt zur Mikrofauna am Bach.


Die nächst größeren tierischen Lebewesen im Bach sind verschiedene Larven und Kaulquappen. Einige Insekten – wie Libellen, Mücken und Fliegen – legen ihre Eier in Bächen ab. Die daraus schlüpfenden Larven ernähren sich von den Kleinkrebsen und Wasserflöhen. Die deutlich größeren Libellenlarven machen auch Jagd auf die Mückenlarven. Manche Libellenarten erbeuten im Larvenstadium sogar Kaulquappen.

froschlaich bach

Aus dem Laich der Frösche schlüpfen die Kaulquappen, welche sich als Larve im Wasser erst noch entwickeln müssen.


Auch Wasserschnecken, Flusskrebse, Egel und Muscheln gibt es in Bächen. Die Schnecken sind Pflanzenfresser und ernähren sich von lebenden oder toten Pflanzen. Flusskrebse sind Allesfresser. Sie fressen, was sie überwältigen können. Egel sind Parasiten und saugen Blut bei größeren Tieren oder fressen Larven. Muscheln filtern Nährstoffe aus dem Wasser und halten es dadurch gleichzeitig sauber.

schalen einer flussmuschel am bach

Die Schalen von Flussmuscheln können am Ufer von Bächen und Flüssen gefunden werden.


Je nach Beschaffenheit des Flusses kommen in seinem Wasser auch verschiedene Fische vor. Zu den kleineren gehören Schmerlen, Bitterlinge und Moderlieschen. Sie fressen Schnecken, Larven sowie abgestorbene und lebende Pflanzenteile. Gleichzeitig stehen sie auf der Speiseliste der größeren Fische. Dazu gehören Flussbarsche, Bachforelle und die invasive Regenbogenforellen. Damit sich die Fische im Bach vermehren können, benötigen sie Kiesbänke. Dort finden ihre Eier Halt und werden von der Strömung nicht fortgetragen. Auch Totholz oder freiliegende Wurzeln und dichtes Pflanzenwerk im Wasser hilft ihnen bei der Fortpflanzung.

regenbogenforelle raubfisch bach

Die Regenbogenforelle gehört zu den Raubfischen im Bach


Um den Bach herum tummeln sich die Adultformen von Libellen, Mücken und Fliegen. Sie entfernen sich selten weit von den Bächen. Gerade Libellen haben im ausgewachsenen Stadium nur eine kurze Lebensdauer von wenigen Wochen. In dieser Zeit müssen sie sich paaren und Eier ablegen. Auch Frösche, Eidechsen und Salamander bleiben nahe am Bach. Sie profitieren von dem reichen Insektenangebot. Ist das Angebot an blühenden Pflanzen vielfältig genug, lockt der Bach auch diverse Bestäuber auf der Nahrungssuche an. Sie dienen den Amphibien und Reptilien ebenfalls als Nahrung.

salamander bach

Ein Feuersalamander, welcher aus dem Wasser eines Baches steigt.


Auch Nager – wie Mäuse, Bisamratte, Biber oder Nutria – kommen am Ufer vor. Sie graben dort keine Tunnel, da der Boden zu feucht ist, suchen den Bach aber zur Nahrungsaufnahme auf. Ähnlich ist es bei kleineren Singvögeln oder Störchen. Lediglich Wasservögel wie Enten oder Schwäne, aber auch Bachstelzen verbringen mehr Zeit in der Nähe des Bachs. Sie brühten an seinen Ufern und ziehen ihre Jungen groß. Ihre Ernährung reicht von Pflanzen über kleine Krebse und Larven bis zu Fischen und Fröschen.

bachstelze im wasser eines baches

Bachstelzen schreiten am Ufer und im flachen Wasser eines Baches herum, um Nahrung zu suchen.


Zu den größeren Säugetieren am Bach gehört der Fischotter. Er ernährt sich, wie sein Name schon verrät, hauptsächlich von Fischen. Dabei erbeutet er vor allem kleine oder geschwächte Tiere. Auf seinem Speiseplan stehen aber auch kleine Wasservögel, Schnecken, Muscheln, Frösche und kleine Nager. Aas vertilgt er ebenfalls.

fischotter bach

Otter sind die typischen Marder oder Raubtiere an den Ufern der Gewässer.


Darüber hinaus suchen alle möglichen Tiere der Umgebung den Bach gelegentlich auf. Dazu können Rehe, Wildschweine, Füchse, Bären, Wölfe oder Luchse gehören. Sie löschen dort ihren Durst und finden Nahrung.

dammwild bach

Auch Rehe, Hirsche oder Dammwild kommt zum Trinken an den Bach


Damit sich die mögliche Artenvielfalt im Bach vollständig entfalten kann, muss der Bach möglichst naturbelassen sein. Außerdem sind unterschiedliche Abschnitte mit sandigem Boden, Kiesboden, tiefe und flache Stellen nötig. Auf diese Weise findet jedes Lebewesen seinen bevorzugten Lebensraum. Beute- und Raubtiere werden so obendrein teilweise voneinander getrennt, sodass das Raubtier das Beutetier nicht ungehindert jagen kann.

Zusammenfassung

  • Bäche sind kleiner als Flüsse und können zeitweise austrocknen.
  • Bäche zählen in der Hydrologie nicht zu den Fließgewässern, weisen aber meist zumindest eine geringe Strömung auf.
  • Bachwasser, Ufer und Grund sind stark voneinander abhängig, da ein Bach ein vergleichsweise kleiner Lebensraum ist.
  • Künstliche Bachläufe findet man in Gärten, beispielsweise als Teil eines Gartenteichs.
  • Bäche werden im Sommer heißer, weil sie weniger Wasser führen, und sind häufig durch Schadstoffe belastet.
  • Bäche entstehen durch von Niederschlag gespeistes, oberflächennahes Grundwasser, übertretende andere Gewässer oder schmelzende Gletscher.
  • Waldbäche werden überwiegend dauerhaft von einer Quelle genährt und trocknen daher selten aus.
  • Gebirgsbäche fließen schnell und bieten daher kaum Wasserpflanzen Lebensraum.
  • Typisch für Mittelgebirgsbäche sind Bachforellen.
  • Flachlandbäche sind Lebensraum für viele Pflanzen und Kleinstlebewesen.
  • Bäche sind besonders durch den Menschen gefährdet, weil sie klein und von dem sie nährenden Wasser abhängig sind.
  • Gestaute, umgeleitete oder Bäche, die mit Pestiziden oder Abwasser belastet sind, bieten weniger Lebewesen einen Lebensraum.
  • Typische Pflanzen in und an Bächen sind Brunnenkresse, Sumpfdotterblumen, Schwertlilien, Weiden und Eschen.
  • Tierische Lebewesen am Bach reichen von Kleinstlebewesen, Kleinkrebse und Insektenlarven über Frösche, Salamander und Fische bis zu Vögeln, Fischottern und Nagern.
  • Viele Tiere suchen den Bach nur zur Nahrungssuche auf.
  • Wasservögel, Libellen und Frösche verbringen den Großteil ihres Lebens im und am Bach.