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Unterschied zwischen Ausdauer und Kondition


Sportliche Leistungen bestehen aus einer Vielzahl an Komponenten, ergeben jedoch erst in ihrer Gesamtheit das eigentliche Resultat. Die Begrifflichkeit der Kondition wird dabei als wesentliche Komponente sportlicher Leistungen verstanden und setzt sich aus den vier grundlegenden konditionellen Fähigkeiten zusammen. Neben Kraft, Schnelligkeit und der Flexibilität der persönlichen Bewegungsfertigkeiten, bildet die Ausdauer einen entscheidenden Teilbereich der Kondition.

Kondition ist mehr als nur Ausdauer

Die vier Bereiche der körperlichen Leistungsfähigkeit (Kondition) im Überblick.

Kraft als Teilbereich der Kondition

Als Kraft wird die Fähigkeit verstanden, mithilfe des muskulären Systems Widerstände zu überwinden, ihnen nachzugeben oder sie zu halten. Dies geschieht beim Anspannen und Entspannen der Muskulatur und findet sich in einer „Reinform“ beim Gewichtheben. Es wird grundsätzlich zwischen drei Arten der Muskelkontraktion, beziehungsweise der muskulären Belastung unterschieden. Wenn beispielsweise eine einfache Kurzhantel, zur Stimulation des Bizepses zum Körper hin geführt wird, handelt es sich um eine konzentrische Muskelanspannung. Wird die Hantel wieder zurück und somit vom Körper weg geführt, handelt es sich um eine exzentrische Muskelanspannung. Als isometrische Muskelkontraktion wird das Halten der Hantel, an einem bestimmten Belastungspunkt bezeichnet.

Schnelligkeit als Teilbereich der Kondition

Unter Schnelligkeit versteht man die Fähigkeit, die höchstmögliche Reaktions- und Bewegungsgeschwindigkeit zu erzielen. Ähnlich wie bei der konditionellen Fähigkeit der Kraft, ist auch die Schnelligkeit in zwei Komponenten unterteilt. Man unterscheidet auf der einen Seite zwischen der Reaktionsschnelligkeit, also die Fähigkeit auf einen bestimmten Reiz in kürzester Zeit reagieren zu können und der Aktionsschnelligkeit. Letzteres bezeichnet die Kontraktions- und Bewegungsgeschwindigkeit des Nerv-Muskelsystems.

Zur genaueren Veranschaulichung und Unterscheidung der beiden Schnelligkeitskomponenten, betrachtet man am besten den Start eines Sprints unter Wettkampfbedingungen. Die Reaktionsgeschwindigkeit auf den Startschuss wird als Reaktionsgeschwindigkeit verstanden und die anschließende Umsetzung in die muskuläre Aktivität (der erste Schritt) als Aktionsschnelligkeit.

Flexibilität/Beweglichkeit als Teilbereich der Kondition

Bei der Flexibilität/Beweglichkeit betrachtet man die Größe der Schwingungsweite in bestimmten Gelenken, bei willkürlichen Bewegungen. Dabei unterscheidet man zwischen der Gelenkigkeit, welche eher die passiven Bewegungen in den Fokus nimmt und der Dehnfähigkeit, die den aktiven Bewegungsapparat (Muskeln) meint. Bei einer unzureichend ausgebildet Flexibilität können Risiken und Probleme, wie ein erhöhtes Verletzungsrisiko gerade bei sportlichen Aktivitäten, unökonomisch ausgeführte Krafteinsätze und Bewegungen und ein allgemein verzögertes Lernen neuer Bewegungen auftreten.

Ausdauer als Teilbereich der Kondition

Die Ausdauer setzt sich aus der individuellen Ermüdungswiderstandsfähigkeit und der Erholungsfähigkeit zusammen. Aufgaben wie die Stabilisierung von sportlichen Techniken und die dazugehörige Konzentrationsfähigkeit (beispielsweise das Techniklernen beim Badminton), als auch eine Beschleunigte Regeneration nach einer Belastung, werden unter dem Begriff Ausdauer zusammengefasst.

Bei einer gut ausgebildeten Ausdauerfähigkeit, ist zusätzlich eine geringe Belastungsintensität bei einer längeren Belastung zu erwarten. Man ist also beispielsweise in der Lage die gleiche Strecke, nach einem effektiven Ausdauertraining, mit einer geringeren individuellen Belastungsintensität zu bewältigen.

Trainingsprinzipien im Ausdauer- und Konditionstraining

„Ich bin ein normaler Läufer, ich trainiere nur härter.“

Dieses Zitat stammt von dem Tschechen und Olympioniken Emil Zátopek, der bei den Olympischen Spielen 1952 in Helsinki beim 5000 Meterlauf, dem 10000 Meter Lauf und dem Marathon den ersten Platz belegte und dies alles in einem Zeitraum von nur 8 Tagen. Es stellt sich nun die Frage, wie es dieser Mann geschafft hat, sich gegen seine Konkurrenten durchzusetzen, unter der Prämisse, dass sich sein Training nicht in der Intensität von seinen Mitstreitern unterschied.

Die konditionelle Fähigkeit der Ausdauer ist unter den vier bereits genannten, die mit Abstand am besten zu trainierende Komponente. Dabei ist es zunächst wichtig, die grundlegenden Trainingsprinzipien im Ausdauertraining zu beleuchten, die ein effektives Ausdauertraining legitimierten.

An erster Stelle steht das Prinzip des wirksamen Belastungsreizes. Eine Anpassungsleistung des Körpers wird erst ausgelöst, wenn die Trainingsbelastung eine bestimmte Intensitätsschwelle übersteigt. Ist ein Trainingsreiz zu schwach, ist das Training wirkungslos. Zu starke Reize können jedoch auch schädigende Auswirkungen haben.

Nach dem Prinzip der progressiven Belastung, ist eine Trainingsbelastung, die über einen langen Zeitraum konstant bleibt, trainingsunwirksam. Somit ist eine Steigerung der Trainingsbelastung nötig, um eine Zunahme der Leistungsfähigkeit zu erreichen. Dabei sollte grundsätzlich langsam und kontinuierlich gesteigert werden und nicht sprunghaft.

Das Prinzip der Periodisierung und Zyklisierung fordert, dass ein Sportler nicht ganzjährig im Hochleistungszustand sein kann und somit ein leichter Wechsel zwischen aufbauendem und abbauendem Training gegeben sein muss. Nur somit kann auch eine optimale sportliche Form zu Wettkampfsituationen erreicht werden. In diesem Zusammenhang sollte auch auf das Prinzip der Wiederholung und Kontinuität verwiesen werden, welches für eine optimale Anpassung die mehrmalige Wiederholung einer Belastung voraussetzt.

Beim Prinzip der Individualität und altersgemäßen/entwicklungsgemäßen Belastung ist es wesentlich, dass die optimale Leistungsentwicklung die persönlichen Gegebenheiten des Sportlers berücksichtigt. Das altersgemäße Planen und Umsetzen des Trainings ist die Grundlage für einen langfristig gesundheitsorientierten Sport.

Auf einem hohen Leistungsniveau sind eine spezifische Anpassung des Trainings und der tätigkeitsspezifischen Belastungsreize unerlässlich. Diese Parameter werden unter dem Prinzip der zunehmenden Spezialisierung zusammengefasst.

Das Trainingsprinzip der optimalen Gestaltung von Belastung und Erholung zeigt, dass die Phasen zwischen den einzelnen Trainingseinheiten eine bedeutende Rolle für den Trainingserfolg spielen. Nur eine ausreichende Regeneration führt zu einem erhöhten Funktionszustand.

Letztlich ist es zudem entscheidend, dass eine dosierte Abstimmung im Training zwischen den verschiedenen konditionellen Fähigkeiten herrscht. Also ein optimales Verhältnis zwischen Konditions- und Techniktraining. Dies beschreibt das Prinzip der regulierenden Wechselwirkung der einzelnen Trainingselemente.

Trainingsmethoden für Kondition und Ausdauer

Im Rückbezug auf den Olympioniken Emil Zátopek, sollte noch herausgestellt werden, was ihn letztlich unschlagbar machte. Für die damalige Zeit, war seine Trainingsmethode revolutionär. Er trainierte mithilfe der heute bezeichneten intensiven Intervallmethode. Dabei war die Laufbelastung relativ hoch (80-90%) und er machte sogenannte lohnende Pause zwischen den Belastungen.

Als lohende Pause bezeichnet man den Erholungszeitraum den der Körper braucht, um ca. ein Drittel des vollständigen Erholungszeitraums zu generieren. Der Umfang an Intervallwiederholungen ist eher von mittlerer Größe. Eine ähnliche Trainingsmethode ist die extensive Intervallmethode. Der Unterschied zur intensiven Intervallmethode, liegt in der etwas gemäßigteren Reizintensität (70-80%) und in einer höheren Anzahl an Wiederholungen.

Für Laufeinsteiger sind gerade die kontinuierliche Dauermethode oder die Dauermethode mit Intensitätswechseln zu empfehlen. Die Belastung ist dabei gleichbleibend gering oder es werden leichte Wechsel von niedriger zu erhöhter Belastung vorgenommen. Die Pausen zwischen den Belastungen werden als vollständige Pausen bezeichnet, da der Ruhepuls des Sportlers wieder erreicht wird.

Gerade beim Sprinttraining ist die Wiederholungsmethode eine bevorzugte Trainingsmethode. Die Reizintensität ist dabei sehr hoch (90-100%) und es finden nur wenige Wiederholungen statt. Die Pausen zwischen den Belastungen werden, wie bei der kontinuierliche Dauermethode, als lohnend bezeichnet.

Um die wettkampfspezifische Ausdauer zu überprüfen, wenden Sportler die Wettkampf- und Kontrollmethode an. Die Reizintensität liegt bei 100% und es wird die Wettkampfsituation simuliert und somit der aktuelle Ausdauerstand überprüft.


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