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Ägir der nordischer Gott des Meeres als Schreckgespenst für Wikinger und Seeleute

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Aegir als Bronzestatue Quelle: Amazon*

Ägir bzw. Aegir war laut nordischer Mythologie der Gott des Meeres.
Seine Gattin war die Ran und seine neun Töchter waren die Wogen.

Andere Bezeichnung findet man bei den Germanen. Diese nannten ihn Eagor.

Woher stammt Ägir der Meeresgott?

Als nordischer Gott des Meeres sollte man annehmen, dass dieser entweder dem Göttergeschlecht der Asen oder der Wanen entstammt.
Tatsächlich ist dies aber nie überliefert wurden.

Höchstwahrscheinlich stammt Ägir von den Riesen ab, welche älter sind als die Götter.
Dies ist aber nicht eindeutig belegbar.

Wie sah Ägir laut nordischen Mythologie aus?

Er war alt mit weißem Haar.
Außerdem besaß er klauenhafte Finger.

Die Menschen damals glaubten daran, dass Ägir an die Wasseroberfläche kam und sich Reisende in sein Reich holte.
Deshalb waren die Finger, wie Fangarme oder Tentakeln dargestellt worden.

Wie huldigte man Ägir in der nordischen Mythologie?

Germanen, aber besonders die Wikinger hatten Angst vor Ägir.
Sie glaubten, dass dieser in einem riesigen Unterwasserpalast wohnt.

Von seinem Palast aus, sieht er reisende Schiffe über das Meer segeln.
Dann schickt er seine Töchter – die Wogen – aus, um die Schiffe zum Sinken zu bringen.
Diese dirigieren die Wellen und entwickeln so riesige Stürme, Fluten und Unwetter.

Sobald das Schiff sank, holte sich Ägir die Ertrunkenen in seinen Palast.
Dort saßen sie dann, um mit Ägir zu speisen.
Alle im Meer ertrunkenen Seeleute, Wikinger oder Händler lebten in der Unterwasserwelt weiter.
Der Palast des Ägir bildete somit ein Gegenstück zum Walhall von Odin.

Bevor Seeleute oder Wikinger in See stachen, huldigten sie Ägir.
Mit Opfergaben sollte der Meeresgott besänftig werden.
Dadurch glaubte man, dass die Wogen geglättet sind und Ägir alle Reisende unbeschadet ziehen ließ.

Es wurden meistens Menschenopfer dargeboten, da Aegir – so glaubte man – nur diese haben wollte.
Um Ägir im Vorfeld zu besänftigen, wurden deshalb, vor jeder Schiffsreise, Gefangene oder Sklaven geopfert.

Ägirs Braukessel

Das schäumende und aufbrausende Meer wurde von Seeleuten auch als Aegirs Braukessel bezeichnet.
Denn das Schäumen, die Wellen und das Brodeln errinnerte stark an das Brauen von Bier oder anderen Getränken.
Und so glaubte man, dass Aegir diese Wellen und Stürme herauf beschworen hatte.

Es gab auch einige Sagen und Geschichten, welche man sich um Aegirs Braukessel erzählte.
Diese zeigen aber auch, wie eigentümlich und widerspenstig Aegir sein konnte.

Denn einmal sollte Ägir für die Götter, Bier brauen.
Also bekam er den Auftrag von Odin, für alle Asen Bier zu brauen, welches diese bei einem großen Fest trinken wollten.

Der störrische Aegir wollte sich aber von den Göttern keine Befehle erteilen lassen.
Also entgegnete er, dass er keinen geeigneten Kessel habe – um solche Mengen zu brauen.
Thor musste dann zu den Riesen reisen, einen geeigneten Kessel erkämpfen und diesen dann dem Meeresgott überreichen.
Der eigenwillige Aegir fühlte sich dadurch gedemütigt und von den Göttern bevormundet.
Dennoch braute er widerwillig das Bier.


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