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Bragi nordischer Gott der Dichtkunst und Skalden


Bragi war, laut nordischer Mythologie, der Gott der Dichtkunst.
Demnach saß er in Walhall und begrüßte dort die gefallenen Krieger mit seinen Skaldenliedern. Anders als die meisten Asengötter war er kein Kriegsgott, sondern diente lediglich der Unterhaltung.

Bragis Abstammung und Eltern

Sein Vater war der Göttervater Odin.
Bragi selbst stammt aber aus einem einmaligen Verhältnis, welches Odin mit der Riesin Gunnlod hatte, ab. Dabei ist Bragi keineswegs das Produkt einer Liebe zwischen den Beiden, sondern lediglich ein Mitbringsel, welches aufgrund Odins Machtgier, seinem Streben nach Wissen und Weisheit entstand.

Denn Odin konnte auf seinem Hochstuhl Hlidskialf die ganze Welt erblicken.
Und so sah er, dass der Riese Suttung im Besitz des Dichtermets gelangt war. Um den Zaubertrank zu schützen, verschloss er diesen zusammen mit seiner Tochter Gunnlöd in einer Höhle. Davor setzte er den Felsen Hnitbjörg, um Eindringlinge fernzuhalten.

Odin, welcher unbedingt in Besitz des Dichtermets kommen wollte, bohrte ein Loch in den Felsen. Dann verzauberte er sich selbst als Wurm und glitt so durch die Felsöffnung. In der Höhle angelangt, verwandelte er sich zurück, trank den Dichtermet und blieb für drei Tage bei Gunnlod. Durch das Getränk erlangte Odin Weisheit und wurde zum Gott der Dichtkunst.

Aus der Liaison zwischen Odin und Gunnlod, entsprang später ein Kind, namens Bragi.
Und Bragi beherrschte ebenfalls die Dichtkunst, wie sein Vater. Somit wurde er der oberste Skalde an der Göttertafel in Walhall und belustigte dort die Einherjer mit seinem Gesang. Verheiratet war Bragi mit Idun, der Göttin – welche die Äpfel der Jugend beschützt.

Bragi als nordischer Gott in den Überlieferungen

Tatsächlich wurde Bragi als Gott erst sehr spät erwähnt.
Auch Odin als Dichtergott findet in den Überlieferungen von Snorri Sturluson, dem Schreiber der Snorra Edda, ziemlich spät Anklang. Und die Überlieferungen der Snorra Edda sind die einzig existierenden Zeugnisse der nordischen Mythologie. Alles was vorher war, wurde lediglich mündlich vorgetragen. Erst durch die Edda blieben die alten Mythen und Sagen für die Nachwelt erhalten.

Und so kam es, dass Bragi erst im 12 Jahrhundert – mit erscheinen der Edda – als Gott genannt wurde.
Es ist deshalb davon auszugehen, dass dieser Gott seinen Ursprung in den damals sehr berühmten Skalden Bragi Boddason findet. Denn Bragi Boddason war ein isländischer Dichter des 9 Jahrhunderts, dessen Dichtkunst so hohes Ansehen genoss, dass die Menschen glaubten, dass er diese von den Göttern empfangen habe.

Besonders berühmt war damals seine Ragnarsdrapa bzw. Ragnarsaga, welche vom Wikingerfürsten Ragnar Lodbrok handelte. Laut Aussage des Skalden Bragi hat er diese Dichtung aus Dankbarkeit verfasst, weil ihn der Fürst einen Schild schenkte.


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