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Fauna, die römische Schutzgöttin der Tierwelt


Fauna bzw. auch als Fatua, Fenta Fauna und Fenta Fatua bezeichnet – war, innerhalb der römischen Mythologie, die Schutzgöttin des Weideviehs. Das biologische Reich der Tiere wurde nach ihr benannt und das wissenschaftliche Fachgebiet der Faunistik existiert seit dem Altertum.

Fauna als Göttin der römischen Mythologie

Das römische Reich kennzeichnete sich durch eine massive Expansionspolitik. Das Weltreich hatte allerdings auch mit den Folgen dieser Expansion zu kämpfen. Denn die eroberten Gebiete mussten nicht nur militärisch unterworfen, sondern auch kulturell und sprachlich ins römische Weltreich etabliert werden. Außerdem sorgten Zuwanderungen und Sklavenhandel dafür, dass kulturelle Durchmischungen anhielten.

Die ursprünglich römisch-lateinische Sprache wurde durch neue Dialekte und Einflüsse zunehmend verfälscht, was wiederum Auswirkungen auf Namen und Begrifflichkeiten hatte. Als dann das antike Griechenland unterworfen und eine Provinz des römischen Reiches wurde, vermischte sich die altgriechische Gelehrtensprache und die lateinische Alltagssprache zunehmend.

Diese kulturellen und sprachlichen Einflüsse führten dazu, dass in der römischen Mythologie drei Hypothesen zur Fauna existieren, wobei in einer die Göttin lediglich als Beinamen der Göttin Bona Dea aufgeführt wird. Diese Hypothesen entstanden auf Grundlage von Dokumenten, welche wiederkehrende Feierlichkeiten zu Ehren der Götter und deren Abläufe analysierten und daraus Ableitung bzw. Schlussfolgerungen vollzogen.

Fauna als Beinamen der Bona Dea

Wahrscheinlich kam es ab dem 3. Jahrhundert v. Chr. zu einer Durchmischung verschiedener regionaler Bräuche und Religionen, wodurch die Fauna mit der Göttin Bona Dea gleichgesetzt wurde. Diese war Tochter des Gottes Faunus und sie galt als Schutzgöttin der Frauen, Göttin der Jungfräulichkeit und der Fruchtbarkeit.

Nach dieser Theorie ist Fauna lediglich ein Bei- oder regional genutzter Rufname für Bona Dea und zudem die Tochter des Faunus. Die Gleichstellung von Bona-Dea und der Fauna ist allerdings nur eine Hypothese und würde auch nicht den Bezug zum Tierreich erklären.

Fauna als Gemahlin des Faunus

In einer weiteren Ableitung lebte Fauna mit dem Gott Faunus zusammen. Dieser war – innerhalb des römischen Pantheons – der Schutzgott des Waldes, des Ackerbau und Viehzucht. Er galt als Beschützer des Viehs, der Hirten und Bauern. Fauna war seine Begleiterin und entweder seine Tochter (Bona-Dea-Hypothese), Schwester oder Ehefrau.

In dieser Ableitung ist Fauna ursprünglich ein Mensch und zugleich die überaus keusche Ehefrau des Faunus. Heimlich berauschte sie sich im Rahmen einer Feierlichkeit und ihr Ehemann schlug sie daraufhin mit einem Myrtenstockt tot. Nach der Tat verspürte Faunus eine innere Reue und erhob sie daraufhin in das Göttergeschlecht.

Fauna als Tochter des Faunus

In der dritten Ableitung ist Fauna eine Tochter des Faunus, welche wunderschön ist. Faunus begehrte den Körper seiner Tochter und stellte ihre nach. Nachdem Fauna ihren Vater immer wieder abgewiesen hatte, verwandelte sich Faunus in eine Schlange und näherte sich so seiner Tochter. Erst in seiner tierischen Verkleidung ließ sie die Annäherungsversuche ihres Vaters zu.

Fauna in der biblischen Überlieferung

Die Ableitung, dass Fauna eine Tochter des Faunus war und von ihm in Schlangengestalt verführt wurde – lässt den Vergleich zum Sündenfall der biblischen Erzählung von Adam und Eva und der Verbannung aus dem Paradies zu.

Außerdem führte in der Spätantike (3. und 4. Jahrhundert) die Darstellung der Fauna bzw. Bona Dea zu weiteren Diskussionen, da auch das Konzept einer jungfräulichen und keuschen Mutter zunehmend vom Christentum adaptiert und in den Marienkult überführt wurde.


Tasse

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