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Hrungnir & Lehmriese Mökkurkalfi in der nordischen Mythologie


Hrungnir war, laut nordischer und germanischer Mythologie, der stärkste Reifriese.
Aber wie viele andere Riesen vor ihm auch, starb Hrungnir ebenfalls durch Thors Hammer.
Der Tod des Riesen hatte erhebliche Auswirkungen für das Gleichgewicht zwischen den Göttern und Riesen.

Letztlich begann alles mit einer harmlosen Wette, mündete in einem fröhlichen Zusammensein und endete in einem tödlichen Kampf.

Hrungnirs Wettlauf mit Odin

Odin, der Göttervater, hat es sich zur Aufgabe gemacht durch die Welt zu reisen.
Nicht aus Spaß, sondern um zu schauen, ob nicht Gefahren an irgendeiner Stelle drohen.

Und so kam es, dass er in Riesenheim auf den Riesen Hrungnir traf.
Der Riese erkannte schon von weitem, Odin auf seinem prächtigen Pferd Sleipnir.

Aber auch Hrungnir hatte ein prächtiges Ross, auf welches er zurecht stolz war.
Dieses hieß Gullfaxi, was Goldmähne bedeutete.

Hrungnir und Odin beschlossen um die Wette zu reiten.
Voller Zorn stellte der Riese dem Göttervater nach und bemerkte gar nicht, dass er bereits den Bifröst überquert hatte.
Der Bifröst war die Brücke, welche nach Asgard führte – dem Reich der Götter.
Nun war der Riese auf feindlichen Boden.

Hrungnirs Spott über die Götter

Die Asen waren gastfreundliche Götter und nahmen den Riesen auf.
Sie bewirteten diesen und als er richtig schön betrunken war, spottete er über die Götter.

Er behauptete, dass er Walhall nach Thursenheim, in das Land der Riesen versetzen werde.
Außerdem würde er alle Götter töten, bis auf Sif und Freyja.
Diese beiden wunderschönen Göttinnen sollten seine Weiber werden und ihn fortan dienen.

Odin und die anderen Asen-Götter hörten sich, eine gewisse Zeit lang, seine Spottdrohungen an.
Doch als der Riese immer unfreundlicher, zudringlicher und tollkühner wurde, riefen sie Thor.

Thor, der Donnergott, hatte bereits sehr viele Riesen getötet.
Deshalb war er unter allen Riesen verachtet und gefürchtet zugleich.

Als Thor die Halle betrat, Freyja sah – wie sie einen unfreundlichen Riesen bewirtete – stieg Zorn in ihm auf.
Am liebsten hätte er den Riesen Hrungnir gleich in Asgard getötet.
Doch das Gastrecht verbot diese Tat.
Außerdem war es unrühmlich, einen betrunkenen und unbewaffneten Riesen zu töten.

Aber der Riese war ebenfalls bereit, sich mit Thor zu messen.
Also verabredeten sie sich zu einem späteren Duell an der Reichsgrenze Grjotunagard.

Hrungnir und der Lehmriese Mökkurkalfi

Als Hrungnir zurück bei Seinesgleichen war, berichtete er über seinen Spott und den anstehenden Wettkampf.
Dadurch wurde er von sämtlichen Reifriesen bewundert.

Aufgrund dessen, dass er als der stärkste Reifriese galt – glaubten viele Riesen, dass Hrungnir den Asen-Thor besiege könne.
Um wirklich sicher zu sein, bekam Hrungnir einen Begleiter zur Seite gestellt.
Der Begleiter wurde aus Lehm gefertigt und war 9 Meilen hoch und 3 Meilen breit.
Somit war Mökkurkalfi, so nannte man ihn, ebenfalls sehr stattlich.

Nun hatten die Riesen kein Herz für den Lehmriesen.
Also setzten sie das Herz einer Stute in seine Brust.

Hrungnirs Kampf mit Thor

Als die Zeit reif war, bezogen Hrungnir und Mökkurkalfi Stellung.
Der kräftige Reifriese Hrungnir besaß einen Schädel aus Stein.
Auch sein Schild war aus Stein.
Bewaffnet war dieser mit einem riesengroßen Wetzstein, welchen er auf Thor werfen wollte.

Von weitem sah Thor und sein Begleiter Thjalfi, die beiden Riesen in ihrer Stellung lauern.
Und sie erkannten, dass Hrungnirs mächtiger Schild ihn vor Thors Hammerwurf schützen würde.

Also ritt der Thjalfi voraus und rief den Riesen zu, dass Thor von unten angreifen werde.
Töricht und dumm waren die Riesen.
Hrungnir verlies seine Stellung, legte sein mächtiges Schild auf dem Boden und stellte sich darauf.
So glaubte er, dass er sich vor einem Angriff aus dem Boden schützen könnte.

Thor wartete ab, bis seine List aufging und schnellte dann nach vorn.
Seitgleich warfen Thor und der Riese ihre mächtigen Wurfgeschosse ab.
Thors Hammer Mjölnir und der Wetzstein des Riesen trafen sich in der Luft.

Mjölnir zertrümmerte den Wurfstein.
Aufgrund des Aufpralls flogen Steinsplitter herum.
Einer dieser Splitter traf Thor am Kopf.
Aber um den Riesen Hrungnir war es geschehen.
Denn Thors Hammer war durch nichts aufzuhalten.
Nachdem er den Wurfstein zersprengt hatte, spaltete er den Riesenschädel ebenfalls.

Zur selben Zeit griff Thors Begleiter, der Junge Thialfi, den Lehmriesen Mökkurkalfi an.
Dieser war problemlos zu überwältigen und so fand auch er sein Ende.

Für das Geschlecht der Reifriesen war dieser Kampf bitter.
Denn sie mussten mit ansehen, wie ihr mächtigster Kämpfer durch Thor starb.
Hrungnir war so etwas, wie ihre Lebensversicherung und ihr Schutzpatron.
Nachdem dieser fiel, hatten die Riesen noch mehr Angst vor den Göttern.

Hrungnirs Geschichte in abgewandelter Form

Im Computerspiel God of War gibt es einen Schrein zu Ehren des Steinriesen Hrungnir.
Dort wird die Geschichte von Thor, wie er den Riesen besiegt – kurz angerissen.
Die Bilder, welche sich auf dem Schrein befinden – zeigen wie Thor unter den Steinmassen des Riesen begraben wird und sich daraus wieder befreien kann.

Über den Autor:

Mein Name ist Mathias Mücke und ich bin Autor und Inhaber von ScioDoo.

Das Ziel von ScioDoo ist es, dass du hier Informationen findest, welche du für deinen Alltag, Schule, Studium oder eine betriebliche Weiterbildung brauchst.

Seit geraumer Zeit interessiere ich mich für nordische Mythologie.

Falls du selbst Lust hast, darüber mehr zu erfahren - kannst du die Übersichtsseiten nutzen, welche ich für dich angelegt habe.

Das Wissen dazu habe ich aus sämtlichen Büchern, welche ich so finden konnte.

Damals war ich ein Dauergast in unserer Bibliothek und Buchhandlung.

Aber es hat sich gelohnt. Und das Resultat bekommst du, auf diesen Seiten zu sehen.

Nicht schlecht, oder?

Also viel Spaß beim Lesen und bis später vielleicht.

LG Mathias Mücke


Tasse

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