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Persönlichkeitsforschung heute: Ansätze, Konzepte, Einflüsse & Strömungen


Die Persönlichkeit eines Menschen zu beschreiben und zu erfassen, ist eine komplexe Aufgabe. Ein gut etabliertes Instrument zur Untersuchung des individuellen Charakters sind Fragebögen, welche die Ausprägungen der sogenannten Big Five erfassen.

Bei diesen fünf großen Persönlichkeitsfaktoren handelt es sich um die Offenheit für neue Erfahrungen, Neurotizismus, Extraversion, Verträglichkeit und Gewissenhaftigkeit. Doch selbst wenn die Ergebnisse solcher Tests schon ein grobes Bild unserer Persönlichkeit zeichnen, so reichen diese Informationen noch nicht für eine umfassende Beschreibung aus. Schließlich können sich Teile unserer dennoch relativ stabilen Persönlichkeit im Laufe der Zeit ändern, denn wir werden von etlichen Aspekten unserer Umwelt und von unserer Genetik beeinflusst.

Daher ist es nur sinnvoll, sich der Persönlichkeit von verschiedenen Standpunkten aus anzunehmen. Und schließlich wurde die Persönlichkeitsforschung von verschiedensten Strömungen der Psychologie beeinflusst. Dazu zählen historische Ansätze, wie etwa der psychodynamische, ebenso wie klassische Strömungen (beispielsweise der humanistische Ansatz) sowie moderne und postmoderne Ansätze. Zu letzterem zählen zum Beispiel die biologische Psychologie oder der transaktionale Ansatz.


Zur Persönlichkeitsforschung

Zu Strömungen, Sichtweisen in der Psychologie

Historische Ansätze der Persönlichkeitsforschung

Psychoanalyse und Behaviorismus sind mittlerweile überholt, haben jedoch trotzdem noch einen erheblichen Einfluss auf die heutige Forschung. Denn die damaligen Konzepte lassen sich zwar kaum empirisch belegen, bilden jedoch immer noch ein gedankliches Fundament in der Psychotherapie.

Psychodynamischer Ansatz in der Persönlichkeitsforschung

Die Psychoanalyse ist hinsichtlich ihrer Theorien veraltet.
Zudem sind ihre theoretischen Ansätze zu allgemein gehalten, um wissenschaftlich überprüft werden zu können. Die Theorien Freuds bekommen zwar akademisch kaum noch Aufmerksamkeit geschenkt, finden allerdings in einigen Therapieansätzen noch eine praktische Anwendung.

Besonders der Einfluss des Unbewussten spielt auch heute noch eine wichtige Rolle. Auf dieses Konzept wird auch in der heutigen Testtheorie noch Rücksicht genommen. Bei der Erstellung von psychologischen Testverfahren wird nämlich berücksichtigt, dass der Mensch nicht aktiv auf alle Inhalte seines Geistes bewusst zugreifen kann.

Andere Konzepte aus psychodynamischen Theorien haben sich selbst in der Alltagssprache etabliert. Wenn jemand sagt, dass er „etwas verdrängt“ oder „Dinge auf andere projiziert“, dann bedient er sich der Abwehrmechanismen Verdrängung und Projektion. Diese sind neben weiteren Abwehrmechanismen im psychodynamischen Ansatz verankert.

Die Idee dieser Mechanismen zur Angstbewältigung bildet den Ausgangspunkt der heutigen Erforschung von Bewältigungsstrategien. Wer welche Strategien im Umgang mit Problemen nutzt, wird von den jeweilen Persönlichkeitsausprägungen beeinflusst.

Der psychodynamische Ansatz behandelt auch die Rolle von Bindungen für die menschliche Persönlichkeit. Bei Freud lag der Fokus auf der frühkindlichen Entwicklung und die Störungen, die aus einer komplizierten Beziehung zur primären Bindungsperson hervorgehen können. Laut Freud’scher Theorie bildet sich ein Charaktertyp anhand gewisser Entwicklungsphasen in der frühen Kindheit und dessen Konflikten.

Heutzutage befasst sich die Entwicklungspsychologie mit diesem Thema. Doch bezieht sich die Entwicklungspsychologie nicht mehr ausschließlich auf die Kindheit, sondern auf die gesamte Lebensspanne.

Wie unsere (frühkindlichen) Erfahrungen unsere Persönlichkeit formen, ist allerdings auch für die Persönlichkeitsforschung von Interesse. Zudem gibt es hier Überschneidungen zur Klinischen Psychologie, welche sich mit psychischen Erkrankungen auseinandersetzt. Die Persönlichkeitsforschung hingegen befasst sich vornehmlich mit der „normalen“ Persönlichkeit. Diese kann der Klinischen und der Differentiellen Psychologie als Basis dienen, um Störungen oder auch nicht pathologische Abweichungen zu untersuchen.

Lerntheoretischer Ansatz in der Persönlichkeitsforschung

Behaviorismus und die soziale Lerntheorie haben ebenfalls noch heute einen praktischen Wert.
Aus rein behavioristischer Sicht ist die Persönlichkeit nicht mehr als die Summe der Erfahrungen, die der Mensch im Laufe seines Lebens macht.

Im Gegensatz zum psychodynamischen Ansatz klammert der Behaviorismus das Unbewusste komplett aus. Stattdessen erfolgt die Entwicklung einer Persönlichkeit nur aufgrund von Reiz-Reaktions-Kombinationen, welche man im Rahmen verschiedener Ereignisse erlernt.

Doch unser Denken und Handeln besteht nicht nur aus einem passiven Reagieren auf Umweltreize. Mittlerweile weiß man, dass Umwelteinflüsse zwar einen großen Einfluss auf uns haben, doch auch interne Faktoren haben einen Anteil an der Bildung der Persönlichkeit.

Aber…
Dennoch liefert der Behaviorismus gute Anreize dafür, welche Prozesse an der Persönlichkeitsbildung beteiligt sind. So erlernen Kinder beispielsweise soziale Normen, an welche sie ihre Impulse im Laufe der Zeit anpassen. Auch die behavioristischen Lernprinzipien der klassischen und operanten Konditionierung sind heute noch aktuell und finden sowohl in der Forschung als auch in der Verhaltenstherapie Anwendung.

Auch die soziale Lerntheorie fokussiert sich auf Lernprozesse. Im Gegensatz zum Behaviorismus versteht diese Strömung die Persönlichkeit nicht als ein bloßes Ergebnis von Lernprozessen. Auch Kognitionen werden bedacht, welche beim Behaviorismus ausgeklammert wurden. Die so genannte Black Box bleibt hier – anders als im Behaviorismus – nicht einfach unbeachtet, sondern wird mit Wahrnehmungsprozessen, dem Erkennen und Verstehen aufgefüllt.

Der Fokus liegt auf sozialen Aspekten des Lernens und die Persönlichkeit wurde hier ebenfalls zunächst nur als Folge von Kognitionen verstanden. Später befindet sich die Persönlichkeit, dieser Idee nach, allerdings im Wechselspiel mit den Kognitionen.

Diese historischen Ansätze sind zwar an sich veraltet, doch bildeten sie den Grundstein für die heutige Forschung. Denn viele ihrer Konzepte können weiterhin als Anknüpfungspunkte genutzt werden, um bestehende Theorien zu überarbeiten oder neue zu entwickeln.

Klassische Ansätze der Persönlichkeitsforschung

Kognitiver Ansatz in der Persönlichkeitsforschung

Aus Sicht dieses Ansatzes entstehen individuelle Unterschiede in der Persönlichkeit durch Prozesse der Informationsverarbeitung.

Das Bild des Menschen wird in dieser Strömung zudem aktiver als im behavioristischen und psychodynamischen Ansatz. Während der Mensch im Behaviorismus lediglich passiv auf Reize reagierte und im psychodynamischen Ansatz von seinen Trieben gesteuert wurde, sah der kognitivistische Ansatz den Menschen als Wissenschaftler und Konstrukteur seiner eigenen Realität.

George Kelly zufolge entwickelt jeder Mensch (wie ein Wissenschaftler) Theorien und Hypothesen über seine Mitmenschen und seine Umwelt. Diese werden kontinuierlich geprüft und bei Bedarf angepasst. Die Unterschiede in den Persönlichkeiten kommen demnach dadurch zustande, dass jeder Mensch andere Theorien entwickelt. Dieses prozessuale Verständnis findet sich heutzutage in der Einstellungs-, Intelligenz- und Kognitionsforschung wieder.

Humanistischer Ansatz in der Persönlichkeitsforschung

Was macht eine „gute“ Persönlichkeit aus?
Auch der humanistische Ansatz geht von einem aktiven und gleichzeitig positiven Menschenbild aus. Aus dieser Strömung ging beispielsweise die Bedürfnispyramide von Maslow hervor, bei welcher jede Stufe ein bestimmtes Bedürfnis darstellt. Je mehr Stufen erklommen bzw. Bedürfnisse erfüllt werden, desto näher kommt der Mensch seiner Selbstverwirklichung.

Zwar ist das Pyramidenmodell empirisch nicht haltbar, doch findet es immer noch in vielen Seminaren oder Trainings Anwendung. Ein Vertreter der neo-humanistischen Strömung ist Martin Seligman, der als Begründer der Positiven Psychologie gilt. Der Begriff an sich geht allerdings bereits auf Abraham Maslow zurück. Die Themen der Positiven Psychologie umfassen unter anderem Glücksstreben, Gesundheit oder die förderliche Wirkung von positiven Verfahren. Da all diese Aspekte auch einen Einfluss auf die Persönlichkeit ausüben, ist diese Strömung in der aktuellen Persönlichkeitsforschung ebenfalls von Relevanz.

Dispositionaler Ansatz Persönlichkeitsforschung

Nicht gänzlich unumstritten, jedoch von hohem heuristischem Wert sind die Big Five.
Oder besser gesagt deren Weiterentwicklung: Das Fünf-Faktoren-Modell. Die bereits in der Einleitung genannten Komponenten der Big Five dienen häufig zur Erfassung von Persönlichkeitsmerkmalen. Diese werden auch Dispositionen genannt und meinen relativ zeitstabile Eigenschaften, die den Charakter eines Menschen ausmachen.

Um die Stabilität der Eigenschaften zu prüfen, sind Messungen dieser zu mehreren Zeitpunkten sinnvoll. Das liegt vor allem daran, dass Person und Situation sich wechselseitig beeinflussen.

Innerhalb des dispositionalen Ansatzes gibt es verschiedene Perspektiven auf die Existenz von Dispositionen. Manche nehmen eine biologische Belegbarkeit der Merkmale an (beispielsweise den Zusammenhang bestimmter neuronaler Schaltkreise und Persönlichkeitseigenschaften), während andere eine biologische Grundlage anzweifeln (hier gelten mentale Repräsentationen der Realität als Grundlage) und wieder andere sehen den größten Anteil an den Dispositionen in den Lernerfahrungen (ähnlich wie im Behaviorismus).

Der dispositionale Ansatz ging früher von der zeitlichen Stabilität von Persönlichkeitsmerkmalen aus. Allerdings ist diese Annahme nicht ganz zutreffend. Denn bestimmte Ereignisse können die Persönlichkeit verändern. Zum einen sind Alterungsprozesse an einem Wandel in der Persönlichkeit beteiligt.

Langzeitstudien zeigten beispielsweise, dass im Alter etwa die Neurotizismuswerte steigen, während die Werte für Extraversion abnehmen. Doch auch Krankheiten, wie beispielsweise Demenz oder Hirntumore, können Veränderungen in der Persönlichkeit nach sich ziehen. Und zuletzt können auch Verletzungen des Gehirns zu einem Charakterwandel führen.

Ein berühmtes Beispiel ist der Fall des Phineas Gage. Bei einem Unfall wurde sein Schädel von einer Eisenstange durchbohrt, welche einen großenteil seines Frontalhirns verletzte. Der zuvor höfliche, gewissenhafte und ausgeglichene Gage war nach dem Unfall nicht mehr wiederzuerkennen: Er wurde respektlos gegenüber anderen, aufbrausend und sprunghaft.

(Post-)moderne Ansätze in der Persönlichkeitsforschung

Biologischer Ansatz in der Persönlichkeitsforschung

Hier nach basiert die Persönlichkeit aus einem Zusammenwirken von Genen, Neurophysiologie und Evolution.
Wie wir uns Verhalten und die Welt um uns herum erleben, hängt auch von den neuronalen Verschaltungen in unserem Gehirn ab.

Doch nicht nur das Nervensystem (zu welchem das Gehirn nun einmal gehört) wirkt auf unsere Persönlichkeit, sondern auch unsere Hormone. Wie genau wir auf diese regieren und in welcher Menge sie produziert werden, ist vom endokrinen System abhängig. Dieses wird wiederum vom Nervensystem beeinflusst: Meldet das Gehirn zum Beispiel „Stress“, dann werden Signale an das endokrine System geschickt und dementsprechende Hormone freigesetzt.

Hormone ihrerseits können eine Wirkung auf die Genexpression haben, welche wiederum durch unsere individuelle Genetik bestimmt ist. Die Gene sind ein Produkt evolutionärer Prozesse und der Mensch ist mit seinem Verhalten an der Evolution beteiligt. Durch den Klimawandel beispielsweise ändert sich die Umwelt, woraufhin sich ein gewisser Evolutionsdruck entwickelt.

Diese bereits komplex erscheinende Netzwerk wechselseitiger Einflüsse bildet dennoch nur sehr grob ab, welche Einflüsse zu unserer Persönlichkeit beitragen. Allerdings konnten anhand moderner Forschungstechnologien Zusammenhänge zwischen bestimmten Schaltkreisen im Gehirn und Persönlichkeitseigenschaften ausgemacht werden. Bezüglich der Hormone stehen beispielsweise Testosteron und Oxytozin mit der Persönlichkeit im Zusammenhang. Während ersteres mit Aggressionen assoziiert wird, spielt zweiteres eine wichtige Rolle in Sachen Beziehung und Bindung.

Transaktionaler Ansatz in der Persönlichkeitsforschung

Die Persönlichkeit ist das Ergebnis der Einflüsse von Situation, Beziehungen und Kultur.
Dem transaktionalen Ansatz nach haben diese Aspekte einen erheblichen Anteil daran, wie unsere individuelle Persönlichkeit zustande kommt. So befindet sich der Mensch in einer stetigen Interaktion mit seiner Umwelt, wobei das Verhalten anderer sowie unser eigenes immer wieder neu aufeinander abgestimmt wird.

Selbst wenn wir über Dispositionen auf biologischer Basis verfügen, müssen diese situationsbedingt nicht zwingend zum Einsatz kommen. Eine bestimmte soziale Umwelt begünstigt oder unterdrückt demnach die Ausprägung bestimmter Persönlichkeitseigenschaften.

Die Persönlichkeit an sich kommt aus transaktionaler Sicht also erst dadurch zustande, dass wir mit anderen in Interaktion stehen. Daher spielt auch unsere jeweilige Kultur eine große Rolle bei der Persönlichkeitsbildung.

Netzwerkansatz in der Persönlichkeitsforschung

Mittlerweile wird die Struktur der Persönlichkeit auch mithilfe von Computernetzwerken erforscht.
Der kybernetische Ansatz geht davon aus, dass der Mensch einen ständigen Ist-Soll-Abgleich ausführt. Dazu nutzt er Informationen aus der Umwelt für einen Regelkreislauf: Ein Reiz geht als Input ein, wird verarbeitet und als Output folgt ein Verhalten, das der individuellen Persönlichkeit entspricht.

In der systemischen Strömung dieses Ansatzes geht man ebenfalls von einem Informationsverarbeitungssystem aus. Dieses bearbeitet allerdings nicht nur äußere, sondern auch innere Reize und Prozesse. Diese können von bestimmten Persönlichkeitseigenschaften wiederum gehemmt oder gefördert werden.

Netzwerkmodelle hingegen gehen von einem mehrschichtigen neuronalen Netzwerk aus, welches nur funktioniert, weil jedes Neuron eine eigene Funktion ausführt. Das gelingt allerdings nur in der Interaktion mit anderen Neuronen. Diese Ansätze werden mittels computergestützter Programme modelliert und geprüft. Es können zuweilen auch bestimmte Muster damit gebildet werden, welche Persönlichkeitseigenschaften nahekommen. Allerdings sind diese Programme noch begrenzt, da sie zwar zu Teil relativ gute Prognosen treffen, jedoch keine kreativen Lösungen finden können.

Postmoderne Ansätze in der Psychologie

Neben diesen drei modernen Ansätzen finden sich weitere, die als postmodern bezeichnet werden können.
So finden derzeit in der westlichen Psychologie auch zunehmend fernöstliche Denkweisen Verwendung. An das positive Menschenbild des humanistischen Ansatzes lassen sich buddhistische Traditionen anknüpfen. Selbstverwirklichung und ein gutes, gesundes Leben werden zunehmend interessanter.

Zwar steckt dieser Forschungszweig noch in den Kinderschuhen, doch werden mittlerweile beispielsweise mittels EEG und bildgebender Verfahren bereits die Einflüsse von Meditation untersucht. So konnte beispielsweise in einigen Studien ein Zusammenhang zwischen einer regelmäßigen Meditationspraxis und der Größe der Amygdala ausgemacht werden. Diese spielt eine wichtige Rolle bei unseren Angstreaktionen. Vereinfacht könnte man sagen, dass Meditation bei der Bewältigung von Ängsten helfen kann, da sie mit einer „schrumpfenden“ Amygdala im Zusammenhang steht.

Was in den Industrienationen vor einigen Jahren noch als Esoterik belächelt wurde, zeigt demnach einen erheblichen Einfluss auf das Erleben und Verhalten. So finden buddhistische Konzepte wie Yoga, Meditation oder Achtsamkeit einen stärkeren Einzug in die Erforschung von Stress.

Eine andere Strömung stellt die Kritische Psychologie dar. Diese beinhaltet zwar noch keine eigene Theorie darüber, wie sich die Persönlichkeit zusammensetzt. Doch versucht sie, die westliche Psychologie ein Stück weit zu hinterfragen und zu erneuern.

Die Kritik besteht zum Beispiel darin, dass die heutige Psychologie zu stark naturwissenschaftlich und statistisch verklärt sei. Das geht zu Lasten der Individualität, welche allerdings gerade bei der Persönlichkeitsforschung von Interesse sein sollte. Obwohl manche psychologischen Ansätze empirisch und statistisch nicht haltbar sind, weisen sie dennoch eine hohe Praxisrelevanz auf. So sind bestimmte Konzepte in der individuellen Beratung oder Behandlung erfolgreicher als manche statistisch abgesicherten Verfahren.

Zusammenfassung

  • Die Erforschung der Persönlichkeit braucht mehr als nur eine Theorie. Da unser Charakter sowohl durch unsere Gene, die Umwelt, unsere Erziehung und etliche andere Faktoren geprägt wird, ist auch eine Vielfalt von Ansätzen nötig, um die Persönlichkeit umfassend zu erforschen und zu beschreiben. Daher bindet die Persönlichkeitsforschung verschiedene Strömungen der Psychologie ein, um die einzelnen Puzzleteile zusammenzusetzen.
  • Mittlerweile überholte Ansätze, wie die Psychoanalyse und der Behaviorismus, bieten dennoch eine Fülle von Anknüpfungspunkten, welche mit heutigen Forschungsmethoden verbunden werden können.
  • Am populärsten ist derzeit noch das Fünf-Faktoren-Modell zur Beschreibung der Persönlichkeit. Dieses ergibt durch die individuelle Ausprägung der Faktoren (Extraversion, Gewissenhaftigkeit, Neurotizismus, Offenheit für Erfahrungen, Verträglichkeit) und zeichnet bereits ein gutes Bild der eigenen Persönlichkeit ab. Dennoch ist dieses Modell nicht allumfassend.
  • Im dem zugrunde liegenden dispositionalen Ansatz ging man davon aus, dass Persönlichkeitseigenschaften statisch sind. Mittlerweile weiß man jedoch, dass sich diese Eigenschaften mit der Zeit ändern können. Sei es aus Gründen der physischen Entwicklung oder aufgrund von Krankheiten oder Verletzungen des Gehirns.
  • Aufgrund der zahlreichen Einflüsse auf unsere Persönlichkeit werden folglich auch biologische, evolutionäre, humanistische oder lerntheoretische Konzepte in die Erforschung der Persönlichkeit eingebunden.
  • Mittels neuer technologischer Möglichkeiten können auf die Persönlichkeit wirkende biologische Zusammenhänge untersucht oder Netzwerkmodelle für die persönlichkeitsbedingte Vorhersage von Verhalten erstellt werden.
  • Zudem ist eine Ausweitung der Perspektive sinnvoll. Die Persönlichkeit kann umfassender erforscht werden, wenn nicht nur westliche Forschungsmethoden und Theorien genutzt, sondern auch Konzepte anderer Kulturen eingebunden werden.

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