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Utgard Loki, der Riese Skrymir und Thors Schmach


Der [ilj_no_linking]Utgard-Loki[/ilj_no_linking] war, laut nordischer Mythologie, ein beeindruckender Riese.
Aber kein gewöhnlicher Riese.
Denn dieser täuscht seine Gegner mit Zauber, optischer Täuschung und Blendwerk.
Thor, der gefürchtete Todfeind der Riesen, machte sich einst auf – den Utgardloki zu bekämpfen.

Doch bevor er ihn treffen sollte, traf er auf Skrymir einen anderen Riesen aus der nordischen Sagenwelt.

Thors Reise nach Utgard

Die Reise nach Utgard bestritt Thor zusammen mit Götter-Loki.
Die Feindschaft zwischen beiden hatte, zu diesem Zeitpunkt, noch nicht begonnen.
Noch vertraute Thor ihm und Lokis Ratschläge haben sich seither immer als hilfreich erwiesen.

Eines Abends kamen beide an einem Bauernhof vorbei und baten den Gutsherrn um ein Nachtlager.
Der Bauer hatte zwei Kinder, namens Thialfi und Röskwa.
Beide schlossen sich am nächsten Tag, nicht ganz freiwillig, der Reisegruppe an.
Aber Thialfi und Röskwa waren seitdem treue Vasallen vom Thor und sollten sich in vielen Situationen noch als nützlich erweisen.

Am nächsten Tag kamen sie ans Meer, welches sie mit einem Boot überquerten.
Als sie am anderen Ufer ankamen, erblickten sie einen riesigen dichten Wald.
Auch diesen wollten sie durchqueren.

Mitten im Wald, überraschte sie der Anbruch der Nacht.
Also versuchten sie, eine Herberge zu finden.
Und tatsächlich fanden sie eine Herberge, direkt vor Ihnen.

Innen bestand die Herberge aus verschiedenen großen Sälen, welche zum Teil offen waren.
Sie waren allerdings schon zu müde, um sich darüber Gedanken zu machen.
Alle vier Reisenden legten sich hin und schliefen sofort ein.

Mitten in der Nacht wachten sie plötzlich auf.
Die Erde wackelte und bebte.
Die vier Reisenden tasteten sich in dem dunklen Raum an der Wand entlang und kamen so zum Nebenraum.
Da alle ein ungutes Gefühl hatten, erklärte sich Thor dazu bereit – Wache zu stehen.
Die nächtliche Stille war ebenfalls gestört.
Denn ein ständiges Summen und Rauschen drang von draußen in die Herberge.

Als die ersten Sonnenstrahlen am Horizont erschienen, ging Thor als Erstes ins Freie.
Im Freien lag ein Mann von ungeheurer Größe.
Thor kannte die Riesen, aber ein so großes Exemplar hat er auch noch nicht gesehen.
Sie schauten sich zu ihrer Herberge um.
Völlig verblüfft stellten sie fest, dass sie die ganze Nacht im Handschuh des Riesen geschlafen haben.

Der Riese Skrymir

Noch schlief der Riese und schnarchte zudem noch extrem laut.
Thor wollte nicht abwarten, bis der Riese aufwachte.
Er fasste den Entschluss, es an Ort und Stelle zu beenden.

So umfasste Thor seinen Hammer Mjöllnir und ging entschlossen auf den Riesen zu.
Als er gerade zuschlagen wollte, wachte der Riese plötzlich auf.

Völlig verwirrt und zögernd fragte Thor den Riesen, wie er heißt.
Der Riese entgegnete, dass er Skrymir genannt werden.

Gleichzeitig bekundete der Riese aber, dass Thor sich nicht vorstellen musste.
Er kannte Thor und sein Ruf, als stärkster Gott unter den Asen, eilte ihm voraus.

Da auch der Riese scheinbar großen Respekt vor Thor hatte, beschloss man – dass man zusammen reisen sollte.
Der Riese öffnete seinen Proviantbeutel und bot an, seine Vorräte zu teilen.

Nachdem alle zusammen aßen, ging die kleine Reisegruppe weiter.
Der Riese ging immer vorne weg und die vier hatten Mühe damit, Schritt zu halten.
Am Abend machten sie erneut Rast.

Der Riese gab den vier seinen Proviantbeutel und legte sich schlafen.
Thor versuchte den Beutel zu öffnen, aber die Schnürung war zu fest gezogen.
Daraufhin fühlte sich Thor in seiner Kraft gedemütigt und wurde darüber sehr zornig.

Du solltest wissen, dass Thor ein sehr jähzorniger Gott war.
Und oft löste er diese Herausforderungen mit dem Hammer.

Diesmal sollte es genauso sein.
Er schlich sich an den Riesen heran und gab ihn einen Schwinger mit dem Hammer.
Der Riese wachte daraufhin auf und fragte, ob ihn ein Laubblatt am Kopf getroffen hätte.
Thor war rasend vor Wut, zugleich aber tief beeindruckt.

Als der Riese ihn fragte, warum er immer noch nicht schläft – entgegnete Thor verlegen, dass er dies jetzt tun werde.
Thors ursprüngliche Entschlossenheit ist gewichen.
Jetzt war mehr Misstrauen und auch Ehrfurcht in seinem Blick zu erkennen.

Der Riese schlief weiter und schnarchte die ganze Nacht.
Sein Schnarchen war so laut, dass die Anderen nicht schlafen konnten.
Thors Entschlossenheit und seine Wut waren neu entflammt.
Also schlich er sich abermals an den Riesen heran und holte zu einem wuchtigen Schlag aus.
Er traf Skrymir direkt am Scheitel und der Hammer drang tief ein.

Auch von diesem Schlag wachte der Riese auf.
Diesmal fragte er Thor, ob ihn eine Eichel auf dem Kopf gefallen sei.
Thor war natürlich genauso verblüfft und erschrocken – wie schon zuvor.
Und deshalb entgegnete er auf die Frage – warum er immer noch nicht schlafe – verlegen mit einer Ausrede und stahl sich davon.

Thor konnte die halbe Nacht nicht schlafen.
Am nächsten Morgen wollte er erneut versuchen, den Riesen zu töten.
Mit voller Wucht schlug er den Riesen an die Schläfe.
Der komplette Stiehl des Hammers Mjöllnir steckte im Schädel des Riesen.
Daraufhin erwachte dieser und fragte Thor, ob die Vögel etwas Reisig hätten fallen lassen.

Thor war erschrocken darüber, dass er dem Riesen nicht zusetzen konnte.
Alle Beteiligten beschlossen, einfach weiter zu gehen.
Thor fragte den Skrymir, ob er wisse – wo Utgard liege.
Der Riese wies ihnen den Weg nach Osten und versprach, dass dort noch viel größere Riesen – als er selbst – leben würden.

Unbehelligt von der Warnung, gingen die vier -ab jetzt- wieder allein weiter.
Irgendwann sahen sie inmitten einer Lichtung eine Burg, welche so groß war – dass man sie kaum mit den Augen als Ganzes erfassen konnte.
Dies müsste die Riesenburg Utgard sein.
Also beschlossen die Reisenden in die Burg einzudringen.

Die drei Prüfungen des Utgard Loki

In der Burg angekommen, saß inmitten des Geländes der König der Burg.
Der Riesenkönig Utgardloki nahm die vier Reisenden aber kaum wahr.
Schließlich fragte er diese ganz lässig, was sie denn wollen.

Der tollkühne Thor wollte sich mit dem Riesen messen und gab zu, dass sie hier sind – um ihn aufzusuchen.
[ilj_no_linking]Utgard Loki[/ilj_no_linking] versprach ihnen, dass sie bleiben können – wenn sie sich als würdig erweisen würden.
Jeder müsse eine Prüfung bestehen, welcher in Utgard verbleiben will.

Loki, der Feuergott der Asen, behauptete von sich – dass er besonders schnell essen könne.
Thor gab zu, dass er im Wettrinken unschlagbar sei.
Und der junge Thialfi behauptete von sich, dass er enorm schnell laufen könne.

Somit standen die Disziplinen für die Wettkämpfe fest:

  • Wettessen
  • Wettrinken
  • und ein Wettlauf

1. Prüfung des Utgard-Loki: Wettessen zwischen dem Asen-Loki und dem Riesen-Logi

Loki begann mit dem ersten Wettkampf.
Komischerweise hieß der Riese gegen den er antrat, Logi.

Ein Trog mit Fleisch wurde gebracht.
Loki startete mit dem Fraß an dem einen Ende und Logi am Anderen.

Beide aßen wie verrückt.
Als der Trog leer war, trafen sich beide in der Mitte.

Jedoch hatte Logi auch den Trog und alle Knochen verzehrt.
Somit hatte Loki das Wettessen eindeutig verloren.

2. Prüfung des Utgard Loki: Wettlauf zwischen Thjalfi und Hugi

Der Wettlauf wurde dreimal wiederholt.
Und jedes Mal war der junge Thjalfi dem schnelleren Hugi haushoch unterlegen.

Jetzt lag es an Thor, das Ruder noch herumzureißen.

3. Prüfung des Utgardloki: Wetttrinken des Asen-Thors

Thor bekam ein riesiges Füllhorn angeboten.
Und tatsächlich hatte er riesigen Durst.
Also glaubte er wirklich, dass er das Horn komplett austrinken könnte.

Nun solltest du wissen, dass Thor bekannt für seine Trinkgelage war.
Am Abend konnte er schon einmal mehrere Tonnen Bier wegtrinken.

Voller Hoffnung die Aufgabe zu bewältigen, setzte Thor das erste Mal an.
Aber nachdem er das Horn absetzte, war es eigentlich noch genauso voll – wie vorher.
Wie konnte das sein, fragte sich Thor und Wut stieg in ihm auf.

Aber er hatte drei Versuche, das komplette Horn zu lehren.
Selbst nach dem dritten Versuch war das Horn aber noch randvoll.
Auch Thor hatte die Prüfung nicht bestanden und war jetzt sichtlich genervt.

So hielt der Utgardloki den Donnergott bei Laune

Der Utgardloki bemerkte Thors Verdruss und seine Wut.
Er bot ihm eine weitere Prüfung an und Thor willigte ein.

Siehst du die Katze dort, fragte der Utgardloki.
Thor bejahte dies.
Hebe diese Katze hoch, wie es kleine Jungen tun – befahl der Riese.

Also ging Thor zur Katze und versuchte diese nach oben zu wuchten.
Die Katze machte einen Buckel und krallte sich so fest in den Boden, dass Thor es kaum schaffte einen Katzenfuß vom Boden zu trennen.

Auch diese Prüfung konnte Thor nicht bestehen.
Thors Wille war fast gebrochen.
Doch der [ilj_no_linking]Utgard-Loki[/ilj_no_linking] hatte eine weitere Herausforderung für ihn.

Diesmal ging es um Ringen.
Da Thor als der stärkste unter den Göttern galt, sollte diese Prüfung – wie für ihn gemacht sein.

Der Utgardloki behauptete aber, dass Thor nicht stark genug für seine Riesen sei und ließ seine alte und gebrechliche Pflegemutter holen.
Die Pflegemutter hieß Elli und konnte sich kaum auf den Beinen halten.
Für Thor reichte es allemal und er verlor auch den Ringkampf.

Völlig entmutigt und zutiefst gedemütigt verließen die vier Begleiter die Burg.

Die List des Utgard Loki

Vor der Burg sagte Thor zum Riesenkönig, dass er sich vollkommen blamiert habe.
Dieser entgegnete, dass Thor nie wieder seine Burg betreten dürfe.
Und hätte er vorher gewusst, welche Kraft in Thor stecken würde – hätte er es niemals erlaubt, dass Thor und seine Begleiter die Burg betreten dürfen.

Jetzt löste der Utgardloki sein Versteckspiel und seine Zaubereien auf.
So sprach er zu Thor:

  • Er sei der Riese Skrymir aus dem Wald gewesen.
    Und als Thor in geschlagen hatte, schob er ein Gebirge vor seinen Kopf – um diesen zu schützen.
    Durch die mächtigen Schläge des Thors, seien die Gebirge gespalten worden.
  • Das Bündel vom Proviantbeutel war durch Zauberkraft verschlossen.
    Niemand hätte dies öffnen können.
  • Loki konnte nicht beim Essen gewinnen, denn er trat gegen das Feuer an.
    Und freilich frisst das Lauffeuer auch die Knochen und den Trog.
  • Der Wettlauf mit Thjalfi war ebenfalls manipuliert gewesen.
    Denn dieser ist gegen den Gedanken des Riesen gelaufen.
    Und niemand kann schneller als ein Gedanke, von einem Ort zum nächsten gelangen.
  • Das Füllhorn, welches Thor austrinken sollte, war mit dem Meer verbunden.
    Thor hat das halbe Meer leer gesoffen.
  • Die Katze, welche Thor vom Boden heben sollte – war die Midgardschlange.
    Der Riese gab zu, dass er sehr ängstlich und erstaunt zugesehen hat – wie Thor die Schlange bis zum Himmel hob.
  • Das Ringen mit Elli war das Alter.
    Und niemand kann einen Ringkampf mit dem Alter gewinnen.

Der Utgard Loki schloss seine Ausführungen damit ab, dass er Thor riet – nicht noch einmal zurück zu kommen.
Denn er sei in der Lage die Burg mit Künsten und Zaubereien zu verteidigen, gegen welche Thor machtlos sei.

Thor zog sofort seinen Hammer.
Er warf den Hammer Mjöllnir nach dem Utgardloki.
Doch dieser war bereits verschwunden.
Die Riesenburg Utgard war ebenfalls, von einem Augenblick zum nächsten, einfach weg.

Thor kränkte es, dass er den Utgardloki nicht besiegen konnte.
Doch die größte Wut stieg in ihm auf, als erkannte – dass er die Midgardschlange in den Händen gehalten hatte.
Er hätte hier und heute, einen der größten Feinde der Menschen und der Götter besiegen können.
Jedoch hat er es einfach nicht bemerkt.

Beschämt, gekränkt und etwas erleichtert zog sich die Reisetruppe zurück.


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