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Was bedeutet agil bzw. Agilität: Definition, Bedeutung, Synonyme


Das Wort Agilität beschreibt eine Eigenschaft und bedeutet so viel wie „Wenigkeit“ oder „Beweglichkeit“. Im Unternehmenskontext werden diese Merkmale auf das Unternehmen an sich und auf die Personen, die in der Organisation arbeiten bezogen. Demzufolge sind agile Unternehmen und Personen diejenigen, die kein Problem damit haben, sich neuen Bedingungen anzupassen und neue Wege zu gehen.

Unterschied Agilität und Flexibilität

Agilität ist jedoch nicht gleichzusetzen mit Flexibilität. Letzteres heißt nämlich eher passiv auf Veränderungen zu reagieren. Dagegen gehen agile Einheiten Veränderungen aktiv an und gestaltet diese unter Umständen mit, da sie vorausschauend arbeiten. In diesem Sinne ist Agilität ganz eng auf eine bestimmte Herangehensweise bei der Gestaltung der Arbeit und der Zusammenarbeit bezogen.

Was sind agile Unternehmen

Den Begriff der Agilität gibt es schon lange. Schließlich ist die Anpassungsfähigkeit ein zentraler Faktor für das Überleben eines Unternehmens. Dies wurde schon vor rund 70 Jahren vom Soziologen Talcott Parsons erkannt. Agilität ist demnach kein Phänomen aus unserer modernen Arbeitswelt und hat schon eine längere Tradition.

Mit der voranschreitenden Digitalisierung und Globalisierung hat das agile Arbeiten jedoch an Bedeutung gewonnen. Denn Unternehmen versprechen sich von agilen Ansätzen, dass sie sich besser auf die sich immer schneller verändernden Anforderungen am Markt und in der Unternehmensumwelt anpassen können. Zudem zeichnet Vernetzung die moderne Arbeitswelt aus und alles hängt irgendwie zusammen. Das erhöht die Komplexität, was dazu führen kann, dass Pläne über den Haufen geworfen werden müssen. Agilen Einheiten sollen solche Kursänderungen leichter fallen.

In den 90er Jahren tauchten Management-Ansätze wie das Lean Management auf, welches das Ziel hat schlank und zielgerecht auf Kundenbedürfnisse zu reagieren. Dabei werden Prozesse kontinuierlich optimiert. Mit dem 21. Jahrhundert machten sich agile Methoden besonders in der Softwareentwicklung breit. Dieser Sektor ist von sehr kurzen Entwicklungszeiträumen gekennzeichnet und Unternehmen müssen sehr schnell neue Technologien auf den Markt bringen. In diesem Rahmen hat sich beispielsweise die Scrum-Methode fest etabliert. Das Entwicklungsteam besteht aus festen Rollen und arbeitet dabei unter Zeitdruck in Teamsitzungen zusammen. Die Zusammenarbeit wird dabei reflektiert.

Mittlerweile ist Agilität auch wichtig für Unternehmen jenseits der IT-Branche. Schließlich arbeiten wir in einer Welt, in welcher sich jedes Unternehmen effektiv auf Veränderungen einstellen muss, um am Markt bestehen zu bleiben.

Was sind agile Organisationen

Agilität im Unternehmen ist von der Art der Organisation und der Zusammenarbeit abhängig. In der Vergangenheit herrschten eher stabile Rahmenbedingungen vor, die eine gewisse Planbarkeit ermöglichen. Dementsprechend konnte der Aufbau einer Organisationen mit samt der beinhalteten Unternehmenseinheiten und Positionen längerfristig angelegt werden. Auch Abläufe und Prozesse lassen sich hier klar regeln und bei Bedarf an Veränderungen anpassen.

Die Welt verändert sich jedoch immer mehr zur VUKA-Welt. VUKA steht dabei für Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Ambivalenz beziehungsweise Ambiguität. Solche Bedingungen bedeuten, dass sich Rahmenbedingungen sehr stark ändern und zuvor festgelegte Gesetzmäßigkeiten nicht unbedingt helfen, Veränderungen zu verstehen. Agilität ermöglicht in einer solchen Welt handlungsfähig zu bleiben und nicht in wilden Aktionismus zu verfallen.

Agile Unternehmen erkennt man zum einen daran, dass sie sich schnell und dynamisch an neue Anforderungen anpassen und dabei konstant lernen. Es besteht die Anpassungsfähigkeit und die Bereitschaft dazu, vorherrschende Ziele konstant auf ihre Aktualität hin zu prüfen sowie bei Bedarf anzupassen. Dabei steht der Kunde im Mittelpunkt. Das wird durch eine Einbindung von kurzen Feedbackschleifen in Entwicklungsprozesse möglich. Diese Arbeitsweise ist Ausdruck eines ganz bestimmten, agilen Mindsets, das bestimmte Werte beinhaltet. Gegenseitige Unterstützung, Wertschätzung und ein transparenter Umgang in flachen Hierarchien machen eine Arbeitskultur in agilen Unternehmen aus.

Die beschriebenen Werte sind der Baustein für deinen regen Wissensaustausch und eine Fehlerkultur, mit welcher Agilität in der Praxis gelebt werden kann. Denn nur wenn Mitarbeitende und Führungskräfte Informationen großzügig Austauschen und bereits sind aus Missgeschicken zu lernen, können Veränderungen vorausschauend bewältigt werden. In diesem Sinne wird vermieden, Fehler zweimal zu machen.

Fazit

Agilität ist nicht unbedingt etwas Neues, da sich Unternehmen schon seit langer Zeit aus Veränderungen einstellen und mit ihnen umgehen müssen. Durch die aktuellen Entwicklungen bekommt der Begriff jedoch eine immer größere Aufmerksamkeit, sodass sich mit ihm beschäftigt werden sollte. Schließlich beschreibt Agilität eine Haltung, welche dazu führt, dass Unternehmen und Teams nachhaltig lernen, mit sich ständig und immer schneller Verändernden Anforderungen umzugehen. Die Umsetzung hängt demnach ganz eng mit der Form der Arbeitsorganisation und der Arbeitskultur zusammen.


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