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Was bedeutet Teile und Herrsche: Herkunft, Definition und Bedeutung


Teile und Herrsche ist eine Redewendung, welche man umgangssprachlich dann gebraucht, wenn jemand etwas abgibt, was er eigentlich gern behalten will. Dann erinnert sich Derjenige daran, dass er teilen muss, um zu herrschen. In der Geschichte führten Teilungen immer dazu, dass ein bestimmtes Gebiet besser kontrolliert werden konnte, als ein geeintes.

Die Herkunft der Redewendung

Die tatsächliche Herkunft der Redewendung „teile und herrsche“, kann bis heute nicht abschließend geklärt werden. Korrekt ist allerdings, dass diese zum ersten Mal im Lateinischen als „divide et impera“ auftrat. Zugeschrieben wird die Redewendung am häufigsten Ludwig XI sowie Niccolò Machiavelli. Je nach geschichtlicher Auffassung soll eine der beiden historischen Persönlichkeiten den Begriff geprägt haben.

Nichtsdestotrotz folgte vor allem die Politik der Römer dieser Redewendung und handelte nach ihr. Zu beachten ist allerdings, dass verschiedene Definitionen für „teile und herrsche“ existieren.

Historische Definition, heute angewandt

Am häufigsten wird „teile und herrsche“ im folgenden Kontext erwähnt und auch entsprechend interpretiert: Eine bestimmte Gruppe, die beherrscht, besiegt oder kontrolliert werden soll, wird in viele Kleingruppen gespalten, welche sich im Optimalfall gegenseitig bekämpfen. Soll also ein besonders großer Feind oder ein Volk beherrscht werden, so werden beispielsweise gegensätzliche Interessen zweier Gruppen gefördert oder diese gegeneinander aufgebracht.

Der eigentliche große, gemeinsame Feind gerät aus dem Blickwinkel der kleinen Gruppen, da diese zu sehr damit beschäftigt sind, sich gegenseitig zu bekämpfen. Dadurch kann der „Eroberer“ oder eben derjenige, der die entsprechende Gruppe beherrschen möchte, sein Vorhaben ungehindert fortsetzen. Anstatt also die Menschen durch Gemeinsamkeiten zusammenzuführen und zu vereinen, sollen vor allem die Unterschiede hervorgehoben und verstärkt werden, sodass eine Spaltung der entsprechenden Gruppe erfolgt.

Eine ganz andere Sichtweise

Eine andere Deutung der Redewendung „teile und herrsche“ beschreibt ein ganz anderes Prinzip. Allerdings kann auch hier das Römische Reich als ein Beispiel dienen. Die Ländereien der Römer wurden im Laufe der Zeit immer größer und weitläufiger. Dementsprechend schwierig wurden Aufgaben wie die Verwaltung, der Handel und andere Aspekte des täglichen Geschehens der internen Politik. Um dieser Problematik entgegenzuwirken, teilten die Römer nämlich zwei Dinge mit denjenigen, die sie in ihr Reich integrieren wollten: Macht und Kultur.

Traten beispielsweise germanische Stämme in das Römische Reich ein und erhielten im Laufe der Zeit den Status eines vollwertigen römischen Bürgers, konnten auch sie Verwaltungsaufgaben und politische Ämter bekleiden. „Teile und herrsche“ bedeutet in dieser Sichtweise also keinesfalls die Teilung bzw. Spaltung einer gewissen Gruppierung, sondern das Teilen der eigenen Kultur mit fremden Völkern sowie der bestehenden Macht mit Untergebenen. Ziel dahinter war es also, den eigenen Verwaltungsaufwand zu reduzieren sowie dafür zu sorgen, dass fremde Völker dem Römischen Reich freundlich gesinnt blieben und sich womöglich sogar in eben dieses integrierten.

Anwendung in der heutigen Zeit

Je nach Auslegung der Redewendung findet diese natürlich auch in der heutigen Zeit Anwendung. Nicht selten existieren auch in der modernen Zeit noch Politiker, die in ihren Reden mehr die Unterschiede verschiedener Gruppierungen hervorheben und somit womöglich Konflikte befeuern, als beschwichtigend und einend zu wirken. Dabei können verschiedene Kampfbegriffe genutzt werden, um bestimmte Gruppierungen zu diffamieren und auszugrenzen.

Und auch heute noch wird in der psychologischen Kriegsführung eben dieses Prinzip genutzt. In bestimmten Einsatzländern globaler Armeen wird die Bevölkerung dahingehend beeinflusst, eben diese Einsätze zu unterstützen und gutzuheißen. Als Lohn wird nicht selten die eigene Kultur oder die Macht über einen entsprechenden Aufgabenbereich geboten. Zwar mögen sich die Werkzeuge im Zuge der Digitalisierung stark weiterentwickelt haben, doch bleibt das Prinzip dabei dasselbe.

Nach Jahrtausenden hat diese Vorgehensweise also keinesfalls an Effektivität verloren. Ganz gleich, nach welcher Definition gegangen wird und wie unterschiedlich diese doch sind, beide besitzen nach wie vor ihre Existenzberechtigung. Zwar mag eine der beiden Vorgehensweisen moralisch bedenklich erscheinen, doch beweist ihre erfolgreiche Anwendung über mehrere Jahrtausende hinweg ebenso ihre Effektivität.


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