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Jerusalem: Die Heilige Stadt in der Religionsgeschichte


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Gemälde. Aquarell Al-Aqsa-Moschee Felsendom in der Altstadt – Jerusalem, Israel


Jerusalem gilt als „Heilige Stadt“, weil sie eine zentrale Bedeutung in den drei abrahamitischen Religionen Judentum, Christentum und Islam spielt und viele heilige Stätten dieser Weltreligionen beheimatet. Aus diesem Grund war die Stadt über die Jahrhunderte stets stark umkämpft.

Was bedeutet Jerusalem

Yrwšlm oder Yru Šalim bedeutet „Gründung des Schalim“ oder vielleicht auch „Stadt (ūru) des Schalim“. Hier zeigen sich die ugaritischen Einflüsse auf die kanaanitische Religion. Kanaan ist der ursprüngliche Name des Gelobten Landes und soll auf einen Sohn Noahs zurückgehen.

Das frühe Judentum war – wie man auch in der Bibel an einigen Stellen belegen kann – keineswegs monotheistisch (von griechisch μονος monos = „ein“ und θεος theos = „Gott“), sondern vielmehr henotheistisch (von altgriechisch εἷς heîs = „ein“, Gen. ἑνός henós, und θεός theós = „Gott“).

Der Unterschied besteht darin, dass der Monotheismus wirklich nur einen einzigen Gott kennt und keine Götter, die parallel dazu existieren. Der Henotheismus verehrt einen Gott als Schöpfer, kennt aber andere Götter, die auf diesen zurückgehen und untergeordnet neben ihm existieren.

Der Gott der Juden Jahwe bzw. im Ugaritischen El wäre demnach der höchste Gott. Die Endung „-el“ findet sich daher auch in vielen hebräischen Namen, gerade denen von Engeln: Michael („Wer ist wie Gott?“), Samael („Gift Gottes“, ursprünglicher Name des Teufels), Gabriel („Kraft Gottes“), aber etwa auch bei Nathanael („Gott hat gegeben“), einem Jünger Jesu.

Es gab aber andere Gottheiten, die El untergeordnet waren, so etwa auch Šalim und Šaḥar. Šaḥar und ihr Sohn Helel finden etwa bei Jesaja 14, 12 Erwähnung. In der Lutherbibel heißt es:

„Wie bist du vom Himmel gefallen, du schöner Morgenstern! Wie wurdest du zu Boden geschlagen, du Bezwinger der Völker!“

Was hier mit „Morgenstern“ übersetzt wird, heißt im Original „hillel ben schachar“, also Helel, Sohn der Šaḥar. Helel, im Lateinischen Lucifer, war der Gott des Morgensterns, Šaḥar die Göttin der Morgenröte. Šalim ist ihr männlicher Gegenpart, der Gott der Abenddämmerung und findet etwa in der Originalfassung des 85. Psalms Erwähnung, jedoch in den wenigsten deutschen Übersetzungen. In der Übersetzung von Eckart Otto (*1944) steht:

„Jahwe verleiht seinen Segen
und unsere Erde gibt ihre Frucht.
Zedek geht vor ihm her
und Schalem auf der Wegespur seiner Schritte.“

Schalem ist die deutsche Transkription für Šalim. Jerusalem wäre also demnach die Stadt des Gottes der Abenddämmerung. Da diese Etymologie (Wortherkunft) für gläubige Juden und später entsprechend Christen und Muslime nicht sehr gut mit ihren Glaubensvorstellungen zusammenpasst, geben sie gerne „ūru šalom“ („Stadt des Friedens“) als Etymologie an und benutzen entsprechend Salem (שלם šhālêm) als Herleitung von Schalom (שלום šalom = „Frieden“) als Kurzform für Jerusalem.

Welche Bedeutung hat Jerusalem für die Juden

Wenn es um die frühen Könige und Heiligtümer der Juden geht, ist das Alte Testament, also der Teil der Bibel, den sich Juden und Christen teilen, im Grunde das einzige Zeugnis, das bis heute Bestand hat.

Nun taugt eine religiöse Schrift zwar nur bedingt als historisches Zeugnis, doch will man die religiöse Bedeutung Jerusalems verstehen, geht es eben nicht um historische Fakten, sondern Glaubensvorstellungen. Deshalb werden wir die Bibel zunächst einmal behandeln, als wäre sie ein historischer Bericht. Mit dem Aufeinandertreffen der Israeliten mit Neubabyloniern, Griechen und Römern verbessert sich die Quellenlage, da auch deren Aufzeichnungen die jüdischen Könige belegen.

Der Erste Tempel

Der erste Fürst der Israeliten, der den Titel eines Königs trug, war Saul (genaue Lebensdaten nicht überliefert) etwa um das Jahr 1000 v. Chr.. Dieser wurde von David (genaue Lebensdaten nicht überliefert) entmachtet, und nachdem dieser auch Amalekiter und Philister besiegt hatte, wurde er allgemein als neuer König angesehen. Er eroberte Jerusalem und verlegte seinen Regierungssitz dorthin.

Mit dem Transport der Bundeslade und des Jahwe-Throns nach Jerusalem wurde die Stadt auch zum religiösen Zentrum, und so errichtete Davids Nachfolger Salomo (969–930 v. Chr.) in Jerusalem den Ersten Tempel Jahwes, den die Samuel- und Königsbücher als den im 5. Buch Mose beschriebnen einzig legitimen Kultort des Volkes Israels spezifizieren.

Bis dahin hatten die umherziehenden Hebräer „mobile“ Heiligtümer gehabt. Doch mit Salomos Tod um das Jahr 930 v. Chr. wurde das Reich in das Südreich Juda und das Nordreich Israel gespalten. Das Nordreich lehnte den in dessen Hauptstadt betriebenen Tempelkult Judas ab.

Auf Salomo folgten die Könige Rehabeam (Regierungszeit: 931 bis 914 v. Chr.), Abija (Regierungszeit: 913–910 v. Chr.), Asa (Regierungszeit: 913–873 v. Chr.), Joschafat (Regierungszeit: 873–849 v. Chr.), Joram (Regierungszeit: 849–842 v. Chr.) und Ahasja (Regierungszeit: 842 v. Chr.) auf dem Thron Judas.

Mit Königin Atalja (Regierungszeit: 842–837 v. Chr.) wandte Juda sich dem Baalskult zu und verehrte den Gott entsprechend im Tempel. Dies blieb wohl auch unter Joasch (Regierungszeit: 835–796 v. Chr.), Amazja (Regierungszeit: 800–783 v. Chr.), Asarja (Regierungszeit: 783–742 v. Chr.) und Jotam (Regierungszeit: 742–735 v. Chr.) so.

Unter Ahas (Regierungszeit: 736–725 v. Chr.) sollen auch assyrische Götter verehrt worden sein. 725 v. Chr. bestieg der damals 25-jährige Hiskija (750 – 696 v. Chr.) den Thron und Israel kehrte zum Glauben an Jahwe zurück. 586 v. Chr. wurde Jerusalem ein zweites Mal vom neubabylonischen König Nabū-kudurrī-uṣur II. (640 – 562 v. Chr.; eingedeutscht: Nebukadnezar II.) erobert und der Tempel vernichtet.

Der Zweite Tempel

Unter dem persischen König Kyros II. (590 – 530 v. Chr.) war den Juden der Wiederaufbau ihres Tempels gestattet. Unter der darauffolgenden Oberherrschaft der Griechen, das heißt der von Alexander dem Großen (356 – 323 v- Chr.) begründeten Dynastien der Ptolemäer und Seleukiden, wurden die Israeliten von Hohepriestern regiert, wodurch der Tempel nicht nur geistiges, sondern auch politisches Zentrum war.

Der seleukidische König Antiochos IV. (215 – 164 v. Chr.) eroberte Jerusalem 169 v. Chr., nur um es ein Jahr später an den General und Statthalter Apollonios (genaue Lebensdaten nicht überliefert) zu verlieren. Unter der griechischen Vorherrschaft wurde Jahwe zeitweilig mit Zeus identifiziert, welcher entsprechend im Tempel verehrt wurde. Erst durch Einmischung der Römer gelang es den Israeliten, sich gegen die Griechen aufzulehnen.

Unter dem Hasmonäerkönig Simon Thassi († 135 v. Chr.) gelang es kurzzeitig, Jerusalem wieder zu einer unabhängigen Stadt zu machen, doch die Griechen waren bald zurück und es begann ein langes Hin und Her zwischen Seleukiden und Hasmonäern. Zwar gewannen die Hasmonäer unter König und Hohepriester Alexander Jannaios (126 – 76 v. Chr.) letztlich die Oberhand, konnten sich auf diesem Erfolg aber nicht wirklich ausruhen.

Die Römer expandierten nach Osten und 63 v. Chr. wurden Jerusalem und das, was nun die römische Provinz Judäa wurde, von Gnaeus Pompeius Magnus (106 – 48 v. Chr.) erobert. 30 v. Chr. kam der jüdische Klientelkönig Herodes der Große (73 – 4 v. Chr.) an die Macht, dem das Neue Testament in der Erzählung von Jesu Geburt den Kindermord von Bethlehem andichtet.

Da die in der Bibel erwähnte Volkszählung nach Herodes‘ Tod und Jesu Geburt davor (vermutlich im Jahre 7 v. Chr.!) stattfand und Herodes vom Volk als Despot ohne Legitimation gesehen wurde, dem man gerne derartige Gräuel andichtete, kann man davon ausgehen, dass es den berüchtigten Befehl nie gab.

Mit dem Ausbau des Tempels zum sogenannten Herodianischer Tempel hatte Herodes aber großen Einfluss auf das Stadtbild Jerusalems, das bis heute anhält: Zwar zerstörten die Römer 70 n. Chr. den Tempel im Zuge des jüdisch-römischen Kriegs, doch blieben das Plateau und ein Teil der westlichen Umfassungsmauer bis heute erhalten.

Der Tempelberg wird in den Psalmen und auch in den Büchern der Propheten als Standort für den einen, wahren Tempel festgelegt, da der darunterliegende Fels der Ursprung der Schöpfung sein soll. Damit ist der Tempelberg das wichtigste jüdische Heiligtum. Die an die Felskante gebaute westliche Mauer ist heute nach dem Tempelberg selbst das bedeutendste Heiligtum des Judentums und landläufig als die Klagemauer bekannt, da hier Menschen auf Zettel geschriebene Gebete in die Fugen stecken.

Die Zeit nach der Vernichtung des Tempels

Mit der Zerstörung des Tempels und der nun viel härteren Kontrolle durch Rom, die mit der Konversion vieler Juden zum Christentum einherging, wurden die Juden, wobei es schwer ist, eine Unterscheidung zwischen der Religionsgemeinschaft der praktizierenden Juden und den Juden als Volksgemeinschaft zu machen, ein Volk ohne Heimat, das sich über die Jahrhunderte unentwegter Unterdrückung und Verfolgung ausgesetzt sah.

Ihr Gelobtes Land wurde in den 1877 folgenden Jahren von allen möglichen Völkern beansprucht, ab dem Mittelalter meist auch aus religiösen Gründen. Doch nach den Verbrechen der Nazis am jüdischen Volk sah sich die Staatengemeinschaft der Vereinten Nationen gezwungen, ihm seine Heimat wiederzugeben: 1947 teilte die UN Palästina und dachte Jerusalem hierbei einen Sonderstatus als Corpus separatum (lateinisch, deutsch: „abgesonderter Körper“) unter internationaler Verwaltung zu.

1948 erklärte Israel seine Unabhängigkeit, was die arabischen Staaten Ägypten, Syrien, Transjordanien, Libanon, Irak und Saudi-Arabien als Grund für einen Angriff sahen. Israel konnte sich im nun folgenden Krieg behaupten und den Westen Jerusalems für sich beanspruchen und 1950 zu seiner Hauptstadt erklären.

1967 kam es zum Sechstagekrieg, ausgelöst durch die Sperrung der Meerenge von Tiran durch Ägypten. Israel eroberte in diesem Krieg unter anderem auch Ostjerusalem.

Welche Bedeutung hat Jerusalem für die Christen

Für die Christen ergibt sich die besondere Bedeutung Jerusalems aus der Passionsgeschichte.

Orte in der Passionsgeschichte

In Jerusalem kam Jeschua von Nazareth (vermutlich 7 v. Chr. – 30 n. Chr.; besser bekannt unter seinem lateinischen Namen Jesus) wohl kurz vor dem Passahfest des Jahres 30 n. Chr. an, feierte laut biblischer Überlieferung mit den zwölf Aposteln das letzte Abendmahl, wurde am Westhang des Ölbergs, im Garten Getsemani von Judas Iskariot (†30 n. Chr.) verraten und verhaftet, wurde zunächst in den Tempel zu Kajaphas (genaue Lebensdaten nicht überliefert) gebracht, dann vor Pontius Pilatus (genaue Lebensdaten nicht überliefert) und schließlich gefoltert.

Jesus trug sein Kreuz den Kreuzweg, der bis heute eine beleibte Pilgerstätte der Christen ist, entlang und wurde dann auf Golgota gekreuzigt. Er starb hier an einem Freitag um 3 Uhr nachmittags und soll dem biblischen Glauben nach am darauffolgenden Sonntag morgens seinem Grab entstiegen sein. Wo die einzelnen Stationen des Leidensweges sich befanden, ist nur beim Tempel und Ölberg wirklich gesichert.

Die genaue Lage Getsemanis kennt man nicht, auch wenn am angeblichen Standort dei „Kirche aller Nationen“ steht, und der heute als Golgota angesehene Berg wurde erst lange Zeit nach der Kreuzigung Jesu als solcher identifiziert. Hier steht mit der Grabeskirche auch das wichtigste Heiligtum der Christen in Jerusalem, wobei man festhalten sollte, dass aufgrund des Leidensweges des Messias ganz Jerusalem als dessen Schauplatz heilig ist.

Nur wenn die Lage von Golgota nicht gesichert ist, ist der Verlauf des Kreuzweges es folglich auch nicht zur Gänze. Man nimmt aber in der christlichen Tradition an, dass die Strecke vom Löwentor zur Grabeskirche verläuft.

Ausbreitung des Christentums

Die ursprünglichen Anhänger Jesu waren Juden und verstanden Jesus als jüdischen Reformator. Eine Auslegung, die vor allem der von Jesus zu seinem Statthalter auf Erden berufenen Apostel Simeon (†66 n. Chr., Deutsch: Simon; lateinischer Beiname Petrus = „Fels“) vertrat.

Dem gegenüber stand der bekehrte Pharisäer Scha’ul von Tarsus (* vermutlich vor 10 n. Chr.; † nach 60 n. Chr.; lateinisch: Paulus), der das Christentum jedem eröffnen wollte. Auch wenn Petrus als erster Bischof von Rom, wo er auch gekreuzigt wurde, bis heute als Stellvertreter Gottes gilt und die Päpste mit dem Sitz in Rom dieser Tradition folgen, war vor allem Paulus‘ liberale Auslegung der Lehren Jesu für deren Verbreitung verantwortlich.

Durch die Hinwendung des römischen Kaisers Flavius Valerius Constantinus (~279-337 n. Chr.; genannt: Konstantin der Große) zum Christentum wurde dieses römische Staatsreligion. Später sollten die Päpste von Rom aus Ritter auf Kreuzzüge schicken, um Jerusalem zu erobern.

Welche Bedeutung hat Jerusalem für die Muslime

Obwohl der Koran Jerusalem kein einziges Mal erwähnt, gilt die Stadt als die drittheiligste des Islam nach Mekka und Medina. Denn auch Muslime verehren denאבן השתייה Even ha-Shetiyya, den Gründungsfelsen, von dem aus Mohammed (~572-632 n. Chr.) auf dem Himmelspferd Buraq seine Himmelsreise angetreten haben soll.

Deshalb wurde darüber zwischen 687 und 691 von Kalif Abd al-Malik (646 – 705 n. Chr.) der Felsendom errichtet und unweit davon, am Südende des Tempelbergs zwischen 706 und 717 die al-Aqsa-Moschee. Allerdings gilt der gesamte Tempelberg in muslimischer Glaubensvorstellung als Teil der Moschee. Die al-Aqsa-Moschee ist die drittheiligste Moschee des Islam nach der al-Harām-Moschee in Mekka und der Prophetenmoschee in Medina.

Resultierender Konflikt

Dadurch, dass Muslime und Juden den Tempelberg als ihr Heiligtum ansehen, ist die Ursache des Konflikts, der seit 1947 besteht, offenkundig. Jerusalem als Ganzes war stets stark umkämpft zwischen allen drei Religionen, doch der Tempelberg ist in im Grunde unvereinbarer Weise Juden und Muslimen heilig.

Für Juden ist das bloße Betreten des Tempelbergs ein Frevel, da man die genaue Position des Allerheiligsten, welches einfache Menschen nicht betreten durften, heute nicht mehr nachvollziehen kann. Kein gläubiger und praktizierender Jude würde je einen Fuß auf den Tempelberg setzen, obwohl er den Juden so wichtig ist. Deshalb steht der Tempelberg trotz seiner Bedeutung für das Judentum unter muslimischer Verwaltung. Die Muslime praktizieren hier nämlich ihre Religion.

Zusammenfassung

  • Der Name Jerusalem bedeutet etwa so viel wie „Stadt des Schalim“.
  • Šalim war der ugaritische Gott der Abenddämmerung. Um das Jahr 1000 v. Chr. stürzte David laut Bibel den vorherigen König des Volkes Israels, Saul und verlegte den Regierungssitz nach Jerusalem.
  • Bald wurde auch die Bundeslade mit den Zehn Geboten nach Jerusalem gebracht, womit die Stadt das religiöse Zentrum des Judentums wurde.
  • Davids Nachfolger Salomo errichtete daher den Ersten Tempel.
  • Als Salomo um das Jahr 930 v. Chr. starb, wurde das Reich in das Nordreich Israel und das Südreich Juda gespalten.
  • Israel lehnte den in Jerusalem, der Hauptstadt Judas betriebenen Tempelkult ab. Einige der Könige Judas ließen hier auch andere Götter an Jahwes Statt verehren.
  • 725 bestieg Hiskija den Thron und kehrte zum alten Glauben an Jahwe zurück.
  • 586 v. Chr. wurde der Tempel bei der Eroberung durch Nebukadnezar II. vernichtet.
  • In der zweiten Hälfte des 6. Jahrhunderts eroberten die Perser Jerusalem und ihr König Kyros II. genehmigte die Wiederrichtung des Tempels.
  • Im 4. Jahrhundert fiel Jerusalem unter griechische Herrschaft und die Erben Alexanders des Großen herrschten über die Stadt, bis die Hasmonäer im 2. Jahrhundert zunehmend an Macht gewannen.
  • 63 v. Chr. eroberte Gnaeus Pompeius Magnus Jerusalem und stellte die Stadt unter römische Vorherrschaft.
  • Der von den Römern installierte Klientelkönig Herodes baute den Tempel aus. 70 n. Chr. kam es zum Krieg gegen die römischen Besatzer, die den Tempel bis auf das Plateau und die Westmauer zerstörten.
  • Das Plateau, der Tempelberg, und die Klagemauer genannte Westmauer bilden heute die höchsten Heiligtümer des Judentums.
  • Deshalb und weil die Juden das heutige Israel und Palästina als das ihnen von Gott versprochene Land betrachten, wurde eben dieses ihnen von der UNO nach den Schrecken des Holocausts als sicherer Hafen gegeben.
  • Dies ging aber mit der Vertreibung der muslimischen Bevölkerung einher, weshalb ein seit 1947/48 anhaltender Konflikt zwischen Israel und den arabischen Ländern besteht.
  • Im Zuge der daraus resultierenden Kriege konnte Israel mehr Land für sich gewinnen und Jerusalem vollständig seiner Kontrolle unterwerfen.
  • Für die Christen ist die gesamte Stadt Jerusalem als Ort der Passion Christi heilig. Hier starb Jesus und stand ihrem Glauben nach am dritten Tage wieder auf.
  • Der vermeintliche Berg Golgota mit der Grabeskirche, der Kreuzweg und der Garten Getsemani sind heilige Stätten des Christentums. Dieses breitete sich vor allem wegen des Apostels Paulus im Römischen Reich aus.
  • Mit der Konstantinischen Wende wurde das Christentum sogar Staatsreligion im Römischen Reich.
  • Im späten 7. und frühen 8. Jahrhundert nach Christus errichteten Muslime auf dem Tempelberg den Felsendom und die al-Aqsa-Moschee. Damit teilen sich das dritthöchste Heiligtum des Islam und das wichtigste Heiligtum des Judentums denselben Ort.

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