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Was ist das Trainerkarussell: Definition und Bedeutung


Das Wort „Trainerkarussell“ bezeichnet schnell aufeinander folgende Wechsel des Trainers im Profisport. Da zu viele Wechsel die Leistung der Sportler mindern kann, ist der Begriff negativ aber humoristisch zu verstehen.

Was ist ein Trainerkarussell

Unter einem „Trainerkarussell“ versteht man den Wechsel von Trainern in Sportvereinen. Der Begriff wird meistens im Zusammenhang mit Fußball genutzt. Geschehen mehrere Wechsel in sehr geringer Zeit, sprechen Zeitschriften oder Nachrichten vom Trainerkarussell.

Wie schnell die Trainerwechsel aufeinander folgen müssen, um die Bezeichnung „Trainerkarussell“ zu erhalten, ist nicht genau definiert. In der Regel trainiert ein Trainer eine Sportmannschaft jedoch mehrere Jahre, manchmal sogar Jahrzehnte. Wechselt der Trainer nach nur einem oder zwei Jahren, kann man daher schon vom „Trainerkarussell“ sprechen.

Beispiel für ein Trainerkarussell

Zwischen 1993 und 2018 kam es beim VfB Stuttgart zu 26 Trainerwechseln. Das entspricht fast einem Trainerwechsel pro Jahr. Innerhalb von fünf Jahren in dieser Zeitspanne wechselte der Trainer sogar zehnmal. Im Schnitt hatten die Sportler in dieser Zeit also alle sechs Monate einen neuen Trainer.

Ist das „Trainerkarussell“ ein positiver Begriff

Ein häufig wechselnder Trainer kann dem Team schaden. Die Sportler und der Trainer müssen sich kennenlernen und aufeinander einspielen. Jeder Trainer geht anders mit den Sportlern um und favorisiert andere Strategien. Das bedeutet, dass jeder Wechsel eine Umstellung für beide Seiten bedeutet. Findet der Wechsel mitten in der Saison statt, kann das die Leistung des Teams stark beeinträchtigen. Auch häufige Wechsel zu Beginn der Saison bringen diese Schwierigkeiten mit sich.

Das Trainerkarussell ist daher ein eher negativ behafteter Begriff. Möglicherweise soll er die ständigen Wechsel auch etwas humoristisch darstellen, da man mit einem Karussell eher Spaß für Kinder verbindet.

Herkunft der Bezeichnung

Seit wann genau das Wort „Trainerkarussell“ existiert, ist nicht bekannt. Es setzt sich aus den Begriffen „Trainer“ und „Karussell“ zusammen.„Trainer“ ist ein eingedeutschtes Wort und kommt ursprünglich aus dem Englischen. In Deutschland ist es bereits ab dem 19. Jahrhundert mit derselben Bedeutung in Benutzung.

Das Wort „Karussell“ hat seinen Ursprung im Französischen und Italienischen. Unter „Carousel“, bzw. „carosello“ versteht man ein Reiterspiel des 18. Jahrhundert. Damals maßen junge Adlige ihre Reitfertigkeiten bei dem Spiel. Ziel war es, im Galopp mit einer Lanze Ringe einzusammeln, die an Balken hingen. Der Reiter musste dafür zielsicher reiten und gleichzeitig die Lanze korrekt halten können.

Aus dem Spiel wurde ein Unterhaltungsprogramm für die ganze Hofgesellschaft. Mit der Zeit wandelte es sich zu dem ersten Karussell, ähnlich wie wir es heute noch kennen.

Die ersten Karussells bestanden aus Holz und wurden mit Muskelkraft angetrieben. In der Mitte im Inneren des Karussells standen mehrere Personen, die die Konstruktion drehten. Außen auf den Holzpferden saßen nun auch Damen. Durch um das Karussell aufgestellte Pflöcke mit Ringen dran stellten die Mitfahrer das ursprüngliche Reiterspiel nach.

In den 1860er Jahren entstanden die ersten dampfbetriebenen Karussells. Heute laufen sie mit Elektrizität und haben bis auf die Pferde nichts mehr mit dem Reiterspiel gemeinsam.

Warum man sich für eine Kombination aus „Trainer“ und „Karussell“ entschied, um schnell wechselnde Trainer im Profisport zu bezeichnen, ist recht naheliegend: Fährt man eine Runde mit einem Karussell, muss man dieses anschließend verlassen, um den nächsten Fahrgästen Platz zu machen. Verbunden mit den Trainerwechseln steht das Karussell für die Zeit als Trainer. Daher heißt es in den Nachrichten manchmal auch „das Trainerkarussell nimmt Fahrt auf“, wenn die Wechsel besonders häufig stattfinden. Man könnte sagen, dass eine Umdrehung mit dem Karussell die Amtszeit des Trainers darstellt. Je schneller es sich dreht, desto schneller muss dieser also seinem Nachfolger Platz machen.

Nun könnte man sich fragen, warum man dann nicht vom „Trainerriesenrad“ spricht. Ein Riesenrad dreht sich schließlich auch. Was bei einem klassischen Karussell jedoch noch hinzukommt, ist meistens eine typische Musik. Diese Musik hört man kaum an anderen Orten als auf einem Rummelplatz. Daher verbindet man sie mit kindlicher Freude. Dem Begriff „Trainerkarussell“ schwingt daher etwas Kindisches mit, das die ständigen Wechsel möglicherweise etwas ins Lächerliche ziehen soll. Das Bild eines Trainers auf einem Holzpferd sorgt ebenfalls dafür. Schließlich trainiert dieser normalerweise Sportler, die auf dem Markt manchmal Millionen wert sind.


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