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Was ist die Megafauna, was gehört dazu: Definition und Bedeutung


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Als Megafauna werden besonders große Tierarten (Fauna = Tierreich) zusammengefasst. Dabei handelt es sich nicht nur um ausgestorbene Tierarten. Auch rezente (heute lebende) Tierarten können zur Megafauna gehören. Dies erfordert jedoch das Erfüllen gewisser Kriterien.

Was ist die Megafauna?

Grundsätzlich lassen sich Tiere, die gemeinsam in einem Habitat (Lebensraum einer oder mehrerer Arten) leben, in drei verschiedene Gruppen gliedern. Die Mikro-, Makro- und Megafauna. Hierbei stellt die Mikrofauna die Gruppe der kleinsten Lebewesen dar, die Makrofauna die in der Mitte befindlichen Lebewesen und die Megafauna die größten Lebewesen innerhalb dieses Habitats.

Dabei muss stets das Habitat isoliert betrachtet werden. So gehören Maulwurf und Regenwürmer zur Megafauna der im Boden lebenden Tiere, wenngleich ein Elefant, der auf diesem Boden läuft, weitaus größer ist. Allerdings leben diese beiden Tiere nicht im gleichen Habitat, weshalb man sie nicht miteinander vergleichen sollte.

Außerdem kann man die landlebenden Tiere der Megafauna weiter unterteilen, indem man deren Gewicht betrachtet. Bei den Pflanzenfressern kann man zwischen den Megaherbivoren (>1000kg, herbivor = Pflanzenfresser) und den großen Herbivoren (45-999kg) unterscheiden. Zu den Megaherbivoren gehören beispielsweise Elefanten, zu den großen Herbivoren Pferde. Innerhalb der Fleischfresser (Carnivore) kann man zwischen den Megacarnivoren (>100kg) und den großen Carnivoren (20-99kg) differenzieren.

Wie prägte die Megafauna das Leben auf den Kontinenten

Vor ca. 300 Millionen Jahren, zum Zeitalter des Karbons, lebte Meganeura. Dies ist eine Libelle, die zu den größten Insekten gehört, die jemals gelebt haben. Der Grund dafür, dass es zeitweise solche großen Insekten geben konnte, liegt in der Beschaffenheit der damaligen Atmosphäre.

Insekten besitzen als Atemorgane Tracheen, welche lediglich die Diffusion (Wanderung von Molekülen aufgrund eines Konzentrationsgefälles) von Sauerstoff ermöglichen und bei weitem nicht so komplex aufgebaut sind wie die Lungen von Vögeln oder Säugetieren. Während des Karbons war der Sauerstoffgehalt in der Atmosphäre viel höher als er es heutzutage ist, weshalb die Sauerstoffversorgung für Insekten deutlich einfacher war.

Eine solch große Libelle wie Meganeura wäre unter den heutigen Atmosphärenverhältnissen wahrscheinlich nicht dazu in der Lage zu fliegen bzw. anderweitig ihren Körper zu bewegen, da ihr Körper nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden würde. Entdeckt wurde ein Fossil von Meganeura in den 1880er Jahren im heutigen Frankreich.

Im weiteren Verlauf der Erdzeitgeschichte, vom Oberen Trias (235 Mio. Jahre v. Chr.) bis zur Kreide-Paläogen-Grenze (66 Mio. Jahre v. Chr.) lebten die Dinosaurier. Ein bekannter Pflanzenfresser war Stegosaurus. Gelebt hat er vor 157,3 bis 147,7 Mio. Jahren. Er war ca. 9 Meter lang und etwa vier Meter hoch. Gefunden wurden seine Fossilien bisher in Nordamerika in der Morrison-Formation und auch in Europa (Portugal).

Ein weiterer bekannter Vertreter der Dinosaurier ist Tyrannosaurus rex. Dieser lebte vor ca. 68-66 Mio. Jahren und wurde maximal 13 Meter groß und 9 Tonnen schwer. Die Fundorte seiner Fossilien beschränken sich auf das heutige Nordamerika und Asien. Allerdings kam es vor ca. 66 Mio. Jahren zu einem Massenaussterben, was auch zum Aussterben aller Nicht-Vogel-Dinosaurier führte.

Von vor etwa 5,7 Mio. Jahren bis vor 4000 Jahren lebten Mammuts auf den heutigen Kontinenten Nordamerika, Europa, Asien und Afrika. Sie bilden eine ausgestorbene Gattung der heute noch lebenden Elefanten. Sie wurden bis zu 4,5 m hoch und bis zu 15 Tonnen schwer. Allerdings existierten auch Zwergmammuts (Kreta-Zwergmammut/ Mammuthus creticus), das nur etwa einen Meter hochwuchs und ca. 300 kg schwer wurde.

Parallel zu den Mammuts lebten die Säbelzahntiger (auch Smilodon genannt). Diese ähnelten rein optisch den heutigen Großkatzen, wenngleich es einige anatomische Unterschiede gab. Zum einen die hervorstehenden Eckzähne, aber auch die gekrümmte Körperform existiert bei heutigen Großkatzen nicht. Das Aussterben von Mammuts und Säbelzahntigern ist auf die stetig wachsende Bejagung durch Homo sapiens zurückzuführen.

Welche Megafauna existiert heute noch auf welchem Kontinent

In Afrika gehören zur Megafauna die „Big Five“ – Der Elefant, das Nashorn, der Büffel, der Löwe und der Leopard. In den anderen Teilen der Welt zählt man auch Rinder oder Tiger dazu. In Nordamerika wird der Bison ebenfalls als Megafauna geführt, obwohl dieser die 1000-Kilo-Marke nicht übersteigt. Dies zeigt, dass der Begriff eher ökologisch und im Vergleich zum natürlichen Umfeld genutzt wird. In der Systematik der Biologie bzw. Zoologie werden Megafauna nicht geführt.

Bisher wurden lediglich landlebende Tiere beschrieben. Denn ein Kriterium für das Entstehen von Megafauna ist das Fehlen von Bewegungshindernissen. Diese Bewegungshindernisse fehlen nahezu vollständig in den Weltmeeren, was dazu führt, dass dort heutzutage noch das größte Säugetier der Welt lebt. Der Blauwal wird ca. 33 Meter lang und bis zu 190 Tonnen schwer. Verbreitet ist der Blauwal in allen Weltmeeren, wobei er den Winter in subtropischen Gewässern zur Fortpflanzung nutzt.

Ein weiterer Wal, der durchaus zur Megafauna gezählt werden kann, ist der Pottwal. Dieser wird etwa 20 Meter lang und ca. 50 Tonnen schwer. Da der Pottwal zu den Zahnwalen gehört und ein Fleischfresser ist, taucht er teilweise bis zu 1000 m tief, um Tintenfische wie z.B. Riesenkalmare zu jagen.

Riesenkalmare kann man auch zur Megafauna zählen, da sie normalerweise 5 Meter lang werden, in Ausnahmefällen auch bis zu 10 Metern. Wie Pottwale auch sind Riesenkalmare weltweit verbreitet. Einige Fische, wie Riesenhai (4 Tonnen), Walhai (12 Tonnen) und andere Haie gehöre ebenfalls dazu.