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Was bedeutet die Letzte Generation: Ziele, Aktionen und Bedeutung


was bedeutet die letzte generation

Die Letzte Generation bzw. der Aufstand der letzten Generation, wie sich die Gruppe selbst nennt, ist eine Vereinigung von Aktivisten, die sich für einen besseren Klimaschutz engagiert. Dabei agiert die Aktivistengruppierung vorwiegend in den Ländern Deutschland und Österreich. Die Gruppe gilt als offen für jeden. Allerdings kommt der größte Teil der Mitglieder aus den jüngeren Jahrgängen. Die Aktionen fallen auf, denn sie sind teilweise extrem und nehmen nur wenig Rücksicht auf die Gesundheit der freiwilligen Teilnehmer.

Was ist die Letzte Generation

Der eigentümliche Name der Aktivistenbewegung ist darauf zurückzuführen, dass Klimaforscher eine Erderwärmung prognostizieren, welche in den nächsten Jahren stetig zunehmen und irgendwann nicht mehr umkehrbar sein wird. Die Jugendlichen aus der Letzten Generation glauben deshalb, dass sie die letzte Altersklasse sind, welche den Klimawandel stoppen kann. Vorherige Generationen haben es versäumt und für zukünftige Generationen wird es zu spät sein.

Das Phänomen von jugendlichem Aktivismus ist nicht in Gänze neu. Spätestens seit dem großen medialen Interesse an Greta Thunberg hat sich mit „Fridays for Future“ eine Jugendbewegung für den Klimaschutz etabliert. Der „Aufstand der letzten Generation“ rekrutiert sich zum größten Teil aus diesem Umfeld. Die Aktivisten setzen auf Freiwilligkeit, Solidarität und Demokratie.

Erklärtes Ziel der Bewegung ist es, durch Maßnahmen auf Missstände hinzuweisen und durch Aktivismus die Regierungen der Länder zu mehr Klimaschutzmaßnahmen zu bewegen. Die Themenfelder wechseln dabei. Es gibt koordinierte Aktionen, die den Schwerpunkt auf ein aktuelles Thema lenken sollen und Aufmerksamkeit erregen. Der Verfassungsschutz der Bundesrepublik Deutschland sieht keine Veranlassung, die Gruppierung als extremistisch einzustufen.

Auch wenn die Aktionen aus sicherheitstechnischen Aspekten teilweise fragwürdig sind, sind sie in vielen Fällen doch eine völlig legitime Form des zivilen Ungehorsams. Falls nicht, so nehmen die Aktivisten dies in Kauf und riskieren dafür auch Freiheitsstrafen und Ordnungsgelder.

Bekannte Aktionen der Letzten Generation

Es gibt mittlerweile eine ganze Reihe von Aktionen, die unter dem Namen der Gruppierung durchgeführt wurden. Manche davon wurden in der Öffentlichkeit als durchaus extrem, allerdings nicht extremistisch wahrgenommen. Herausstechende Eigenschaft der Aktionen war dabei immer, dass die Teilnehmer nur wenig auf ihre eigene Gesundheit Rücksicht nehmen. Das sorgt für ein stärkeres mediales Interesse und soll sicherstellen, dass den Aktionen die notwendige politische und öffentliche Aufmerksamkeit zukommt. Bisherige Aktionen waren unter anderem:

  • Farbanschlag auf das Bundeskanzleramt am 14. Dezember 2021
  • Blockade der Autobahnen A103 und A114 in Berlin am 24. Januar 2022
  • Blockade des Wiener Gürtels am 02. Februar 2022
  • Diverse Hungerstreiks und kleinere Aktionen

Bei ihren Blockaden setzen die Aktivisten häufig nicht nur auf die Form eines reinen Sitzstreiks. Oft kleben sich die Teilnehmer an den Handflächen und anderen Körperteilen selbst am Straßenbelag fest. Dadurch wird es schwerer, die Aktivisten sicher und schnell von der Straßenfläche zu entfernen. Bei Hungerstreiks ist das Ziel häufig die direkte Kontaktaufnahme mit verantwortlichen Ministern und Regierungsmitgliedern. In diesem Zusammenhang ist die öffentliche Berichtserstattung häufig kritischer. Es wird eine Erpressbarkeit der staatlichen Institutionen befürchtet, welche eigentlich nicht stattfinden dürfte.

Mediales und öffentliches Echo

Der Farbanschlag auf das Bundeskanzleramt in Berlin erfuhr nur ein gemäßigtes Echo in den Medien und wurde in der Öffentlichkeit eher als der Streich „kleiner Jungen und Mädel“ abgetan. Demgegenüber wird die Blockade von Autobahnen und wichtigen Verkehrswegen sehr kritisch gesehen. Während Gegner der Aktivisten mit der Bedrohung der Verkehrssicherheit und der Versorgungssicherheit im Allgemeinen argumentieren, sind die Befürworter den Aktionen gegenüber aufgeschlossen und zeigen Sympathie.

Auf beiden Seiten wird stark mit Moral und Verpflichtung argumentiert. Denn durch Moral und Gewissen kann man immer gut Dominanz ausüben und sein Gegenüber klein halten. Schon die „Friday-For-Future-Bewegung“ wurde in den Medien dadurch herabgesetzt, dass man ihnen vorwarf, gewisse Privilegien zu genießen, welche es überhaupt ermöglichen würden, ungehorsam zu sein. Politischer Ungehorsam ist oftmals nur dann erwünscht, wenn die Zielerreichung der Aktivisten, nicht mit Kosten verbunden sind. Die Klimakatastrophe abzuwenden, kostet aber Geld und gefährdet einen etablierten Wohlstand.

Aber die Trendwende kann auch Wohlstand fördern. Deshalb kommen aus den Reihen der „grünen Parteien“ beider Länder immer wieder Zusprüche für die Aktionen. Das ergibt ein gemischtes Bild, in dem sich die klassischen Konfrontationslinien zwischen konservativen Parteien und fortschrittlichen Umweltparteien klar ablesen lassen. Seit der Regierungsübernahme der „Grünen“ in der Bundesregierung von Deutschland mehren sich aber auch hier die kritischen Stimmen.

Diese sehen vor allem die Blockade der Verkehrswege kritisch. Denn hier sollen auch Rettungswägen und Einsatzfahrzeuge von ihrer Tätigkeit abgehalten worden sein. Im Zuge der Corona-Pandemie und der Ukraine-Krise sind die Aktionen der Aktivisten in der öffentlichen Meinung nicht so stark präsent. Das ist der Gruppierung bewusst, weswegen die Aktionsarbeit auch in der Zukunft fortgesetzt werden soll.

Ziele und Anliegen der Letzten Generation

Die Bewegung sieht den Klimawandel ganzheitlich als technisches, aber auch als soziales Problem. Eine zentrale Forderung der Gruppierung ist deswegen der Kampf gegen die Lebensmittelverschwendung. Viele der Aktionen richten sich gegen Gesetze, die nach der Meinung der Aktivisten schlecht gemacht oder falsch umgesetzt werden. Die Aktivisten sehen in diesem Themenfeld vor allem die Politik in der Pflicht.

Diese soll Maßnahmen ergreifen, um beispielsweise das Containern oder andere Formen der fairen Verteilung von Lebensmitteln zu legalisieren und gesetzlich zu verankern. Das ist eines der populärsten Themen, denn auch in breiten Teilen der Bevölkerung gibt es für diese Problematik einen großen Zuspruch.

Im Pariser Klimaabkommen wurde das 1,5 Grad Ziel festgesetzt. Demnach soll die Erderwärmung dauerhaft unter dieser Marke liegen. Um dies zu erreichen, muss diese Gesellschaftsform, die Art und Weise – wie wir leben, überwunden werden. Dazu zählen Bereiche wie Tourismus, Verkehr, Landwirtschaft, Wegwerfgesellschaft und Energiewirtschaft. Es muss also eine Wende und Transformation in diesen Bereichen stattfinden, um die selbst gesteckten Klimaziele zu erreichen. Diese Trendwende ist allerdings nicht spürbar und viele Aktivisten vermuten, dass die große Wende – auch in Zukunft – ausbleiben wird.

Um in den Dialog zu kommen, nutzen einige Aktivisten die Selbstanzeige als eine Form des Protests. Dadurch soll erreicht werden, dass sich die Ermittlungsbehörden mit einem leichten Delikt auseinandersetzen müssen und so zusätzlich belastet werden. Weiterhin sollte sich die deutsche Bundesregierung an einer Agrarwende beteiligen und diese umfassend umsetzen.

In anderen Bereichen des Protests gegen die Klimapolitik integriert sich die Gruppierung in Aktionen anderer Aktivisten. In Österreich liegt der Themenfokus zudem auf eine Verhinderung der weiteren Flächenversiegelung. Diese ist aus Sicht der Aktivisten extrem gefährlich für das Klima und verhindert eine sinnvolle ökologische Lebensweise.

Beweggründe für die Teilnahme am Aktivismus

Wie bereits erwähnt, rekrutieren sich die Teilnehmer an der Gruppe vorwiegend aus dem Umfeld von Friday for the Future und anderen aktivistischen Gruppierungen. Es handelt sich aber nicht um Jugendliche, sondern um junge Menschen. Das durchschnittliche Alter der Teilnehmer liegt über 20 Jahren, was für eine gewisse Reife und Erfahrung spricht.

Die Aktionen der Gruppe sind durchwegs gut koordiniert und halten sich, soweit möglich, an geltende gesetzliche Regelungen. Zwar kommt es immer wieder zu Konfrontationen mit Ordnungskräften. Diese verlaufen aber friedlich und es ist nicht bekannt, dass die Gruppierung zur Gewalt aufruft.

Die Teilnehmer sagen über sich, dass sie sehr enttäuscht von den bisherigen Vorgängen sind und mehr soziale und ökologische Gerechtigkeit wünschen. Sie sehen die Gesellschaft bereit für solche Veränderungen, aber nehmen die Politik als Bremse wahr. Diese ist nicht in der Lage, entsprechende Vorhaben umzusetzen und blockiert so den Wandel hin zu einer ökologisch-rechtsstaatlichen Gesellschaft.

Mit Friday For Future und den Klimademonstrationen konnte somit nichts Konkretes erreicht werden. Gleichzeitig steht ein bedrohliches Szenario bevor, wonach die Erderwärmung für das Abschmelzen der Pole sorgen wird. Dadurch steigt der Meeresspiegel an, wodurch es in Küstengebieten zu Flutkatastrophen kommt. Außerdem wird wahrscheinlich der Wasserkreislauf der Erde kollabieren, wodurch es zu Dürren, Hungersnot und dem Kampf um Wasser auf der anderen Seite der Welt kommen wird. Durch höhere Bodentemperaturen wir die Speicherkapazität nachlassen und es werden Gase aus dem Erdreich dringen, welche die Erderwärmung zusätzlich beschleunigen werden.

Da die wirklichen Konsequenzen des Handelns erst in Jahrzehnten in Europa und der westlichen Welt zu spüren sein werden, aber heute schon in der Dritten Welt real sind, fehlt es an Klimagerechtigkeit gegenüber den sozial schwächeren Nationen. Und da das Szenario irgendwann auch in Europa eine gelebte Wirklichkeit sein wird, welche die heutige Generation von Politik und Wirtschaft zwar verursacht, aber deren Resultat nicht selbst überwinden muss, handelt es sich auch um eine Ungerechtigkeit zwischen den Generationen.

Laut der Vorstellung der Aktivisten haben sie somit keine andere Wahl, außer den Klimawandel sofort zu stoppen. Jedes verstrichene Jahr wird nicht aufzuholen sein. Und da sie von Regierungen nur Gerede und Beschwichtigungen wahrnehmen, greifen sie zu radikaleren Mitteln, um mehr Aufmerksamkeit zu erzeugen.

Erwähnenswert ist, dass die Gruppierung immer wieder das direkte Gespräch mit politisch verantwortlichen Personen sucht. Hier legen die Aktivisten ihre Standpunkte dar und kündigen oft neue Aktionen an.

Zusammenfassung

  • Die Letzte Generation ist eine Aktivistengruppe, welche sich für mehr Klimaschutz einsetzt.
  • Da bisherige Aktionen, wie Demonstrationen und Gespräche, zu Nichts führten, wählen die Aktivisten radikaler Aktionen, um das öffentliche Interesse zu lenken.
  • Die Aktionen werden auch kritisch sehen. Denn hier beeinträchtigen die Aktivisten die eigene Gesundheit, aber auch die Gesundheit von anderen.
  • Allerdings ist die Gruppe immer offen für Kommunikation und gilt als sehr friedfertig. Gewalt wird ausdrücklich abgelehnt, was für eine höhere Anerkennung und ein positiveres mediales und öffentliches Bild sorgt.
  • Die Gruppierung greift interessante Themen auf und genießt deswegen einen hohen Bekanntheitsgrad unter der Bevölkerung.
  • Viele der Teilnehmer haben bereits einschlägige Erfahrungen und kennen sich in der Gestaltung, sowie der Organisation und der Durchführung von Protestaktionen aus.
  • Die Aktionen finden zielgerichtet statt und werden professionell durchgeführt. Es handelt sich um eine weitestgehend etablierte Gruppierung, die sich aus jungen Menschen mit einem hohen Interesse an Klimaschutz und sozialer Gleichheit rekrutiert.
  • Für die Zukunft sind weitere Aktionen geplant, und man darf gespannt sein, zu welchen Ergebnissen diese führen werden.