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Wer gründete Byzanz: Gründung, Entstehung und Besiedlung


Die Stadt Byzanz wurde vom Volk der Dorer und thrakischen Stämmen gegründet. Namensgeber war vermutlich ein legendärer griechischer Königssohn namens Byzaz von Megara.

Die Gründung von Byzanz

Um das Jahr 660 v. Chr. gründete das Volk der Dorer eine Stadt auf der heute europäischen Seite des Bosporus.Die Dorer bestanden aus verschiedenen Stämmen, die aus dem Norden Griechenlands, Makedoniens oder aus Teilen des heutigen Albaniens stammten. Vor den Dorern unterhielten die Thraker bereits einen Handels- und Schifffahrtsposten an dem Ort. Die neue Stadt bekam den Namen Byzantion, woraus später Byzanz wurde.

Die Königslegende

Eine Legende besagt, dass der eigentliche Gründer Byzas, der Sohn des Königs Nisus, von Megara gewesen sein soll. Das Reich Megara befand sich im 7. Jhd. vor Christus etwa 30 Kilometer westlich von Athen am Saronischen Golf.

Nachdem er das Orakel in Delphi befragt hatte, wurde ihm der Ort der späteren Stadt Byzanz für die Gründung einer Kolonie genannt. Andere Quellen bezeichnen Byzas von Megara als einen Anführer oder Helden der Thraker (Volk aus dem Nordosten Griechenlands). Am wahrscheinlichsten ist eine Mischung von Ethnien, die bereits vor mehr als 2.600 Jahren am Bosporus zusammentraf und gemeinsam den Grundstein für den Ort legte, der als Byzanz, Konstantinopel und später Istanbul weltbekannt wurde.

Attraktive Lage am Goldenen Horn

Zur Zeit der Stadtgründung wurde der Handel der antiken griechischen Welt mit den Völkern und Reichen am Schwarzen Meer immer bedeutender. Durch die Verstädterung Griechenlands und das Bevölkerungswachstum wurden Zukäufe von Getreide notwendig.

Byzanz lag direkt am Marmarameer, einem Binnenmeer des Mittelmeers, das über den Bosporus und die Dardanellen mit dem Schwarzen Meer und der Ägäis verbunden ist. Die günstige und geschützte Lage in einer fruchtbaren Umgebung begünstigte das Wachstum einer frühen Metropole. Zur Regentschaftszeit Kaiser Justinians im 6. Jhd. n. Chr. hatte die Stadt zeitweise bereits um die 500.000 Einwohner.

Perser, Griechen, Römer, Osmanen

Die neue und wachsende Stadt weckte schnell das Interesse des Persischen Reich. König Darius übernahm Byzanz im Jahr 513 v. Chr. Während des Peloponnesischen Krieges fiel die Stadt 411 v. Chr. an Sparta, das den Erzfeind Athen von den lebenswichtigen Getreidelieferungen abschneiden wollte. Athens vertrieb die Spartaner 408 v. Chr. Um 196 n. Chr. wurde Byzanz von römischen Streitkräften belagert, schwer zerstört und schließlich eingenommen.

Die Römer beziehungsweise später die byzantinischen Kaiser blieben bis 1453 n. Chr. am Bosporus. Unter Kaiser Konstantin dem Großen wurde die Stadt zum „Neuen Rom“ (Nova Roma) und nach dem Tode des Kaisers zu Konstantinopel.

Als Konstantinopel war die Stadt lange Zeit die Hauptstadt des Oströmischen Reiches. Eine andere Bezeichnung für Ostrom war das Byzantinische Reich. Unter Byzanz versteht man bis heute neben der Stadt auch das gesamte Oströmische Reich, wozu zeitweise auch Teile Griechenlands, Kleinasiens, Ägyptens, Palästinas und Libyens gehörten.

Spricht man in diesem Kontext von Byzanz, kann als Gründer auch der gesamtrömische Kaiser Konstantin der Große angesehen werden. Er zog am 11. Mai 330 in die Stadt ein. Nach 395 n. Chr. entstand das von Rom unabhängige oströmische Reich. Die Bezeichnung „Ostrom“ verschwand im Laufe des 6. bis 7. Jhd. und es blieb das byzantinische Reich bis Konstantinopel im Jahr 1453 von den islamischen Osmanen eingenommen wurde.

Heute ist die Stadt unter dem Namen Istanbul eine Weltmetropole und eines der kulturellen Zentren des Staates Türkei.


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