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Wieso leuchten Planeten: Ursache, Zusammenhänge und Bedeutung


Planeten erscheinen, als würden sie leuchten und das auch noch in verschiedenen Farben. Tatsächlich werden sie aber von der Sonne angestrahlt, leuchten also nicht selbst. Und in verschiedenen Farben erscheinen sie (und werden deshalb auf Bildern auch so dargestellt), weil sie alle aus verschiedenen Atmosphären und Materialien bestehen.

Warum leuchten Planeten scheinbar?

Wie der Mond werden auch andere Planeten von der Sonne angeleuchtet und wirken für uns daher, als würden sie strahlen. In Wahrheit reflektieren sie aber nur das Licht der Sonne, werfen es also zurück. Die Sonne selbst ist ein Stern. Sie ist nicht der größte Stern, aber der, der der Erde am Nächsten ist, deshalb nehmen wir sie als am größten wahr.

Planeten sind nach ursprünglicher Definition die größten Himmelskörper im Sonnensystem, die die Sonne in kreisähnlichen Bahnen umrunden.
Seit mehr Himmelskörper entdeckt worden sind (genauer wird darauf noch einmal im untersten Abschnitt eingegangen, wo es um „Pluto“ geht) wurde der Planetenstatus allerdings noch einmal genauer definiert. Und zwar als ein Himmelskörper, der:

  • sich auf einer kreisförmigen Bahn um die Sonne befindet
  • über genügend Masse verfügt, um durch seine Eigengravitation eine annähernd runde Form (hydrostatisches Gleichgewicht) zu bilden
  • die Umgebung seiner Bahn durch sein starkes Gravitationsfeld bereinigt hat

Die Gravitationskraft bedeutet „Anziehung der Massen“. Je größer ein Objekt und je näher zwei Objekte beieinander sind, desto höher ist die Gravitationskraft.

Die Sonne, als Stern, der die Planeten leuchten lässt

Im Gegensatz zu den kalten und nicht selbst-leuchtenden Planeten, kann ein Stern selbst Hitze und Licht produzieren. Sterne sind Gaswolken, die aufgrund ihrer Schwerkraft zusammengehalten werden und sind mehrere Millionen Grad heiß.

Es erscheint seltsam, dass die Sonne ein Stern sein soll, da sie für uns ganz anders aussehend erscheint als die Sterne, die wir am Himmel sehen. Das liegt daran, dass sie das Zentrum unseres Sonnensystems bildet. Außerdem ist sie ein besonders großer Stern und außerdem, wie oben erwähnt, der Erde im Vergleich zu anderen Sternen sehr nah.

Farbdarstellung der Planeten

Vielleicht hast du dich schon mal gewundert, warum die Planeten in verschiedenen Farben dargestellt werden. Um dir das zu erklären, muss ich ein wenig ausholen. Mit bloßem Auge unterscheidet sich die Farbe der Planeten nicht von den Sternen, die wir am Himmel sehen. Abgesehen vom Mars, der durch eine leichte Rotfärbung hervorsticht.

Blickt man allerdings durch ein Teleskop oder beobachtet einen Planeten mit einer Raumsonde, erscheinen die Planeten in unterschiedlichen Farben.

  • Merkur erscheint gräulich-braun.
  • Venus erscheint schwach gelb.
  • Die Erde erscheint blau/weiß.
  • Der Mars erscheint rot/weiß.
  • Der Jupiter erscheint orange/weiß.
  • Der Saturn erscheint blassgold.
  • Der Uranus erscheint grünbläulich.
  • Der Neptun erscheint bläulich.

In eben diesen Farben werden die Planeten auf Graphik-Darstellungen auch dargestellt. Damit man sie gut unterscheiden und auseinanderhalten kann.

Warum leuchten die Planeten in verschiedenen Farben

Farbe entsteht, wenn Sonnenlicht – in einer bestimmten Wellenlänge – von einem Objekt zurückgeworfen wird. Wird beispielsweise Licht mit einer Wellenlänge zwischen 460 und 490 nm reflektiert, wird es als blau wahrgenommen. Rotes Licht besitzt eine Wellenlänge oberhalb der 600 nm. Grün entsteht zwischen 520 und 565 nm usw. Die Beschaffenheit der Oberfläche eines Objekts verändert dessen Lichtreflexion und die Wahrnehmung der Reize über unseren Sehsinn, erschafft ein Erlebnis von Licht – welches vom Gehirn als Farbe interpretiert wird.

Außerdem nimmt die Lichtintensität in der Ferne ab, wodurch Farben aus der Nähe anders interpretiert werden. Schaut man beispielsweise ins Weite entstehen Blautöne, welche in der Nähe als grün wahrgenommen würden. Die Redewendungen „Ins Blaue hinein“ oder das „Blaue Wunder“ als weitentferntes Wunder könnten so entstanden sein. Bei den weitentfernten Planeten ist dies ähnlich.

  • Der Merkur hat eine dünne Atmosphäre und eine felsige kraterartige Oberfläche, ähnlich dem Mond. Deshalb erscheint er gräulich-braun.
  • Die Venus erscheint weiß mit einem Gelbstich, weil sie eine sehr dichte Atmosphäre hat, die in den obersten Bereichen aus Schwefelsäure und elementarem Schwefel besteht, also Schwefel in flüssiger und in fester Form. Da Schwefel gelb ist, erscheint auch die Venus gelb.
  • Die Erde erscheint blau-weiß aufgrund des vielen Wassers und aufgrund der Wolken, die man vom Weltraum sieht.
  • Mars: Im Gegensatz zur Venus hat der Mars nur eine dünne Oberfläche, die keinen Einfluss darauf hat, wie man seine Farbe wahrnimmt. Der Mars erscheint rot, weil er überwiegend aus einer roten Gesteinschicht besteht. An den Polen sind außerdem die weißen Eisschichten erkennbar, die sich ebenfalls auf dem Mars befinden.
  • Jupiter: Wie auch bei der Venus, ist beim Jupiter von außen nur die Atmosphäre sichtbar. Sie besteht aus dem orangefarbenen Ammoniumhydrogensulfid (dieses besteht überwiegend aus Ammoniak und Schwefelwasserstoffgas. Beide sind übelriechend und giftig. Nicht umsonst wurde Ammoniumhydrogensulfidvfrüher für Stinkbomben verwendet.) Die weißen Bänder, die man beim Jupiter sieht, bestehen aus purem Ammoniak.
  • Auch vom Saturn sehen wir nur die Atmosphäre, die großteils aus weißem Ammoniak besteht. Unter dem Ammoniak liegen rote Atmosphärenteile, die hindurchschimmern, wodurch der Eindruck einer goldenen Farbe entsteht.
  • Auch vom Uranus ist nur die Atmosphäre sichtbar. Da diese zu einem Teil aus Methan besteht (das bekannte Gas, das sich auch in Kuhfladen befindet), wirkt Uranus blaugrün. Die rötlicheren Farbanteile des einstrahlenden Sonnenlichts werden von dem Methan absorbiert. Licht besteht, auch wenn wir es nur als gelblich sehen, aus verschiedenen Farben. Methan schluckt quasi diese rötlichen Teile und sie sind daher nicht mehr sichtbar.
  • Auch der Neptun wirkt bläulich aufgrund des hohen Methangasanteils in seiner Atmosphäre. Aufgrund des anderen Verhältnisses an Methan sieht die Farbe allerdings ein wenig anders aus als bei Uranus.

In der Astrologie versucht man, auch durch die Farben, einen Erklärung – zwischen der Planetenkonstellation und dem Erleben, Verhalten und Handeln der Menschen – zu liefern. Dabei bedient man sich einer wissenschaftlichen Fachsprache, um bloße Vermutungen mehr zu untermauern und Interpretationen der Planetenauswirkung, wissenschaftlich erscheinen zu lassen.

Was ist mit Pluto?

Vielleicht wunderst du dich, dass bei den Planeten Pluto nicht mit aufgeführt wurde. Pluto gilt seit 2006 nicht mehr als Planet, sondern als Zwergplanet. Das liegt daran, dass seit seiner Entdeckung 1930 viele weitere Planeten in seiner Größe entdeckt wurden (genau genommen sogenannte Plutoide, das sind Planeten, die sich in der Umlaufbahn von Pluto befinden und außerdem „transneptunisch“ sind. Das heißt, ihre Umlaufbahn geht über die von Neptun hinaus.)

Kurz gesagt ist es also so, dass Pluto nicht mehr als Planet gilt, weil inzwischen entdeckt wurde, dass er zu viel „Konkurrenz“ hat, es also viele weitere Himmelskörper in seiner Nähe gibt, die ähnlich groß sind. Er ist nicht besonders groß oder hervorstechend und gilt heute deshalb nur noch als Zwergplanet.

Getroffen wurde diese Entscheidung von der Internationalen Astronomischen Union (IAU). Dies ist eine Vereinigung von Astronomen aus aller Welt, die 1919 in Brüssel gegründete wurde und heute ihren Sitz in Paris hat. Das Ziel der IAU ist es, international zusammenzuarbeiten, um die Erkenntnisse der Astronomie zu verbinden.


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